Urteil zur Tötung von Hühnerküken: Empörung und Entsetzen bleiben groß

Protestaktion gegen Kükenschreddern © Jan Woitas (dpa)
Das Bundesverwaltungsgericht hat entschieden: Bis zur Einführung von alternativen Verfahren bleibt das massenhafte Töten männlicher Küken rechtmäßig. Ein empörendes Urteil, findet Rainer Hagencord vom Institut für Theologische Zoologie.

DOMRADIO.DE

DOMRADIO.DE: Was sagen Sie zu diesem Urteil?

Dr. Rainer Hagencord (Leiter des Instituts für Theologische Zoologie in Münster): Es gibt bei mir die Hoffnung, dass etwas deutlich wird: Es geht so nicht weiter. Was bei mir aber überwiegt, ist die Empörung. Denn das System wurde letztlich nicht infrage gestellt. Es ist ja nicht so, als sei das Kükenschreddern als Phänomen vom Himmel gefallen. Sondern das beschäftigt die Republik und die Politik seit über zehn Jahren.

Das ist nur ein Phänomen in der industriellen Tierhaltung, in dem Tiere total verzweckt werden. Anstelle ethisch verantworteter Haltungsbedingungen, die den Bedürfnissen der Tiere entsprechen, wird verlangt, dass sich die Tiere bitteschön an die Haltungsbedingungen anpassen. Und an diesem System rüttelt offenbar niemand. Das macht die Empörung und das Entsetzen bei mir weiterhin sehr groß.

DOMRADIO.DE: Künftig soll es so sein, dass schon beim Ei das Geschlecht des Kükens bestimmt werden kann, und dann werden die Eier wenige Tage nach der Befruchtung vernichtet oder zu Tierfutter verarbeitet. Ist das für Sie eine akzeptable Lösung?

Hagencord: Wenn man das System als solches beibehalten will, dann ist es ein erster Schritt. Nur dieses System an sich steht in Frage. Vor Jahren wurde das Buch „Das globale Huhn“ veröffentlicht – das ist sehr lesenswert und wird immer aktueller. Es wird deutlich, wie das Phänomen der Hühnerhaltung für Elend sorgt.

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Italien verabschiedet Dekret über Strafbarkeit von Seenotrettung: „Schritt zur Abschaffung des Asylrechts in Italien“

Flüchtlinge werden während eines Rettungseinsatzes vor der libyschen Küste geborgen © Laurin Schmid/SOS (dpa)
Die Zahl der Toten auf dem Mittelmeer ist in dem diesem Jahr dramatisch angestiegen. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Migranten und Asylbewerber in Italien ab. Greift also die italienische Migrationspolitik, die wie Abschreckung wirkt?

DOMRADIO.DE

DOMRADIO.DE: Die italienische Regierung hat ein umstrittenes Dekret verabschiedet, das die Rettung von Migranten auf dem Mittelmeer für Hilfsorganisationen unter Strafe stellen kann. Private Schiffe, die sich nicht an die Anweisung halten und in italienischen Hoheitsgewässern unterwegs sind, müssen mit einer Strafe zwischen 10.000 und 50.000 Euro rechnen. Kapitän, Betreiber und Besitzer des jeweiligen Schiffes müssen die Strafe bezahlen. Der Ministerrat in Rom hat diesem Dekret zugestimmt. Wie bewerten Sie diese Entscheidung?

Prof. Christopher Hein (Professor an der Universität Luiss in Rom für Asyl- und Migrationsrecht): Das bedeutet, dass ein weiterer Schritt zur Abschaffung des Asylrechts in Italien und auch zur Missachtung der internationalen Regeln über die Verpflichtung der Rettung von Schiffbrüchigen eingeleitet wird – egal aus welchen Gründen und egal aus welchen Meeren. Es hat in diesem Jahr im Zeitraum vom 1. Januar bis jetzt bereits 343 Tote im zentralen Bereich des Mittelmeers zwischen Libyen, Tunesien auf der einen und Malta und Italien auf der anderen Seite gegeben.

