Als die Guillotine mit dem Töten nicht mehr nachkam

Die Henker hatten alle Hände voll zu tun Quelle: picture alliance / Isadora/Leema
Mit dem Gesetz vom 22. Prairial II (10. Juni 1794) erreichte der Terror der Französischen Revolution seinen Höhepunkt. Nun genügte schon der bloße Verdacht für einen Schuldspruch. Tausende starben.

Von Florian Stark | DIE WELT

Am Ende setzte Maximilien Robespierre alles auf die Tugend. Nachdem er die radikalen Gegner jeglicher Religion vernichtet hatte, erklärte der politische Führer des Wohlfahrtsausschusses dem revolutionären Nationalkonvent: „Der Gedanke des höchsten Wesens und der Unsterblichkeit der Seele ist eine stete Mahnung zur Gerechtigkeit, er ist somit sozial und republikanisch.“

In diesem Sinn wurde am 20. Prairial des Jahres II des französischen Revolutionskalenders (8. Juni 1794) auf dem Pariser Marsfeld das Fest des Höchsten Wesens gefeiert, inszeniert von keinem Geringeren als dem Künstler Jacques-Louis David. Der ließ Trommeln wirbeln, Mütter beten und blinde Kinder Hymnen auf die Gottheit anstimmen. Doch der Tugend des Glaubens, der damit gehuldigt werden sollte, traute Robespierre in der Wirklichkeit nicht. Zwei Tage später wurde das Prairialgesetz verabschiedet. Es machte aus der seit zehn Monaten herrschenden Schreckensherrschaft „La Grande Terreur“, den großen Terror.

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Auch viele Atheisten glauben an „Übernatürliches“

zoe margolis via wikimedia cc by 2.0 Die prominenten britischen Atheisten Ariane Sherine und Richard Dawkins vor einem Londoner Doppeldeckerbus mit einer Botschaft, auf die sich auch Agnostiker einigen können.
Forscher untersuchten „Ungläubige“ in sechs Ländern und förderten dabei überraschende Erkenntnisse zutag

Klaus Taschwer | derStandard.at

Pfingsten naht – und damit jenes Fest, mit dem Katholiken am 50. Tag der Osterzeit die Entsendung des heiligen Geistes feiern. Angehörige des Katholizismus stellen in Österreich nach wie vor die größte Gruppe der Gläubigen. Dahinter folgen aber mittlerweile gut eine Million Menschen ohne Bekenntnis, also Atheisten und Agnostiker, die mit Festen wie Pfingsten – außer dem zusätzlich anfallenden Feiertag – nicht allzu viel anzufangen wissen.

Trotz der großen und weiter wachsenden Gruppe der Nichtgläubigen ist Österreich in Sachen Säkularisierung im internationalen Vergleich eher „konservativ“. Zum Vergleich: In China gaben laut einer Studie aus dem Jahr 2015 nicht weniger als 61 Prozent der Bevölkerung an, Atheisten zu sein. Was genau darunter zu verstehen ist, bleibt freilich meist unklar. Weitgehend geklärt ist bloß der Unterschied zwischen Atheisten und Agnostikern, die bei der Leugnung der Existenz eines Gottes nicht ganz so radikal sind wie Atheisten.

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Hitlers indische Armee

Bild: tagesschau.de
Während des Zweiten Weltkriegs kämpften 4000 indische Soldaten auf der Seite Nazi-Deutschlands. Die „Legion Freies Indien“ hoffte auf deutsche Unterstützung im Kampf für die Unabhängigkeit Indiens – vergebens.

Von Sebastian Manz | tagesschau.de

Die „Legion Freies Indien“ war eine Einheit bestehend aus rund 4000 indischen Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg an der Seite Nazi-Deutschlands kämpften – einem Regime, das Menschen wie sie als minderwertig ansah.

Dass es diese Legion dennoch gab, lag vor allem an einem Mann: Chandra Bose, indischer Nationalist und Freiheitskämpfer. Gemeinsam mit Mahatma Gandhi lehnte er sich gegen die britische Kolonialherrschaft über Indien auf. Doch anders als der Pazifist Gandhi kam Gewalt für Bose durchaus als Mittel infrage.

