Vollbremsung

Grafik: TP
Das Auto muss weg

Klaus Gietinger | TELEPOLIS

  1. Jedes Jahr sterben 1,35 Millionen Menschen auf den Straßen der Welt durch Verkehrsunfälle, Tendenz steigend. Zählt man die Umweltbelastung durch das Kfz dazu, kommt man damit auf jährlich drei Millionen Tote. Inklusive der autobedingten Umweltverschmutzung macht das von Beginn der Motorisierung an bis zum Jahr 2030 mindestens 200 Millionen Todesopfer – mehr als durch alle Kriege. Das Auto frisst zudem immer mehr Öl, das trotz Fracking vermutlich in 40 Jahren aufgebraucht sein wird. Dann ist Schicht im Schacht. Das Kfz hat bis dahin große Teile der Erde vergiftet und sich einen immer größeren Anteil an der Klimaerwärmung herausgefahren, Hunger produziert und unglaublichen Raum gefressen. Umweltkatastrophen und Kriege folgen. Doch Halt, wer wird denn gleich in die Luft gehen? Bitte durchatmen, solange es noch klappt. Denn zum globalen Fahren gegen die Wand wird es nicht kommen. Wir legen eine Vollbremsung hin. Doch zuerst noch einige Ursachen.
  2. Kapitalismus per se erfordert eine immer schnellere Bewegung von Waren als auch einen immer größeren Warenausstoß. Die Bewegung des Kapitals ist maßlos. Dies überträgt sich auf unser ganzes Leben und eben auch auf die Art und Weise, wie wir uns bewegen. Wir wollen immer schneller immer weiter. Wir sind scheinbar zur Maßlosigkeit verurteilt. Einzig wirtschaftliche Krisen bremsen kurzzeitig dieses Hamsterrad.

Vor allem das von Faschisten gepushte Auto hat uns bewegungssüchtig gemacht. „Das goldenen Zeitalter“ des Fordismus nach dem Zweiten Weltkrieg machte das Auto für breite Schichten erwerbbar. Die Droge kann nur von einer Bewegung von unten gebremst werden. Es mehren sich die Anzeichen, dass wir uns in einer Zeitenwende befinden.

  1. Das Auto gaukelt uns Individualität und mühelose Überwindung des Raums vor. Diese Leichtigkeit der Bewegung ist die ursprüngliche Glücksverheißung des Kfz, wir potenzieren unsere Kraft, ohne uns groß anstrengen zu müssen. Das schwere Ding auf vier Rädern erscheint uns als Maschine, die uns das Leben und den äußeren Zwang zur Beschleunigung erleichtert, und dafür gehen wir über Leichen. Wir werden zu Süchtigen. Obwohl wir uns immer gleich lang im Verkehrsraum aufhalten und im Schnitt nicht mehr als drei Wege am Tag zurücklegen, fahren wir immer weiter und immer schneller. Wir gewinnen im Verkehr jedoch keine Zeit, so schnell wir uns auch bewegen. Die junge automeidende Generation in der Stadt ist der Ansatzpunkt einer Wende, ebenso die Zunahme des Fahrradverkehrs bei allen Generationen und Klassen. Doch beide Hebel sind nicht stark genug, um die Kfz-Gesellschaft auszuhebeln. Dafür muss noch mehr passieren.

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Gender-Dokument: Dogmatikerin wirft Vatikan Unkenntnis vor

Bild: © Privat
Die Dogmatikerin Margit Eckhold ist Spezialistin für Geschlechterfragen. Den Autoren eines umstrittenen Vatikan-Dokuments zum Thema Gender wirft sie nun mangelnde Sachkenntnis vor: Unzutreffende Vorwürfe seien als „Papiertiger“ inszeniert worden.

katholisch.de

Die Osnabrücker Dogmatikerin Margit Eckholt hat dem Vatikan Unkenntnis beim Thema Gender vorgeworfen. Die Autoren eines jüngst veröffentlichten Dokuments seien nicht auf dem aktuellen wissenschaftlichen Stand, sagte die Theologin dem Nachrichtenportal „Vatican News“ am Dienstag. Das Schreiben werfe der Gender-Theorie vor, dass bei ihr biologisches und kulturell-soziales Geschlecht auseinanderfielen. Beim Thema gehe es jedoch um eine größere Freiheit von der Fixierung auf biologische Voraussetzungen, so Eckholt, die verstärkt zum christlichen Menschenbild und Geschlechterfragen forscht.

