Kritik an Frankreichs Waffenexporten


foto: apa/afp/samson Caesar-Haubitzen wie diese werden auch im Jemen-Krieg eingesetzt. Hier paradieren sie am Nationalfeiertag auf den Champs-Élysées.
Anders als Deutschland liefert Paris Rüstungsgüter in das Krieg führende Saudi-Arabien. Hafenarbeiter weigern sich nun, die Kanonen zu verladen

Stefan Brändle | derStandard.at

Das sei „pure Einschüchterung“, meinte der Pariser Journalist Michel Despratx diese Woche, nachdem ihn der französische Geheimdienst DGSI vorgeladen und stundenlang einvernommen hatte. Zuvor schon hatte die Abteilung des Innenministeriums drei andere Presseleute verhört. Sie hatten im April unter anderem im Pariser Webmagazin Disclose einen vertraulichen Armeebericht veröffentlicht. Und der enthält nebenbei einen für die Behörden höchst unangenehmen Befund: In den Händen der saudischen Armee werden französische Waffen im Jemen auch gegen Zivilisten eingesetzt.

Laut dem vertraulichen Bericht liegen auch jemenitische Dörfer in dem Radius von 42 Kilometern, den die 155-Millimeter-Kanonen der französischen Marke Caesar von Saudi-Arabien aus abdecken.

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