343 Tote in so wenigen Monaten. In den letzten zwölf Monaten hat es 18 Schiffsunglücke in diesem Teil des Mittelmeers gegeben. Wenn wir die Zahlen der Toten im Verhältnis zu denen setzen, die es geschafft haben, in diesen ersten fünf Monaten dieses Jahres nach Italien reinzukommen – das waren 2.144 Menschen – kann man sagen, dass jeder Siebte ums Leben kommt. Das ist ein Verhältnis, das es so vorher nie gegeben hat, das ist tatsächlich erschreckend.

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Islamismus: Trotz Straftaten und Schusswaffe: Gefährder wird geduldet

Raschid K. ist abgelehnter Asylbewerber. Er hat einen Duldungsstatus, weil Russland ihn nicht zurücknimmt. Foto: Patrick Pleul / dpa
Die Polizei findet bei einem vorbestraften Gefährder eine scharfe Schusswaffe samt Schalldämpfer. Ein Richter setzt ihn wieder auf freien Fuß.

NRZ

Wenn man mit Michael Mertens über diesen Fall spricht, muss er erst einmal durchatmen. Als Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei muss er diplomatisch sein. „Das beschäftigt einen schon, da hat man dran zu knabbern“, sagt er. Polizisten finden bei einem vorbestraften islamistischen Gefährder und Kriminellen eine scharfe Schusswaffe samt Schalldämpfer – und ein Richter lässt den Mann gegen Auflagen auf freien Fuß. „Das ist schwer zu verstehen“, ärgert sich der Polizeigewerkschafter.

Der Fall, für den Mertens so wenig Verständnis hat, ist der des 31-Jährigen tschetschenischen Asylbewerbers Raschid K., über den zuerst „Spiegel online“ berichtete. K. kam 2004 nach Deutschland. Schon damals war K. nach Überzeugung der Düsseldorfer Generalstaatsanwaltschaft radikalisiert, vermutlich geschah das in der als besonders brutal geltenden kaukasischen Dschihadistenszene.

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Missbrauchs-Skandale erschüttern US-Baptisten

Missbrauchsskandale erschüttern den „Südlichen Baptistenverband“, die größte protestantische Kirche der USA. Der Umgang mit den Beschuldigungen werde die Kirche auf Generationen hinaus prägen, erklärte der Präsident der „Southern Baptist Convention“, Pastor J.D. Greear, zum Auftakt der zweitägigen Jahresversammlung am Dienstag (Ortszeit) in Birmingham im US-Bundesstaat Alabama.

evangelisch.de

Die US-Zeitungen „Houston Chronicle“ und „San Antonio Express-News“ hatten Anfang 2019 über Hunderte sexuelle Missbrauchsvorwürfe gegen den Baptistenverband berichtet.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten seien 380 Pastoren und Kirchenhelfer beschuldigt worden, hieß es in den Medienberichten. Die Vorwürfe gelten als glaubwürdig. Rund 200 Beschuldigte wurden den Angaben zufolge bereits verurteilt. Die Zeitungen sprachen von insgesamt 700 Missbrauchsopfern.

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Sonne: Wann kommt der Superflare?

Strahlenausbruch auf der Sonne. Unser Stern kann offenbar weit heftigere Strahleneruptionen produzieren als bisher gedacht – sogenannte Superflares. © NASA/Goddard Space Flight Center
Latente Bedrohung: Astronomen haben herausgefunden, dass auch Sterne wie die Sonne sogenannte Superflares erzeugen können. Diese enormen Strahlenausbrüche sind tausendfach stärker als die stärksten Sonnenstürme und könnten unsere moderne Zivilisation nahezu lahmlegen. Allerdings ist bei der Sonne nur alle paar tausend Jahre mit einem solchen Extremausbruch zu rechnen, wie die Forscher berichten.

scinexx

Unsere Sonne ist mit 4,6 Milliarden Jahren in einem eher gesetzten Alter für einen Stern und daher relativ ruhig. Zwar produziert auch sie häufig Sonnenstürme, bei denen solares Plasma ins All geschleudert und energiereiche Strahlung in Form von Flares frei wird. Treffen solche Sonnenstürme die Erde, können sie schwerwiegende Folgen wie den Kollaps von Stromnetzen und den Ausfall der Telekommunikation verursachen.

