Beugt Joghurt Darmkrebs-Vorstufen vor?

Männer, die regelmäßig Joghurt essen, haben offenbar ein verringertes Risiko für Darmpolypen. © Jenifoto/ istock
Gesundes Milchprodukt: Der regelmäßige Verzehr von Joghurt könnte das Risiko für Darmpolypen verringern – potenziellen Vorstufen von Darmkrebs. Dies legt die Auswertung von Daten zweier Langzeitstudien nahe. Die positive Wirkung des Milchprodukts zeigte sich dabei allerdings nur bei Männern. Wie dieser Effekt zustande kommt, muss den Wissenschaftlern zufolge nun weiter erforscht werden.

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Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Rund 35.400 Männer und 30.000 Frauen erkranken jedes Jahr neu daran. Was das Tumorleiden genau verursacht, ist bisher erst in Teilen verstanden. Als Risikofaktoren gelten jedoch eine familiäre Vorbelastung, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen sowie bestimmte Lebens- und Ernährungsgewohnheiten.

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Staat und Religion? Nur nicht festlegen!

foto: imago images / sven simon Warum initiiert keine politische Partei die konkrete Verankerung der Trennung von Staat und Kirche in der Verfassung?
Die Aufregung um Sebastian Kurz‘ Wahlkampfauftritt bei einer religiösen Gruppe zeigt einmal mehr: Der österreichische Staat ist zwar säkular, doch hat man sich nie überwinden können, das konkret festzuschreiben

Daniela Ingruber | derStandard.at/Blog

Machen wir einen kleinen Versuch: Rufen Sie die aktuelle Version der österreichischen Verfassung auf und suchen Sie nach dem Wort Säkularität. Sie werden keinen Treffer finden. De facto steht die Trennung von Staat und Kirche nicht in der Verfassung. Indirekt findet man diese dennoch, da dem Staat lediglich weltliche, irdische Aufgaben gestattet werden. Gibt man das Wort Religion ein, stellt man fest, dass die Republik Österreich ihre Rolle gegenüber Religionen vorwiegend in einer Schutzfunktion wahrzunehmen hat. Die Religionsfreiheit wird dabei durch Individualrechte, die die einzelnen Bürger und Bürgerinnen betreffen, sowie über Korporationsrechte – diese richten sich an Religionsgemeinschaften – garantiert.

Das bedeutet: Man darf nicht nur glauben, was man möchte, man darf diesen Glauben auch offiziell ausüben, darf Gottesdienste besuchen sowie abhalten, kann Religionsunterricht erhalten und einiges mehr. Die Schutzfunktion von Religionsgemeinschaften gilt übrigens auch für Atheisten und Agnostiker, denn sie legt fest, dass niemand zur Religionsausübung gezwungen werden darf.

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Ein Tag Arbeit reicht für das Seelenheil

Arbeit stärkt das Wohlbefinden – schon wenige Stunden pro Woche reichen dafür. © fotografixx/ istock
Ein bisschen Arbeit tut gut: Arbeitenden Menschen geht es seelisch besser als Nicht-Erwerbstätigen. Dieser Effekt zeigt sich schon bei acht Arbeitsstunden oder weniger pro Woche deutlich, wie eine Langzeitstudie enthüllt. Demnach sinkt bereits bei diesem geringen Pensum das Risiko für psychische Probleme signifikant – und mehr braucht es offenbar auch nicht. Denn der positive Effekt nimmt durch längere Arbeitszeiten nicht weiter zu.

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In Zeiten von Stress, Leistungsdruck und Überstunden erscheint ein Leben ohne Arbeit oft verlockend: Ohne Verpflichtungen und Termine in den Tag hineinleben und nur das tun, worauf man gerade Lust hat – ein Traum! Was in der Fantasie paradiesisch klingt, ist für unsere Psyche auf Dauer allerdings gar nicht gut. Langfristig, das belegen zahlreiche Studien, braucht der Mensch Arbeit für sein Wohlbefinden. Denn einen Job zu haben, fördert die Selbstachtung, wirkt sinnstiftend und gibt uns das Gefühl, gesellschaftlich eingebunden zu sein.

