Kaum ein Theologe auf der phil.cologne — Gott ist Statist

Frei nach Da Vinci, Quelle: BadA$$Mood
Woran kann man heute noch glauben? Auf der phil.cologne ist Gott nur noch Zuschauer auf den hinteren Bänken. Die Skandale um den sexualisierten Missbrauch und die Entfremdung der kirchlichen Lebenswelt machen ein Reden über Gott schwierig.

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Gott ist entlassen, suspendiert, die Würde des Menschen wird nicht mehr in Gott verankert, sondern anderswo. Wo? Das herauszufinden, sei die große Herausforderung der Philosophie, sagt die Philosophin Dr. Svenja Flaßpöhler. Im Team der phil.cologne hat sie am Programm mitgearbeitet.

Ich treffe sie am Rande des Festivals und frage nach Gott. Denn mir ist aufgefallen, dass der im phil.cologne Programm nur noch Statist ist und sich von den hinteren Zuschauerbänken anschauen muss, wie die Philosophen nach Antworten auf die drängenden Fragen der Zukunft suchen. Klimawandel, Gerechtigkeit, innerer Frieden, das wird alles ohne Gott verhandelt. Und dann, tief einatmen und achtsam ausatmen – in der ein-Bein-Hocke oder dem schlafenden Diamantsitz, mit Yoga nach Entspannung und Trost suchen.

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Schweiz: Der grösste Killer der Menschheit, die Tuberkulose, gelangt wieder vermehrt ins Land – was wir jetzt tun sollten

Das Tuberkulose-Bakterium hat rund eine Milliarde Menschen auf dem Gewissen. Bild: NZZamSonntag
Tuberkulose fordert weltweit mehr Todesopfer als HIV und Malaria zusammen. In der Schweiz nehmen die Fälle vor allem bei Ausländern zu. Wie gefährlich ist die Krankheit?

Von Martin Amrein, Theres Lüthi | NZZamSonntag

Die Zahlen sind beunruhigend: Seit 2007 nehmen die Tuberkulosefälle in der Schweiz wieder zu, nachdem sie jahrelang rückläufig waren. Der Anstieg ist der Migration zuzuschreiben, das zeigen Daten des Bundesamtes für Gesundheit (BAG). Ein Drittel der Fälle tritt heute bei Flüchtlingen auf.

Für SVP-Nationalrat Adrian Amstutz ist diese Entwicklung Grund zur Sorge. «Wann nimmt der Bundesrat die Einschleppung von Tuberkulose durch Asylbewerber endlich ernst?», fragt er in zwei parlamentarischen Vorstössen. Laut Amstutz könnte die Migration die Tuberkulose in der Schweiz reaktivieren und die Schweizer Bevölkerung bedrohen.

Hat Amstutz recht? Nehmen wir die Tuberkulose zu wenig ernst? Diese Fragen stellen wir Daniel Paris. Der in Nigeria aufgewachsene und lange in Oxford tätige Schweizer Tropenmediziner ist seit einem Jahr medizinischer Leiter des Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Instituts (Swiss TPH) in Basel. Hier laufen die Fäden der Tuberkuloseforschung in der Schweiz zusammen.

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„Das amerikanische Staatswesen war eine Republik der Säufer“

Im Whisky-Rausch kam es schnell zu Schlägereien und schweren Krawallen Quelle: Getty Images
Nach dem Sieg gegen die Briten 1783 brachen die alten Konflikte in den USA wieder aus. Ein Symptom war der Konsum von Whisky und Rum. Amerikaner tranken doppelt so viel wie Russen und Schweden – mit fatalen Folgen.

Von Florian Stark | DIE WELT

Zu den erstaunlichen Beobachtungen für Besucher der USA gehört der Umgang mit Alkohol. Er ist mitunter schwerer zu bekommen als Schusswaffen, darf erst ab 21 Jahren konsumiert werden und erscheint in der Öffentlichkeit meist von braunen Papiertüten umhüllt. Das wird gern mit dem Nachwirken des 18. Zusatzartikels zur US-Verfassung erklärt, der von 1920 bis 1933 „Erzeugung, Verkauf oder Transport berauschender alkoholischer Getränke“ verbot.

