Lega-Chef Salvini will Parallelwährung in Italien


foto: afp/monteforte Lega-Chef Matteo Salvini (li.) findet die Idee, staatliche Schuldtitel in kleiner Stückelung herauszugeben, gut. Der parteifreie Finanzminister Giovanni Tria hält das Gegenteil für besser.
Partei fordert Ausgabe staatlicher Schuldtitel in kleiner Stückelung – diese könnten den Euroaustritt einleiten, warnen Experten

Dominik Straub | derStandard.at

Sollte es in naher Zukunft zu einem Ausscheiden Italiens aus der europäischen Einheitswährung kommen, dann kennt man inzwischen das genaue Datum, wann der erste Schritt dazu eingeleitet wurde: am 28. Mai 2019. An diesem Tag hat die italienische Abgeordnetenkammer einen Antrag verabschiedet, der es der Regierung erlaubt, die zweistelligen Milliardenschulden des italienischen Staates gegenüber den einheimischen Unternehmen unter anderem auch durch die Ausgabe von sogenannten Mini-Bots in kleiner Stückelung zu begleichen.

Bot ist die Abkürzung für Buono ordinario del tesoro: Staatsanleihen mit kurzer Laufzeit (maximal zwölf Monate), die normalerweise zur Erhöhung der kurzfristigen Liquidität des Staates dienen. Der Nennwert der bisherigen Bots lautet auf mindestens 1.000 Euro – und genau das ist der Haken der neuen Mini-Bots: Bei diesen läge der Nennwert bei 100 Euro oder noch tiefer. Experten warnen: Sind die neuen Mini-Bots erst einmal ausgegeben, könnten sie schnell als Zahlungsmittel verwendet werden – und so zu einer Art Parallelwährung werden.

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