Frühe Christen und Jesu-Anhänger zerstörten die antike Hochkultur


Im Jahr 392 legten christliche Fanatiker den Serapis-Tempel in Schutt und Asche. Getty Images/iStockphoto
Sie lebten im Geist der Nächstenliebe und trotzten grausamen Verfolgern: Bis heute ist dieses Bild von den frühen Christen verbreitet. Eine britische Historikerin schildert die Jesus-Anhänger jedoch als religiöse Fanatiker, die eine liberale, hochentwickelte Kultur zum Einsturz brachten.

Von Harald Wiederschein | FOCUS ONLINE

Die erste Szene des Buches wirkt schrecklich vertraut: Bärtige, schwarz gekleidete Fanatiker aus der Wüste stürmen den Athene-Tempel im syrischen Palmyra, mit Eisenstangen zertrümmern sie voller Begeisterung die Statue der Göttin und den Altar. Was sich um das Jahr 385 nach Christus abspielte, hat sich erst vor wenigen Jahren wiederholt – so die Botschaft der Autorin. Nur waren es in der Spätantike christliche Fundamentalisten, welche die „Götzenbilder“ zerstörten. 2015 legten Mitglieder des sogenannten „Islamischen Staates“ das UNESCO-Weltkulturerbe von Palmyra in Schutt und Asche.

Der provokante Einstieg gibt den Ton vor für die folgenden mehr als 300 Seiten. „Heiliger Zorn. Wie die frühen Christen die Antike zerstörten“ lautet der Titel des kürzlich auf Deutsch erschienenen Buches der britischen Historikerin und Journalistin Catherine Nixey. Zuvor hatte es bereits in der angloamerikanischen Welt für Aufsehen gesorgt. In England war es zum „Buch des Jahres“ gewählt und mit einem Literaturpreis ausgezeichnet worden.

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