Die Ratifizierung des Artikels im Januar 1919 verdankte sich der nachhaltigen Agitation der Abstinenzbewegung, in der Gruppen wie die Prohibition Party, die Woman’s Christian Temperance Union oder die Anti-Saloon League den Ton angaben. Deren Argumentation, die sich auf die Bibel, Moral und medizinische Erkenntnisse stützte, wurde allerdings auch durch die Erinnerung an eine Zeit gestärkt, in der die Amerikaner zu den größten Trinkern des Planeten gehörten.

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Wenn die Kirche zum Kaufhaus wird

ehem. Dominikanerkirche in Maastricht, jetzt Buchhandlung und Kaffeehaus. Themenbild.
In Bilbao wird ein Gotteshaus in einen chinesischen Basar umgewandelt. Der katholischen Kirche laufen die Gläubigen davon, und es fehlt ihr an Geld für den Unterhalt aller Kirchengebäude.

Ute Müller | Neue Zürcher Zeitung

Was ist nur los im einst so katholischen Spanien? Nachrichten wie diese lassen in der Tat aufhorchen: Da wurde kürzlich eine Kirche im Zentrum der nordspanischen Stadt Bilbao an chinesische Unternehmer verkauft, die sie in einen Basar umwandeln werden. Der Unterhalt des Gotteshauses Cristo Rey war der Diözese zu teuer geworden, daher entschloss sich Bilbaos Bischof Mario Iceta zum Verkauf. Es fehle nicht nur an Nachwuchs an Priestern und an Gläubigen, die noch regelmässig zum Gottesdienst gingen, sondern auch an Geld, um alle 296 Pfarreien in der baskischen Provinz Biskaya zu finanzieren, sagte der Bischof zur Begründung.

Am Tag vor Weihnachten verlas Iceta die letzte Messe in Cristo Rey, an Heiligabend und den Feiertagen mussten sich die Kirchgänger bereits nach Alternativen umsehen. In den letzten Wochen wurden die grossen Kacheln des Christus-Reliefs hinter dem Altar entfernt und ins Museum gebracht. Auch die Reliquien und Devotionalien wurden dorthin geschafft.

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Die erste Zivilisation, die interstellare Reisen durchführen kann, „löscht notwendig jede Konkurrenz aus“

Crab nebula. Image: ESA/NASA.
Gibt es intelligentes außerirdisches Leben, ist es gut- oder bösartig oder sind die Menschen doch alleine?

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Was ist los mit den Außerirdischen, auf die wir auf der Erde schon so lange warten oder deren Spuren manche immer mal wieder sehen wollen. Da draußen im Weltall ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass auf irgendeinem der zahllosen Exoplaneten in unserer Galaxie Leben und dann auch intelligentes Leben entstanden ist, das sich durch Technik bemerkbar oder auch zur Erde reisen könnte. Aber bislang sind wir auf der Erde einsam geblieben, was vielleicht dem Bild der monotheistischen Religionen entspricht, dass auch nur Teile der Menschen auf der Erde von Gott auserwählt wurden. Schließlich ist der Heiland auf der Erde zu den sich auserwählt wähnenden Menschen gekommen und hat ihnen die frohe Botschaft verkündet. Theoretisch wäre natürlich auch möglich, dass sich das Drama auf allen Exoplaneten wiederholt oder, viel naheliegender, dass andere intelligente Wesen sich andere Götter erfinden oder auch ohne diese auskommen.

Aber jenseits der Religion bleibt die Frage, warum bislang noch keine Hinweise auf außerirdische Intelligenz wahrgenommen werden konnten oder ob es womöglich trotz einer theoretisch riesigen Zahl von Exoplaneten, die prinzipiell Leben erlauben würden, wie wir es kennen, doch nur die Erde gibt, auf der es zufällig entstanden ist, weil die Wahrscheinlichkeit vielleicht gegen Null geht, dass aus Mikroorganismen intelligentes Leben durch Mutation entstehen kann.

Fermi Paradox

Hintergrund ist das so genannte Fermi Paradox. Der Physiker Enrico Fermi entwickelte in den 1950er Jahren die Argumentation, dass dann, wenn die Erde keine große Ausnahme sein sollte, auch woanders intelligentes Leben entstanden sein muss, das auch fähig zur Raumfahrt, zu Reisen durch Galaxien und zur Kolonisierung ist. Wenn solche Zivilisationen entsprechend alt werden und Millionen von Jahren überleben können, müssten wir bereits auf sie bzw. sie auf uns gestoßen sein. Paradox ist nach dieser Argumentation, warum das noch nicht geschehen ist.

