Wenn der Stadionbesuch und das Yogatraining heilig werden

Yoga statt Gottesdienst? Gerade junge Menschen leben Alternativen zur Kirche Quelle: dpa
Zum Evangelischen Kirchentag werden viele Christen nach Dortmund pilgern. Doch welche Rolle spielt der Glaube überhaupt noch in Deutschland? Experten haben keine guten Nachrichten für die beiden großen Kirchen.

DIE WELT

Im Sprachalltag scheint er noch einen festen Platz zu haben: „Um Gottes Willen“ oder „Gott sei Dank“ heißt es oft. Aber tatsächlich haben Glauben und Religion in der Bevölkerung keinen leichten Stand. Der katholischen und evangelischen Kirche kehren Jahr für Jahr Mitglieder zu Zehntausenden den Rücken. Einer Prognose zufolge wird von aktuell 44,8 Millionen (2017) Katholiken und Protestanten im Jahr 2060 gerade mal die Hälfte übrig bleiben. Reformstau und Missbrauchsskandale schaden massiv. Und Frömmigkeit ist schon lange keine Pflicht mehr. Den Osten Deutschlands sehen Experten gar als europäische Atheisten-Hochburg.

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Religion in den Medien: Zwischen Wahn und säkularer Weltanschauung

Diskussionsrunde beim Kölner Forum für Journalismuskritik. (David Ertl)
Was hat das Himmlische mit dem Boden der Tatsachen zu tun, welche Rolle sollten Religion und Weltanschauung in den Medien spielen? Darum ging es in einer Diskussionsrunde beim 5. Kölner Forum für Journalismuskritik. In der Kritik unter anderem: die sogenannten Verkündigungssendungen.

Deutschlandfunk

„Wir sind nicht mehr eine christliche Gesellschaft – wir sind eine christliche und säkulare und muslimische“, das steht für Ingrid Matthäus-Maier fest. Sie ist Mitglied des WDR-Rundfunkrates und stört sich an den zahlreichen Verkündigungssendungen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Mehr als 1.700 solcher Sendungen hat sie alleine beim Westdeutschen Rundfunk pro Jahr gezählt. Der Grundsatz, es gebe keine Staatskirche, werde sehr oft durchbrochen. Matthäus-Maier forderte zudem eine stärkere Präsenz von Konfessionslosen in den Rundfunkräten öffentlich-rechtlicher Sender.

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Die Schweine-Fetischisten bedrohen unser friedliches Zusammenleben

Exemplar des Koran: Bücher lassen sich zerstören, Worte nicht, meint Lamya Kaddor. (Quelle: Godong/Leemage/imago images)
In Bremen haben Radikale Korane zerstört, was zeigt, dass sie wenig Ahnung vom Islam haben. Die Bedrohung ist eine ganz andere: Die Täter wollen unser Land destabilisieren.

Von Lamya Kaddor | t-online.de

Unbekannte zerreißen Korane und stopfen sie ins Klo. Geschenkt. Letztlich ist es nur ein Buch. Offenbar wollten sie mit ihrer Tat in der vergangenen Woche in einer Bremer Moschee die Gefühle von Muslimen verletzen. Mein Inneres haben sie dadurch nicht erreicht, und das vieler anderer Muslime auch nicht. Gewiss ist es ein ähnlich widerlicher Akt wie abgehackte Schweinsköpfe oder Schweineblut an Moscheen zu verteilen. Er sagt vor allem etwas über die ziemlich kranke und perverse Vorstellungswelt der Täter aus.

Vielleicht begreifen die Schweine-Fetischisten irgendwann sogar, dass Moscheen keine geweihten Gebäude sind, die man schänden kann. Das sind christliche Vorstellungen. Eine Moschee ist primär ein Sammelplatz fürs Gemeinschaftsgebet. Eine wichtige religiöse Einrichtung, keine Frage, aber eben kein geheiligter Ort, keine Kirche, in der Gott wohnt. Ein Muslim breitet seinen Gebetsteppich aus und es ist ziemlich egal, was darunter ist.

