Brasilien: Evangelikale Kirche soll Pfarrer zu Sterilisation gedrängt haben& mdash; Sammelklage von 80 weiteren Pastoren


Symbolbild: Arbeit im Labor © Axel Heimken (dpa)
Eine evangelikale Kirche in Brasilien soll ihre Pastoren zur Sterilisierung gedrängt haben. Bei den Präsidentschaftswahlen im Oktober nahm die „Igreja Universal do Reino de Deus“ eine besondere Rolle ein.

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Die brasilianische evangelikale Kirche Igreja Universal do Reino de Deus soll Pastoren zur Sterilisierung gezwungen haben. Pfarrer, die den Eingriff ausschlugen, sollen aus der Kirche gedrängt worden sein, berichtete die Zeitung „Folha de S. Paulo“ am Sonntag.

Im Mai hatte ein Arbeitsgericht die Universalkirche zu einer Entschädigungszahlung von umgerechnet rund 26.000 Euro an einen Pastor verurteilt, der die sogenannte Vasektomie auf Drängen seiner Vorgesetzten durchgeführt hatte. Bei dem Eingriff werden die Samenleiter durchtrennt, was zur Zeugungsunfähigkeit führt.

Betroffener: Kinderlose Pastoren von Vorteil

Der Pastor war von 1994 bis 2010 in Brasilien und Honduras tätig gewesen. Für die Universalkirche sei es von Vorteil, kinderlose Pastoren zu haben, da diese leichter versetzt werden können, sagte der Geistliche vor Gericht aus. Zudem kürze die Universalkirche die Gehälter der Pastoren, die die Vorgaben zum Einsammeln von Spendengeldern nicht erreichten.

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