Frankreich: Kommission ruft Missbrauchsopfer landesweit zu Aussagen auf

Bild: © Corinne Simon/CIRIC/KNA
Die französischen Bischöfe haben eine Kommission beauftragt, den sexuellen Missbrauch aufzuklären. Heute startete diese einen landesweiten Aufruf. Doch nicht nur Personen, die als Kinder missbraucht wurden, sollen sich melden.

katholisch.de

Eine von der Kirche in Frankreich beauftragte Kommission will ab heute landesweit Zeugenaussagen von Missbrauchsopfern seit 1950 aufnehmen. Betroffene könnten sich telefonisch oder per Mail entweder direkt bei der Kommission oder bei der Opferorganisation „France Victimes“ melden, sagte der Leiter der Kommission, Jean-Marc Sauvé, der katholischen Tageszeitung „LaCroix“ am Montag. Er rechne mit tausenden Meldungen.

Die Untersuchung betreffe nicht nur Personen, die zum Zeitpunkt der Tat minderjährig waren. Jede und jeder, die oder der „im Rahmen einer Beziehung von Hierarchie, Autorität, geistiger Begleitung oder Einflussnahme“ seit 1950 Opfer sexuellen Missbrauchs geworden sei, sei aufgerufen sich zu melden. „Dies schließt zum Beispiel die Beziehung einer Nonne zu ihrem Beichtvater ein“, so Sauvé.

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Es bleibt Kreationismus – alte Argumente neu aufgebrüht

Symbolbild. Bild: hippo by swatts
Für Barbara Drossel sind Glaube und Naturwissenschaft keine Gegensätze, sondern zwei Welten, die Antworten auf unterschiedliche Fragen bereithalten. Die Physikprofessorin ist seit mehreren Jahren mit Vorträgen zum Thema „Glaube und Naturwissenschaft“ unterwegs und hat zwei Bücher dazu veröffentlicht.

Lisa Menzel | evangelisch.de

Sie sind Christin und Naturwissenschaftlerin. Sind Sie damit etwas Besonderes?

Barbara Drossel: Der Glaube ist für mich die Lebensgrundlage. Ich bin über die Sinn-Frage zum Glauben gekommen, dass es da jemanden gibt, der mich trägt, der mich begleitet und der mir Hoffnung gibt. Ich vertraue auf Gott, der bei mir ist und mich leitet; mir Kraft gibt. Da geht zum Beispiel eine Ehe leichter, und vieles andere auch. Auch die christliche Gemeinschaft ist mir viel wert.

Es gibt tatsächlich eine ganze Reihe von Naturwissenschaftlerinnen und Naturwissenschaftlern, die glauben. Natürlich gibt es Menschen, die zwar Naturwissenschaftler sind und glauben, aber sonst nicht besonders aktiv auf diesem Gebiet sind. Und es gibt die, die ein Interesse daran haben, sich zu vernetzen und auszutauschen. Ich bin Mitglied bei Christians in Science und der Karl-Heim-Gesellschaft, wo ich mich mit Leuten über Naturwissenschaft und Glaube austauschen kann. Ich brauche diesen Austausch einfach.

Was gibt Ihnen den Antrieb, hier aktiv zu sein?

Drossel: Das kommt tatsächlich viel von außen. Ich wurde immer wieder gefragt, ob ich einen Vortrag zur Beziehung von Glauben und Naturwissenschaft halten kann. Dann wurde ich auch gefragt, ob ich etwas dazu aufgeschrieben habe. Und dann habe ich das erste Buch geschrieben. Es entstand aus Vorträgen von mir und ist sozusagen eine ausführlichere Version dieser Vorträge.

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Der Korpsgeist des Whistleblowers

Nach angeblichen Scheinerschießungen in der Staufer-Kaserne in Pfullendorf begann Patrick J. mit seinen privaten Ermittlungen. (Foto: Thomas Warnac/DPA)
  • Der Unteroffizier Patrick J. soll unehrenhaft entlassen werden.
  • Er soll Dutzende Kameraden wegen angeblich rechtsextremen oder NS-verherrlichenden Sprüchen angezeigt haben.
  • Soll hier ein unbequemer Whistleblower beseitigt werden?

