Die Ursprünge der Europäer, genetisch betrachtet

„Die Reise unserer Gene“ lautet der Titel des neuen Buches von Johannes Krause, Direktor des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte in Jena. Ein Muss für alle, die Geschichte mal aus einem anderen Blickwinkel kennenlernen wollen. Denn wie keine andere Fachwissenschaft hat die Biochemie unser Wissen über die Vor- und Frühzeit des Menschen in den letzten zehn Jahren revolutioniert.

Von Stefan Nölke | MDR

Zu Tausenden kamen die Menschen über die Balkanroute nach Mitteleuropa. Im fernen Anatolien waren sie einst aufgebrochen, um ein besseres Leben zu finden: kein Szenario aus dem frühen 21. Jahrhundert, sondern aus dem Neolithikum vor 8.000 Jahren. Ackerbauern aus dem fruchtbaren Halbmond drängten damals die mitteleuropäischen Jäger und Sammlerpopulationen immer weiter nach Norden. Im Gepäck hatten die Neuankömmlinge das sogenannte neolithische Paket: Die Fertigkeit, Getreide anzubauen und Haustiere zu halten.

Ihre Haut war hell, ihre Augen dunkel, während dies bei der europäischen Urbevölkerung, die hier die Härten der Eiszeit ausgestanden hatte, genau umgekehrt der Fall war: Ihre Haut war dunkel, fast wie bei den Menschen im heutigen Kenia, dafür aber waren ihre Augen blau.

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US-Christen rufen zum Boykott von Netflix auf

Der bekannte Video-Hersteller droht dem US-Bundesstaat Georgia nach der Einführung eines Pro-Life-Gesetzes mit Boykott. Jetzt wehren sich US-Christen und rufen zur Kündigung des Netflix-Abos auf

kath.net

Der Druck von Netflix und Disney auf den US-Bundesstaat Georgia nach der Einführung eines Pro-Life-Gesetzes hat jetzt zu einer ersten Gegenreaktion von Christen in den USA geführt. Im Internet wird mit dem Hashtag #Boycottnetflix zum Boykott von Netflix und zur Kündigung von Abos aufgerufen. Dies könnte insbesonders in den USA, dem Land mit den meisten Netflix-Kunden und einer starken christlichen Basis, für die Firma durchaus problematisch sein. In einer Petition heißt es: „Zeigen wir den Mainstream-Medien und den liberalen Firmen, dass unsere Dollars bedeutend sind.“

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Israel: Demokratie oder Gottesstaat?

Bild: phhesse/flickr

Der Sozialist David Ben Gurion hat einst dafür gesorgt, dass ultraorthodoxe Juden in Israel vom dreijährigen Wehrdienst befreit sind. Er versprach dies Rabbinern für deren Zustimmung zur Gründung des Staates Israels. 1948 betraf die Ausnahmeregelung nur einige Hundert junge Männer, inzwischen sind es Zehntausende.

Von Alexandra Föderl-Schmid | Süddeutsche Zeitung

Mehr als 70 Jahre nach der Staatsgründung werfen Oppositionspolitiker dem Premier Benjamin Netanjahu vor, dass sich Israel in Richtung eines Gottesstaates entwickele. Jair Lapid vom blau-weißen Bündnis fürchtet sogar, dass Israel zu einer Theokratie wie Iran werde.

Auslöser dieser Befürchtungen sind die Koalitionsverhandlungen: Netanjahu hat den ultraorthodoxen Parteien Schas und Vereinigtes Thora-Judentum versprochen, dass es keine Wehrpflicht für streng religiöse Juden geben wird. Genau das hatte jedoch der frühere Verteidigungsminister Avigdor Lieberman zur Bedingung für seinen Regierungseintritt gemacht – folglich scheiterten die Koalitionsverhandlungen.

Nun kam heraus, dass Netanjahu den Ultraorthodoxen noch viel weitreichendere Zugeständnisse machte. Eine Vereinbarung zwischen Netanjahus Likud und der Partei Vereinigtes Thora-Judentum sah vor, dass die Regierung binnen 90 Tagen Geschlechtertrennungen im öffentlichen Raum für zulässig erklären würde. Bei Behörden, auf öffentlichen Veranstaltungen wie Konzerten oder Vorlesungen solle es erlaubt sein, Männer und Frauen zu trennen. Ausdrücklich wird festgestellt, dass dies keine Diskriminierung darstelle. Verboten werden sollten außerdem Klagen gegen Diskriminierung.