Nazi-Führung sollte überzeugt werden

Als in Europa der Zweite Weltkrieg ausbrach und Großbritannien unter den deutschen Angriffen litt, sah Chandra Bose die Stunde Indiens gekommen. Auf indischen Internetseiten werden noch heute Mitschnitte verbreitet, die zeigen, wie Bose damals die Nazi-Elite für seine Sache überzeugen wollte. „In diesem Kampf, der für Indien ein Kampf um Sein oder Nichtsein ist, kann es nur einen gemeinsamen Ausgang geben: Unseren gemeinsamen Sieg“, propagierte Bose.

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Neue Technik zur Dauerüberwachung aus der Luft

Bild: World View Enterprises
Was bislang aufgrund von technischen und finanziellen Gründen nicht möglich war, könnten manövrierbare Ballons in der Stratosphäre jetzt ermöglichen

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Das 2012 u.a. von Mitgliedern des Biosphere 2-Teams gegründete Unternehmen World View Enterprises will neue Maßstäbe der Überwachung und der Kommunikation setzen. Als Erfolg wurde gerade von einem Test gesprochen, bei dem ein Stratollite, einem navigierbaren Fluggerät, einem Ballon ähnlich, in der Stratosphäre, das derzeit mit einer Last von bis zu 50 kg beladen werden kann, 16 Tage ununterbrochen in der Höhe von 30 km geflogen war. Der fast 5000 km lange Flug erstreckte sich über Nevada, Utah und Oregon, während 8 Tagen blieb der Ballon stationär in einem Gebiet mit einem Durchmesser von 120 km. Es sollen demnächst längere Tests folgen. Geplant ist mit lange in der Stratosphäre befindlichen Stratollites Überwachungsbilder, Wetterdaten oder schnelle Internetverbindungen anbieten zu können.

Mit den Stratollites tritt World View Enterprises in einen Konkurrenzkampf mit Satellitenanbietern. So will alleine StarLink mit SpaceX-Raketen in den nächsten Jahren 12.000 kleinere, manövrierfähige Satelliten auf einer niedrigen Umlaufbahn (LEO) in den Weltraum bringen, um eine weltweite Abdeckung für einen schnellen 5G-Internetzugang zu realisieren. Die zuständige Behörde FCC hat dies bereits genehmigt, also dass ein amerikanisches Unternehmen LEO in einer Höhe von etwa 350 km vollpflastern kann. Es stehen auch weitere Unternehmen in den Startlöchern, um die Erde in Netzwerke von Satelliten einzuhüllen.

Stratollites, ausgerüstet mit Solarzellen und der Möglichkeit, lange Zeit an einer Stelle zu bleiben, würden den Aufwand und vor allem die Kosten drastisch gegenüber Satelliten verringern. Sie könnten auch jederzeit wieder auf den Boden gebracht, repariert oder überholt, mit neuen Geräten ausgestattet und wieder eingesetzt werden. Überdies hätten sie den Vorteil, dass die Distanz zur Erdoberfläche sehr viel geringer ist, aber höher als der normale Flugverkehr. Allerdings scheint es noch schwierig zu sein, den Ballon über einem Gebiet stationär über längere Zeit zu halten. So konnte der Ballon während des Tests nur 6,5 Stunden über einem Gebiet mit 9 km Durchmesser halten. Da haben Satelliten noch klar einen Vorteil.

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Schuld ist Hegel: Trump-Philosophen nehmen den administrativen Staat ins Visier

In den USA gibt es ein paar konservative Denker, die die jüngeren politischen Auseinandersetzungen auf einen tiefliegenden geistigen Grundkonflikt zurückführen: Staatsglauben contra Verfassungstreue. Ihr Held ist Donald Trump. Sie sehen im amerikanischen Präsidenten den Alleszertrümmerer des Staats im Staate.

Marc Neumann | Neue Zürcher Zeitung

Lokaltermin beim Heimspiel intellektueller Trump-Fans: An der Wand über dem Podium im Hillsdale Kirby Center, einem konservativen Think-Tank ein paar Strassenzüge vom Kongress in Washington entfernt, prangt ein Pseudo-Historiengemälde: «Die Unterzeichnung der amerikanischen Verfassung». Auf drei Metern Querformat ehrt der kaum bekannte zeitgenössische Maler Sam Knecht das Inkrafttreten der US-Verfassung am 17. September 1787. Gemalt hat er es 2006. Darunter sind John Marini, Mike Anton und ihr Washingtoner Polit-Fanklub zusammengekommen, um über die Krise der amerikanischen Politik zu debattieren.

