
Verschwörungstheorien werden immer beliebter. Bei der „Skepkon“ treffen sich Wissenschaftler, die solche Mythen entkräften wollen. Was hilft gegen Panikmache?
Von Veronika Lintner | Augsburger Allgemeine
Falls noch in diesem Jahr der Vesuv explodieren sollte, magnetische Pole und Erdplatten sich ruckartig verschieben, der Planet kippt und Menschen millionenfach ins Unglück stürzen – dann hatte die Apokalyptikerin Rose Stern wohl doch recht. Aber: „Das ist alles sehr, sehr, sehr unwahrscheinlich“, sagt die Geowissenschaftlerin Lydia Baumann. Die junge Doktorandin aus Hamburg steht in Augsburg auf der Bühne, vor fachkundigem Publikum. Geduldig, mit Diagrammen und Karten, widerlegt sie die Untergangstheorie, die Stern eben noch in einem Interviewclip auf der Leinwand des Saals verkündet hatte.
Magnetische Polwanderungen sind normal, erklärt Baumann. Sie geschehen, wenn es schnell geht, innerhalb von mehreren hundert Jahren – oder aber binnen Jahrmillionen. Und die Folgen für die Menschheit? Höchstens kleine Funkstörungen in unserer digitalen Infrastruktur. Die Apokalypse ist abgesagt. Und die „Skepkon“ hat soeben begonnen.