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CO2-Werte erreichen neuen Rekordwert

Entwicklung der CO2-Monatswerte bis Mai 2019, gemessen auf dem Mauna Loa auf Hawaii. © Kevstan / CC-by-sa 3.0
Ungebrochener Trend: Die Kohlendioxidwerte der Atmosphäre steigen weiter. Im Mai 2019 erreichten die Konzentrationen des Treibhausgases erstmals den Jahreshöchstwert von knapp 415 parts per million (ppm), wie Messungen auf Hawaii ergaben. Dies ist 3,5 ppm mehr als im Mai 2018 und markiert einen neuen Rekord, wie Forscher berichten. Noch nie zuvor wurden an dieser Referenz-Messstation so hohe CO2-Werte gemessen.

scinexx

Während der Klimaschutz weitgehend stagniert, steigen die Kohlendioxidwerte der Erdatmosphäre immer weiter. Bereits im Mai 2015 passierten die CO2-Werte, gemessen an der Referenzstation auf dem Mauna Loa auf Hawaii, erstmals die Rekordmarke von 400 ppm. Seit 2016 wird dieser Wert auch beim Jahresminimum im September nicht mehr unterschritten.

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US-Bischof: Gehe ins Gefängnis bevor ich das Beichtgeheimnis breche

Gefängnis (Public Domain)

Das Parlament von Kalifornien berät derzeit einen Gesetzesvorschlag, der Priester verpflichten würde, Missbrauchsfälle zu melden, auch wenn sie diese unter dem Siegel der Beichte erfahren.

kath.net

„Ich werde eher ins Gefängnis gehen, als mich diesem Angriff auf unsere Religionsfreiheit zu unterwerfen.“ Das schrieb Michael Barber, der katholische Bischof von Oakland (Kalifornien) in einem offenen Brief angesichts der drohenden Einschränkung des Beichtgeheimnisses

Das Parlament des Bundesstaates Kalifornien behandelt derzeit ein Gesetz, das Priester zur Meldung von Missbrauchsfällen oder Vernachlässigungen verpflichten würde, auch falls sie diese unter dem Siegel der Beichte erfahren. Priester und Mitarbeiter der Kirche sind auch jetzt schon verpflichtet, alle Fälle die ihnen bekannt werden, bei den zuständigen Behörden anzuzeigen. Die Beichte ist bis jetzt davon ausgenommen.

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Bienen können noch mehr Mathe

Honigbienen können nicht nur rechnen, sie lernen auch, abstrakte Symbole bestimmten Zahlenmengen zuzuordnen. © Proxyminder/ iStock
Erstaunliche Transferleistung: Ein Experiment enthüllt erneut, dass Honigbienen über erstaunliche „mathematische“ Fähigkeiten verfügen. Denn sie können lernen, abstrakte Symbole mit bestimmten Zahlenmengen zu verknüpfen – eine für die Mathematik wichtige Fähigkeit. Nach kurzem Training merken sich die Insekten, welches Symbol für welche Objektmenge steht und umgekehrt. Sie sind die ersten Insekten, für die diese mentale Leistung nachgewiesen wurde, wie die Forscher berichten.

scinexx

Im Vergleich zu uns Menschen ist das Gehirn einer Biene winzig: Es enthält gerade einmal 100 Millionen Gehirnzellen gegenüber unseren 86 Milliarden Neuronen. Dennoch sind diese Insekten zu erstaunlich komplexen geistigen Leistungen fähig – und sogar zu rudimentärer Mathematik: Sie können Mengen abschätzen, verstehen das Konzept der Null als leerer Menge und können sogar einfache Rechenaufgaben lösen.

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Form demokratisch, Gehalt illiberal

Der Soziologe Wilhelm Heitmeyer plädiert für den Begriff „autoritärer Nationalradikalismus“ Foto: dpa
Der Rechtspopulismus betreibt eine „Faschisierung“ neuen Stils. Parteien wie die AfD verfolgen eine Politik des „autoritären Nationalradikalismus“.