Symbolischer geht es kaum: Marini, muss man wissen, ist Professor für Politikwissenschaften an der University of Nevada und Senior Fellow am Claremont Institute, der intellektuellen Schmiede von Trump-freundlichem Gedankengut. Anton ist Autor des berühmt-berüchtigten «Flight 93 Election»-Aufsatzes, so etwas wie das Gründungsdokument der Pro-Trump-Bewegung unter Republikanern. Zusammen wollen sie die Krise der amerikanischen Politik und ihren mutmasslichen Grund abhandeln: den administrativen Staat, der angeblich der Verfassung zuwiderläuft.

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Nathaniel Richs „Losing Earth“: Mit Extremen leben lernen

Der Ölkonzern Exxon hat die heutige Erderwärmung bereits 1982 sehr genau prognostiziert: Gewitter in Texas. Bild: Getty
Eine Lektüre, die zornig machen kann: Nathaniel Rich zeigt, dass die Folgen des Klimawandels schon in den späten siebziger Jahren bekannt waren.

Von Christian Schwägerl | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Im Jahr 1979 lag die Konzentration des Treibhausgases Kohlendioxid in der Atmosphäre bei rund 335 ppm. Das war ein Wert, der schon deutlich höher lag als vor Beginn der Industrialisierung, aber zugleich ein Wert, der keine Gefahr für Mensch und Natur bedeutet. 335 ppm bringt keine überschwemmten Küsten mit sich, keine Dauerdürren und keine abgestorbenen Korallenriffe.

Im Jahr 1979, argumentiert Nathaniel Rich in seinem Buch „Losing Earth“, wäre es ein Leichtes gewesen, eine bedrohliche Erhitzung der Atmosphäre und die ebenso bedrohliche Versauerung des Ozeans mit Kohlensäure aufzuhalten.

Aber wusste man 1979 überhaupt schon vom Risiko des Klimawandels? Kam der nicht viel später ins kollektive Bewusstsein, etwas beim „Erdgipfel“ 1992 in Rio de Janeiro? Oder noch später, 2009 bei den aufsehenerregenden Verhandlungen in Kopenhagen? Für viele Jugendliche, die bei den „Fridays for Future“ demonstrieren, ist die Entdeckung der Klimagefahr biographisch gesehen so neu, dass das Jahr 1979, der Bezugspunkt dieses Buchs, wie eines aus der Urzeit erscheinen muss. Unmöglich, dass die epochalen Risiken, von denen wir heute wissen, schon vor vierzig Jahren bekannt gewesen sind.

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Bremen: Der Mythos von den Mehrheiten links von der Union

Bremen, Marktplatz. Bild: Pixabay License
Kommentar zum „bundesweiten Signal“ für eine Koalition aus SPD, Grünen und Linkspartei

Peter Nowak | TELEPOLIS

Der Stadtstaat Bremen ist das kleinste Bundesland und traditionell eher linksreformistisch ausgerichtet. Trotzdem wird jetzt von manchem Reformpolitiker der Linken von dort ein Signal für eine Koalition aus SPD, Grünen und Linkspartei gesehen. Dabei haben die Bremer Grünen nur die Empfehlung gegeben, in Bremen Koalitionsverhandlungen mit SPD und Linken aufzunehmen.

Rechnerisch wäre auch ein Bündnis mit CDU und FDP möglich, zumal die CDU erstmals in Bremen die SPD stimmenmäßig überholt hat und einen Spitzenkandidaten mit einer Hippievergangenheit aufgeboten hat. Doch Kommentatoren erwarteten schon nach der Wahl, dass es in Bremen eher auf eine linke Reformkoalition hinausläuft, zumal die geschwächte SPD viele Zugeständnisse machen wird und die Linke mit ihrer vor mehr als 2 Jahrzehnten noch in autonomen Kreisen verkehrenden Spitzenkandidatin Kristina Vogt besonders pragmatisch auftritt.

