Die verräterische Sprache des „Forums Deutscher Katholiken“


Am vergangenen Wochenende verabschiedete das konservative „Forum Deutscher Katholiken“ eine Resolution, die mit rechtspopulistischen Schlagwörtern gespickt ist. Damit hätten die Teilnehmer des Kongresses „Freude am Glauben“ ihre Gesinnung offenbart, kommentiert Matthias Drobinski.

Von Matthias Drobinski | katholisch.de

Nur um das klarzustellen: Wer dafür eintritt, dass in der katholischen Kirche offen um den richtigen Weg gerungen wird, der muss auch dafür eintreten, dass es dort sehr unterschiedliche und damit auch sehr konservative Meinungen geben darf. Doch selbst unter diesen Voraussetzungen erstaunt doch sehr, was das „Forum Deutscher Katholiken“ am Wochenende auf seinem Kongress „Freude am Glauben“ in Ingolstadt verabschiedet hat: eine Resolution über die angebliche „Gefährdung der Rechtsstaatlichkeit und unserer Freiheit“, ein politisches Programm also.

Da ist von einer „Gedankenpolizei“ in Deutschland die Rede, die „heute mit der Keule der ‚political correctness'“ „Gesinnungs- und Sprachdiktate“ errichte. „Jeder, der davon abweicht, was die Regierung vorgibt, wird diffamiert oder sanktioniert“, behauptet „Freude am Glauben“. Der „zwangsfinanzierte Staatsfunk“ und „zahlreiche Pressevertreter“ kommentierten, „als als ob sie zum bezahlten Hofstaat der Regierung gehörten“. In der Flüchtlingskrise habe „unsere Regierung wissentlich und willentlich die eigene nationale Souveränität aufgegeben und den Begriff ‚Rechtssicherheit‘ durch ‚Willkommenskultur‘ ersetzt“. Was die Autoren mit dem Satz „Das grundgesetzlich verbriefte Wort ‚Deutsches Volk‘ wird von Regierungsvertretern in ‚Bevölkerung‘ umgewandelt“ meinen, wissen vermutlich nur sie selbst. Werfen sie „Regierungsvertretern“ vor, das deutsche Volk auslöschen zu wollen?

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