Da hier auch mit der Langlebigkeit von Zivilisationen argumentiert wird, die erst interstellare oder gar intergalaktische Reisen ermöglichen, liegt das Argument nicht fern, dass Zivilisationen eben nicht alt genug werden, sondern sich selbst etwa durch (atomare) Kriege oder ihre Lebensgrundlagen durch rücksichtslose Ausbeutung oder negatives Geoengineerinng wie Klimaerwärmung relativ schnell zerstören könnten. Die Menschen haben gerade erst vor 50 Jahren die technischen Mittel gehabt, zum Mond zu fliegen, darüber hinaus sind sie noch nicht gelangt, während gleichzeitig die Chancen im Anthropozän steigen, dass die planetaren Bedingungen für das Überleben der Menschen bald zusammenbrechen könnten. Ob es dann bereits möglich ist, auf Millionen von Jahren dauernde Reisen ins Unbekannte loszuziehen, die gerade voraussetzen, in den Raumschiffen bzw. Kolonien eine autarke Lebenswelt mit in sich geschlossenen Kreisläufen zu erhalten, wie das mit Biosphäre II versucht wurde, darf bezweifelt werden.

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Ein Hubschrauber für den Mars

Das Testmodell des Mars-Hubschraubers absolviert hier einen Flugtest in einer speziellen Reinraum-Vakuumkammer. Noch sind seine empfindlichen Landebeine durch ein Metallgestellt gestützt. © NASA/JPL-Caltech
Im Jahr 2020 könnte zum ersten Mal ein Helikopter über die Landschaften des Mars fliegen. Der halbautonome Mars-Hubschrauber soll dabei helfen, die Umgebung zu erkunden. Dieses Foto zeigt das kleine Fluggerät mit dem doppelten Rotor bei einem Test unter Bedingungen der Marsatmosphäre. Die NASA führt zurzeit die letzten Tests am Mars-Helikopter durch, bevor er im Sommer mit seinem „Taxi“ zum Mars, dem Rover Mars 2020, vereint wird.

scinexx

Bisher haben Marssonden das Problem, dass sie immer nur einen sehr kleinen Ausschnitt der Marsoberfläche erkunden können. Stationäre Sonden wie Mars InSight untersuchen nur ihren Landeplatz, Marsrover wie Opportunity oder Curiosity legen immerhin schon mehrere Kilometer zurück. Ganz neue Möglichkeiten könnte demnächst eine kleine Drohne bieten, die die Marsumgebung im Flug erkundet – der Mars-Hubschrauber der NASA.

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Brasilien: Evangelikale Kirche soll Pfarrer zu Sterilisation gedrängt haben& mdash; Sammelklage von 80 weiteren Pastoren

Symbolbild: Arbeit im Labor © Axel Heimken (dpa)
Eine evangelikale Kirche in Brasilien soll ihre Pastoren zur Sterilisierung gedrängt haben. Bei den Präsidentschaftswahlen im Oktober nahm die „Igreja Universal do Reino de Deus“ eine besondere Rolle ein.

DOMRADIO.DE

Die brasilianische evangelikale Kirche Igreja Universal do Reino de Deus soll Pastoren zur Sterilisierung gezwungen haben. Pfarrer, die den Eingriff ausschlugen, sollen aus der Kirche gedrängt worden sein, berichtete die Zeitung „Folha de S. Paulo“ am Sonntag.

Im Mai hatte ein Arbeitsgericht die Universalkirche zu einer Entschädigungszahlung von umgerechnet rund 26.000 Euro an einen Pastor verurteilt, der die sogenannte Vasektomie auf Drängen seiner Vorgesetzten durchgeführt hatte. Bei dem Eingriff werden die Samenleiter durchtrennt, was zur Zeugungsunfähigkeit führt.

Betroffener: Kinderlose Pastoren von Vorteil

Der Pastor war von 1994 bis 2010 in Brasilien und Honduras tätig gewesen. Für die Universalkirche sei es von Vorteil, kinderlose Pastoren zu haben, da diese leichter versetzt werden können, sagte der Geistliche vor Gericht aus. Zudem kürze die Universalkirche die Gehälter der Pastoren, die die Vorgaben zum Einsammeln von Spendengeldern nicht erreichten.