Es ist schließlich nicht das erste Mal, dass ehemalige autonome Linke, wenn sie denn Regierungspolitik machen wollen, eher am rechten Flügel des Reformismus landen. Und Kristina Vogt, wenn sie denn Ministerin wird, wäre nicht die erst Autonome in dieser Position. Josef Fischer war schließlich als Sponti-Straßenkämpfer ein Vorläufer der Autonomen und hat es bekanntlich bis zum Außenminister gebracht.

Da dürften für Kristina Vogt, möglicherweise auftauchende Bilder aus ihrer autonomen Vergangenheit, auf die ehemalige Weggefährten hindeuten, keinen Karriereknick bedeuten. Doch noch stehen die Verhandlungen an und da kann es noch immer Überraschungen geben. Zumal die Beziehungen zwischen SPD und Grünen auch in Bremen nicht die besten waren.

Da könnte es noch Streit zwischen Grünen, die sich auf Erfolgskurs wähnen und einer SPD, die nicht weiß, wie sie sich zumindest stabilisieren kann, geben. Dass die Freude bei der SPD groß ist, womöglich in Bremen doch weiter den Bürgermeister stellen zu können, zeigt eben, dass es hier hauptsächlich um Posten geht. Sonst hätte sie doch die nun stärkste Partei, die CDU, auffordern sollen, eine Regierung zu bilden. Die SPD hätte damit gezeigt, dass sie auch was anderes kann, als die Stadt zu verwalten.

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Bigfoot’s FBI File Reveals Strange Story of a Monster Hunter and 15 Mysterious Hairs

„Bigfoot“ has an FBI file. Credit: RichVintage via Getty Images
The U.S. government released Bigfoot’s FBI file yesterday (June 5). It contains a few news clippings, and some formal letters to and from a monster hunter in the 1970s — leading to an examination of 15 hairs and some skin the hunter believed came from „a Bigfoot.“

By Rafi Letzter | LIVEScience

It appears that Peter Byrne, that monster hunter, first wrote to the FBI on Aug. 26, 1976. His note, printed on fancy letterhead reading „The Bigfoot Information Center and Exhibition,“ suggested that the FBI was in possession of flesh and hair belonging to a mysterious creature, possibly belonging to a „Bigfoot.“

„Gentlemen,“ Byrne wrote, „Will you kindly, to set the record straight, once and for all, inform us if the FBI, has examined hair which might be that of a Bigfoot; when this took place, if it did take place; what the results of the analysis were.“ [Titanosaur Photos: Meet the Largest Dinosaur on Record]

He didn’t indicate why he suspected that the FBI might have done such an analysis, only that, „from time to time we have been informed that hair, supposedly of a Bigfoot… has been examined by the FBI., and with the conclusion, as a report of the examination, that it was not possible to compare the hair with that of any known creature on this continent.“

Byrne appears to have been concerned that the agency wouldn’t take The Bigfoot Information Center seriously.

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Tanzkongress in Dresden: Esoterik extrem

Fünf Tage lang Gemeinschaft. Der Tanzkongress 2019Foto: Klaus Gigga / Tanzkongress 2019
Die renommierte Choreografin Meg Stuart leitet den Tanzkongress in Dresden-Hellerau. Doch sendet die Veranstaltung die richtigen Signale aus?

Sandra Luzina | DER TAGESSPIEGEL

Tänzer müssen eine glückliche Spezies sein. Zumindest die, die an dem Tanzkongress teilnehmen, der am Mittwoch in Dresden-Hellerau eröffnet wurde. Denn sie können fünf Tage lang im Gemeinschaftsgefühl baden und an diesem historischen Ort von der Utopie träumen. Zum ersten Mal wurde eine Künstlerin mit der Leitung des Kongresses beauftragt. Meg Stuart ist eine international renommierte Choreografin, auch in Berlin aktiv – und so war der Kongress schon nach gut einem Tag ausgebucht.

Die Bedingung für die Teilnehmenden lauteten: Sie müssen diese fünf Tage bleiben und sich ganz einlassen, sich mit Leib und Seele einbringen. „Extreme Präsenz“ wird verlangt, so heißt es auf der Website. Ein Programm wurde nicht veröffentlicht, was dem Ganzen etwas Geheimbündlerisches gibt. Mehr als 500 Tanzschaffende aus 30 Ländern nehmen an dem Treffen teil, das den Titel „A Long Time Affair“ trägt.

