Über Philosophie und Populärkultur: Gott ist eigentlich schon lange tot

„Philosophie ist überall“, lautet das Credo von Ger Groot, auch hinter dieser Mauer in Zagreb Foto: imago-images/Pixsell
Das Ringen des Menschen mit der Religion hat in der gesamten Kultur und im Alltag Spuren hinterlassen. Der Philosoph Ger Groot hat ihnen nachgespürt.

Ingo Arend | taz.de

„Beam me up, Scotty“. Der Satz, den Enterprise-Commander James Kirk seinem Chefingenieur Montgomery Scott zuruft, um ihn von einem fremden Planeten zurück an Bord des Raumschiffs zu teleportieren, ist zu der Metapher für die US-amerikanische TV-Serie „Star Trek“ geworden. Und längst als Synonym für den Wunsch, sich aus einer unliebsamen Situation zu befreien, in die Alltagssprache diffundiert.

Die wenigsten dürften freilich realisieren, welchen Subtext der coole Spruch in sich bergen könnte. Der niederländische Philosoph Ger Groot will darin ein spätes Echo des materialistischen Weltbildes des französischen Arztes und Philosophen Julien Offray de La Mettrie erkennen.

Eine unsterbliche Seele gab es für den 1751 gestorbenen Denker nicht. Ebenso verwarf er René Descartes’ Idee eines Dualismus von Geist und Materie. Denken und Bewusstsein sah er als Funktion der Materie. Karl Marx verspottete dieses Enfant Terrible der Aufklärung deswegen als „mechanistischen Materialisten“.

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Anglikanische Kirche: Alexa, schenke uns ein Tischgebet

Welch himmlischer Anblick: Echo-Lautsprecher für Amazons Sprachassistenten Alexa Bild: dpa
Die Anglikanische Kirche hat sich der Digitalisierung geöffnet – und nutzt nun Alexa, um die Fragen ihrer Gläubigen zu beantworten. Auch die Spendenpraxis in Britannien hat sich dadurch geändert.

Von Gina Thomas | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Der Begriff Deus ex Machina hat in Britannien eine neue Wendung erhalten, seitdem die Anglikanische Kirche vor einem Jahr begann, über den Sprachassistenten Alexa einen heißen Draht zu Gott anzubieten. Nutzer einer Anwendung der Kirche können beim Befehl, „Alexa, öffne die Kirche von England“, nicht nur Gebete und praktische Informationen abrufen, sondern sich die zehn Gebote, das Vaterunser oder die Seligpreisungen aufsagen lassen, sich über christliche Riten wie Taufe, Hochzeit und Beerdigung erkundigen oder grundsätzliche Fragen stellen wie „wer ist Gott?“ und „was ist die Bibel?“

Bislang sind 75.000 Fragen eingegangen bei dem sogenannten „Skill“, den die digitale Abteilung der Kirche entwickelt hat. Seitdem diese Ende 2016 lanciert wurde, hat sie durch die Einführung der elektronischen Kollekte die Spendeneinnahmen um bis zu 97 Prozent gesteigert. Mit ihren sozialen Netzwerkprodukten, darunter der Alexa Skill, hat der digitale Dienst der Kirche bereits mehrere Preise eingeheimst.

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Staatlich geförderter Antisemitismus

Der Berliner Senat fördert Theaterprojekte des seit Jahrzehnten einschlägig bekannten Anti-Israel-Aktivisten Ahmad Shah. Die Unterstützung ist ebenso fragwürdig wie die Kooperation des Zentrum für Antisemitismusforschung (ZfA) der TU.

Von Antje Schippmann | DIE WELT

Anlässlich des Al-Quds-Tag-Marschs ist es Tradition geworden, dass die Berliner Politik gegen Antisemitismus auf die Straße geht. Doch bei der Förderpraxis gelten offenbar andere Maßstäbe. So soll der Theatermacher Ahmad Shah im Rahmen des Projekts „DestiNation Unknown“ von diesem Juni an vom senatseigenen Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung gefördert werden.

Dabei fällt Shah laut American Jewish Committee „seit Jahrzehnten durch seine anti-israelischen Aktivitäten“ auf. Schon 2006 habe ein Stück von ihm „Anknüpfungspunkte für antisemitische Sichtweisen“ geboten. 2015 verkündete er beim sogenannten Nakba-Tag in Berlin-Neukölln, dass man zwar „gegen Antisemitismus“ sei, „noch mehr“ aber gegen Israel.