Am Montag hatte die vatikanische Bildungskongregation ein Dokument mit dem Titel „Als Mann und Frau schuf er sie. Für einen Weg des Dialogs zur Genderfrage in der Bildung“ veröffentlicht, indem sie die Gender-Theorie kritisiert.

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Erdrotation erzeugt Strömung im Gardasee

Für die Strömungen im langen, schmalen Gardasee spielt die Corioliskraft eine entscheidende Rolle. © Hans Hagenaars / CC-by-sa 3.0
Überraschende Entdeckung: Die Erdrotation beeinflusst nicht nur Strömungen im Ozean, sondern wirkt selbst in relativ kleinen Seen wie dem Gardasee in Italien, wie nun eine Studie enthüllt. Demnach verursacht die ablenkende Wirkung der Erddrehung – die Corioliskraft – bei bestimmten Windrichtungen eine Umwälzströmung in diesem schmalen, aber tiefen See. Dieser für die Seeökologie wesentliche Prozess könnte auch bei anderen Seen dieser Art eine bisher unterschätzte Rolle spielen, so die Forscher im Fachmagazin „Scientific Reports“.

scinexx

Die Corioliskraft ist für das Erdklima und die Ozeane prägend. Denn diese ablenkende Wirkung der Erdrotation lenkt Winde und Wasserströmungen auf der Nordhalbkugel nach rechts ab, auf der Südhalbkugel nach links. Die Corioliskraft bestimmt dadurch beispielsweise, in welche Richtung sich Sturmtiefs drehen und beeinflusst den Verlauf von Meeresströmungen und die Drift von Eisbergen. Sogar in sehr großen Seen wie dem Baikalsee oder den Great Lakes in Nordamerika wurden Effekte der Corioliskraft auf die Wasserströmungen nachgewiesen.

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„Eklig und ein Ärgernis“: BubbleGum im Betbereich

Speyer: Ein Kaugummi klebt unter der Rückenlehne einer Sitzbank im Dom. Foto: dpa
Auf diese „Spende“ von Besuchern würden die Kirchen gerne verzichten: Dom-Verwaltungen klagen über Kaugummis als klebrige Hinterlassenschaft in ihren Gotteshäusern. „Das nimmt schon in gewisser Weise zu“, sagt Raimund Haubrich von der Trierer Domverwaltung.

Kölner Stadt-Anzeiger

Im Dom St. Peter, der ältesten Bischofskirche in Deutschland, kleben Kaugummis zum Beispiel auf den Sandsteinböden.

Über Bubblegum im Betbereich klagt auch Speyer. „Jedes einzelne Kaugummi, das auf dem Boden landet oder an einer Bank klebt, ist erstmal eklig und ein Ärgernis, weil unschön und nur mit Aufwand zu entfernen“, sagt Dom-Kulturmanagerin Friederike Walter.

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Gigantischer prähistorischer Wolfskopf in Sibirien gefunden

Quelle: Infografik WELT/Jörn Baumgarten
Solche Funde sind selten. In Sibirien ist ein extrem gut erhaltener Wolfskopf aufgetaucht – Fell und Gebiss inklusive. Er wird auf 40.000 Jahre geschätzt und beeindruckt mit seiner schieren Größe.

Von Philipp Nagels | DIE WELT

Stell dir vor, du spazierst unschuldig am Flussufer entlang und dann liegt da … das! Ein felliger, abgetrennter Kopf eines Wolfes, ohne Augen, dafür mit intaktem Gebiss.

So in etwa ist es Pavel Efimov ergangen. Der Russe fand den Kopf im vergangenen Sommer am Flussufer des Tirekhtyakh, einem Seitenfluss der Indigirka im Nordosten Russlands. Das berichtet die „Siberian Times“.