Von Ronen Steinke | Süddeutsche Zeitung

An diesem Montagnachmittag wird in der obersten Etage des Verteidigungsministeriums ein ungewöhnlicher Besucher erwartet. Es ist ein junger Unteroffizier. Einer, der sehr genau hingehört hat, wenn seine Kameraden angeblich rechtsextreme oder NS-verherrlichende Sprüche machten in den vergangenen Jahren. Dutzende Kameraden hat er schon angezeigt. So viele vertrauliche Tipps auf rechte Umtriebe hat er abgegeben – und penibel dokumentiert – wie noch kein Bundeswehrsoldat je zuvor.

Der Soldat heißt Patrick J., er ist 31 Jahre alt, und eingeladen hat ihn Staatssekretär Gerd Hoofe, ein langjähriger Begleiter der Ministerin Ursula von der Leyen (CDU). Aber es könnte ein frostiger Termin werden. Denn die Bundeswehr ist gerade dabei, diesen Unteroffizier hinauszuwerfen. Eine unehrenhafte Entlassung ist beschlossen. Am 15. Juni soll bereits sein letzter Tag sein, so berichtet der Spiegel. Die Vorgesetzten von Patrick J. meinen demnach, es fehle ihm an der „charakterlichen Eignung“. Zum einen wegen einer Geldstrafe von 1500 Euro, die er kürzlich wegen „Missbrauchs der Befehlsbefugnis“ bekommen hat; was noch nicht rechtskräftig ist. Vor allem aber wegen seiner vielen, angeblich häufig falschen Neonazi-Verdächtigungen.

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Lega-Chef Salvini will Parallelwährung in Italien

foto: afp/monteforte Lega-Chef Matteo Salvini (li.) findet die Idee, staatliche Schuldtitel in kleiner Stückelung herauszugeben, gut. Der parteifreie Finanzminister Giovanni Tria hält das Gegenteil für besser.
Partei fordert Ausgabe staatlicher Schuldtitel in kleiner Stückelung – diese könnten den Euroaustritt einleiten, warnen Experten

Dominik Straub | derStandard.at

Sollte es in naher Zukunft zu einem Ausscheiden Italiens aus der europäischen Einheitswährung kommen, dann kennt man inzwischen das genaue Datum, wann der erste Schritt dazu eingeleitet wurde: am 28. Mai 2019. An diesem Tag hat die italienische Abgeordnetenkammer einen Antrag verabschiedet, der es der Regierung erlaubt, die zweistelligen Milliardenschulden des italienischen Staates gegenüber den einheimischen Unternehmen unter anderem auch durch die Ausgabe von sogenannten Mini-Bots in kleiner Stückelung zu begleichen.

Bot ist die Abkürzung für Buono ordinario del tesoro: Staatsanleihen mit kurzer Laufzeit (maximal zwölf Monate), die normalerweise zur Erhöhung der kurzfristigen Liquidität des Staates dienen. Der Nennwert der bisherigen Bots lautet auf mindestens 1.000 Euro – und genau das ist der Haken der neuen Mini-Bots: Bei diesen läge der Nennwert bei 100 Euro oder noch tiefer. Experten warnen: Sind die neuen Mini-Bots erst einmal ausgegeben, könnten sie schnell als Zahlungsmittel verwendet werden – und so zu einer Art Parallelwährung werden.

