Die Schweiz liegt bei der Radikalisierung mit Deutschland gleichauf – und Gefängnisse werden zunehmend zu Hotspots


Geriet ins Visier der Polizei: die An-Nur-Moschee in Winterthur. (Bild: Walter Bieri / Keystone)
Fast jede zweite jihadistisch radikalisierte Person in der Schweiz bezieht Fürsorgeleistungen. Das zeigt eine Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Nicht selten läuft die Radikalisierung kaum bemerkt ab: «Einige können scheinbar normale Beziehungen unterhalten und Schweinefleisch essen.»

Daniel Gerny | Neue Zürcher Zeitung

Eine Deutschlehrerin nimmt bei einem Schüler aus dem Irak plötzlich Veränderungen seines Äusseren wahr. Der junge Erwachsene behauptet zwar, selbst nicht gläubig zu sein, doch er werde in seiner Wohngemeinschaft von anderen Muslimen bedrängt, einen frommen Lebensstil zu führen. Provokative Äusserungen des Schülers irritieren die Lehrerin zunehmend – bis sie sich schliesslich alarmiert bei der Fachstelle für Extremismus meldet.

Dieses anonymisierte, aber reale Beispiel aus der jüngsten Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) zur jihadistischen Radikalisierung in der Schweiz veranschaulicht, dass diese Radikalisierung oft schleichend und von aussen schwer erkennbar erfolgt. Das macht das Phänomen gefährlich. Mit dem Sieg über das islamische Kalifat in Syrien und der Türkei ist die Thematik zwar etwas aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden – doch an Brisanz hat sie kein bisschen verloren.

weiterlesen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.