Forscher der Republic of Sakha Academy of Sciences und der japanischen Jikei University School of Medicine haben ihn inzwischen untersucht, vermessen und datiert. Ein Sensationsfund!

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Tropische Riesen-Zecke hat erstmals in Deutschland überwintert

Zum Vergleich: Hyalomma marginatum (r.) ist wesentlich größer als der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) Quelle: dpa/Lidia Chitimia-Dobler
Normalerweise kommt die Hyalomma-Zecken mit Zugvögeln nach Europa. Doch nun hat sie Experten zufolge erstmals überwintert. Die Riesen-Zecke kann gefährliche Erreger übertragen – etwa das Krim-Kongo-Fieber.

DIE WELT

Sie sind wesentlich größer als die hier bekannten Zecken, sie können Menschen wittern und Dutzende Meter weit verfolgen. Nun haben Hyalomma-Zecken aus Afrika und Südeuropa das erste Mal nachweislich in Deutschland überwintert. Es seien nach den jüngsten heißen Tagen gleich sechs der spinnenartigen Riesenzecken aufgetaucht, fünf Stück auf einem Pferdehof am Niederrhein und eine auf einem Pferd in Niedersachsen, teilten die Universität Hohenheim (Stuttgart) und das Münchner Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr am Dienstag mit.

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Kramp-Karrenbauer, die Klarnamenpflicht und die Kanzlerfrage

Annegret Kramp-Karrenbauer. Foto: Patrick Büttgen, phoenix. Lizenz: CC BY-SA 4.0
In der CDU ist nach schlechten Umfragewerten eine Debatte darüber entbrannt, ob die aktuelle Parteivorsitzende die richtige Kandidatin für den Posten der Regierungschefin ist

Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Im Dezember übernahm Annegret Kramp-Karrenbauer nach einem knappen Sieg über Friedrich Merz den Parteivorsitz der CDU. Darauf hin ging es für die Union in den Umfragen wieder leicht nach oben – aber nur bis in den April. Danach sackten die Christdemokraten in den Umfragen von über 30 auf nur noch 24 bis 27 Prozent ab. Bei Emnid liegen sie mit 27 Prozent gleichauf mit den Grünen, bei Forsa mit 24 Prozent sogar dahinter.

Für Annegret Kramp-Karrenbauer selbst sehen die Umfragewerte noch schlechter aus als die für ihre Partei: Den Meinungsforschern der Forschungsgruppe Wahlen gegenüber lehnen sie aktuell 71 Prozent als Bundeskanzlerin ab – 20 Prozentpunkte mehr als im März. Selbst unter den Unionsanhängern hätte sie nur eine Minderheit von 28 Prozent gerne als Regierungschefin. Bei anderen Instituten schneidet sie nicht sehr viel besser ab.

Kritik und ein sich selbst verstärkender Kreislauf

Eine (Mit-)Ursache, die sich für das schlechte Abschneiden anbietet, ist die Ende März verabschiedete faktische Uploadfilterpflicht in Artikel 13 / 17 der neuen EU-Urheberrechtsrichtlinie, deren Gültigkeit die polnische Regierung mit einer Klage angefochten hat (vgl. Polen zieht gegen EU-Richtlinie zum Urheberrecht vor EuGH). Diese Uploadfilterpflicht wurde in Sozialen Medien mit Hashtags wie #NieMehrCDU von zahlreichen Nutzern kritisiert (vgl. Trilog-Einigung auf Uploadfilter).

Annegret Kramp-Karrenbauer folgerte daraus nach dem schlechten Abschneiden ihrer Partei bei der EU-Wahl, man müsse vor Wahlen Meinungsäußerungen im Internet „regulieren“ (vgl. CDU zieht Konsequenzen aus Wahldebakel: Meinungsfreiheit muss geregelt werden), was in Sozialen Medien noch negativere Reaktionen und Hashtags wie #AKKRuecktritt zur Folge hatte.

