Zukunftsforschung: „Gesundheit tritt an die Stelle der Religion“

Professor Bernd Thomsen in seinem Hamburger Büro – das Unternehmen, die Thomsen Group, besteht schon seit 35 Jahren Quelle: Thomsen Group/Privat
Was wird bis 2050 in Gesellschaft und für Unternehmen wichtig? Prof. Bernd Thomsen erforscht die Mega-Trends. Zum Beispiel das „Moved Life“ – hier werden bei den Fahrten auch medizinische Untersuchungen stattfinden. Eine Zukunft hat auch ein heutiges Streit-Thema.

Von Jörn Lauterbach | DIE WELT

Sein Beruf ist der Blick in die Zukunft – um so die Unternehmen, die Prof. Bernd Thomsen und sein Unternehmen Thomsen Group beauftragen, fit für sich verändernde Märkte und gesellschaftliche Strömungen zu halten. Thomsen lehrt in Asien und Europa und wählt seit den Amtszeiten von Bundespräsident Richard von Weizsäcker Hochbegabte für die Bundesrepublik aus. In seiner Freizeit hilft er weltweit misshandelten Kindern. Ein Gespräch über die Zukunft, die schon heute geplant werden muss – auch, weil viel weniger gearbeitet werden muss.

WELT: Sie beraten führende Unternehmen darin, wie sich deren Markterfolg auch mit Blick auf eine Zukunft bis 2050 bereits heute sichern oder ausbauen lässt und leiten das aus gesellschaftlichen Entwicklungen ab. Aber wie gehen Sie dabei genau vor? Eine Glaskugel haben Sie ja nicht.

Prof. Bernd Thomsen: Wir analysieren gesellschaftliche Veränderungen sehr genau. Dazu haben wir in den letzten 35 Jahren eine Methodologie entwickelt und laufend perfektioniert, mit der wir früh schwache Veränderungs-Signale filtern und bei besonderer Häufigkeit genauer untersuchen. Stellen Sie sich das vor wie junge, meist unbeachtete Baumtriebe, die zu stolzen Eichen werden. Die Ergebnisse führen wir mit Interviews zusammen, die wir mit Menschen in Alltagssituationen führen. Wir identifizieren, wie Haltungen und Gefühle dazu sind. Daten allein nutzen da wenig, sie bilden ja nur die Vergangenheit ab, sind retrospektiv. Zusätzlich stehen wir ständig im Dialog mit den Entscheidern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Diese strategische Früherkennung gewährleistet, dass uns keine gesellschaftlichen Veränderungen mit großem Potenzial durch die Lappen gehen. Denn unser Zukunftswissen, u. a. dokumentiert in Future Assets, ist – anders als bei Propheten mit ihrer Glaskugel – letztlich unser Wettbewerbsvorteil und der Kern unserer Dienstleistung.

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Missionarin Jana: Gottes frommes Girl auf Youtube

Bild: © Joern Neumann/epd
Vor einem Jahr begann mit „Jana“ das Experiment eines christlichen Youtube-Kanals. Mittlerweile hat sie fast 14.000 Abonnenten. Die evangelische Kirche will den Kanal vorerst weiterführen. Kritik gibt es an Janas konservativem Familienbild.

Von Franziska Hein | katholisch.de

Im Video sitzt eine junge, fröhliche Frau mit blonden Locken auf ihrer Couch mit einer Schale Erdbeeren und einer Tasse Kaffee. Die junge Frau ist die 20-jährige Medizinstudentin Jana Highholder, die die Fragen ihrer Follower beantwortet: Es geht um alternative Medizin und um die beste Lerntaktik. Dann spricht Jana plötzlich über ihren Glauben, und es fallen Sätze wie: „Christ sein bedeutet nicht, ich verstecke mich in meinen vier Wänden und bete den ganzen Tag“ und „Ich möchte nicht weltfremd sein in meinem Glauben“.