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Der Therapiestaat – die moderne Paternalismus-Maschine

Grafik: TP
„Betreutes Denken und Leben“ und damit die Infantilisierung der Bürger schreiten voran

Karl Kollmann | TELEPOLIS

Trotz aller Antipathie gegenüber dem Nationalstaat setzt heute das links-grüne Milieu voll auf ihn, wenn es um die Erziehung der Bürger zu besseren Menschen gehen soll – aber ebenso das rechtskonservative Lager zur Bewältigung von Migrations- und Beliebigkeitskrisen. Beide weisen der Verwaltung neue und mehr Aufgaben zu. Staaten, genauer: die staatliche Verwaltung, die Bürokratie, werden dabei emotional positiv als eine Art guter Freund der Bürger gesehen.

Klassische Liberale, die eine möglichst große individuelle Freiheit vom Staat wollen, gibt es anscheinend kaum mehr. Beim linken Milieu kommt das Paradox hinzu, dass sie nicht nur viele neue Regeln haben wollen, dies aber lieber nicht nationalstaatlich, sondern von der EU oder am besten globalistisch lösen möchten.

Politische Herrschaft

Die Rechtsunterworfenen hatten mit ihrem politischen Herrscher, dem Fürsten, schon immer zu teilen. Der Zehent, als Tributzahlung, war bereits im Altertum in verschiedenen Kulturen bekannt und über das Mittelalter bis in die frühe Neuzeit üblich. Das war ein Zehntel des erwirtschafteten Einkommens eines Untertans (und seiner Familie), in Kriegszeiten waren es gerne mehr. Heute geht es übrigens im Schnitt bei Singles in Deutschland an die 40 Prozent.

Das Grundversprechen zwischen Herrscher und Untertan lautet: Zehent gegen Sicherheit der Person und des persönlichen Eigentums. Immer feiner ausziseliert durch das ausufernde Rechtssystem. Die Fiktion des Gesellschaftsvertrages ist dabei ein Erklärmodell. Kein einziger Bürger hat mit seinem Staat eine solche Vereinbarung geschlossen. Das neugeborene Kind ist bereits rechtsunterworfen, die Eltern haben nur so viel mitzureden, als das Kindswohl nicht gefährdet wird. Ja, in diesem Beitrag soll die verbreitete Staatsromantik gegen den Strich gebürstet, gelesen werden.

Waren lange Zeit die Kirchen die „moralische Anstalten“ der Gesellschaft, die den Menschen vorgeschrieben haben, was sie tun und lassen sollten, so übernahm – als Nebeneffekt sowohl der Aufklärung wie der Industrialisierung – langsam die staatliche Bürokratie diese Aufgabe. Schulpflicht, Arbeitspflicht, Eheverbote gab es mannigfach Anfang des 19. Jahrhunderts; die Französische Revolution schaffte exzessiv neue Gesetze. Mit dem Bedarf an möglichst gesunden Soldaten und rascher „Instandsetzung“ von im Krieg Verletzten setzte der medizinische Aufschwung ein. Die Herstellung von Volksgesundheit war militärisches und politisches Ziel. Brauchbare Ernährung und Hygiene sowie geordnete familiäre Verhältnisse waren dann ärztlich inspirierte Anfänge, die Lebensweise der rechtsunterworfenen Individuen für eine militärische Nutzung zu verbessern.

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Astronomy Group Says Starlink and Other Satellite Constellations Could Threaten Science

The diagonal lines stretching across this telescope image are reflected light from 25 of the first batch of Starlink satellites launched by SpaceX. (Image: © Victoria Girgis/Lowell Observatory)
The International Astronomical Union (IAU) is voicing concerns about the risk that SpaceX’s Starlink and other planned massive satellite constellations in low Earth orbit pose to astronomy.

By Meghan Bartels | SPACE.com

The group, most famous for its role in „demoting“ Pluto from the rank of planet, represents more than 13,000 astronomers worldwide. In its statement, released yesterday (June 3), the IAU pointed out that while there are several megaconstellations under development, no one knows quite what consequences such huge numbers of low Earth orbit satellites could have on astronomy.

„The organisation, in general, embraces the principle of a dark and radio-quiet sky as not only essential to advancing our understanding of the Universe of which we are a part, but also as a resource for all humanity and for the protection of nocturnal wildlife,“ the statement reads. „We do not yet understand the impact of thousands of these visible satellites scattered across the night sky and despite their good intentions, these satellite constellations may threaten both.“

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Streit um Kommissar Alexa

Bild: tagesschau.de
Sollen Ermittler auf Daten aus Sprachassistenten wie Alexa und Siri zugreifen? Das ist auch unter den Innenministern umstritten. Niedersachsens Ressortchef Pistorius ist gegen solche „Abhörwanzen“.

tagesschau.de

Die Innenminister von Bund und Ländern sind sich offenbar uneinig, ob Ermittlungsbehörden auch auf Daten aus vernetzten Geräten zugreifen sollen. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) widersprach Berichten, wonach die Innenminister prüfen, die Bürger über digitale Sprachassistenten und andere Smart-Home-Geräte abzuhören.