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Freikirchen: Asylentscheider brauchen mehr religiöse Kompetenz—brauchen sie nicht, dafür gibt es Gesetze

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Wer in Deutschland Asyl beantragt, weil er wegen seiner Religion verfolgt wird, braucht laut Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden besonderen Schutz. Daher sollten alle, die über Asylanträge entscheiden, religiös besser geschult werden.

katholisch.de

Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) fordert mehr „religiöse Fachkompetenz“ bei den Entscheidern, die Asylanträge aus religiösen Gründen bearbeiten. „Die deutsche Geschichte ist für uns Verpflichtung, denen Schutz durch Asyl zu gewähren, die wegen ihrer religiösen Überzeugungen bedroht werden“, heißt es in einer am Samstag vom BEFG-Bundesrat in Kassel verabschiedeten Resolution.

Darin heißt es weiter, dass „Religionsfreiheit und das Recht auf Asyl Grundrechte sind, die zusammengehören“. Menschen, denen aufgrund eines Religionswechsels Verfolgung drohe, bräuchten den staatlichen Schutz „in besonderer Weise – ob sie nun bereits in ihrem Herkunftsland konvertiert sind oder erst in Deutschland die Religion gewechselt haben.“

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Mehr als 74 Migranten im Ärmelkanal aufgegriffen

Immer mehr Migranten versuchen es in kleinen Schiffen von Frankreich nach Großbritannien zu schaffen. Am Samstag wurden 74 Menschen im Ärmelkanal aufgegriffen, darunter Kinder. Der britische Innenminister nennt die Lage „besorgniserregend“.

DIE WELT

Insgesamt 74 Migranten haben am Samstag versucht, den Ärmelkanal von Frankreich nach Großbritannien in acht kleinen Booten zu überqueren. Der britische Innenminister Sajid Javid nannte die Situation „besorgniserregend“. Unter den Aufgegriffenen waren auch Kinder. Nur ein Boot schaffte es bis zur Küste im Südosten Englands.

Immer mehr Migranten versuchen, auf diese Weise nach Großbritannien zu gelangen. Im vergangenen Jahr haben dem britischen Innenministerium zufolge 539 Menschen probiert, die Meeresenge in kleinen Booten zu überqueren, 434 davon allein seit Anfang Oktober. 227 Migranten seien noch von französischen Behörden gestoppt worden.

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Verfassungsschutz warnt: Die dubiose Fatwa-App, mit der Apple und Google kein Problem haben

„Baustein im Radikalisierungsprozess“: Die Euro Fatwa App Quelle: WELT AM SONNTAG
Die „Euro Fatwa App“ bereitet Rechtsgutachten für Gläubige auf. Der Verfassungsschutz warnt vor dem Tool. Die Urheber werden den radikalen Muslimbrüdern zugerechnet. Doch die großen Player auf dem Markt ignorieren die Warnsignale.

DIE WELT

Mit dem Slogan „Check the new app!“ wird in sozialen Netzwerken für ein religiöses Werkzeug für Muslime geworben. Auf der Messe „Foire Musulmane“ in Paris-Le Bourget konnten Ende April Zehntausende Besucher der Premiere der „Euro Fatwa App“ beiwohnen. Mit dieser kostenlosen Software-Anwendung können Gläubige auf einen Fundus von Rechtsgutachten aus letzten beiden Jahrzehnten zugreifen.

Solche Fatwas werden auf Anfrage von religiösen Autoritäten erlassen und dienen als Orientierungshilfe in unterschiedlichsten Fragen des Lebens. Zwar sind sie nicht verbindlich, entfalten aber mitunter große Wirkung.

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Pressefreiheit und Aktivismus: Ist Assange ein Spion?

Julian Assange nach seiner Verurteilung vor dem Southwark Crown Court in London. Bild: Reuters
In den letzten Jahrzehnten schützten amerikanische Gerichte Journalisten konsequent gegen den Vorwurf des Geheimnisverrats. Gelten für Aktivisten wie Julian Assange andere Maßstäbe? Ein Gastbeitrag.

Von Daren Firestone | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Seit den 1940er Jahren hat das amerikanische Justizministerium keine auf das Spionagegesetz gestützte Anklage mehr gegen einen Journalisten wegen Weitergabe von Geheiminformationen erhoben. Angesichts der jüngsten Vorwürfe gegen Julian Assange wird sich zeigen, ob es dabei bleiben wird.