Ziel: Eine christliche Influencerin

Highholder ist das Gesicht des Youtube-Kanals „Jana“. Der Kanal ist Teil der Medienstrategie der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). In einer Zeit, in der die Reform der Kirche auch an ihrem Fortschritt in der digitalen Kommunikation gemessen wird, scheint es geboten, junge Menschen im Netz besser zu erreichen.

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Islamische Staaten verurteilen die US-Botschaftsverlegung nach Jerusalem

Ivanka Trump, Tochter und Beraterin des amerikanischen Präsidenten, weihte am 14. Mai 2018 im Beisein des amerikanischen Finanzministers Steven Mnuchin die umstrittene neue amerikanische Botschaft in Jerusalem ein. (Bild: Ronen Zvulun / Reuters)
Die islamischen Staaten haben bei ihrem Gipfeltreffen in Mekka die Israel-Politik der amerikanischen Regierung kritisiert. Die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) verurteilte die Verlegung der amerikanischen Botschaft nach Jerusalem in einer am Samstag veröffentlichten Erklärung.

Neue Zürcher Zeitung

Sowohl Israel als auch die Palästinenser beanspruchen Jerusalem als Hauptstadt für sich – Israel die gesamte Stadt; die Palästinenser den Ostteil Jerusalems. Wegen des ungeklärten Status der Stadt war es jahrzehntelang diplomatischer Konsens, dass ausländische Staaten ihre Botschaft nicht in Jerusalem ansiedeln.

Trump erkannte jedoch Ende 2017 Jerusalem als Hauptstadt Israels an und ordnete den Umzug der Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem an, der schliesslich im Mai 2018 unter heftigem Protest der Palästinenser vollzogen wurde. Auch Guatemala verlegte anschliessend seine Botschaft nach Jerusalem. Andere Länder wie Brasilien, Tschechien und Rumänien erwägen dies ebenfalls.

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Thousands of birds perished in the Bering Sea. Arctic warming may be to blame

WASHED ASHORE On October 19, 2016, inhabitants of St. Paul Island in Alaska found these 19 tufted puffins on the island’s North Beach. The birds were emaciated and may have died of starvation as a result of climate change. ALEUT COMMUNITY OF ST PAUL ISLAND ECOSYSTEM CONSERVATION OFFICE
Emaciated puffins and other birds washed ashore on an Alaskan island in unusually high numbers

By Carolyn Gramling | ScienceNews

Thousands of puffins and other seabirds in the Bering Sea appear to have died in the winter of 2016 to 2017. The birds look like they starved to death, but the ultimate culprit was probably climate change, scientists say.

From October 2016 to January 2017, more than 350 dead birds, mostly tufted puffins, washed ashore at St. Paul Island, Alaska, on the Bering Sea. The birds were emaciated, and many had been molting when they perished. The period when birds regrow new coats of feathers is a particularly high-stress time for puffins and other birds because the animals need extra food while also being temporarily unable to fly.

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Die fehlbare Vernunft

Kant 1791 nach dem Berliner Maler Gottlieb Doebler ursprünglich in der Freimaurerloge Zum Todtenkopf und Phoenix in Königsberg, hier die zweite Ausführung für Johann Gottfried Kiesewetter. Bild: wikimedia.org/PD

Seine Schrift „Zum ewigen Frieden“ steckt in der UN-Charta, seine Vernunftkritik in der Wissenschaftstheorie, seine Ethik in Urteilen des Bundesverfassungsgerichts. Eine Berliner Tagung erkundete Werk und Einfluss Immanuel Kants.

Von Franz Viohl | Süddeutsche Zeitung

Mit Immanuel Kant und der Philosophie verhält es sich etwa so wie mit einem Buchstaben und einem Wort: Der eine setzt das andere voraus. Kants Schrift „Zum ewigen Frieden“ steckt in der Charta der Vereinten Nationen, seine Vernunftkritik in der Wissenschaftstheorie, seine Ethik in Urteilen des Bundesverfassungsgerichts. Das macht eine Vermessung von Kants Werk und Einfluss heute nicht gerade einfach. Inwiefern ist der „Weltweise aus Königsberg“ mehr als ein „Zitate-Steinbruch für Sonntagsreden“?