Micha Brumlik | taz.de

Bei allem Ärger spricht denn doch wenig dafür, den europäischen, nein den weltweit zu beobachtenden Rechtsruck als Faschisierung zu bezeichnen, entspricht er doch den klassischen Eigenschaften der historischen Faschismen nicht: Weder sind charismatische Führergestalten und Massenaufmärsche zu beobachten, noch zeigt sich, dass die reaktionärsten Kräfte des Finanzkapitals antidemokratische Bewegungen offen oder auch nur verdeckt unterstützen. Denn: Wenn das global agierende, neoliberal gestimmte Kapital etwas nicht benötigt, sind es geschlossene Grenzen vermeintlicher Vaterländer.

Tatsächlich tritt derzeit das, was verharmlosend als „Rechtspopulismus“ bezeichnet wird, als demokratischer Verteidiger des christlichen Abendlandes, der westlichen Werte auf. Etwa im Falle Ungarns, das bei dieser Entwicklung eine Vorreiterrolle gespielt hat und weiterhin spielt. Ungarns Premier Orbán propagiert selbstbewusst die illiberale Demokratie. So beschwört die im April 2011 neu beschlossene ungarische Verfassung in ihrer Präambel die christliche Nation und die Stefanskrone weit vor der Würde des Menschen.

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Älteste Frühmenschen-Steinwerkzeuge entdeckt

Diese Steinklingen sind knapp 2,6 Millionen Jahre alt – sie repräsentieren die ältsten bekannten Steinwerkzeuge der frühmenschlichen Oldowan-Technologie. © David R. Braun
Prähistorischer Technologie-Sprung: Unsere Vorfahren produzierten schon vor knapp 2,6 Millionen Jahren Werkzeuge durch gezieltes Abschlagen von Steinklingen. Das belegen jetzt Funde solcher Steinabschläge im Nordosten Äthiopiens – den bisher ältesten Exemplaren dieser sogenannten Oldowan-Kultur. Gleichzeitig demonstrieren diese Funde einen technischen Sprung gegenüber den einfachen Hammersteinen von Menschenaffen und Vormenschen, wie die Forscher berichten.

scinexx

Schon vor 3,3 Millionen Jahren schlugen sich Vormenschen Steine zu einfachen Steinwerkzeugen zurecht, wie Funde am Turkanasee in Kenia belegen. Doch erst mit Frühmenschen wie dem Homo habilis entwickelten unsere Vorfahren die Fähigkeit, auch feinere, scharfkantige Steinklingen durch gezielte Abschläge herzustellen. Die bisher ältesten Fundstücke dieser sogenannten Oldowan-Technik waren rund 2,55 bis 2,58 Millionen Jahre alt. Doch wann sie erstmals entstand und welcher Frühmensch sie „erfunden“ hat, ist noch ungeklärt.

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Platon, Thora und Talmud: Hermann Cohen war der letzte Philosoph, der Athen und Jerusalem verbunden hat

Den Begriff der Religion durch die Religion der Vernunft zur Entdeckung bringen: Hermann Cohen betonte die Einheit von Philosophie und Theologie. (Bild: Ullstein)
Kant war nicht Anfang, sondern Gipfel einer langen Entwicklung: Hermann Cohens Denken kreist um den grössten Philosophen der deutschen Aufklärung. Und er gewinnt ihm unerwartete Erkenntnisse ab.

Jeremy Adler | Neue Zürcher Zeitung

In der Geistesgeschichte des Westens kam es hin und wieder zu einer Synthese von klassischer und jüdischer Philosophie: Philo von Alexandrien, der im ersten Jahrhundert n. Chr. lebte, übernahm griechisches Denken, um die jüdische Theologie zu erhellen; Maimonides (1135–1204) hat die jüdische Lehre im Sinne des Aristoteles systematisiert; und der führende deutsche Aufklärer, Moses Mendelssohn (1729–1786), hat in seinem Hauptwerk, «Phaidon oder die Unsterblichkeit der Seele» (1767), die Lehren Platons aufgegriffen.