Weil nach dem Spionagegesetz jedermann verfolgt werden kann, der Geheiminformationen verbreitet, ist die interne Praxis des Justizministeriums, sich schützend vor die Medien zu stellen, ein Bollwerk der Pressefreiheit. Nachdem bestimmte Reporter gezwungen werden sollten, vor Gericht ihre Quellen preiszugeben – ein ganz eigenes Problem, das aber mit dem Spionagegesetz zu tun hat –, erklärte der damalige Justizminister Eric Holder: „Das Justizministerium hat keinen Reporter strafrechtlich verfolgt, der seinen Beruf ausübt, und solange ich Justizminister bin, wird sich daran auch nichts ändern.“

Aber ist Julian Assange ein Reporter, der seinen Beruf ausgeübt hat, oder ist er, wie der amtierende Justizminister uns glauben machen will, ein krimineller Mitverschwörer, der Chelsea Manning ermutigte, Staatsgeheimnisse an die Öffentlichkeit zu bringen, dabei sogar seine Hilfe anbot?

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Tag der Organspende: Spahn wirbt für „größtmögliche Solidarität“

tagesschau.de
Den Tag der Organspende nutzt Gesundheitsminister Spahn, um für die von ihm favorisierte Widerspruchslösung zu werben. Patientenschützer hingegen fordern eine grundlegende Reform des Transplantationsgesetzes.

tagesschau.de

Angesichts des Mangels an Spenderorganen hierzulande sei eine Organspende die „größtmögliche Solidarität“: Gesundheitsminister Jens Spahn nutzt den Tag der Organspende, um an die Spendenbereitschaft der Bevölkerung zu appellieren. Er setzt dabei auf sein Modell der Widerspruchslösung, bei der es „keinen Automatismus“ gebe: „Alle volljährigen Bürger gelten als potenzielle Organspender. Sie werden dreimal angeschrieben und auf diese Rechtsänderung hingewiesen. Und sie können jederzeit widersprechen“, schreibt Spahn in einem Gastbeitrag für die „Passauer Neue Presse“.

Falls ein Widerspruch nicht zu Lebzeiten erfolge, würden die Angehörigen nach dem Willen des Verstorbenen gefragt. Die Organspende bleibe eine freie und persönliche Entscheidung. „Die einzige Pflicht wäre, sich Gedanken zu machen.“

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Al-Quds-Marsch beginnt mit weniger Teilnehmern als erwartet: Gegendemos angemeldet

Mann mit Kippa © Federico Gambarini (dpa)
Mit deutlich weniger Teilnehmern als erwartet hat in Berlin eine umstrittene Demonstration zum anti-israelischen Al-Quds-Tag begonnen. Am Adenauerplatz versammelten sich am Nachmittag mehrere hundert Menschen, um zum Wittenbergplatz zu ziehen.

DOMRADIO.DE

Auf Transparenten forderten sie ein eigenständiges Palästina. „Muslime, Juden und Christen – Hand in Hand gegen Zionisten“ hieß es auf einem Schild, „Gerechtigkeit für Palästina“, auf einem Anderen. Auch Flaggen der Palästinenser, des Iran sowie Deutschlandfahnen wurden geschwenkt.

Gegen den „Al-Quds-Marsch“ waren am Samstag in Berlin zwei Gegendemonstrationen angemeldet. An der ersten, von verschiedenen Antifa-Gruppen angemeldeten Demonstration nahmen nach Polizeiangaben 250 bis 300 Menschen teil. Für den Nachmittag hat ein breites gesellschaftliches Bündnis zu einer Gegendemonstration und zum solidarischen Kippa-Tragen aufgerufen. An einer Kundgebung auf dem George-Grozß-Platz wollen unter anderem Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD), der Fraktionsvorsitzende der CDU im Abgeordnetenhaus, Burkhard Dregger, die Bundestagsabgeordnete Petra Pau (Linke) und der Berliner Antisemitismusbeauftragte Lorenz Korgel teilnehmen.

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Eine berühmte Illustration des Naturforschers Alexander von Humboldt wurde falsch interpretiert

Mit dem «Tableau Physique» aus dem Jahr 1807 stellte Alexander von Humboldt erstmals dar, wie die Lebensräume von Pflanzen in den Anden von der Höhe abhängen. (Bild: Alamy Stock Photo)
Nach einer Forschungsreise entwickelte von Humboldt eine Grafik, mit der er die höhenabhängige Verbreitung von Pflanzen in den Anden darstellte. Jetzt zeigt sich: Die Details waren eher skizzenhaft. Das hat sogar Folgen für eine Studie zum Klimawandel.