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The one man most likely to turn the U.S. into a theocracy

CREDIT: Chip Somodevilla/Getty Images
Sen. Josh Hawley (R-MO) is having a moment. Last month, Hawley tore into a Trump judicial nominee. The nominee’s sin? Michael Bogren had the audacity to represent a Michigan city that wanted to enforce a civil rights ordinance against Catholic business owners who believe they have a constitutional right to discriminate. Hawley’s interrogation of Bogren was widely condemned even by many conservative voices.

Ian Millhiser | ThinkProgress

Ed Whelan, the legal activist best known for using the real estate search engine Zillow to argue that Supreme Court nominee Brett Kavanaugh did not attempt to rape Christine Blasey Ford, warned that Hawley’s attacks on Bogren “could redound to the detriment of conservative nominees who have defended religious liberty or pro-life legislation in unpopular contexts.” The Federalist, a conservative website, published a column titled “No, Judicial Nominee Mike Bogren Is Not An Anti-Religious Bigot.”

Yet Hawley ultimately prevailed. Though Hawley’s inquisition of Bogren was denounced by the far right, it went viral among the far, far right. On Tuesday, Bogren sent a letter to President Trump asking that his nomination be withdrawn.

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Nichts sehen, nicht hören – nichts ermitteln?

Grafik: TP
IS-Unterstützerin Omaima A. konnte unbehelligt ins IS-Kalifat aus- und später wieder nach Deutschland einreisen, obwohl ihre Familie bereits 2012 ins Visier des Verfassungsschutzes geriet

Birgit Gärtner | TELEPOLIS

Omaira A. segelte unter dem Radar; und zwar RADAR-iTE, einem für IS-Rückkehrerinnen und – Rückkehrer entwickelten Instrument zur Beurteilung, inwieweit die betreffende Person an Kriegshandlungen beteiligt sowie in salafistische Netzwerke eingebunden war, bzw. immer noch ist.

Obwohl sie als Ehefrau es prominenten Salafisten Nadir Hadra mitsamt ihrer drei Kinder nach Syrien ausreiste, nach dessen Tod den berühmt-berüchtigten Dschihadisten Denis Cuspert, besser bekannt als Rapper Deso Dogg, heiratete, konnte sie unbehelligt wieder nach Deutschland einreisen und sich ein Leben als Dolmetscherin und Event-Managerin aufbauen. Hier setzte sie offenbar – das legen entsprechende Aktivitäten bei Facebook nahe – ihre schon für 2012 dokumentierte Arbeit als Unterstützerin der salafistischen Szene nahtlos fort.

Ihre Vita sowie ihre Aktivitäten machten nicht etwa die hiesigen zuständigen Behörden öffentlich, sondern die libanesische Reporterin Jenan Moussa. Die Investigativ-Journalistin gelangte in Syrien zufällig an das Handy von Omaima A. und folgte ihrer Spur bis Hamburg. Jenan Moussa staunte nicht schlecht, dass sie diese Spur quasi bis vor die Haustür des 9/11-Terroristen Mohammed Atta führte.

Und die Hamburger Bevölkerung staunte nicht schlecht, dass mitten unter ihnen eine Gotteskriegerin lebt und von den Behörden nach ihrer Einreise nicht überprüft, geschweige denn verhaftet wurde. Dass sie nicht nach RADAR-iTE durchleuchtet wurde, brachte eine Kleine Schriftliche Anfrage der Co-Vorsitzenden der Linksfraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, Cansu Özdemir, an Licht.

Ob gegen Omaima Abdi ermittelt wird, dazu verweigert der Senat jegliche Auskunft – unter Berufung darauf, dass „dass hier die Bekanntgabe der nachrichtendienstlich erhobenen Erkenntnisse dem Interesse des Betroffenen und denen des Amtes entgegensteht“. Das Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) gab Telepolis gegenüber an, im Falle von Einzelpersonen der Presse gegenüber keine Angaben über etwaige Ermittlungen machen zu können.