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Beim Verhältnis zu Russland sind sich die Ostdeutschen einig

Reporter Claus Christian Malzahn berichtet für WELT über Ostdeutschland Quelle: Claudius Pflug
Sachsens Ministerpräsident Kretschmer will ein Ende der Russland-Sanktionen. Das macht ihn aber nicht zum unkritischen Kreml-Versteher. Vielmehr zeigt die Wortmeldung des CDU-Politiker eine ostdeutsche Besonderheit.

Von Claus Christian Malzahn | DIE WELT

Michael Kretschmer, Ministerpräsident von Sachsen, hat sich vor seinem Besuch eines internationalen Wirtschaftsforums in Sankt Petersburg für ein Ende der Russland-Sanktionen ausgesprochen. Damit widerspricht er der Position seiner Parteifreundin Angela Merkel. Die Kanzlerin sieht keinen Anlass, ihre Haltung in dieser Frage zu verändern – und erneuert die Boykottposition alle sechs Monate auf einer Botschafterkonferenz.

Dass die Forderung nach einer Normalisierung der Beziehungen zu Moskau so klar und deutlich von einem ostdeutschen Ministerpräsidenten erhoben wird, ist kein Zufall. Aus Ostdeutschland wird Kretschmer keinen Widerspruch bekommen – weder von Manuela Schwesig (SPD) noch von Reiner Haseloff (CDU) noch von Dietmar Woidke (SPD). Und vom Linken Bodo Ramelow sowieso nicht.

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Pfarrei entfernt Storchennest von Kirche – verbotenerweise

Bild: © Foto: Ulrike Mose
Das Nest lag genau über der Kircheneingangstür – und wurde mit Blick auf eine Hochzeit als störend empfunden: Kurzerhand entfernte die Kirchenverwaltung es ohne Genehmigung. Das könnte nun ein Nachspiel haben.

katholisch.de

Vom Dach einer Kirche im Landkreis Regensburg ist am Donnerstag ein Storchennest unerlaubt entfernt worden. Wie der Landkreis am Freitag nach Medienberichten mitteilte, wurde die dafür erforderliche Ausnahmegenehmigung nicht eingeholt. Der Weißstorch sei ein streng geschütztes Tier, die Entfernung eines Nestes verboten. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz könnten solche Verstöße mit Geld- oder Freiheitsstrafe belegt werden. Der Sachverhalt werde weiter geprüft.

Der für die Kirche von Ramspau zuständige Regenstaufer Pfarrer Johann Schottenhammel bestätigte dem Lokalsender TVAktuell, die Kirchenverwaltung habe entschieden, das Nest zu entfernen.

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Deutschland: „Das ist eine Zäsur in der Migrationspolitik“

Horst Seehofer löste eine Empörungswelle aus. – APA/AFP/ODD ANDERSEN
Mit einem Gesetzespaket regelt die Große Koalition in Deutschland die Asyl- und Zuwanderungspolitik neu. Einiges davon ist umstritten – ebenso wie ein Videomitschnitt von Innenminister Seehofer.

Von Jürgen Streihammer | Die Presse.com

Die Grünen machen CDU/CSU Platz eins streitig, die Große Koalition steht in den Umfragen ohne Mehrheit da – und die SPD ohne gewählte Parteiführung. CDU-Schwergewicht Friedrich Merz gibt der Regierung noch eine Lebensdauer bis Weihnachten. Es ist also einiges in Bewegung, ja ins Wanken geraten. Aber noch arbeitet die deutsche Große Koalition.

Und so verkündet Innenminister Horst Seehofer (CSU) Freitagfrüh im Bundestag eine „Zäsur in der Migrationspolitik“. Gemeint ist ein Bündel aus sieben Gesetzen, das härtere Abschieberegeln vorsieht, aber auch neue Bleibeperspektiven schafft und die Zuwanderung von Fachkräften erleichtert. In keinem anderen europäischen Land gebe es ein solches Regelwerk, meint Seehofer.