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Kollision erzeugt Sauerstoff aus CO2

Ein zuvor unbekannter Zerfallsweg lässt Kohlendioxid bei Kollisionen in molekularen Sauerstoff und Kohlenstoff zerfallen – das könnten sich künftige Astronauten zunutze machen. © NASA/ scinexx
Atemgas für Astronauten: Forscher haben entdeckt, wie Kohlendioxid auf einfache Weise in molekularen Sauerstoff umgewandelt werden kann – ohne zusätzliche Chemikalien. Es genügt demnach, CO2 in hohem Tempo auf eine inerte Oberfläche zu schießen. Dabei zerfällt ein Teil des CO2 in molekulares O2 und ein Kohlenstoff-Atom. Diese zuvor unbekannte Reaktion könnte erklären, warum einige Kometenhüllen Sauerstoff enthalten – und künftigen Mars-Astronauten Sauerstoff liefern.

scinexx

Sauerstoff (O2) kommt heute in der Erdatmosphäre reichlich vor, aber im Weltall ist dieses Atemgas rar: Weder in den Gashüllen unserer Nachbarplaneten noch anderswo im Sonnensystem wurden bisher mehr als winzige Spuren von O2 gefunden. Für künftige Astronauten auf Mond und Mars bedeutet dies, dass sie den zum Atmen und als Treibstoff nötigen Sauerstoff selbst herstellen müssen – nach Möglichkeit aus den Rohstoffen, die sie vor Ort finden.

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Viele US-Juden für Evakuierung aller Siedlungen

Siedlungen, Themenbild. Image: Times of Israel/Screencrab:BB
Für immer weniger US-Juden ist die «Sorge um Israel» ein wichtiger Teil des Jüdisch-Seins. Zu diesem Schluss gelangt eine am Sonntag veröffentlichte Umfrage des American Jewish Committee (AJC).

Jacques Ungar | tachles.ch

Viele der Befragten gaben zudem an, nicht zu glauben, dass ein «blühender Staat Israel» lebenswichtig sei für die langfristige Zukunft des Jüdischen Volkes. Eine wachsende Zahl amerikanischer Juden ist laut der Umfrage zudem, wie Judy Maltz in «Haaretz» schreibt, unglücklich mit der Politik Israels den Palästinensern gegenüber und unterstützt eine volle Evakuierung der Westbank-Siedlungen. In der letztjährigen Umfrage sagten 70% der befragten US-Juden, die Sorge um Israel sei ein «sehr wichtiger Bestandteil meines Jüdisch-Seins». In der diesjährigen Umfrage ist ihr Anteil auf 62% gesunken. Auf der anderen Seite ist der Prozentsatz der Befragten, die mit dieser Behauptung «sehr stark» nicht einig gehen, von 9 auf 15% gestiegen.

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Die AfD und ihr lockerer Umgang mit Geld

Unter Druck: Fraktionschefin Katrin Ebner-Steiner. (Foto: Jens Büttner/dpa)
  • Ein interner Kassenprüfbericht, der der Süddeutschen Zeitung vorliegt, wirft der Landtagsfraktion der AfD zahlreiche Versäumnisse vor.
  • Es geht um überteuerte Couchmöbel, unbegründete Zulagen und verschwundene Kontoauszüge.
  • Fraktionschefin Ebner-Steiner setzt der Bericht weiter unter Druck. Ihre Anhänger sprechen von dem Versuch, sie zu beschädigen.

Von Lisa Schnell | Süddeutsche Zeitung

Verschwundene Kontoauszüge, eine Büroausstattung in Luxusausführung, unbegründete Geldzulagen und „völlig überhöhte“ Ausgaben – die AfD-Fraktion im Landtag scheint einen zweifelhaften Umgang mit Geld zu pflegen. Das geht aus einem internen Kassenprüfbericht hervor, der der Süddeutschen Zeitung vorliegt. Das Papier setzt Fraktionschefin Katrin Ebner-Steiner weiter unter Druck. Ihre Anhänger bewerten ihn deshalb als gezielten Versuch ihrer Gegnern, sie weiter zu beschädigen. Ebner-Steiner war am Sonntag für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Die aus drei AfD-Abgeordneten bestehende Kassenkontrollkommission listet in dem Bericht einen Tadel nach dem anderen auf. Es geht um die Verwendung der Staatszuschüsse, die jede Fraktion im Landtag bekommt, und damit um Vorwürfe, die die AfD besonders hart treffen dürften.