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Mexiko veröffentlicht Trumps „geheimes Zusatzabkommen“

Das „Geheimabkommen“ mit Mexiko: Trump zog es vor ein paar Tagen aus der Tasche Quelle: Getty Images/Mark Wilson
Nach der Migrationsvereinbarung zwischen Mexiko und den USA betonte US-Präsident Trump, es gebe noch ein geheimes Zusatzabkommen. Das Dokument ist jetzt nicht mehr geheim, die Mexikaner haben es veröffentlicht

DIE WELT

Mexiko hat am Freitag ein Dokument veröffentlicht, dass US-Präsident Donald Trump zuvor der Presse als geheimes Zusatzabkommen zur Migrationsvereinbarung zwischen beiden Ländern präsentiert hatte. Das Abkommen sieht die Ausarbeitung einer weiteren, „bindenden“ bilateralen Vereinbarung zum Thema Flucht und Migration vor. Mexiko soll darin im Prinzip der Rücknahme von Flüchtlingen aus Drittländern zustimmen, die über sein Territorium in die USA gelangt sind.

Präsident Trump hatte wiederholt angedeutet, dass es noch ein weiteres Geheimabkommen mit Mexiko gebe. Am Dienstag zog er es in Papierform aus seiner Tasche und hielt es demonstrativ in die Höhe, als er Fragen von Journalisten zu den Inhalten der am 7. Juni mit Mexiko erzielten Einigung beantwortete.

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Die Säkulare Flüchtlingshilfe stellt sich vor

Der gemeinnützige Verein finanziert seine Arbeit ausschließlich über Zuwendungen. Spenden sind daher sehr willkommen.

Richard-Dawkins-Foundation

An die Säkulare Flüchtlingshilfe wenden sich Menschen, die nach Deutschland geflohen sind, weil sie wegen ihres Abfalls von der Religion in ihren Herkunftsländern in ihrer Freiheit oder des Lebens bedroht sind. Es handelt sich zurzeit ausschließlich um Ex-Muslime, deren Glaubensabfall in vielen Gesellschaften ein todeswürdiges Vergehen ist.

Hier angekommen, machen sie die Erfahrung, dass sie in Unterkünften mit Menschen zusammenleben, vor denen sie im Prinzip gerade geflohen sind.

Auch gibt es für Asylsuchende eine gesetzliche Wohnsitzauflage, die sie dazu zwingt, 3 Jahre nach Anerkennung des Asyls in der Region der ersten Unterbringung zu bleiben. Bedrohlicher ist dabei jedoch, dass fast alle in der Region als Ex-Muslime/Atheisten identifiziert werden, so dass ihre Familien, von denen sie verfolgt werden, oder die Botschaft ihres Herkunftslandes über ihren Aufenthaltsort genau informiert sind.

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https://www.facebook.com/atheistenhelfen

https://atheist-refugees.com/

Religionskritik: Kein Appeasement mit dem Islamismus

Kritischer Muslim: der deutsch-ägyptische Schriftsteller und Politologe Hamed Abdel-Samad Bild: dpa
Ist es rassistisch, den Islam zu kritisieren? Nein, meint der Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad. Er verteidigt auf einer Konferenz an der Goethe-Uni in Frankfurt seine Freiheit auf Kritik.

Von Theresa Weiß | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Damit Hamad Abdel-Samad frei sprechen kann, stehen sechs Personenschützer vor dem Konferenzraum des Exzellenzclusters „Normative Ordnungen“ der Goethe-Uni. Der ägyptisch-deutsche Politikwissenschaftler ist Muslim und kritisiert den Islam: „Der Islam will von der deutschen Aufklärung profitieren, weigert sich aber, Teil dieses Prozesses zu werden.“  Auch wollen religiös-politische Gruppen Kritiker mundtot machen und somit ihren Einfluss auf die Politik ausbauen. Abdel-Samad  ist überzeugt, dass sich immer weniger Deutsche trauen, Kritisches über den Islam zu sagen, weil sie sofort den Vorwurf bekommen, rassistisch zu sein. Solche Aussagen provozieren. Doch wo, wenn nicht an der Universität solle kontrovers diskutiert werden, fragt er.