Doch noch bevor der Innenminister dieses Migrationspaket pries, schwappte eine Empörungswelle durch das Internet. Ein Videomitschnitt von Seehofer verbreitete sich rasant. Er zeigt den Minister auf einer Veranstaltung in Berlin, wo er mit spitzbübischem Lächeln erklärt, man müsse Gesetze „kompliziert“ machen, denn das „erregt nicht so“. So schütze man sich davor, dass Notwendiges „unzulässig in Frage“ gestellt werde.

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Evangelischer Friedensbeauftragter kritisiert Bundeswehr-Werbung

Bild: web.de
Eine aktuelle Werbekampagne der Bundeswehr stößt auf scharfe Kritik bei der evangelischen Kirche.

evangelisch.de

„Ich finde es empörend und völlig unangemessen, mit dem Slogan ‚Gas, Wasser, Schießen‘ Handwerker für die Bundeswehr zu suchen“, erklärte der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms, am Freitag in Bonn. Er forderte das Bundesverteidigungsministerium auf, die Kampagne zu stoppen.

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Ein neuer Ansatz beim Artenschutz: Mit Brechmitteln vergällen Forscher Raubtieren den Appetit auf giftige Kröten

Aga-Kröten gehören zu den schädlichsten invasiven Tierarten. (Bild: Sam Fraser-Smith / http://www.flickr.com (CC BY 2.0))
Forscher wollen Beutegreifer mithilfe erlernter Geschmacksaversionen dazu bringen, bestimmte Tiere von ihrem Speiseplan zu streichen. Für einige gefährdete Arten verspricht dieser Ansatz Hoffnung.

Katharina Dellai-Schöbi | Neue Zürcher Zeitung

Eine todbringende Front aus giftigen Aga-Kröten schiebt sich über Australien und setzt die auf dem Kontinent heimischen Raubtiere unter Druck. Diesen bleibt nicht genug Zeit zu lernen, dass die ursprünglich aus Süd- und Mittelamerika stammende Kröte gefährlich ist: Sobald sie eine gefressen haben, sterben sie. Ausgerechnet mit giftigem Krötenfleisch wollen Forscher nun die Folgen des tödlichen Feldzuges abschwächen. Dieser Ansatz könnte tatsächlich Erfolg bringen. Denn fressen Raubtiere eine Beute, deren Giftmenge sie nicht tötet, aber Übelkeit verursacht, können sie lernen, dass sie ungeniessbar ist. Dieses Verhalten machen sich Wissenschafter nun in Artenschutzprojekten zunutze: Sie bringen Raubtieren bei, eine bestimmte Beute zu meiden.

Ungeniessbar gemachte Eier

Erste Anwendungen fand diese sogenannte konditionierte Geschmacksaversion in den 1970er Jahren. Damals wurde damit versucht, Konflikte zwischen Menschen und Wildtieren abzuschwächen. So wurden beispielsweise Kojoten oder Bären mit einem Brechmittel präparierte Köder vorgeworfen, damit die Tiere von Schafherden oder Nahrungsmittelvorräten abliessen.

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US-Bischof: Kein Jesus-Keks für Abtreibungs-Befürworter

ild: © Corinne Simon/CIRIC/KNA
Eine ganze Reihe von Politikern darf in einer US-Diözese nicht mehr die Kommunion empfangen: Der Ortsbischof reagiert damit auf neue Abtreibungsgesetze im Bundesstaat. Einziger Ausweg für die Parlamentarier: die Beichte.

katholisch.de

Mit einem Dekret hat der Bischof von Springfield im US-Bundesstaat Illinois, Thomas Paprocki, eine ganze Reihe von Politikern von der Kommunion ausgeschlossen. Wie verschiedene Medien am Donnerstag berichten, reagiert er damit auf liberalere Abtreibungsgesetze in seinem Bundesstaat. Alle Parlamentarier, die für die neue Regelung gestimmt haben, sind betroffen. Der Bischof beschuldigt sie, durch ihr Abstimmungsverhalten mit einer „schweren Sünde“ zu leben. Laut Katechismus der katholischen Kirche (1385) müssten sie zunächst beichten, bevor sie das Sakrament der Eucharistie empfangen dürften.

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