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In der CDU eskaliert die Debatte über die Klimapolitik

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) Bild: dpa
Schleswigs-Holsteins Ministerpräsident Günther hat von seiner Partei gefordert, Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu „Kernelementen konservativer Politik“ zu machen. Nun reagiert der sächsische Ministerpräsident – mit scharfer Kritik.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

In der Führung der CDU eskaliert die Debatte über die Klimapolitik. Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer reagierte am Samstag mit scharfen Worten auf Forderungen seines Kollegen Daniel Günther aus Schleswig-Holstein, der in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.) verlangt hatte, Klimaschutz und Nachhaltigkeit mehr als bisher zu „Kernelementen konservativer Politik zu machen“.

Günther, der in Kiel in einer Koalition mit Grünen und Liberalen regiert, hatte hinzugefügt, das schwache Ergebnis der CDU bei der Europawahl sei auch dadurch zustande gekommen, dass die Union beim „dominierenden Thema“ Klimaschutz „nicht sprechfähig“ gewesen sei. Damit habe man dieses Feld „komplett an die Grünen abgegeben“.

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How Did Earth Get Its Water? Scientists Now Look to ‚Hyperactive‘ Comets for Clues

New research offers insight into how much of Earth’s water came from long-ago comets.
(Image: © NASA/SOFIA/L. Cook/L. Proudfit)
Fresh observations of Comet 46P/Wirtanen, which swung by Earth in December 2018, suggest that more of Earth’s water came from comets than previous studies suggested.

By Elizabeth Howell | SPACE.com

How Earth got its oceans is a field of active debate. While comets are icy bodies that contain water, previous studies showed that the ratio of elements in many comets‘ ice is different than elements contained in terrestrial water. But in the absence of comet deliveries, it’s hard to say where Earth’s water came from.

„According to the standard theory, the Earth is thought to have formed from the collision of small celestial bodies known as planetesimals,“ officials from the French space agency CNRS, which participated in the research, said in a statement. „Since such bodies were poor in water, Earth’s water must have been delivered either by a larger planetesimal, or by a shower of smaller objects such as asteroids or comets.“

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Skeptiker-Konferenz: Mondlandung ein Fake? Wissenschaftler entkräften Verschwörungstheorien

Ist der Mann auf dem Mond nur eine Fälschung? Wissenschaftler wie der Kernphysiker Holm Hümler versuchen, solche Verschwörungstheorien zu widerlegen. Bild: nasa.dpa
Verschwörungstheorien werden immer beliebter. Bei der „Skepkon“ treffen sich Wissenschaftler, die solche Mythen entkräften wollen. Was hilft gegen Panikmache?

Von Veronika Lintner | Augsburger Allgemeine

Falls noch in diesem Jahr der Vesuv explodieren sollte, magnetische Pole und Erdplatten sich ruckartig verschieben, der Planet kippt und Menschen millionenfach ins Unglück stürzen – dann hatte die Apokalyptikerin Rose Stern wohl doch recht. Aber: „Das ist alles sehr, sehr, sehr unwahrscheinlich“, sagt die Geowissenschaftlerin Lydia Baumann. Die junge Doktorandin aus Hamburg steht in Augsburg auf der Bühne, vor fachkundigem Publikum. Geduldig, mit Diagrammen und Karten, widerlegt sie die Untergangstheorie, die Stern eben noch in einem Interviewclip auf der Leinwand des Saals verkündet hatte.

Magnetische Polwanderungen sind normal, erklärt Baumann. Sie geschehen, wenn es schnell geht, innerhalb von mehreren hundert Jahren – oder aber binnen Jahrmillionen. Und die Folgen für die Menschheit? Höchstens kleine Funkstörungen in unserer digitalen Infrastruktur. Die Apokalypse ist abgesagt. Und die „Skepkon“ hat soeben begonnen.