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Verbot von Pseudotherapien: „Homosexualität ist keine Krankheit“

Bild: tagesschau.de
Gesundheitsminister Spahn will bis Jahresende ein Gesetz auf den Weg bringen, um sogenannte „Konversionstherapien“ für Homosexuelle zu verbieten. Zwei neue wissenschaftliche Gutachten stützen die Pläne.

tagesschau.de

Im Kampf gegen Homophobie will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Pseudotherapien für Schwule und Lesben verbieten lassen. Er strebe an, noch in diesem Jahr einen entsprechenden Gesetzentwurf auf den Weg zu bringen. „Homosexualität ist keine Krankheit und damit nicht behandlungsbedürftig“, sagte der Minister in Berlin.

Er stellte auch zwei neue wissenschaftliche Gutachten vor, die seine Pläne stützen. Sie zeigten, dass es medizinisch geboten und verfassungsrechtlich möglich sei, solche Angebote zu verbieten. Die Gutachten gehen zurück auf eine Expertenkommission, die er im April einberufen hatte. Dieser gehören unter anderem Experten für Recht, Gesundheit und Sexualforschung an.

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Schweiz: Salafisten tagen heimlich in Wipkingen – alle Mieter unter Generalverdacht zu stellen, sei nicht verhältnismässig, sagt die Vermieterin

Keine Säle für Propagandaveranstaltungen: Das hat Sicherheitsdirektor Mario Fehr (sp.) vor zwei Jahren verkündet. Wie nun bekannt wurde, tagte der Islamische Zentralrat kürzlich in Wipkingen – in einer Liegenschaft, die mit Steuergeldern finanziert wird.

Neue Zürcher Zeitung

Der Islamische Zentralrat (IZRS) hat sich Mitte Mai heimlich in Zürich versammelt. Das gemeinsame Fastenbrechen mit Koranrezitation fand im Gemeinschaftszentrum (GZ) Wipkingen statt, wie der «Tages-Anzeiger» berichtete. Bereits vor zwei Jahren hatte der Islamrat im World Trade Center in Zürich-Seebach eine Veranstaltung geplant. Die Immobilie gehört der Pensionskasse des Kantons Zürich (BVK), die den Anlass absagte. Damals übte Sicherheitsdirektor Mario Fehr (sp.) Kritik an «sämtlichen Leuten, die solchen Propagandaveranstaltungen Säle zur Verfügung stellten, um damit gutes Geld zu machen».

Brisant macht das Treffen vor einigen Wochen die Tatsache, dass die GZ von den Zürcher Steuerzahlern subventioniert werden. Die Stiftung Zürcher Gemeinschaftszentren ist ein Vertragspartner des stadtzürcherischen Sozialdepartements im Bereich Soziokultur und erbringt im Auftrag der Stadt Leistungen für die Bevölkerung der verschiedenen Quartiere.

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Deutschlandfunk: „Alexa, starte Evangelische Morgenandacht“

Die evangelischen Morgenandachten aus dem Deutschlandfunk gibt es jetzt auch auf Alexa.

evangelisch.de

Mit einer Andacht in den Tag starten? Das geht jetzt auch mit Alexa. Sagen Sie einfach „Alexa, aktiviere Evangelische Morgenandacht“ (oder klicken Sie hier auf Amazon) und bekommen Sie die täglichen Andachten aus Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur auf Alexa. Sagen Sie dann einfach „Alexa, starte Evangelische Morgenandacht“.

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Erzbischof Vigano bekräftigt Vorwürfe gegen Papst: Ein System der Vertuschung?

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Der frühere Papstbotschafter in den USA, Erzbischof Carlo Maria Vigano, bezichtigt Papst Franziskus der „offensichtlichen Lüge“. Zugleich hält er ihm mangelnden Willen zur Aufklärung des Missbrauchsskandals um Ex-Kardinal McCarrick vor.

DOMRADIO.DE

So sei die vom Vatikan angekündigte Untersuchung der Affäre um den früheren Erzbischof von Washington nur ein „leeres Versprechen“, denn die Offenlegung der entsprechenden Dokumente, sofern überhaupt noch vorhanden, wäre für den Papst „desaströs“, zitiert die „Washington Post“ aus einem Schriftwechsel mit Vigano.