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Saudischer Prinzessin wird in Paris demnächst der Prozess gemacht

Saudischer Prinzessin wird in Paris der Prozess gemacht – REUTERS
Die Schwester des mächtigen saudiarabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman soll in Paris ihrem Leibwächter Schläge gegen Handwerker befohlen haben.

Die Presse.com

Wegen einer gewaltsamen Auseinandersetzung mit einem Handwerker soll der Schwester des saudiarabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman in Paris der Prozess gemacht werden. Der Prozesstermin im Verfahren gegen Hassa bint Salman wurde auf den 9. Juli festgelegt, wie die Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch aus Justizkreisen erfuhr. Es wird nicht damit gerechnet, dass die Angeklagte vor Gericht erscheint.

Die Schwester des mächtigen saudiarabischen Thronfolgers soll 2016 in Paris ihrem Leibwächter befohlen haben, einen Handwerker zu schlagen. Der Installateur sollte Reparaturen in der luxuriösen Wohnung der Prinzessin in der Avenue Foch im Westen der französischen Hauptstadt ausführen.

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Haben wir den sechsten Sinn?

Grafik: TP
Viele Tiere können das Magnetfeld der Erde wahrnehmen. Ob Menschen dazugehören, bleibt unsicher

Konrad Lehmann | TELEPOLIS

Von den Tzeltal, einem Mayavolk, das im mexikanischen Bundesstaat Chiapas lebt, erzählt der Ethnologe Stephen Levinson folgende Anekdote: Er fuhr mit einem Tzeltalehepaar im Auto in eine Gegend, die diese nicht kannten. Sie hatten überhaupt noch nie ihre Heimat verlassen. Die Fahrt war lang und kurvenreich, und sie kamen lange nach Einbruch der Dunkelheit und bei bedecktem Himmel im Hotel an. Dort ging die Frau ins Bad, kam wieder heraus und sagte ihrem Mann: „Das warme Wasser kommt aus dem westlichen Wasserhahn.“

Levinson ist am MPI für Psycholinguistik in Nimwegen. Und so interessiert ihn an der Art, wie die Tzeltal – und etliche weitere äquatornah lebende Ethnien – die Lage von Objekten angeben, der kognitionswissenschaftliche Aspekt: Die Links-rechts-Unterscheidung, die europäische Denker seit den alten Griechen und bis hin zu Kant und von Uexküll für universal hielten, ist es nicht. Sie ist egozentrisch, d.h., sie bezieht die ganze Welt auf den Sprecher. Wenn ich mich drehe, ändert sich die Lage der ganzen Welt. Und man fragt sich unwillkürlich, wie viel Absicht in den politischen Implikationen des Titels steckt, den der Heidelberger Völkerkundler Jürg Wassmann einem Text über seine Forschung gab: „Was für die einen links ist, ist für die anderen rechts . . .“

Rund 30% der Ethnien auf dem Planeten hingegen orientieren sich geozentrisch wie die Tzeltal. Für sie steht die Schule stets westlich vom Marktplatz, egal, aus welcher Richtung sie kommen (ob sie auch politisch eindeutiger orientiert sind, ist nicht bekannt). Und dies ist nicht nur eine aus unserer Sicht umständliche (tatsächlich aber für Kinder leichter zu erlernende) Art des Sprechens.