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Zeichen gegen Populismus — Urteil zur deutschen Pkw-Maut

EuGH-Gebäude. Bild: sprklg/CC BY-SA-2.0
Wie der EuGH die PKW-Maut kippt und dadurch die Europäische Idee schützt – Ein Kommentar

Volker Boehme-Neßler | TELEPOLIS

Die deutsche Pkw-Maut verstößt gegen Europarecht. Das sagt der europäische Gerichtshof in seinem aktuellen Urteil. Damit geht ein jahrelanger politischer und juristischer Streit zu Ende. Das ist ein gutes Urteil. Es ist juristisch klar und präzise. Es ist aber noch viel mehr: Es ist ein klares Zeichen dafür, dass Diskriminierungen in Europa verboten sind. Der EuGH duldet keinen plumpen Populismus, der Stimmung gegen die Bürger anderer Staaten macht.

Alles begann im bayrischen Landtagswahlkampf 2013. Horst Seehofer gab seinen Wählern ein Versprechen: Ausländer, die deutsche Autobahnen benutzen, sollten künftig Maut zahlen müssen. Deutsche PKW-Fahrer dagegen sollten von einer Abgabe verschont bleiben. Das kam bei den bayrischen Wählern gut an und zahlte sich am Wahltag aus.

Vordergründig geht es nur um eine PKW-Maut, also eine mehr oder weniger unwichtige verkehrspolitische Maßnahme. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. In Wirklichkeit steht eine politische Grundidee der Europäischen Union im Feuer. Alle Bürgerinnen und Bürger Europas werden gleich behandelt, völlig unabhängig von ihrer Nationalität. Das ist ein grundlegendes europäisches Credo, das die EU im Innersten zusammenhält.

Diese Idee ist revolutionär. Denn über viele Jahrhunderte war es normal, dass die Staaten ihre eigenen Staatsbürger besser behandeln als die Bürger anderer Staaten. Nach der Katastrophe des Zweiten Weltkriegs wollte Europa ganz bewusst in eine völlig andere Richtung gehen. Inzwischen gibt es sogar eine rechtlich ausgefeilte Unionsbürgerschaft. Eine Maut, die nur von Ausländern zu zahlen ist, widerspricht dieser Idee völlig. Kein Wunder, dass die psychologischen und politischen Auswirkungen in den Nachbarstaaten Deutschlands verheerend waren – und weiter sind.

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Erstmals mehr als 70 Millionen: Wieso die Zahl der Flüchtlinge und Vertriebenen immer weiter ansteigt – und wieso Europa das kaum spürt

Venezolanische Migranten verlassen ihr Land per Flugzeug Richtung Brasilien. 2018 stellten 350 000 Venezolaner in einem anderen Land ein Asylgesuch. (Bild: Ueslei Marcelino / Reuters)
Innert weniger Jahre hat sich die Zahl der Schutzsuchenden weltweit verdoppelt. Wer sind diese Menschen, und wohin gehen sie? Eine Übersicht in sechs Grafiken.

Fabian Urech | Neue Zürcher Zeitung

Die Zahl der weltweit Vertriebenen hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt.

Nie zuvor waren so viele Menschen auf der Flucht wie heute. Ende 2018 lag deren Zahl laut den neuesten Erhebungen des Uno-Flüchtlingshilfswerks UNHCR bei 70,8 Millionen. Das sind 2,3 Millionen mehr als im Vorjahr – und rund doppelt so viele wie noch vor zehn Jahren. Damit ist die Zahl der Vertriebenen, zu denen das UNHCR Flüchtlinge, Asylsuchende und intern Vertriebene zählt, zum sechsten Mal in Folge angestiegen.

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Fall Lübcke: „Direkte Linie der Hetze von Höcke und Co. zu Gewalt und Mord“

Michael Brand (CDU, Mitglied im Innenausschuss des Bundestages, hat viele Jahre mit Walter Lübcke zusammengearbeitet (imago / Florian Gaertner)
Hass und Hetze der letzten Jahre hätten den mutmaßlichen Mord an Walter Lübcke möglich gemacht, sagte der CDU-Politiker Michael Brand im Dlf. Er bezog sich damit auch auf den rechten Flügel der AfD. Der Staat müsse gegen den Rechtsextremismus genauso aktiv sein wie im Kampf gegen Islamismus.