„Offensichtliche Lügen“

Die jüngsten Äußerungen des Papstes in einem mexikanischen Interview, er habe jahrelang nichts von McCarricks Verfehlungen gewusst und könne sich an ein Gespräch mit Vigano darüber nicht erinnern, bezeichnet dieser als „offensichtliche Lügen“. Vigano, der von 2011 bis 2016 Nuntius, also Papstbotschafter in Washington war, wiederholte, er habe Franziskus schon im Juni 2013 über McCarricks Übergriffe informiert.

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Brasilien: Lula da Silva war offenbar nach Justizmanipulation inhaftiert worden

Bolsonaro mit Sérgio Moro, der Lula als Ermittlungsrichter hinter Gitter brachte und von Bolsanaro als Justizminister eingesetzt wurde. Bild: Marcos Corrêa/PR/CC BY-SA-2.0
Leak belastet Justizminister Moro massiv. Bundesregierung: Verfahren gegen Lula da Silva „nicht politisch motiviert oder rechtsstaatswidrig“

Harald Neuber | TELEPOLIS

In Brasilien hat der amtierende Justizminister Sérgio Moro in seiner Zeit als Ermittlungsrichter offenbar vorsätzlich dafür gesorgt, dass der ehemalige Präsident Luiz Inácio Lula da Silva inhaftiert wird, um ihn an einer Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl 2018 zu hindern. Dafür habe er wiederholt Staatsanwälten Tipps gegeben, wie eine international weiterhin umstrittene Korruptionsanklage gegen den Politiker vorangetrieben werden kann.

Nach einem Bericht des Investigativ-Portals The Intercept hat Moro Staatsanwälten von seinem Handy aus wiederholt Ratschläge, Kritik und Tipps zukommen lassen, um die Untersuchungen im Fall „Lava Jato“ (Autowäsche) voranzutreiben. Dabei handelt es sich um einen ausgedehnten Korruptionsskandal, in den staatliche und halbstaatliche Unternehmen sowie Politiker verwickelt sind. Lula da Silva wurde in diesem Zusammenhang 2016 angeklagt und 2017 von Moro selbst zu gut neuneinhalb Jahren Haft verurteilt. Dieses Strafmaß wurde später noch einmal erhöht. In Brasilien und international sind Prozess und Urteil massiv umstritten, weil gegen Lula keine belastbaren Beweise vorgelegt werden konnten.

Nach Meinungsumfragen hätte Lula die Präsidentschaftswahl 2018 gewonnen, wenn er nicht inhaftiert worden wäre. Ein von der linksgerichteten Arbeiterpartei kurzfristig ernannter Ersatzkandidat, Fernando Haddad, war dem rechtsextremen Wahlsieger Jair Bolsonaro unterlegen. Nach seiner Wahl ernannte Bolsonaro Moro zum Justizminister.

Moro hatte Lula da Silva in seiner international harsch kritisierten Urteilsbegründung zu einer neunjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Der Jurist warf dem Politiker vor, von einer Baufirma als Bestechung eine renovierte Wohnung am Meer erhalten zu haben. Dieser Vorwurf konnte aber nie durch Dokumente belegt werden.

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Blutgruppe: Aus A mach Null

Oberflächenmoleküle auf den roten Blutkörperchen bestimmen unsere Blutgruppe. © Eraxion/ thinkstock
Geschickt umgewandelt: Forscher haben ein Enzympaar entdeckt, das aus der Blutgruppe A die Blutgruppe Null machen kann. Die von einem Bakterium in unserem Darm produzierten Enzyme schneiden dafür einfach die charakteristischen Zuckermoleküle der Antigene auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen ab. Das Ergebnis ist universell einsetzbares Spenderblut, wie das Team im Fachmagazin „Nature Microbiology“ berichtet.

scinexx

Bluttransfusionen können Leben retten – vorausgesetzt, die Blutgruppe stimmt. Passt das Blut von Spender und Empfänger nicht zusammen, werden die fremden Blutzellen vom Immunsystem zerstört. Schuld an dieser fatalen Unverträglichkeit sind unterschiedliche Moleküle auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen. Dazu gehören unter anderem die Blutgruppenfaktoren des AB0-Systems. Abhängig davon, ob sie die Blutgruppe A, B, AB oder Null besitzen, können Menschen nur ganz bestimmte Blutspenden empfangen.