Bei der nächsten Innenministerkonferenz (IMK) gehe es beim Tagesordnungspunkt „Digitale Spuren“ nicht darum, die möglichen Datenquellen für die Polizeiarbeit zu erweitern, sagte Pistorius im dpa-Interview. Ein Blick nach China zeige, wohin der hemmungslose Gebrauch von Daten führen könne. „Dann hätte letztlich jeder, der „Alexa“ oder „Google Home“ benutzt, im Zweifel eine Abhörwanze im Wohnzimmer.“

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Big-Brother-Awards rügen Überwachung und Spähsoftware

Diese Auszeichnung sind bei den „Preisträgern“ alles andere als begehrt. Mit den „Big-Brother-Awards“ hat die Datentschützer-Initiative Digitalcourage problematisches Datensammeln von Firmen und Behörden gerügt.

evangelisch.de

Die diesjährigen Big-Brother-Awards haben problematisches Datensammeln von Softwarefirmen und Behörden angeprangert. Die Datenschützer-Initiative Digitalcourage vergab am Samstagabend in Bielefeld die Negativauszeichnungen in fünf Kategorien. Gerügt wurden Programme, die für die Überwachung Polizeidaten mit Daten von Facebook und WhatsApp verknüpfen oder unbemerkt im Hintergrund Emotionen von Anrufern analysieren. Prominente „Preisträger“ waren der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) und das Internetportal „Zeit Online“.

Bei der Aachener Firma Precire wurde moniert, dass ihre Sprachanalyse-Software Emotionen von Anrufern analysiere. Digitalcourage forderte ein Verbot von Sprachanalyse und „künstlicher Intelligenz“ zur Charakter-, Emotions- und Motivationserkennung.

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US-Botschaften umgehen Verbot ihrer Regierung und zeigen Regenbogenflagge

Eine Regenbogenflagge hängt an der US-Botschaft in Seoul Quelle: picture alliance / YONHAP NEWS AGENCY
Kontroverse in den USA: Mehrere Diplomaten umgehen laut Medienberichten ein Verbot des US-Außenministeriums, die Regenbogenflagge an den Botschaften zu hissen. Ein anonymer Diplomat spricht von einem „Aufstand der ersten Kategorie“.

DIE WELT

Das US-Außenministerium hat Medienberichten zufolge seinen Auslandsvertretungen verboten, die Regenbogenflagge zum Gay-Pride-Month an den Fahnenstangen der Botschaften zu hissen.

Zahlreiche Diplomaten umgehen laut US-Medienberichten vom Wochenende aber das Verbot, indem sie das Symbol der LGBTQ-Gemeinde anderswo auf dem Botschaftsgelände zeigen. LGBTQ ist die englische Abkürzung für lesbisch, schwul, bisexuell, transgender und queer.

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Wasserkrise: Eisberg soll nach Kapstadt gebracht werden

APA/AFP/Eitan Abramovich
Kapstadt kämpft aufgrund der anhaltenden Dürre seit Jahren mit Wasserknappheit. Obwohl eine Katastrophe vorerst abgewendet werden konnte, ist der Wasserpegel der Reservoirs nach wie vor erschreckend niedrig. Ein Forschungsteam will daher einen Eisberg aus der Antarktis vor die Küste Kapstadts bringen und somit die Wasserversorgung sicherstellen. Doch der Preis, der dafür zu zahlen ist, scheint ein hoher zu sein – den nicht zuletzt auch die Umwelt zahlen könnte.

Tamara Sill | news.ORF.at

Ende 2017 stand die Wasserversorgung der südafrikanischen Metropole kurz vor dem Zusammenbruch. Der Wasserverbrauch der rund 4,5 Millionen Einwohner und Einwohnerinnen wurde auf 50 Liter pro Tag rationiert. Durch hohe Investitionen in zusätzliche Quellen wie Grundwasser, Entsalzung und Aufbereitung von Nutzwasser konnte zwar das Schlimmste verhindert werden, doch auch eineinhalb Jahre später ist die Lage immer noch angespannt.