Vielleicht der Letzte in dieser brillanten Linie war der deutsch-jüdische Philosoph Hermann Cohen (1842–1918). Cohens Hauptverdienst war es, die sogenannte Neukantische Schule zu gründen, gleichzeitig aber Kants Philosophie mit Tora und Talmud zu verbinden. Diese Synthese von Athen und Jerusalem, wie man es nennen könnte, gehört zu den grössten denkerischen Leistungen in Deutschland um die Jahrhundertwende. Hermann Cohen nahm auch zunehmend eine Stellung als Intellektueller im öffentlichen Diskurs ein, nicht zuletzt in politischen Debatten, wenn es auch starke Gegner gab, die ihn allerdings, wie Martin Heidegger, nicht immer begriffen.

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The Worth of an Angry God

Image credit. NAUTILUS
How supernatural beliefs allowed societies to bond and spread.

By Brian Gallagher | NAUTILUS

A god who knows everything, is everywhere, and wields impossible power, is a potent fantasy. Allegiance to it animates the lives of billions worldwide. But this “Big God,” as psychologists and anthropologists refer to it, wasn’t dreamt from scratch but pieced together, over thousands of years, paralleling humanity’s move from small- to large-scale societies. One burning question researchers want to answer is: Did humans need belief in a God-like being—someone who can punish every immorality we might commit—to have the big societies we have today, where we live relatively peaceably among strangers we could easily exploit?

Harvey Whitehouse, the director of the Institute of Cognitive and Evolutionary Anthropology at Oxford University, doesn’t think so. “Complex societies,” he and his colleagues declared in a March Nature paper, “precede moralizing gods throughout world history.” They relied on a massive historical database, called Seshat, which over a decade attracted contributions from over a hundred scholars. With the database “finally ready for analysis,” Whitehouse and his colleagues wrote in The Conversation, “we are poised to test a long list of theories about global history,” particularly “whether morally concerned deities drove the rise of complex societies,” some hallmarks of which are more economic integration and division of labor, more political hierarchy, the emergence of classes, and dependence on more complex technology and pre-specialists. Whitehouse concluded that those deities did no such driving. As he told Nautilus in a 2014 interview, as societies became more agricultural, what researchers see “in the archeological record is increasing frequency of collective rituals. This changes things psychologically and leads to more doctrinal kinds of religious systems, which are more recognizable when we look at world religions today.”

Joseph Henrich, chair of the Department of Human Evolutionary Biology at Harvard University, sees it differently. He contends that moralizing gods spurred societal complexity because belief in moralizing gods leads to success in intergroup competition. It increased trust and cooperation among a growing population of relative strangers, he said, and buttressed traits like bravery in warfare. “The word ‘moralizing’ is not a useful term,” though, he added. “People use it casually, because people are interested in morality, but the theory specifies this very specific set of things that increase your success in intergroup competition. Most people want to call greater cooperation, helping strangers, things like that, moral. That’s just a Western preoccupation.”

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Kombination aus Insektengift und Milben ist für Honigbienen besonders schädlich

Eine Biene sammelt Nektar auf einer Sonnenblume. (Bild: Imago)
Eine internationale Studie mit Berner Beteiligung dokumentiert den «Kombi»-Effekt von Varroa-Milbe und Insektiziden.

Alan Niederer | Neue Zürcher Zeitung

Dass gewisse Pflanzenschutzmittel und die verbreitete Varroa-Milbe Bienen zusetzen können, weiss man schon länger. Forscher der Universität Bern und weiteren Hochschulen in den USA und Thailand sowie dem internationalen Honigbienen-Forschungsnetzwerk «Coloss» haben nun erstmals nachgewiesen, dass die beiden Stressfaktoren in Kombination besonders gravierende Auswirkungen haben. Der Effekt könnte laut den Wissenschaftern die weltweit erhöhten Verluste an Bienenvölkern in den letzten Jahren erklären.

