Spricht der Papst zu oft vom Teufel? „So kommen wir in der Krise nicht weiter“


Aus Sicht des Theologen Jan-Heiner Tück spricht Papst Franziskus „etwas zu oft“ vom Teufel. Tück stelle sich Frage, wie es bei Opfern sexuellen Missbrauchs ankomme, wenn der Papst diese Gewalt auf das Wirken des Teufels zurückführe.

DOMRADIO.DE

Die Theologie ringe durchaus mit dem Problem des Bösen und habe unterschiedliche Deutungsansätze vorgelegt, sagte der Wiener Dogmatiker der Wochenzeitung „Die Tagespost“. Ein Irrweg aber wäre es, den Teufel als Erklärungsmuster zu bemühen und konkrete menschliche Freiheitsakte auf „seine unsichtbare Hand“ zurückzuführen.

Kein Mensch hat Tücks Worten zufolge die Definitionshoheit, menschliches Fehlverhalten unmittelbar als Wirken des Teufels zu identifizieren. Wer Menschen als „Agenten des Satans“ hinstelle, sei in der Gefahr, ihre moralische Verantwortung zu halbieren und sie zu dämonisieren. Deshalb hält der Theologe auch die päpstliche Rede vom Teufel im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch für „sehr problematisch“.

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