Abdel-Samad ist nicht allein. Wer sich kritisch zum Islam positioniert, sieht sich in Deutschland Bedrohungen ausgesetzt. Ein Frankfurter Beispiel aus jüngster Zeit: Zehn Menschen gehören zur „Initiative Säkularer Islam“, einer Gruppe aus Wissenschaftlern und Publizisten, die über den Islam diskutieren will und ein totalitäres Verständnis von Religion ablehnt. Vier davon müssen inzwischen von Personenschützern bewacht werden. „Weil sie auf der Abschussliste von irgendwelchen Radikalen stehen“, sagt Susanne Schröter. Die Professorin der Goethe-Universität und Direktorin des „Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam“ will die kritische Auseinandersetzung mit der Religion vorantreiben. Auch darum hat sie zur Konferenz „Säkularer Islam und Islamismuskritik“ eingeladen, auf der auch Abdel-Samad und Mouhanad Khorchide, Professor für Islamische Theologie in Münster, sprechen.

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Bielefeldt: Religionsfreiheit über Glaubensgrenzen hinaus verteidigen

Heiner Bielefeldt, Podium, 2011. Bild: brightsblog
Ob Christen, Juden, Muslime oder Nicht-Gläubige: Geht es nach Menschenrechtsexperte Heiner Bielefeldt, sollten sie alle gemeinsam für die Religionsfreiheit eintreten – auch wenn das zur Bewährungsprobe werden kann.

katholisch.de

Der Erlanger Theologe und Menschenrechtsexperte Heiner Bielefeldt (61) hat für mehr Dialogprojekte zwischen Vertretern „ganz unterschiedlicher religiöser und weltanschaulicher Positionen“ geworben. Dies könne dazu beitragen, die Bedeutung des Menschenrechts auf Religionsfreiheit deutlich zu machen, sagte Bielefeldt am Donnerstagabend bei einer Veranstaltung in Berlin.

Die Religionsfreiheit habe dann ihre Bewährungsprobe, wenn sie von Menschen verteidigt werde, „die sich sonst inhaltlich nicht verstehen“, betonte der frühere Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für Religions- und Weltanschauungsfreiheit (2010-2016). Als Vorbild nannte er ein Dialogprojekt von Mormonen und Atheisten in den USA.

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Verschwörungstheorie im Netz: Esoterikerin warnt vor „Gedankenkontrolle“ durch 5G

foto: apa/dpa/boris roessler Die neue Mobilfunkgeneration löst viele Ängste aus – und damit auch Verschwörungstheorien.
Ärger bei Branchenvertretern, Ärztekammer sieht neue Mobilfunkgeneration skeptisch

derStandard.at

Verschwörungstheorien und Panikmache rund um den neuen Mobilfunkstandard 5G verbreiten sich schon seit Monaten regelmäßig wie ein Lauffeuer im Netz. So auch ein Interview mit einer in der Schweiz bekannten Esoterikerin, die in einem 55-minütigen Youtube-Video über die Gefahren von 5G spricht. Aus ihrer Sicht würde 5G dazu führen, dass Menschen „innerlich gegrillt“ werden, zudem würde es ermöglichen, dass Gedanken und Emotionen manipuliert werden.

Ärztevereine verärgert

In der Vergangenheit wurde 5G-Strahlung für den Tod von hunderten Vögeln verantwortlich gemacht, weitere zum Teil kreative Bedenken tauchen in sozialen Medien immer wieder auf. Doch gegen 5G gibt es auch Widerstand außerhalb der Aluhut-Fraktion: Ärzte sprechen immer wieder Bedenken aus.