Einfluss auf Langlebigkeit

Für ihre Studie, die am Dienstag in den «Scientific Reports» der Fachzeitschrift «Nature» erschienenen ist, nahmen die Forscher Arbeiterinnen aus Honigbienen-Kolonien unter die Lupe. Die Westliche Honigbiene (Apis mellifera) ist mit Abstand der wichtigste von Menschen gehaltene Bestäuber.

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Indigene Frauen in Kanada: Der verschwiegene Völkermord

Bild: tagesschau.de
Jahrzehntelang wurde der Genozid an Frauen und Mädchen indigener Völker in Kanada totgeschwiegen. Um das Schweigen zu brechen, gab Premier Trudeau einen Untersuchungsbericht in Auftrag. Dieser liegt jetzt vor.

Von Georg Schwarte | tagesschau.de

Trommeln spielen, als die Frauen und Männer der First Nations, der kanadischen Ureinwohner vom Stamm der Inuit und Metis, mit einem „Marsch der Wahrheit“ in den Saal ziehen. Und Kanadas Premierminister Justin Trudeau sitzt in der ersten Reihe und hört, was Kanada jahrzehntelang nicht hören wollte. Er hört vom Völkermord an den Frauen und Mädchen der kanadischen Minderheiten.

Bericht als Beweis für Völkermord

In Decken der indigenen Völker gehüllt, mit Inuit-Stickereien und Metis-Bändern gebunden, überreichen Michelle Audette, eine von fünf Leitern der Untersuchungskommission und selbst mit indigenen Wurzeln, und ihre Mitstreiter Trudeau den Bericht.

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Sozialethiker sieht Niedergang der großen Volksparteien: „Man hört nicht mehr, was die Bevölkerung denkt“

Bild: bb
Bei der Europawahl haben sowohl Union als auch SPD Verluste hinnehmen müssen. Während sich die CDU von YouTube-Videos irritiert zeigt, will die SPD niemand mehr führen. Sind die großen Volksparteien in der Krise oder steckt mehr dahinter?

DOMRADIO.DE

DOMRADIO.DE: Was sagt es über Politiker aus, dass jetzt keiner so richtig ans SPD-Steuer will?

Prof. Joachim Wiemeyer (Theologe und Sozialethiker an der Bochumer Ruhr-Universität): Es ist in der SPD deswegen eine verfahrene Situation, weil man jetzt mit den Interims-Parteivorsitzenden schon insgesamt 15 Parteivorsitzende in 30 Jahren hatte. Also im Schnitt gab es hier alle zwei Jahre einen Wechsel.

Politik braucht aus Sicht der Wähler auch Vertrauen in Personen, die dann mit Konstanz Ämter innehaben. Wenn jetzt in der SPD aber so ein Konkurrenzkampf, ein Machtkampf herrscht und jeder neue Parteivorsitzende damit rechnen muss, dass er in zwei, drei Jahren oder in noch kürzerer Zeit wieder abgesetzt wird, dann ist das ein ungutes Klima.

Wir brauchen auch eine Solidarität innerhalb der Parteien mit denen, die aus der Partei heraus selbst gewählt worden sind. Hier fehlt einfach ein Mindestmaß an Loyalität und Disziplin innerhalb der Partei. Es fehlt auch die Bereitschaft, dass man einen Kandidaten mal über eine Wahlniederlage hinweg trägt. Willy Brandt hatte in den Jahren 1961 und 1965 zwei Mal Bundestagswahlen verloren und war erst im Jahr 1969 erfolgreich. Man hat an ihm trotz zweier Wahlniederlagen festgehalten. Heutzutage wird nach einer Europawahl oder verlorenen Landtagswahlen immer wieder der Parteivorsitzende ausgetauscht. Das kann nicht funktionieren.