Danach fragte der Frankfurter Philosoph Marcus Willaschek auf einer prominent besetzten Tagung in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Mit Blick auf das Kant-Jahr 2024, in dem die Akademie den 300. Geburtstag mit einer Neuedition des Gesamtwerks feiern will, suchten die Veranstalter bei der dreitägigen Debatte nach dem „europäischen Denker“ in Kant. Kein schlechter Zeitpunkt so kurz nach der Europawahl, aber taugt der deutsche Idealist auch als Kommentator der Gegenwart?

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Aussteiger werfen katholischer Gemeinschaft geistlichen Missbrauch vor

Bild: © katholisch.de (Symbolbild)
Sektenartige Strukturen, geistlicher Missbrauch: Die Vorwürfe gegen die Gemeinschaft „Totus Tuus“ wiegen schwer. Das Bistum Münster führt seit geraumer Zeit eine Untersuchung zu der Gruppe durch – steht aber nun selbst in der Kritik.

katholisch.de

Ehemalige Mitglieder der katholischen Gemeinschaft „Totus Tuus“ werfen der Gruppe sektenartige Strukturen und geistlichen Missbrauch vor. Schon als Jugendliche seien sie von ihren Familien isoliert und psychisch unter Druck gesetzt worden, sagten sie der in Freiburg erscheinenden „Herder Korrespondenz“ (Juni). Die rund 100 Mitglieder umfassende Gruppe wurde laut Bericht 1994 von dem Herner Lastwagenfahrer Leon Dolenec gegründet. Sie sei bundesweit in katholischen Pfarreien zu Gast und gestalte etwa Gebetsabende. Derzeit strebe die Gemeinschaft den Kauf eines eigenen Klosters in Düsseldorf an.

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Masernfälle in USA auf höchstem Stand seit 1992

Bild: Centers for Disease Control/Barbara Rice (Public Domain – USGov)

Die Gesundheitsbehörde warnt, dass die USA ihren Status als masernfreies Land verlieren könnten

derStandard.at

Die Zahl der Masernfälle in den USA ist auf dem höchsten Stand seit 27 Jahren. Seit Anfang 2019 hat es 971 Masern-Erkrankungen gegeben, gab die Gesundheitsbehörde CDC am Donnerstag bekannt. „Wenn diese Ausbrüche sich im Sommer und Herbst fortsetzen, könnten die Vereinigten Staaten ihren Status als masernfreies Land verlieren“, erklärte die Behörde.

In 26 von 50 Bundesstaaten

Im Jahr 2000 galt die Krankheit in den USA als besiegt, wurde danach jedoch wieder eingeschleppt. Im vergangenen Jahr gab es laut CDC 372 Masernfälle in den USA, mittlerweile wurde die Krankheit in 26 der 50 Bundesstaaten registriert.

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Rezo-Video: Fake-Abgeordneter heizt CDU-Debatte an

Bild. tagesschau.de
Vor allem bei Twitter muss die CDU wegen ihrer Reaktion auf das Rezo-Video viel Kritik einstecken. Sie traf auch den „Bundestagsabgeordneten Joachim Hardt“ wegen dessen Tweets. Diesen Politiker gibt es aber gar nicht.

Von Konstantin Kumpfmüller | tagesschau.de

Der Spott auf Twitter war groß. Nach dem Video des Youtubers Rezo hatte die CDU als Reaktion ihrerseits ein Video angekündigt – das dann aber gar nicht kam. Für viele ein weiterer Hinweis auf die Schwierigkeiten der Partei, sich adäquat in den nun nicht mehr ganz so neuen Medien zu bewegen.