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Muslime verurteilen Koranschändungen und fordern Moschee-Schutz: „Neue Dimension der Perversion“

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland hat die Schändung und Zerstörung von Koranen in einer Bremer Moschee am Samstag scharf verurteilt. Die Tat füge dem gesellschaftlichen Frieden und Zusammenhalt sowie der Demokratie schweren Schaden zu.

DOMRADIO.DE

Ihr Vorsitzender Aiman Mazyek sprach am Dienstag in Berlin von einer „neuen Dimension der Perversion“. Sie ziele „klar darauf ab, die Spirale von Hass und Gewalt gegen Muslime und ihrer Moscheen sowie allgemein gegen ihre Religion weiter anzutreiben“.

Die Taten müssten als Staatsschutzstraftaten eingestuft werden, so der ZDM-Vorsitzende. Angriffe auf Muslime in Deutschland seien „ein Angriff auf uns alle“. Mazyek forderte die Ernennung eines Beauftragten gegen Muslimfeindlichkeit sowie polizeilichen Schutz für Moscheen.

Fehlende Empathie

Mazyek kritisierte zudem ein Fehlen deutlicher Verurteilungen der Tat in Politik und Gesellschaft. Stattdessen werde mit bagatellisierenden Begriffen wie „Sachbeschädigung“ der Eindruck von fehlender Empathie befördert. Der Zentralrat erwarte nicht zuletzt aufgrund weiterer muslimfeindlicher Übergriffe und Straftaten in letzter Zeit eine intensive Untersuchung des Falls.

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Espresso wirkt gegen die Symptome einer seltenen Erbkrankheit

Themenbild. Bild von Free-Photos auf Pixabay
Eigentlich war es ein einfacher Fehler beim Kaffeekauf. Für die Wissenschafter war es «einer dieser unglaublichen glücklichen Zufälle»: in diesem Fall ein unfreiwilliger Doppelblindversuch.

Neue Zürcher Zeitung

Bei einem ungewollten Versuch hat ein Elfjähriger in Frankreich erfahren, wie wirksam Espresso die Symptome seiner seltenen Erbkrankheit lindert. Der Knabe leidet an einer sogenannten Dyskinesie, die unheilbar ist und zu schweren Muskelkrämpfen führen kann. Mit zwei Tassen Espresso pro Tag können die schmerzhaften Zuckungen aber verhindert werden.

Die Eltern des Knaben kauften einmal versehentlich Kapseln mit entkoffeiniertem Espresso. Der Elfjährige litt daraufhin vier Tage lang unter Muskelkrämpfen, bevor die Eltern ihren Irrtum bemerkten, wie aus einem am Dienstag in der Fachzeitschrift «Annals of Internal Medicine» veröffentlichten Artikel hervorgeht. Als der Bub wieder Espresso mit Koffein trank, verschwanden die Symptome.

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Evangelische Kirche richtet zentrale Anlaufstelle zu Missbrauch ein

Bild: © dpa/Markus Hibbeler
Im Herbst hatte die Evangelische Kirche in Deutschland elf Punkte zur Aufarbeitung von Missbrauch beschlossen. Dazu zählt die Schaffung einer zentralen, unabhängigen Anlaufstelle für Betroffene. Schon in Kürze nimmt die ihre Arbeit auf.

katholisch.de

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) richtet zum 1. Juli eine unabhängige zentrale Anlaufstelle zum sexuellen Missbrauch ein. Betroffenen von sexualisierter Gewalt in der evangelischen Kirche oder der Diakonie stünden in der „Zentralen Anlaufstelle.help“ Fachkräfte für Beratungsgespräche im geschützten Rahmen zur Verfügung, teilte die EKD am Dienstag in Hannover mit. Einen entsprechenden Vertrag habe die Kirche mit der Fachberatungsstelle „Pfiffigunde Heilbronn“ geschlossen. Das Angebot ergänze die Ansprechstellen in einigen Landeskirchen.

Die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs als Sprecherin des EKD-Beauftragtenrats erklärte am Rande eines Experten-Fachtags, eine zentrale Anlaufstelle sei ein dringliches Anliegen aus Sicht der Betroffenen.

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