Michael Brand im Gespräch mit Sandra Schulz | Deutschlandfunk

Sandra Schulz: Nur wenige Minuten kurz war die Pressekonferenz gestern Nachmittag im Fall des getöteten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke. Die Ermittler gehen von einem Mord mit rechtsextremistischem Hintergrund aus, und einen weiteren Hintergrund wollen wir hier zitieren. Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingsdiskussion hatte Walter Lübcke sich so geäußert:

„Da muss man für Werte eintreten und wer diese Werte nicht vertritt, der kann jederzeit dieses Land verlassen, wenn er nicht einverstanden ist. Das ist die Freiheit eines jeden Deutschen..“

Schulz: Nicht nur dort im Raum, sondern auch auf Social Media wurde er, wie auch auf bekannten rechtsgerichteten Seiten, mit Hasskommentaren und Drohungen, mit Morddrohungen überhäuft, stand zwischenzeitlich auch unter Polizeischutz. Und als er Anfang Juni vor seinem Wohnhaus mit einem Kopfschuss getötet wurde, da folgte die nächste Hasswelle. Häme und Schadenfreude wurden ihm von Hetzern hinterhergerufen. Aus den Spekulationen, die es seitdem über einen möglichen rechtsextremen Hintergrund gab, ist wie gesagt gestern ein handfester Ermittlungsstand geworden, ein Ermittlungsstand der Bundesanwaltschaft, die Vorleben und frühere Äußerungen als Anhaltspunkte für eine politische Tat werten.

Wir wollen auch in den kommenden Minuten noch weiter über das Thema sprechen. Am Telefon ist Michael Brand, CDU-Bundestagsabgeordneter aus Hessen, Innenpolitiker dort, mehr als 20 Jahre mit Walter Lübcke politisch zusammen gewesen und zusammengearbeitet. Und wie er mir gestern sagte, waren sie mehr als politische Weggefährten. – Schönen guten Morgen, Michael Brand.

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Trump will Millionen Menschen ausweisen

Bild: FB
US-Präsident Trump will Millionen illegal eingereister Einwanderer ausweisen. Er kündigte an, dass die Behörden nächste Woche damit beginnen würden. Schätzungsweise zwölf Millionen Menschen sind illegal in den USA.

tagesschau.de

Schon im vergangenen Wahlkampf gehörte der Kampf gegen illegale Einwanderung zu den Hauptthemen von Donald Trump. Kurz vor der Verkündung seiner erneuten Kandidatur kündigte der US-Präsident an, dass er Millionen ohne Aufenthaltsgenehmigung im Land lebende Einwanderer ausweisen werde.

Die Polizei- und Zollbehörde ICE werde schon in der nächsten Woche damit beginnen, schrieb Trump auf Twitter. „Sie werden ebenso schnell entfernt, wie sie reinkommen“, schrieb Trump.

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Was die Bundeszentrale für politische Bildung nicht veröffentlichen will

Grafik: TP
Die dem Bundesinnenministerium unterstellte Institution hat ein Dossier zur „Digitalen Desinformation“ erstellt, in dem Kritisches offenbar und symptomatisch unerwünscht war

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Im Februar erhielt ich eine Email von einem Mitarbeiter der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb). Geplant sei ein Dossier zur Europawahl zum Thema „Digitale Desinformation“. Zuvor hatte ich in einigen Artikeln meine Skepsis über die dauernden Warnungen vor Desinformation geschrieben, war etwa auf die britische Kampagne der Integrity Initiative eingegangen und hatte darüber berichtet, dass den US-Demokraten nahestehende Organisationen und Firmen, die über die russische Desinformation „aufklärten“, selbst an Desinformationskampagnen beteiligt waren, um Wahlhilfe für Kandidaten zu leisten. Eben zu letzterem Thema wurde ich angefragt: „In diesem Zusammenhang möchte ich Sie im Anschluss an Ihren Telepolis-Text vom Anfang des Jahres für einen Beitrag zum Thema „Führt der Kampf gegen Desinformation zu weiterer Desinformation?“ anfragen.“

Zugegeben, ich war überrascht, dass die bpb ausgerechnet in einem Dossier, das offensichtlich darauf angelegt schien, im Vorfeld der EU-Wahlen die Gefahr von Desinformationskampagnen von Russland und EU-Gegnern zu beschwören, ein Beitrag erwünscht war, der sich dem Thema kritisch nähert und letztlich hinter der Bekämpfung von Desinformationskampagnen selbst auch Interessen und Propaganda sieht, nicht nur die reine Liebe zur Wahrheit und zu Fakten.