Psycholinguisten fasziniert und Kantianer provoziert, dass die geozentrisch sprechenden Völker die Welt auch anders wahrnehmen. Legt man uns Abendländern einen Pfeil vor, der nach rechts zeigt, dreht uns dann um 180° und bittet uns, von zwei entgegengesetzt zeigenden Pfeilen den zu wählen, der so zeigt wie der erste, dann nehmen wir den, der nach rechts zeigt – geozentrisch betrachtet, in die genau entgegengesetzte Richtung. Tzeltal und andere geozentrisch orientierte Ethnien zeigen auf den linksgerichteten Pfeil.

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Kohle-Proteste: RWE holt den Hammer raus

Protestaktion im Februar. Bild: Ende Gelände
Energiekonzern versucht mit Vertragsrecht und Unterlassungserklärungen seine Gegner einzuschüchtern

Wolfgang Pomrehn | TELEPOLIS

Der Energiekonzern RWE verlangt 50.000 Euro Vertragsstrafe von einem der Pressesprecher der Anti-Kohle-Kampagne „Ende Gelände“, wie der Kölner Stadtanzeiger berichtet. Der betroffene 24jährige Bonner Student Daniel Hofinger habe im vergangenen Jahr über Twitter zu Blockaden der Kohle-Infrastruktur im Rheinischen Revier aufgerufen, womit er einer zuvor unterzeichneten Unterlassungserklärung zuwiderhandelte.

In einem Schreiben der RWE-Anwälte wird Hofinger vorgeworfen, im Oktober 2018 per Twitter zu Blockaden im rheinischen Braunkohlerevier aufgerufen zu haben. Außerdem habe er auf einer öffentlichen Veranstaltung „zu ‚zugespitzten Aktionsformen durch massenhaften zivilen Ungehorsam‘ etwa gegen das Hausrecht unserer Mandantin aufgerufen“.

Die beiden Vorwürfe deuten unter anderem darauf hin, dass RWE die Aktivitäten der Braunkohlegegner überwacht und in öffentlichen Versammlungen aufzeichnen lässt. Das ist schon für sich genommen ein äußerst bedenklicher Umstand, der viel Denkstoff über das Thema Demokratie und große Konzerne bietet.

RWE beruft sich unter anderem in dem verlinkten Anwaltsschreiben darauf, dass Hofinger im vergangenen Jahr eine Unterlassungserklärung unterschrieben habe. Darin habe er sich verpflichtet, kein RWE-Gelände zu betreten und Störungen des Betriebes zu unterlassen. Offenbar wird nun versucht, bereits Meinungsäußerungen als Störung des Betriebes auszulegen.

Hofingers Rechtsanwalt Thorsten Deppner spricht in einer Presseerklärung der Kampagne von einem einmaligen Vorgang. „In letzter Zeit greift RWE zu immer drastischeren Drohgebärden, um ihr fossiles Geschäftsmodell zu schützen. Diese Entwicklung findet hier mit einem Angriff auf die Meinungsfreiheit ihren vorläufigen Höhepunkt“, so Deppner.

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Edward O. Wilsons Lebenswerk: Kribbeln, krabbeln, kooperieren

Alles fürs Nest: Edward O. Wilson mit vergrößerten Objekten seiner Forschung Bild: Getty
Vom Sozialleben der Ameisen zur Entschlüsselung der menschlichen Natur: Dass sich der Begriff „Biodiversität“ durchgesetzt hat, ist nicht zuletzt dem Biologen Edward O. Wilson zu verdanken. Jetzt wird er 90 Jahre alt.