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Deutsche Bahn will kein Glyphosat mehr nutzen

Eine alte Bahntrasse zwischen Duisburg Wedau und Mühlheim an der Ruhr Bild: dpa
Bislang ist die Deutsche Bahn der größte Einzelabnehmer des Unkrautvernichters in Deutschland. Jetzt hat das Unternehmen Alternativen im Blick.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Deutsche Bahn will den Unkrautvernichter Glyphosat nicht länger nutzen und gemeinsam mit der Bundesregierung alternative Mittel erforschen lassen. „Zusammen mit dem Bundesumweltministerium wollen wir ein Forschungsprojekt aufsetzen, um wirksame Möglichkeiten zu finden, die 33.000 Kilometer Streckennetz ohne Glyphosat und damit ebenso umweltfreundlich wie sicher zu betreiben“, sagte Infrastruktur-Vorstand Ronald Pofalla der „Wirtschaftswoche“, wie das Magazin am Freitag berichtete.

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Spricht der Papst zu oft vom Teufel? „So kommen wir in der Krise nicht weiter“

Aus Sicht des Theologen Jan-Heiner Tück spricht Papst Franziskus „etwas zu oft“ vom Teufel. Tück stelle sich Frage, wie es bei Opfern sexuellen Missbrauchs ankomme, wenn der Papst diese Gewalt auf das Wirken des Teufels zurückführe.

DOMRADIO.DE

Die Theologie ringe durchaus mit dem Problem des Bösen und habe unterschiedliche Deutungsansätze vorgelegt, sagte der Wiener Dogmatiker der Wochenzeitung „Die Tagespost“. Ein Irrweg aber wäre es, den Teufel als Erklärungsmuster zu bemühen und konkrete menschliche Freiheitsakte auf „seine unsichtbare Hand“ zurückzuführen.

Kein Mensch hat Tücks Worten zufolge die Definitionshoheit, menschliches Fehlverhalten unmittelbar als Wirken des Teufels zu identifizieren. Wer Menschen als „Agenten des Satans“ hinstelle, sei in der Gefahr, ihre moralische Verantwortung zu halbieren und sie zu dämonisieren. Deshalb hält der Theologe auch die päpstliche Rede vom Teufel im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch für „sehr problematisch“.

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Wikileaks-Gründer Assange: Die britische Justiz will erst im kommenden Jahr mit dem Auslieferungsbegehren der USA befassen

Wikileaks-Gründer Julian Assange drohen in den USA bis zu 175 Jahre Haft. (Bild: Matt Dunham / AP)
Der britische Innenminister hat den Auslieferungsantrag der USA für Julian Assange formell bestätigt. Der definitive Entscheid liegt aber bei der Justiz.

Neue Zürcher Zeitung

Ein Gericht in London hat das Verfahren über den amerikanischen Auslieferungsantrag für den Wikileaks-Gründer Julian Assange auf Februar nächsten Jahres angesetzt. Die fünftägige Anhörung solle am 25. Februar beginnen, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA am Freitag aus dem Gerichtssaal.

Assange, der per Videostream aus dem Gefängnis zugeschaltet war, will sich gegen die Auslieferung wehren. Er verteidigte die Enthüllungsplattform Wikileaks als «nichts als eine Publikation». Vor dem Gerichtssaal hatte sich eine Reihe von Unterstützern des 47 Jahre alten gebürtigen Australiers eingefunden, die seine Freilassung forderten.

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Geldstrafe: Zwei Ärztinnen wegen Abtreibungs-Werbung verurteilt

Bild: © picture alliance/PhotoAlto/Frederic Cirou
Weil sie mit Schwangerschaftsabbrüchen geworben haben, müssen zwei Berliner Ärztinnen jetzt zahlen. Das Gericht blieb zwar unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, sprach sich in der Sache aber sehr klar aus.

katholisch.de

Im bundesweit ersten Strafprozess nach der Neufassung des gesetzlichen Werbeverbots für Abtreibungen sind zwei Berliner Ärztinnen zu jeweils 2.000 Euro Strafe verurteilt worden. Außerdem müssen sie die Kosten des Verfahrens tragen, urteilte das Amtsgericht Berlin-Tiergarten am Freitag. Das Gericht blieb damit unter dem Strafmaß von 7.500 Euro, das die Staatsanwaltschaft gefordert hatte.