Das ruft einen Mann auf den Plan, der in seinem Leben schon ein von Piraten gekapertes brennendes Schiff aus dem Golf von Aden gezogen, einen sinkenden Öltanker vor Mexiko gerettet und die italienische „Costa Concordia“ geborgen hat: Nicholas Sloane. Der 58-jährige Südafrikaner ist Initiator eines Projekts, das Kapstadt aus der Wasserkrise führen soll. Er will einen Eisberg aus der Antarktis vor die Südküste Afrikas bringen und die Einwohner und Einwohnerinnen so mit Wasser versorgen.

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Orthodoxe Rabbiner fordern Kippa-Emoji

Bild: bb
Für fast alles gibt es Emojis, die kleinen Symbole für Chat und Messenger: Nahrungsmittel, Flaggen, Tiere – sogar für Menschen mit Kopftuch und Turban. Jüdische Kopfbedeckungen sucht man bislang allerdings vergeblich. Das soll sich ändern.

katholisch.de

Die Europäische Rabbinerkonferenz (CER) fordert mehr jüdische Emojis. Nach dem Willen der orthodoxen Organisation soll es künftig Emojis geben, die eine Torah-Rolle darstellen sowie Männer und Frauen mit jüdischen Kopfbedeckungen. „Es gibt Emojis mit Frauen im Hidschab und arabische Kleriker – aber die Juden wurden vergessen“, so der Generalsekretär der Konferenz, Gadi Gronich. Wenn es legitim sei, Familien mit zwei Vätern oder zwei Müttern und islamische religiöse Bekleidung zu zeigen, sollte es auch Platz für jüdische Symbole geben, heißt es in einem Brief der Konferenz an das Unicode-Konsortium, das den internationalen Standard für Schriftzeichen „Unicode“ verwaltet und über die Aufnahme neuer Symbole entscheidet.

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EU-Staaten haben mehr Grenzbeamte gemeldet als angestellt

Symbolbild: Frontex Crew – Getty Images (Dan Kitwood)
Die EU-Staaten haben laut Frontex insgesamt 115.000 Grenzbeamte gemeldet. „Das stimmt so aber nicht.“

Die Presse.com

Die Länder der Europäischen Union (EU) setzen aktuell 5.000 weniger Grenzbeamte ein als eigentlich notwendig wären. Frontex-Direktor Fabrice Leggeri sagte der „Welt am Sonntag“: „Wir haben festgestellt, dass die EU-Staaten insgesamt auf dem Papier 115.000 Grenzbeamte gemeldet haben. Das stimmt so aber nicht.“ Europaweit fehlten 5000 Grenzbeamte.

„Das hat mich auch sehr überrascht“, erklärte Leggeri. Die Europäische Agentur für die Grenz- und Küstenwache befinde sich deshalb in Gesprächen, warum die Mitgliedsstaaten zu wenige Beamte im Einsatz hätten. Welche Länder zu wenig Personal stellen, erklärte Frontex nicht.

Frontex selbst soll bis 2027 schrittweise von derzeit rund 1.500 auf bis zu 10.000 Grenzschützer aufgestockt werden. „Wir sind als Frontex gefragt – auch weil wir feststellen müssen, dass es in den EU-Staaten zu wenig Grenzbeamte gibt“, sagte Leggeri.

Orthodoxe Kirche lehnt Papstbesuch in Russland ab

Metropolit Hilarion: „In unserer Kirche sind viele Bischöfe, Priester und Gläubige nicht dazu bereit, ihn zu empfangen“

kath.net

Russlands orthodoxe Kirche hat erneut Nein zu einem möglichen Besuch von Papst Franziskus gesagt. Eine Russlandreise des Oberhaupts der katholischen Kirche stehe „momentan nicht auf der Agenda der bilateralen Beziehungen“, erklärte der Außenamtschef des orthodoxen Moskauer Patriarchats, Metropolit Hilarion, in einem Interview des Schweizer Portals „cath.ch“. „In unserer Kirche sind viele Bischöfe, Priester und Gläubige nicht dazu bereit, ihn zu empfangen.“

Das Moskauer Patriarchat wolle nicht, dass sich „durch solche Stimmungen“ das Verhältnis zwischen beiden Kirchen verschlechtere, so Hilarion. „Wir ziehen es vor, langsam vorzugehen, ohne plötzliche Schritte.“ Die Beziehungen sind laut dem Metropoliten auf einem „positiven“ Weg.

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