Von Helmut Mayer | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Es ist eher ungewöhnlich für einen Biologen, ein Buch des Titels „Der Sinn des menschlichen Lebens“ vorzulegen. Aber Edward O. Wilson ist nun einmal ein Biologe, der seiner Disziplin Antworten auf Grundfragen zutraut. Denn sie ist es in seinen Augen, die uns zuletzt, wenn tragfähige Einsichten verlangt sind, ein richtiges Bild unserer selbst liefert. Weshalb sie auch zuständig ist, wenn es um die Fragen geht: „Woher kommen wir? Wer sind wir? Wohin gehen wir?“

Es sind die Fragen, einem Gemälde Paul Gauguins entlehnt, die Wilson seinem 2012 erschienenen Buch „Die soziale Eroberung der Erde“ vorangestellt hat. Sein Untertitel lautet „Eine biologische Geschichte des Menschen“, und er war Programm. Es galt, die auf biologischem Terrain vertrauten Erklärungen evolutionärer Prozesse möglichst weit in die Kulturgeschichte der Menschheit hinein zu verlängern. Die Ameisen spielen dabei, wie es sich beim Doyen der Erforschung sozialer Insekten und insbesondere der Ameisen fast von selbst versteht, eine wichtige Rolle. Denn sie wie wir haben den im Tierreich seltenen Übergang zu sozialen Lebensformen gefunden, weshalb sich an ihnen Mechanismen sozialer Koordination gleichsam aus der Außenperspektive betrachten lassen.

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Türkei hat russische Luftabwehrraketen bereits gekauft

Lastwagen der russischen Streitkräfte mit dem Flugabwehrsystem S-400 fahren über den Roten Platz in Moskau. Bild: dpa
Das dürfte weiteren Ärger unter Nato-Partnern geben: Wenn die Türkei das Raketensystem installiert, will Amerika sie nicht an seine modernen Kampfjets lassen. Präsident Erdogan meldet Vollzug.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Türkei hat den Kauf des russischen Raketenabwehrsystems S-400 nach den Worten von Präsident Recep Tayyip Erdogan bereits abgeschlossen. „Es ist ein abgeschlossener Deal“, sagte Erdogan am Mittwochabend bei einer Veranstaltung seiner AKP-Partei in Ankara. „Ich sage nicht, dass die Türkei das S-400-System kaufen will, sondern wir haben es bereits gekauft.“ Damit ist weiterer Streit mit den Vereinigten Staaten rund um das Programm des Kampfjets F-35 vorprogrammiert.

Kurz vor der Erklärung Erdogans hatte sein Verteidigungsminister Hulusi Akar gegen Schritte Washingtons protestiert, den Nato-Partner beim Festhalten am S-400-Deal im Gegenzug vom amerikanischen F-35-Kampfjetprogramm auszuschließen. Ein solcher Ausschluss widerspreche dem „Geist des Bündnisses“ zwischen den beiden Ländern, sagte der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar am Mittwoch während eines Besuchs in Aserbaidschan.

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Konnten Flugsaurier von Geburt an fliegen?

Frisch geschlüpft und schon flugfähig? Das könnte bei den Pterosauriern tatsächlich der Fall gewesen sein. © James Brown
Frühreife Flugkünstler: Schon frisch geschlüpfte Flugsaurier konnten wahrscheinlich fliegen. Darauf deuten neue Analysen fossiler Pterosaurier-Embryos hin. Entgegen bisheriger Annahmen begannen die für den Flug wichtigen Körperteile demnach bereits in einem relativ frühen Entwicklungsstadium zu verknöchern. Kurz vor dem Schlupf war der Flugapparat dann so weit entwickelt, dass sich die Jungtiere in die Lüfte erheben konnten – und unabhängig von ihren Eltern waren.

scinexx

Lange bevor Vögel die Lüfte eroberten, war der Himmel das Reich der Flugsaurier. Sie waren die ersten Wirbeltiere, die fliegen konnten – und dominierten mehr als 150 Millionen Jahre lang den Luftraum unseres Planeten. Fossilfunde haben Paläontologen bereits viel über das Leben dieser geflügelten Urzeitwesen verraten. Doch über die Fortpflanzung und die Embryonalentwicklung der Pterosaurier ist bis heute nur wenig bekannt.