Zur Begründung erklärte die Richterin, die beiden Ärztinnen hätten einen Vermögensvorteil dadurch erzielt, dass sie auf ihrer Internetseite angegeben hätten, Abtreibungen in „medikamentöser und narkosefreier“ Weise sowie „in geschützter Atmosphäre“ vorzunehmen.

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Mehrzeller-Urahn komplexer als gedacht

Die Zellen des Schwamms Amphimedon queenslandica haben wertvolle Einblicke in die mögliche Biologie der ersten Mehrzeller geliefert. © University of Queensland
Von wegen simple Zellklumpen: Die ersten mehrzelligen Tiere waren komplexer als bisher gedacht. Denn sie bestanden wahrscheinlich schon aus pluripotenten Zellen, die sich in verschiedene Zelltypen und Gewebe umwandeln konnten – ähnlich wie Stammzellen. Indizien dafür haben Forscher nun bei Vergleichen von Schwämmen und Geißeltierchen gefunden. Ihre Erkenntnisse widerlegen die gängige Theorie zur Evolution der mehrzelligen Tiere, wie sie im Fachmagazin „Nature“ berichten.

scinexx

Schon vor fast 560 Millionen Jahren bevölkerten mehrzellige Tiere das Urmeer, wie Fossilfunde bizarrer, blattartiger Lebewesen belegen. Genetische Studien sprechen sogar dafür, dass die ersten Urtiere schon deutlich früher, vor der großen Eiszeit des „Schneeball Erde“ entstanden sein könnten. Doch wie sahen diese Organismen aus? Gängiger Lehrmeinung nach handelte es sich um einfache Ansammlungen von gleichen Zellen. Als wahrscheinlichster Zelltyp für diese Urtiere gelten begeißelten Zellen, die den Kragengeißeltierchen (Choanoflagellaten) oder den Choanozyten im Inneren der Schwämme ähneln.

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Gericht kippt Burkini-Verbot in Koblenz — Verstoß gegen Glaubensfreiheit?

Das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz hat das Burkini-Verbot in Koblenzer Schwimmbädern vorerst außer Kraft gesetzt. Das Verbot sei „gleichheitswidrig“, entschied das Gericht in Koblenz in einem Eilverfahren laut Mitteilung vom Freitag.

DOMRADIO.DE

Der Eilantrag einer in Koblenz lebenden Muslimin gegen die seit Januar geltende Badeordnung der Stadt hatte Erfolg: Auf Antrag einer aus Syrien geflüchteten Frau hin habe es die seit Anfang 2019 gültige Koblenzer Badeordnung als Verstoß gegen das verfassungsrechtliche Gleichbehandlungsgebot eingestuft, teilte das Gericht am Freitag mit (AZ: 10 B 10515/19.OVG). Der Kommune sei schon vor einer Entscheidung im Hauptsacheverfahren nahegelegt worden, das Verbot wieder aufzuheben.

Syrerin sah sich durch Badeordnung diskriminiert

Der Koblenzer Stadtrat hatte die Änderung im Dezember in einer knappen Entscheidung mit den Stimmen von CDU, Freien Wählern und AfD beschlossen. Seither war der Aufenthalt im Nassbereich des städtischen Freibades und der zwei Koblenzer Hallenbäder nur in Badehose, Badeanzug, Bikini oder Badeshorts gestattet. Burkinis – Badekleidung für muslimische Frauen, die den Körper bis auf Gesicht, Hände und Füße bedeckt – blieben lediglich im Rahmen des Schwimmunterrichts gestattet. Das Verbot hatte der Stadtrat mit hygienischen Bedenken begründet.

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