Als die Guillotine mit dem Töten nicht mehr nachkam


Die Henker hatten alle Hände voll zu tun Quelle: picture alliance / Isadora/Leema
Mit dem Gesetz vom 22. Prairial II (10. Juni 1794) erreichte der Terror der Französischen Revolution seinen Höhepunkt. Nun genügte schon der bloße Verdacht für einen Schuldspruch. Tausende starben.

Von Florian Stark | DIE WELT

Am Ende setzte Maximilien Robespierre alles auf die Tugend. Nachdem er die radikalen Gegner jeglicher Religion vernichtet hatte, erklärte der politische Führer des Wohlfahrtsausschusses dem revolutionären Nationalkonvent: „Der Gedanke des höchsten Wesens und der Unsterblichkeit der Seele ist eine stete Mahnung zur Gerechtigkeit, er ist somit sozial und republikanisch.“

In diesem Sinn wurde am 20. Prairial des Jahres II des französischen Revolutionskalenders (8. Juni 1794) auf dem Pariser Marsfeld das Fest des Höchsten Wesens gefeiert, inszeniert von keinem Geringeren als dem Künstler Jacques-Louis David. Der ließ Trommeln wirbeln, Mütter beten und blinde Kinder Hymnen auf die Gottheit anstimmen. Doch der Tugend des Glaubens, der damit gehuldigt werden sollte, traute Robespierre in der Wirklichkeit nicht. Zwei Tage später wurde das Prairialgesetz verabschiedet. Es machte aus der seit zehn Monaten herrschenden Schreckensherrschaft „La Grande Terreur“, den großen Terror.

weiterlesen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.