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Trümmer einer Kollision: Forscherinnen lösen Rätsel um die Herkunft sonderbarer Meteoriten

Als ein Asteroid auf Vesta einschlug, entstanden mutmasslich spezielle Meteoriten – hier in einer künstlerischen Darstellung. (Bild: Makiko Haba / ETH Zürich / Tokyo Institute of Technology)
Aufnahmen von der amerikanischen Raumsonde «Dawn», die einen Asteroiden umkreiste, haben bei der Aufklärung geholfen.

Neue Zürcher Zeitung

Seltene Meteoriten aus Silikatgestein, Eisen und Nickel entstehen durch den Zusammenprall grosser Asteroiden. Erstmals ist es jetzt Forscherinnen der ETH Zürich gelungen, sie einem Asteroiden zuzuordnen und damit ihre Herkunft genauer zu klären.

Trümmer von Asteroiden-Kollisionen landen als Meteoriten auf der Erde und liefern wichtige Erkenntnisse zur Geschichte des Sonnensystems. Ein Team um Maria Schönbächler von der ETH Zürich hat eine seltene und spezielle Art von Meteoriten aus Silikatgestein und Metall unter die Lupe genommen und das Rätsel um ihre Entstehung gelüftet.

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Microsoft and the Pentagon Are Quietly Hijacking U.S. Elections

Martin Abegglen / CC BY-SA 2.0
Good news, folks! We have found the answer to the American election system!

Lee Camp | truthdig

Why do we need an answer? Well, our election system is … how do you say … a festering rancid corrupt needlessly complex rigged rotten infected putrid pus-covered diseased dog pile of stinking, dying cockroach-filled rat shit smelling like Mitch McConnell under a vat of pig farts. And that’s a quote from The Lancet medical journal (I think).

But have no fear: The most trustworthy of corporations recently announced it is going to selflessly and patriotically secure our elections. It’s a small company run by vegans and powered by love. It goes by the name “Microsoft.” (You’re forgiven for never having heard of it.)

The recent headlines were grandiose and thrilling:

Microsoft offers software tools to secure elections.”

Microsoft aims to modernize and secure voting with ElectionGuard.”

Could anything be safer than software christened “ElectionGuard™”?! It has “guard” right there in the name. It’s as strong and trustworthy as the little-known Crotch Guard™—an actual oil meant to be sprayed on one’s junk. I’m unclear as to why one sprays it on one’s junk, but perhaps it’s to secure your erections? (Because they’ve been micro-soft?)

Anyway, Microsoft is foisting its ElectionGuard™ software on us, but worry not that we Americans will be tied down by laborious public debate as to the effectiveness, efficiency and accountability of said software. According to MintPress, “The election technology is already set to be adopted by half of voting machine manufacturers and some state governments for the 2020 general election.” Hardly any public discussion will plague our media or tax our community discourse.

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Zur Rechten Gottes

Protest im Dunkeln: AfD-Anhänger müssen im Oktober 2015 vor einem dunklen Erfurter Dom demonstrieren – der katholische Bischof Ulrich Neymeyr ordnete das Ausbleiben der Lichter als Protestzeichen an. Bild: Picture-Alliance
Die AfD und die Kirche verbindet die gegenseitige Abneigung. Vor dem Evangelischen Kirchentag und den drei Landtagswahlen im Osten stellt sich die Partei nun mit noch mehr Verve gegen die christlichen Würdenträger.

Von Justus Bender, Reinhard Bingener | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Als im Februar 2016 eine Demonstration des thüringischen AfD-Vorsitzenden Björn Höcke durch Erfurt zog, blieben die Lichter des Doms ausgeschaltet – auf Anweisung des katholischen Bischofs Ulrich Neymeyr. Es sollte ein stummer Protest gegen die AfD sein, und in einem Beitrag im Deutschandfunk konnte man hören, wie unter den Demonstranten gesprochen wurde. Dass die „Funktionsträger“ der Kirche genauso „verrottet“ seien „wie die Politiker in unserem Staat“, zum Beispiel. Ein anderer schrie: „Hängt dem Pfaffen seine Eier an die ,Gloriosa‘“ – gemeint war die große Glocke im Dom.