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E-Autos: Kurzfristig kein Klimavorteil

Sie gelten als „grüne“ Alternative zum Pkw mit Verbrennungsmotor – doch wie beeinflussen E-Autos die Klimabilanz des Straßenverkehrs wirklich? © Tomwang112/ thinkstock
Erst langfristig wirksam: Elektroautos können die Klimabilanz des Straßenverkehrs kurzfristig kaum positiv beeinflussen. Dies legt nun eine Studie am Beispiel von Großbritannien nahe. Demnach steht zum einen die nur langsame Veränderung der Fahrzeugflotte schnelleren Effekten im Weg. Zum anderen spielt auch der bisher noch ungünstige Energiemix eine Rolle. Erst ab 2040 werden die Stromer die CO2-Emissionen im Verkehrssektor deutlich senken, so die Prognose der Forscher.

scinexx

Sie sind leise, stinken nicht und stoßen vor allem keine klimaschädlichen Abgase aus: Elektroautos gelten gemeinhin als vielversprechende Lösung für den Klimaschutz. „Studien zeigen, dass E-Autos einen erheblichen Beitrag zu Reduzierung der CO2-Emissionen im Verkehrssektor leisten können“, erklären Graeme Hill von der Newcastle University und seine Kollegen. Doch wie groß ist dieser Beitrag und wie schnell wird er zum Tragen kommen?

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„Grundrecht auf Abtreibung“ in Illinois – scharfe Kritik vom Altherrenklub katholische Kirche

Der US-Bundesstaat Illinois verabschiedete ein Gesetz, das schwangeren Frauen ein Grundrecht auf Abtreibung zuspricht. Die Kirche protestiert dagegen scharf. Der Erzbischof von Chicago, Kardinal Cupich, spricht von einem „traurigen Moment“.

katholisch.de

Der Erzbischof von Chicago, Kardinal Blase Cupich, hat die Entscheidung des US-Bundesstaats Illinois für ein liberaleres Abtreibungsrecht scharf kritisiert. Die Verabschiedung des Gesetzes markiere „einen traurigen Moment in unserer Geschichte als Staat“, schrieb Cupich in einer Erklärung, die das Erzbistum bereits am Wochenende veröffentlicht hatte. Die Kirche werde sich in Illinois weiterhin konsequent für die Menschenwürde einsetzen, „selbst wenn gewählte Amtsträger ungeborene Personen mit besonderer Missachtung strafen“, heißt es weiter.

Das Repräsentantenhaus und der Senat von Illinois hatten vergangene Woche den „Reproductive Health Act“ verabschiedet und damit für ein liberaleres Abtreibungsrecht gestimmt.

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USA verlangen bei Visa künftig Social-Media-Konten

Die Einreiseerlaubnis Esta ist von der Änderung nicht betroffen. – imago images / Rüdiger Wölk
Reisende, die für die USA ein Visum, nicht zu verwechseln mit der Einreiseerlaubnis Esta, brauchen, müssen künftig die Nutzernamen von Facebook- und Twitter-Konten offenlegen.

Die Presse.com

Die Einreiseformalitäten wurden von den USA erneut überarbeitet. War bislang die Auskunft von Social-Media-Konten freiwillig, werden sie jetzt beim Visum Pflicht. Lediglich beim ESTA bleibt Einreisenden überlassen, ob sie die Konten angeben.

Aus Gründen der „nationalen Sicherheit“ habe man die Einreisebedingungen verschärft. Der überarbeitete Fragenkatalog gilt nur für Visa und bezieht sich auf die Offenlegung von Twitter- bis Facebook-Konten. Dabei hätte es noch schlimmer kommen können.

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Theologen kritisieren Bundestags-Beschluss gegen Israel-Boykott

links: Bildnis von Gewalt gegen Juden entstanden 1250 ;rechts: „Von den Juden und ihren Lügen“: mit dieser Schrift begann Martin Luthers Serie judenfeindlicher Schriften von 1543. Bild: zu-Daily.de
Ökumenische Friedensorganisationen haben gegen den Beschluss des Bundestages von Mitte Mai protestiert, in dem die israelkritische BDS-Bewegung verurteilt wird.

evangelisch.de

Der Bundestags-Beschluss beruhe auf der Unterstellung, dass die von der palästinensischen Zivilgesellschaft ins Leben gerufene und seither international unterstützte „gewaltfreie völkerrechts- und menschenrechtsbasierte BDS-Bewegung antisemitisch sei“, heißt es in einer am Dienstag in Heidelberg veröffentlichten Erklärung von Theologieprofessoren und kirchlichen Gruppen.

Der Bundestag hatte den Israel-Boykott der sogenannten BDS-Bewegung (Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen) verurteilt.

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