Wenn die Kirche zum Kaufhaus wird


ehem. Dominikanerkirche in Maastricht, jetzt Buchhandlung und Kaffeehaus. Themenbild.
In Bilbao wird ein Gotteshaus in einen chinesischen Basar umgewandelt. Der katholischen Kirche laufen die Gläubigen davon, und es fehlt ihr an Geld für den Unterhalt aller Kirchengebäude.

Ute Müller | Neue Zürcher Zeitung

Was ist nur los im einst so katholischen Spanien? Nachrichten wie diese lassen in der Tat aufhorchen: Da wurde kürzlich eine Kirche im Zentrum der nordspanischen Stadt Bilbao an chinesische Unternehmer verkauft, die sie in einen Basar umwandeln werden. Der Unterhalt des Gotteshauses Cristo Rey war der Diözese zu teuer geworden, daher entschloss sich Bilbaos Bischof Mario Iceta zum Verkauf. Es fehle nicht nur an Nachwuchs an Priestern und an Gläubigen, die noch regelmässig zum Gottesdienst gingen, sondern auch an Geld, um alle 296 Pfarreien in der baskischen Provinz Biskaya zu finanzieren, sagte der Bischof zur Begründung.

Am Tag vor Weihnachten verlas Iceta die letzte Messe in Cristo Rey, an Heiligabend und den Feiertagen mussten sich die Kirchgänger bereits nach Alternativen umsehen. In den letzten Wochen wurden die grossen Kacheln des Christus-Reliefs hinter dem Altar entfernt und ins Museum gebracht. Auch die Reliquien und Devotionalien wurden dorthin geschafft.

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