Am Online-Pranger: Wie Gesetzesbrechern in den USA die Identität genommen wird


Ist ein Gesicht einmal im Netz, ist auch der Verdacht, der auf einer Person lastet, kaum wieder wegzubringen. Mit sogenannten Mug-Shots, Gesichtsaufnahmen, werden Tatverdächtige in den USA im Netz markiert. (Bild: REUTERS)
Polizeifotos von Tatverdächtigen sind in den USA allgegenwärtig. Selbst diejenigen, die ihre Strafe verbüsst haben oder freigesprochen wurden, werden von den Aufnahmen verfolgt – und damit erpresst. Doch nun regt sich Widerstand.

Steve Przybilla | Neue Zürcher Zeitung

Thomas T. war mit seinem Leben zufrieden. Als Chef der Schulaufsicht von Kenilworth, einem Bezirk im US-Teilstaat New Jersey, hatte sich der 42-Jährige einen exzellenten Ruf erarbeitet. Sein Jahresgehalt von knapp 150 000 Dollar lieferte ihm und seiner Familie ein gutes Auskommen. «Ich habe meinen Job geliebt», erzählte T. einer amerikanischen Zeitung in einem der raren Interviews, die er in den vergangenen Monaten gegeben hat. Denn T. ist heute kein leitender Beamter mehr. Er ist ein Mann, der alles verloren hat: seinen guten Ruf, seinen Job, sogar seine Würde.

Verantwortlich dafür ist, auch das gehört zur Wahrheit, zum Teil er selbst. Während seiner Zeit als Behördenchef joggte T. regelmässig auf dem Sportplatz einer nahe gelegenen Highschool. Niemand ahnte, dass ihn bei seinen Runden regelmässig der sogenannte Läuferdurchfall überkam, offenbar so akut, dass er es nicht mehr bis auf die Toilette schaffte. Im Mai 2018 wurde T. dabei erwischt, wie er seine Notdurft hinter der Zuschauertribüne verrichtete.

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