Die Ursprünge der Europäer, genetisch betrachtet


„Die Reise unserer Gene“ lautet der Titel des neuen Buches von Johannes Krause, Direktor des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte in Jena. Ein Muss für alle, die Geschichte mal aus einem anderen Blickwinkel kennenlernen wollen. Denn wie keine andere Fachwissenschaft hat die Biochemie unser Wissen über die Vor- und Frühzeit des Menschen in den letzten zehn Jahren revolutioniert.

Von Stefan Nölke | MDR

Zu Tausenden kamen die Menschen über die Balkanroute nach Mitteleuropa. Im fernen Anatolien waren sie einst aufgebrochen, um ein besseres Leben zu finden: kein Szenario aus dem frühen 21. Jahrhundert, sondern aus dem Neolithikum vor 8.000 Jahren. Ackerbauern aus dem fruchtbaren Halbmond drängten damals die mitteleuropäischen Jäger und Sammlerpopulationen immer weiter nach Norden. Im Gepäck hatten die Neuankömmlinge das sogenannte neolithische Paket: Die Fertigkeit, Getreide anzubauen und Haustiere zu halten.

Ihre Haut war hell, ihre Augen dunkel, während dies bei der europäischen Urbevölkerung, die hier die Härten der Eiszeit ausgestanden hatte, genau umgekehrt der Fall war: Ihre Haut war dunkel, fast wie bei den Menschen im heutigen Kenia, dafür aber waren ihre Augen blau.

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