Kritik musste sich auch ein gewisser Joachim Hardt, der Twitter-Bio nach „Bundestagsabgeordneter (CDU), Kreisverband Frankfurt am Main“, gefallen lassen. Ausgerechnet unter dem Hashtag „Pressefreiheit“ hatte dieser geschrieben: „Öffentliche Medien sollten während der Wahlzeit keine Wahlempfehlungen abgeben dürfen. Das gehört sich nicht.“

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Jüdische Seniorin erhält Drohbrief mit Asche

In beiden Fällen ermittelt der Staatsschutz. Foto: imago
Der Staatsschutz hat Ermittlungen wegen des Verdachts der Volksverhetzung aufgenommen

Jüdische Allgemeine

Eine jüdische Seniorin ist in Berlin mit einem Brief bedroht worden. Die 61‐Jährige habe am Mittwoch in ihrem Wohnhaus in der Lützowstraße einen an sie adressierten Brief erhalten, in dem sich eine ascheähnliche Substanz befand, teilte die Polizei am Donnerstag mit.

Weil sie Jüdin ist, habe sie den Brief als Bedrohung gewertet und Anzeige erstattet. Der Staatsschutz habe die Ermittlungen wegen des Verdachts der Volksverhetzung aufgenommen. Der Brief sei als Beweismittel sichergestellt worden, teilte die Berliner Polizei mit.

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Schottland: Missbrauch von tausenden Kindern in Ordensheimen

foto: ap photo/markus schreiber, Die schottische Kommission zur Untersuchung von Kindesmissbrauch hat einen Bericht zu Vorfällen in katholischen Kinderheimen vorgelegt. Demnach wurden Tausende Kinder Opfer von Misshandlungen.
Report zu Vorfällen in katholischen Kinderheimen zeigt Missbrauch in von Nazarethschwestern geführten Waisenhäusern in Schottland auf

derStandard.at

Die schottische Kommission zur Untersuchung von Kindesmissbrauch hat einen Bericht zu Vorfällen in katholischen Kinderheimen vorgelegt, wie Kathpress meldet.

Demnach wurden Tausende Kinder, die in von Nazarethschwestern geführten Waisenhäusern in Schottland untergebracht waren, Opfer von Misshandlungen, Demütigungen und in manchen Fällen sexuellen Missbrauchs „der schändlichsten Weise“, wie britische Medien (Freitag) aus dem Bericht zitieren.

140 Seiten

Für viele Kinder seien die vier Heime des katholischen Ordens in Aberdeen, Cardonald, Lasswade und Kilmarnock „Orte der Angst“ gewesen, an denen sie „ungestraft körperlich missbraucht und emotional degradiert“ wurden, erklärte die Leiterin der Untersuchungskommission, Anne Smith.

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Genozid in Ruanda: „Frankreichs Rolle beim Völkermord ist dubios“

Das Nyanza-Memorial in Murambi. Hier begann im April 1994 der Genozid an Angehörgen des Tutsi-Stammes Quelle: Getty Images
Die Massaker von Hutu-Milizen in Ruanda forderten 1994 bis zu einer Million Opfer, vor allem Tutsi. Doch auch viele Hutu starben, sagt der Historiker Gerd Hankel, und übt Kritik an Frankreich.

Von Sven Felix Kellerhoff | DIE WELT

Wie geht ein Land mit einem Massenmord um, den Teile seiner Bevölkerung begangen haben? Zwischen dem 6. April und Mitte Juli 1994 starben in Ruanda mindestens 800.000 Menschen, vielleicht auch mehr als eine Million bei einem archaisch anmutenden Gewaltausbruch. Extremisten aus der Bevölkerungsmehrheit des Hutu-Volkes schlachteten Angehörige der Tutsi-Minderheit ab – oft buchstäblich mit Macheten. In elf Wochen starb jeder zwölfte Einwohner Ruandas einen gewaltsamen Tod.

Der Jurist und Historiker Gerd Hankel von der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Massaker von Ruanda und seiner Aufarbeitung. Zuvor befasste er sich unter anderem mit den Leipziger Prozessen gegen deutsche Kriegsverbrecher 1921 bis 1927.

