Die Islam-Verbände sollen entmachtet werden


Gefangenen-Lager Wünsdorf, erste Moschee in Deutschland
Museum Europäischer Kulturen/Otto Stiehl/Themenbild
Schwarz-Gelb in NRW will den Einfluss der traditionellen Muslimverbände auf den islamischen Religionsunterricht massiv eindämmen. Dabei greift die Landesregierung zu rabiaten Methoden – die für Ärger sorgen dürften.

Von Till-Reimer Stoldt | DIE WELT

Lasst uns die Muslime umarmen! So warb die damalige NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann 2012 für die Einführung islamischen Religionsunterrichts. Muslime müssten die gleichen Rechte haben wie alle, sonst könnten sie sich nicht zugehörig fühlen. Deshalb brauchten sie einen eigenen Religionsunterricht. So formulierte die Grüne Löhrmann einen der Leitgedanken, der 2012 bei Gründung des Fachs Pate in NRW stand. Von diesem Gedanken hat sich auch die heutige schwarz-gelbe Landesregierung nicht verabschiedet. Nur ist sie überzeugt, unter Rot-Grün seien die falschen Muslime umarmt worden – nämlich die vier großen Islamverbände. Sie wurden als exklusive Partner bei Lehrplangestaltung und Islamlehrerausbildung aufgebaut.

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