Die „Judensau“ an Luthers Kirche ruft Entsetzen hervor – sie passt aber schon an seine Kirche


Bild: bearb. bb
Ein Gericht hat entschieden, dass die sogenannnte „Judensau“ an Martin Luthers Kirche in Wittenberg hängen bleiben darf. Hohe evangelische Kirchenleute sind von der Entscheidung entsetzt: „Das ist eklig, das will ich nicht haben, das muss weg“.

Es ist erst ein paar Tage her, dass das Landgericht Dessau der so genannten „Judensau“ an der Wittenberger Stadtkirche das Leben rettete. Das 700 Jahre alte Schmähbild darf hängen bleiben, wies das Gericht den Kläger Michael Düllmann ab. Er könne nicht für sich geltend machen, von dem Schandmal beleidigt und geschmäht zu sein. Auch der Oberbürgermeister der Stadt, Torsten Zugehör, sagte gerade WELT: „Ich bin gegen Bilderstürmerei, aber für Bildung“. Das heißt: Das Relief soll an der Stadtkirche bleiben.

Dieser Konsens hat nun einen schweren Schlag bekommen. Eine ganze Reihe hoher evangelischer Funktionäre und Würdenträger rät dringend, das Schmähbild abzunehmen. Die Präsidin der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, Irmgard Schwaetzer, nannte die antisemitische Gewalt der Steinskulptur so stark, dass sie nicht länger an der Kirche hängen bleiben kann. „Das ist eklig, das will ich nicht haben, das muss weg“, beschrieb Klaus Holz, Generalsekretär der evangelischen Akademien in Deutschland, seine Gefühle beim Betrachten des Reliefs.

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