Das Verhältnis der AfD zu den Kirchen war nie von Zärtlichkeiten geprägt. Es standen sich Lebenswelten gegenüber, hier die in der Flüchtlingshilfe aktiven Kirchen, dort AfD-Funktionäre, die über den Schusswaffeneinsatz an der Grenze nachdachten. Der Widerstand der Kirchen störte die AfD von Anfang an, weil er aus dem Kern jener Kultur kam, den die AfD gegen ausländische, muslimische Einflüsse zu verteidigen vorgab. Vor dem Evangelischen Kirchentag in der kommenden Woche und den Landtagswahlen im Osten im Herbst war für die AfD am Dienstag wieder einmal die Zeit für eine Generalabrechnung gekommen.

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Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Nacktselfie-Bischof

Bild: © picture alliance/AP Photo/Javier Corbalan/katholisch.de
Besonders brisanter Fall für Papst Franziskus – Zanchettas Generalvikar hatte seit 2015 den Vatikan informiert, doch 2019 durfte der umstrittene Bischof an den Fastenexerzitien des Papstes teilnehmen

kath.net

Der argentinische Bischof Gustavo Zanchetta, einer der ersten Bischofsernennungen von Papst Franziskus in seinem Heimatland, wird in Argentinien jetzt angeklagt. Dies teilte vergangene Woche die Staatsanwaltschaft des Landes mit. Zanchetta wird beschuldigt, Seminaristen missbraucht zu haben. Ihm drohen zwischen drei und zehn Jahren Gefängnis.

Der Fall ist für Papst Franziskus besonders brisant. Denn der Vatikan soll die pikanten Informationen über den Bischof von Oran laut Auskunft des eigenen Generalvikars bereits zwischen 2015 und 2017 erhalten haben. So sollen unter anderem Nackt-Selfies des Bischofs auf seinem eigenen Handy entdeckt worden sein, offenbar zeigen die Selfies den Bischof masturbierend. Außerdem habe Zanchetta Schwulenpornos auf seinem Smartphone gehabt, die „junge Leute“ beim Sex zeigten.

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Fahndung nach Planeten um Alpha Centauri

Das Instrument NEAR am Very Large Telescope (VLT) auf de Paranal in Chile sucht gezielt nach Planeten um Alpha Centauri A und B. © A. Ghizzi Panizza/ESO
Blick in unsere kosmische Nachbarschaft: Bisher ist unklar, ob das nahe Doppelsternsystem Alpha Centauri Planeten besitzt. Um das zu klären, führen Astronomen zurzeit eine 100-stündige Fahndung nach Exoplaneten um die beiden gut vier Lichtjahre entfernten Sterne durch. Ein speziell dafür entwickeltes Instrument am Very Large Telescope in Chile soll die nahen Exoplaneten erstmals sichtbar machen – so sie denn existieren.

scinexx

Die Sonne ist nicht der einzige Stern in unserer nahen Umgebung, der Planeten besitzt – im Gegenteil. Im Umkreis von wenigen Lichtjahren gibt es gleich mehrere Sterne und Braune Zwerge, die von Planeten umkreist werden, darunter Barnards Stern, ein Paar von Braunen Zwergen und der erdnächste Stern Proxima Centauri. Dieser nur vier Lichtjahre entfernte Rote Zwerg besitzt sogar einen erdähnlichen Planeten in der habitablen Zone – und damit eine potenziell lebensfreundliche Welt.