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The Southern Ocean may be less of a carbon sink than we thought

FRIEND OR FOE? The water around Antarctica absorbs a lot of the carbon that humans produce. But hints that the ocean’s cleanup capacity may be falling short are coming in from CO2-measuring floats being dropping from ships. Hannah Zanowski/SOCCOM Project/Flickr (CC BY 2.0)
The water surrounding Antarctica may be belching more CO2 than it takes in

By Alexandra Witze | ScienceNews

The vast stretch of icy water that separates Antarctica from other continents is a dark mystery to most people. Polar explorer Ernest Shackleton, one of the few who have been to the Southern Ocean, regarded its storm-wracked seas with fear and awe. After ice floes trapped and crushed the three-masted Endurance in 1915, Shackleton made an epic rescue attempt, sailing 1,300 kilometers to bring help to his stranded crew. He crossed the Southern Ocean’s waters in a small open boat, threatened by what he called “uprearing masses of water, flung to and fro by Nature in the pride of her strength.”

Yet this remote, tempestuous ocean also benefits humankind. Scientists estimate that each year, the Southern Ocean slurps up more than 40 percent of the carbon dioxide that people release by burning fossil fuels for electricity, heat and transportation. That makes the ocean a powerful support system for slowing the buildup of heat-trapping greenhouse gases in the atmosphere. The more carbon this immense body of water takes up, the less accumulates in the atmosphere to warm the planet.

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Warum gibt es so wenige Organspender?

Bild: tagesschau.de
Jährlich sterben bundesweit etwa 1000 Menschen, die auf ein Spenderorgan warten, so die Deutsche Stiftung Organtransplantation. Europaweit gehört Deutschland zu den Ländern mit den wenigsten Spendern. Doch warum?

Von Julia Henninger | tagesschau.de

Sich mit dem eigenen Tod zu beschäftigen, zu überlegen, was mit den Organen danach passieren soll – das ist nicht gerade ein einfaches Thema. Will ich wirklich Organe spenden oder nicht? Spende ich alle Organe und mein Gewebe? Schließe ich etwas aus?

Folgende Organe können nach dem Tod gespendet werden: Niere, Herz, Leber, Lunge, Bauchspeicheldrüse und Dünndarm. Außerdem Gewebe wie beispielsweise Augenhornhaut, Herzklappen, Blutgefäße oder etwa Knochen.

Voraussetzungen für die Organspende

Damit eine Organentnahme rechtlich überhaupt in Frage kommt, müssen zwei Ärzte unabhängig voneinander den Hirntod feststellen – also den unumkehrbaren Ausfall der gesamten Hirnfunktion. Ursache sind oft Hirnblutungen, ein Unfall oder geplatzte Blutgefäße im Gehirn. Eine Gewebespende ist auch nach dem Herz-Kreislauf-Tod, also dem gewöhnlichen Tod möglich.

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Umgang mit Al-Kuds-Demonstration: Eine Gratwanderung der Demokratie

Al-Kuds-Demonstration in Berlin (Simone Kuhlmey/Pacific Press / picture alliance)
Die vom Iran angestoßenen Al-Kuds-Demonstrationen gegen Israel seien niederträchtig, kommentiert Sebastian Engelbrecht. Dennoch gebe es gute Gründe, die Meinungsfreiheit in Deutschland nicht auszuhöhlen. Sie gelte auch für verblendete Menschen.

Von Sebastian Engelbrecht | Deutschlandfunk

Was unterscheidet das Leben im Iran vom Leben in Deutschland? Der markanteste Unterschied ist die Meinungsfreiheit. Sie gehört zu den wichtigsten und kompliziertesten Errungenschaften der Demokratie.

Bei der Al-Kuds-Demonstration heute in Berlin wurde dieses Grundrecht auf schwer erträgliche Weise strapaziert. Eine Allianz Iran-treuer Schiiten und ihrer islamistischen Sympathisanten präsentierte sich als Anwältin des Guten und des Wahren – gegen das Böse, das ihrer Ansicht nach von Israel, dem Zionismus und den USA repräsentiert wird.

Städtische Auflagen haben Mäßigung bewirkt

Sie führten Worte von der „Befreiung Jerusalems“ und von der Solidarität mit den Palästinensern im Munde – und meinten doch den Hass gegen Israel und das Judentum insgesamt.

