Ein neuer Ansatz beim Artenschutz: Mit Brechmitteln vergällen Forscher Raubtieren den Appetit auf giftige Kröten


Aga-Kröten gehören zu den schädlichsten invasiven Tierarten. (Bild: Sam Fraser-Smith / http://www.flickr.com (CC BY 2.0))
Forscher wollen Beutegreifer mithilfe erlernter Geschmacksaversionen dazu bringen, bestimmte Tiere von ihrem Speiseplan zu streichen. Für einige gefährdete Arten verspricht dieser Ansatz Hoffnung.

Katharina Dellai-Schöbi | Neue Zürcher Zeitung

Eine todbringende Front aus giftigen Aga-Kröten schiebt sich über Australien und setzt die auf dem Kontinent heimischen Raubtiere unter Druck. Diesen bleibt nicht genug Zeit zu lernen, dass die ursprünglich aus Süd- und Mittelamerika stammende Kröte gefährlich ist: Sobald sie eine gefressen haben, sterben sie. Ausgerechnet mit giftigem Krötenfleisch wollen Forscher nun die Folgen des tödlichen Feldzuges abschwächen. Dieser Ansatz könnte tatsächlich Erfolg bringen. Denn fressen Raubtiere eine Beute, deren Giftmenge sie nicht tötet, aber Übelkeit verursacht, können sie lernen, dass sie ungeniessbar ist. Dieses Verhalten machen sich Wissenschafter nun in Artenschutzprojekten zunutze: Sie bringen Raubtieren bei, eine bestimmte Beute zu meiden.

Ungeniessbar gemachte Eier

Erste Anwendungen fand diese sogenannte konditionierte Geschmacksaversion in den 1970er Jahren. Damals wurde damit versucht, Konflikte zwischen Menschen und Wildtieren abzuschwächen. So wurden beispielsweise Kojoten oder Bären mit einem Brechmittel präparierte Köder vorgeworfen, damit die Tiere von Schafherden oder Nahrungsmittelvorräten abliessen.

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