Sven Titz | Neue Zürcher Zeitung

Kaum eine wissenschaftliche Illustration besitzt eine Aura, die mit Alexander von Humboldts «Tableau Physique» aus dem Jahr 1807 vergleichbar wäre. Darin zeigte der deutsche Naturforscher, basierend auf Aufzeichnungen von einer Forschungsreise, die höhenabhängige Verbreitung von Pflanzen in den Anden. Diese Art der Darstellung war völlig neu und machte Schule; sie half unter anderem, im weiteren Verlauf die Ökologie als Wissenschaft einzuführen. Viele spätere Studien haben sich auf das Tableau Physique bezogen. Doch dabei, so schreibt jetzt ein Team um Pierre Moret von der Université de Toulouse in den «Proceedings of the National Academy of Sciences», sei die berühmte Grafik oft falsch verstanden worden.

Die Reise, von der die Rede ist, hat Humboldt in den Jahren 1799 bis 1804 gemacht. Begleitet von dem französischen Botaniker Aimé Bonpland betrieb er in Mittelamerika eine neue Art der Naturforschung: Um ein umfassendes Bild von der Natur zu gewinnen, verknüpfte Humboldt physische Messungen, zum Beispiel von Höhen und Temperaturen, mit botanischen und zoologischen Beobachtungen.

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USA: Zahl der Missbrauchsvorwürfe gegen Priester hat sich verdoppelt

Von 2017 bis 2018 wurden in den USA 1.455 mutmaßliche Missbrauchsfälle durch Priester gemeldet – mehr als doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. Die meisten liegen Jahrzehnte zurück. Die Bistümer vermuten hinter dem Anstieg einen bestimmten Grund.

katholisch.de

In den USA hat sich die Zahl der Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs durch katholische Geistliche zwischen 2017 und 2018 verdoppelt. In der Zeit vom 1. Juli 2017 bis zum 30. Juni 2018 meldeten laut einem am Freitagabend (Ortszeit) in Washington veröffentlichten Bericht der US-Bischofskonferenz 1.385 Erwachsene insgesamt 1.455 mutmaßliche Missbrauchsfälle bei kirchlichen Stellen. Im Vorjahreszeitraum waren es demnach 693 Fälle. Mehr als 90 Prozent der Beschuldigten seien inzwischen tot oder aus dem Dienst ausgeschieden. Die meisten angezeigten Übergriffe ereigneten sich demnach zwischen 1960 und 1990 mit einem Schwerpunkt auf den 1970er Jahren.

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Homöopathie-Firma mahnt Skeptiker ab

Für Globuli wird eine pflanzliche, tierische oder mineralische Ausgangssubstanz mit Milchzucker verrieben und dann in Alkohol verschüttelt. (Foto: dpa-tmn)
  • Ein Hersteller homöopathischer Arzneimittel geht mit Unterlassungserklärungen gegen Kritiker vor.
  • Die ehemalige Homöopathin Natalie Grams wird aufgefordert, nicht mehr zu behaupten, homöopathische Arzneimittel wirkten „nicht über den Placebo-Effekt hinaus“.
  • Das deutsche Arzneimittelrecht sieht Sonderregeln für homöopathische Arzneimittel vor. Diese müssen meist nicht zugelassen, sondern lediglich registriert werden.

Von Christoph von Eichhorn | Süddeutsche Zeitung

Als prominente Kritikerin der Homöopathie ist Natalie Grams einiges gewohnt – fast täglich wird die Aussteigerin aus der Szene in sozialen Netzwerken beschimpft. Aber einer Unterlassungsforderung mit Vertragsstrafe von 5100 EUR für den Fall der Zuwiderhandlung sah sie sich bislang noch nicht gegenüber. Damit droht die Pharma-Firma Hevert der ehemaligen Homöopathin. Diese fordert sie auf, nicht mehr in der Öffentlichkeit zu behaupten, homöopathische Arzneimittel wirkten „nicht über den Placebo-Effekt hinaus“.