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Theologe: Deutschland und EU mitverantwortlich für weltweite Armut

Bild: © Misereor
Der Freiburger Moraltheologe Eberhard Schockenhoff sieht Wechselwirkungen zwischen dem Wohlstand in Europa und dem Ausbleiben ökonomischer Erfolge in vielen Ländern der Welt. Daher müsse auch das Bild von der Europäischen Union korrigiert werden.

katholisch.de

Der Freiburger Moraltheologe Eberhard Schockenhoff sieht eine Mitverantwortung Deutschlands und Europas für Armut in weiten Teilen der Welt. Zwischen dem Wohlstandsniveau in der EU und dem „Ausbleiben ökonomischer Erfolge auf der Verliererseite des Weltwirtschaftssystems“ bestünden „ursächliche Wechsel- und Verstärkerwirkungen“, sagte Schockenhoff bei der Jahrestagung des Kartellverbands katholischer Studentenverbindungen am Samstagabend in Freiburg.

Die bedrückende Armut großer Bevölkerungsteile in vielen Staaten sei durch jeweilige nationale Missstände wie Korruption oder schlechte Regierungsführung mitverursacht, zugleich führe aber auch das Weltwirtschaftssystem zu Armut, weil es reiche Staaten bevorteile, so der Ethiker.

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Ausschreitungen auf dem Tempelberg

The Temple Mount in Jerusalem (photo credit: Miriam Alster/Flash90)
Auf dem Tempelberg in Jerusalem haben sich Palästinenser Zusammenstöße mit der israelischen Polizei geliefert. Sie protestierten gegen jüdische Besucher und warfen Stühle sowie Steine. Daraufhin griff die Polizei ein.

tagesschau.de

Auf dem Jerusalemer Tempelberg ist es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Muslimen und der israelischen Polizei gekommen. Die Unruhen brachen aus, als die Polizei jüdischen Gruppen trotz der üblichen Ramadan-Sperre den Zugang zum Plateau mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee anlässlich des „Jerusalem-Tags“ gestattete.

In den vergangenen 30 Jahren hatten die Behörden Juden während der letzten zehn Tage des Fastenmonat Ramadan den Zutritt zum Tempelberg verwehrt. In diesem Jahr fällt erstmals seit Langem der „Jerusalem-Tag“ mit der Erinnerung an die Eroberung der arabischen Altstadt im Sechstagekrieg 1967 durch israelische Truppen in den islamischen Ramadan.

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Katholikin Nahles als erste Frau an der SPD-Spitze gescheitert: Der Glaube an die Wiederauferstehung der Partei fehlt

Tritt als SPD-Vorsitzende und -Fraktionschefin zurück: Andrea Nahles © Fabian Sommer (dpa)
„Frau, gläubig, links“ heißt der Titel ihrer Biografie. Und so schaffte es Andrea Nahles als erste Frau an die SPD-Spitze. Jetzt wirft die Katholikin hin. Den Glauben an eine bessere Zukunft für ihre Partei konnte sie nicht mehr vermitteln.

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Eigentlich wäre sie als gläubige Katholikin ja genau die Richtige, um der ältesten Partei Deutschlands zur dringend notwendigen Wiederauferstehung zu verhelfen. Allein – es fehlt der Glaube. Offenbar bei den Genossinnen und Genossen, aber auch bei Andrea Nahles selbst: Der notwendige Rückhalt sei nicht mehr da, schreibt sie in ihrer Erklärung am Sonntag, in der sie den Rückzug von Partei- und Fraktionsvorsitz ankündigt.

Damit ist auch die erste Frau an der SPD-Spitze gescheitert, die im April 2018 zur Vorsitzenden gewählt worden war. Mit lediglich 66 Prozent der Stimmen. Auch da war die Zahl der Zweifler offenbar schon groß. In ihrer sehr kämpferischen Bewerbungsrede hatte sie direkt zum Auftakt betont, wie ungewöhnlich ihr Aufstieg in der Partei war: „Katholisch, Arbeiterkind, Mädchen, Land – es war nicht unbedingt logisch, dass ich in der SPD Karriere machen werde.“

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