WELT: Ein Vierteljahrhundert nach dem Massaker ist Ruanda ein funktionierender, stabiler Staat. Es gibt zahlreiche Gedenkstätten für die Opfer des Genozids, und mehreren Hunderttausend Tätern wurde auf verschiedenen Ebenen der Prozess gemacht. Ist die Aufarbeitung in Ruanda beispielhaft?

Gerd Hankel: Dem ersten Eindruck zufolge, ja. Nach eigenem Verständnis ist Ruanda zu einem Staat geworden, der die Lehre aus der Vergangenheit gezogen hat. Heute heißt es, es gibt keine Hutu und Tutsi mehr, es gibt nur noch Ruander. Die nationale Einheit ist offiziell ein hoher Wert. Doch beim näheren Hinsehen stellt man fest, dass sie auf tönernen Füßen steht. Sehr viele Ruander fühlen sich nicht national geeint. Und das hat vor allem mit der gerichtlichen Aufarbeitung der Völkermordverbrechen zu tun.

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Ein Berater des iranischen Präsidenten Rohani gibt zu, seine Frau getötet zu haben. Die Polizei serviert ihm Tee und Kekse

Mohammed Ali Najafi in einer Aufnahme aus dem Jahr 2009. (Bild: Wikipedia, Hamed Saber CC BY 2.0)
«Versehentlich» und «im Streit» habe er seine Frau erschossen, sagt Mohammed Ali Najafi. Die Ehe sei «schwierig» gewesen. Polizei und Medien behandeln den ehemaligen Bürgermeister von Teheran daraufhin mit Ehrerbietung. Viele Iraner reagieren empört.

Daniel Steinvorth | Neue Zürcher Zeitung

Ausgerechnet Mohammed Ali Najafi. Der Mathematikprofessor, Ex-Bürgermeister von Teheran und langjährige Berater von Präsident Hassan Rohani stand bisher eigentlich nicht im Ruf, ein Bösewicht zu sein. Für viele Iraner war der ruhig auftretende Politiker aus dem Lager der Reformer vielmehr ein Sympathieträger, der sich nach den umstrittenen Präsidentschaftswahlen im Jahre 2009 auf die Seite der protestierenden Bevölkerung gestellt hatte. Am Dienstag aber bekamen die Teheraner ein ganz anderes Bild von Najafi präsentiert. In einem Interview mit dem Staatsfernsehen gab der 67-Jährige zu, seine Ehefrau umgebracht zu haben — «versehentlich» und «im Streit», wie er selbst behauptete. Kurz nach der Tat am Dienstag hatte sich Najafi der Polizei gestellt und ein Geständnis abgelegt.

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MHG-Studienleiter Dreßing erwartet Rücktritte von Bischöfen

Bild: © KNA (Archivbild)
Auch Bischöfe und Generalvikare müssten Verantwortung übernehmen, sagt der Leiter der MHG-Missbrauchsstudie, Harald Dreßing. Der Interventionsbeauftragte des Erzbistums Köln, Oliver Vogt, wendet sich gegen Pauschalforderungen nach Rücktritten.

katholisch.de

Wegen des sexuellen Missbrauchs durch Kleriker erwartet der Mannheimer Psychiater Harald Dreßing Rücktritte von Bischöfen und anderen Verantwortungsträgern in der katholischen Kirche. Jeder Beschuldigte habe mehrere Mitverantwortliche, die etwas gewusst hätten, darunter Leute „in Amt und Würden“, sagte der Koordinator der von den deutschen Bischöfen beauftragten Missbrauchsstudie laut dem Online-Portal „Kirche-und-Leben.de“. Diese Personen, auch Bischöfe und Generalvikare, müssten Verantwortung übernehmen. „Es gibt kein Unternehmen, bei dem es nicht in einem solchen Fall zu Rücktritten käme.“

Laut Dreßing ist der Missbrauch in der Kirche „ein anhaltendes, kein historisches Problem“. Die Quote der beschuldigten Priester habe in den Jahren 2009 bis 2015 gegenüber früheren Jahren nicht abgenommen.

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