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Die Schweiz liegt bei der Radikalisierung mit Deutschland gleichauf – und Gefängnisse werden zunehmend zu Hotspots

Geriet ins Visier der Polizei: die An-Nur-Moschee in Winterthur. (Bild: Walter Bieri / Keystone)
Fast jede zweite jihadistisch radikalisierte Person in der Schweiz bezieht Fürsorgeleistungen. Das zeigt eine Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Nicht selten läuft die Radikalisierung kaum bemerkt ab: «Einige können scheinbar normale Beziehungen unterhalten und Schweinefleisch essen.»

Daniel Gerny | Neue Zürcher Zeitung

Eine Deutschlehrerin nimmt bei einem Schüler aus dem Irak plötzlich Veränderungen seines Äusseren wahr. Der junge Erwachsene behauptet zwar, selbst nicht gläubig zu sein, doch er werde in seiner Wohngemeinschaft von anderen Muslimen bedrängt, einen frommen Lebensstil zu führen. Provokative Äusserungen des Schülers irritieren die Lehrerin zunehmend – bis sie sich schliesslich alarmiert bei der Fachstelle für Extremismus meldet.

Dieses anonymisierte, aber reale Beispiel aus der jüngsten Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) zur jihadistischen Radikalisierung in der Schweiz veranschaulicht, dass diese Radikalisierung oft schleichend und von aussen schwer erkennbar erfolgt. Das macht das Phänomen gefährlich. Mit dem Sieg über das islamische Kalifat in Syrien und der Türkei ist die Thematik zwar etwas aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden – doch an Brisanz hat sie kein bisschen verloren.

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Nicht-Einladung der AfD zum Kirchentag: „So schafft man Märtyrer“ | Historiker Wolffsohn weist AfD-Kritik an EKD als überzogen zurück

Bild: © dpa/Rolf Vennenbernd
„Ein großartiger Propagandaerfolg“, den die AfD der Evangelischen Kirche verdanke: Historiker Michael Wolffsohn kritisiert den Ausschluss der Partei vom Kirchentag scharf. Die EKD nimmt derweil Stellung zum neuen kirchenkritischen AfD-Papier.

katholisch.de

Der Historiker Michael Wolffsohn und der Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Johann Hinrich Claussen, kritisieren die Nicht-Einladung von AfD-Vertretern zum Evangelischen Kirchentag. „So schafft man Märtyrer“, sagte Wolffsohn am Mittwoch im Deutschlandfunk: „Ein großartiger Propagandaerfolg, den die AfD der EKD zu verdanken hat oder den Organisatoren des Kirchentags“. Claussen berichtete, dass der Ausschluss auch in der EKD „sehr strittig diskutiert“ werde: „Ich fand diesen Beschluss auch nicht gut, viele andere auch nicht. Aber da ist der Kirchentag eine eigenständige Organisation.“ Auf der anderen Seite wolle man aber auch bei solchen großen und wichtigen Veranstaltungen „keine Holocaust-Relativierer auf die Bühne bitten“.

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Der Historiker Michael Wolffsohn hat den Vorwurf der AfD, die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) instrumentalisiere politisch-einseitig den christlichen Glauben, als überzogen bezeichnet.

evangelisch.de

Die „Politisierung der evangelischen Kirche“ beschäftige die deutsche Öffentlichkeit seit den 1960er Jahren, „also lange bevor es die AfD gab“, sagte Wolffsohn am Mittwoch dem Deutschlandfunk. Kurz vor dem evangelischen Kirchentag in Dortmund hatte eine Gruppe mehrerer AfD-Landtagsfraktionen am Dienstag ein Positionspapier veröffentlicht, das harsche Kritik an der Spitze der evangelischen Kirche übt.

Der Thüringer Fraktionschef Björn Höcke warf der evangelischen Kirche vor, „sich mit dem Zeitgeist ins Bett“ zu legen und forderte sie auf, in ihren Positionen „pluralistischer“ zu werden. Dazu sagte der EKD-Kulturbeauftragte Johann Hinrich Claussen im Deutschlandfunk, damit werde „ein Zerrbild der kirchlichen Lage gezeichnet“.

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