Diese Woche machte Grams die Unterlassungserklärung auf Twitter öffentlich, Tausende teilten den Beitrag. Anlass ist laut dem Schreiben ein Interview mit dem Portal Die Rheinpfalz von Anfang Mai, in dem Grams vom Reporter gefragt wurde: „Machen wir es kurz: Wirken Homöopathika?“ und sie antwortete: „Nicht über den Placebo-Effekt hinaus.“

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Kritik an Frankreichs Waffenexporten

foto: apa/afp/samson Caesar-Haubitzen wie diese werden auch im Jemen-Krieg eingesetzt. Hier paradieren sie am Nationalfeiertag auf den Champs-Élysées.
Anders als Deutschland liefert Paris Rüstungsgüter in das Krieg führende Saudi-Arabien. Hafenarbeiter weigern sich nun, die Kanonen zu verladen

Stefan Brändle | derStandard.at

Das sei „pure Einschüchterung“, meinte der Pariser Journalist Michel Despratx diese Woche, nachdem ihn der französische Geheimdienst DGSI vorgeladen und stundenlang einvernommen hatte. Zuvor schon hatte die Abteilung des Innenministeriums drei andere Presseleute verhört. Sie hatten im April unter anderem im Pariser Webmagazin Disclose einen vertraulichen Armeebericht veröffentlicht. Und der enthält nebenbei einen für die Behörden höchst unangenehmen Befund: In den Händen der saudischen Armee werden französische Waffen im Jemen auch gegen Zivilisten eingesetzt.

Laut dem vertraulichen Bericht liegen auch jemenitische Dörfer in dem Radius von 42 Kilometern, den die 155-Millimeter-Kanonen der französischen Marke Caesar von Saudi-Arabien aus abdecken.

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Die Periode ist (k)ein Luxus

In Drogerien und Supermärkten kann man zwischen Tampons, Binden und Menstruationstassen wählen. Alle drei Produkte werden mit 19 Prozent besteuert. Bild: Picture-Alliance
Seit Monaten kritisieren Aktivistinnen die Besteuerung von Menstruationsprodukten. Eine entsprechende Petition ebnet in dieser Woche den Weg in den Bundestag. Ein Unternehmen aus Stuttgart macht vor, dass es auch anders geht.

Von Natalia Warkentin | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Tampons, Binden und andere Hygieneprodukte werden in Deutschland mit 19 Prozent besteuert. Während die Steuer auf Menstruationsprodukte in Ländern wie Australien, Irland, Kanada und Kenia schon ganz abgeschafft wurde, kämpfen Aktivistinnen hierzulande zumindest für eine Senkung der Steuer auf 7 Prozent. Zum Vergleich: Trüffel, Champagner oder Kaviar fallen unter den ermäßigten Steuersatz. Seit dieser Woche steht fest, dass sich nun auch der Bundestag mit dieser Forderung auseinandersetzen muss. Eine Petition des Kondom-Herstellers „Einhorn“ in Kooperation mit dem „Neon“-Magazin sammelte unter Mitarbeit zahlreicher Prominenter und Influencer die benötigten 50.000 Unterschriften.

Die Studentinnen Nanna-Josephine Roloff und Yasemin Kotra aus Hamburg initiierten bereits 2018 eine Petition gegen die hohe Besteuerung von Hygieneprodukten. Auch diese Petition unter dem Motto „Die Periode ist kein Luxus“ fand bis dato mehr als 170.000 Unterstützer. Adressiert ist sie unter anderem an Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und Familienministerin Franziska Giffey (SPD).

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Magazin: Missbrauchsopfer wollen Entschädigungen von der Kirche: Opfer fordern Milliarden

Bild: tilly
Betroffene von Missbrauch fordern einem Medienbericht zufolge hohe Entschädigungen von der katholischen Kirche. Laut der aktuellen Ausgabe des „Spiegel“ sprechen Vertreter der Opferverbände von Einmalzahlungen in Höhe von 300.000 Euro pro Person.

DOMRADIO.DE

Die Forderung sei bei einem Treffen am Montag in Bonn geäußert worden, das die Deutsche Bischofskonferenz organisiert habe.

Bisher gewährt die Kirche „Leistungen in Anerkennung zugefügten Leids“ – das sind maximal 5.000 Euro.

DBK: Kein Kommentar

Am Samstag treten die von Papst Franziskus verschärften neuen Normen im Kampf gegen Missbrauch durch Geistliche in Kraft. Sie sehen unter anderem eine Anzeigepflicht vor und regeln Untersuchungen gegen Bischöfe, die Ermittlungen vertuscht oder verschleppt haben.

Die Bischofskonferenz erklärte auf Anfrage, derzeit laufe die Überarbeitung des Anerkennungsverfahrens für Betroffene von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche in Deutschland. „Wir möchten die ‚Spiegel‘-Meldung zum jetzigen Zeitpunkt nicht kommentieren, um dem Ergebnis der Beratungen nicht vorzugreifen“, sagte eine Sprecherin. Die Überarbeitung sei Aufgabe einer Arbeitsgruppe, die im März bei der Vollversammlung der Bischöfe in Lingen beschlossen worden sei.

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