Also ich war angetan, sagte einen Beitrag zu und schickte ihn mit dem unterschriebenen Vertrag auch fristgerecht ein. Das Honorar wurde auch gezahlt, der Betreuer mahnte im April noch formale Verbesserungen wie Angabe von Seiten bei Zitaten, weitere Belege und einen “ resümierenden Satz“ am Ende an. Das wurde erledigt, dann hörte ich nichts mehr, ging davon aus, dass alles seinen Bearbeitungsgang ging und vergaß die Angelegenheit schließlich.

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Zahlen, bitte! Point Nemo – Raumschiff-Friedhof am abgelegensten Punkt der Erde

Bild. heise-online
2688 km von den nächsten Landmassen entfernt, liegt mitten im Pazifik „Point Nemo“ – aufgrund seiner Lage auch beliebtes Endlager für Raumfahrzeuge.

Von Volker Zota | heise online

Wer mal einen richtig einsamen Urlaub verbringen will, lässt sich mitten im Pazifik bei den Koordinaten 48° 52′ 31,75″ S, 123° 23′ 33,07″ W irgendwo zwischen Chile und Neuseeland absetzen. Von dort aus sind es 2688 km zur nächsten Insel oder größeren Landmasse. Besonders gastlich ist „Point Nemo“ allerdings nicht: Aufgrund der großen Entfernungen zum Land handelt es sich um einen der biologisch inaktivsten Orte der Welt. Dafür ist die Chance umso größer, hier ein Raumschiff auf den Kopf zu bekommen.

Denn wegen seiner Abgelegenheit und der geringen Wahrscheinlichkeit von Schiffsverkehr ist hier auch der beste Platz, um Raumschiffe und Satelliten aus erdnahem Orbit kontrolliert zum Absturz zu bringen – Satelliten aus erdsynchronen Umlaufbahnen werden hingegen in den höhergelegenen Friedhofsorbit geschickt und bilden eine künstliche Hülle aus Weltraumschrott.

Wäre er nicht so weit entfernt, wäre Point Nemo ein fantastisches Ausflugsziel für Taucher, die ein Faible für etwas andere Wracks (und Tiefseeausrüstung dabei) haben. Hier könnte man der russischen Raumstationen Salyut 1 bis 6 und der Mir einen Besuch abstatten, aber auch zahlreichen anderen. Bis 2016 wurden hier über 260 Weltraumfahrzeuge verklappt.

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Philosophie meets Klimaschutz

Die Projektgruppe des Werner-von- Siemens-Gymnasiums.Foto: Annett Steinacker
Schülerinnen und Schüler des Werner-von-Siemens-Gymnasiums sprachen sie mit der Philosophin Kirsten Meyer über ethische Fragen zum Klimaschutz.

Von Aliya Krause, Lea Schmidt-Ott | DER TAGESSPIEGEL

Das Projekt „Umwelt macht Schule“ – unterstützt durch das Bundesumweltministerium: An dem Projekt nehmen Schülerinnen und Schüler aus 30 weiterführenden Schulen und 10 Tageszeitungen in ganz Deutschland teil. Die Jugendlichen setzen sich unter pädagogischer Anleitung mit aktuellen Umweltthemen auseinander. Als Ergebnis des Projekts finden Sie die von den Schülerinnen und Schülern selbst recherchierten und verfassten Artikel in ihrer Partnerzeitung. Umgesetzt wird das Projekt unter der Schirmherrschaft von Bundesumweltministerin Svenja Schulze durch das IZOP-Institut in Aachen.
In dieser Woche erscheinen auf der Lernenseite und in der Online-Ausgabe des Tagesspiegels Texte von Schülerinnen und Schülern aus zwei zehnten Klassen des Werner-von Siemens-Gymnasiums in Nikolassee. Betreut wurden sie von ihrer Ethiklehrerin Ilona Ruschmeier-Krause.

Klima, Klima, Klima: Ständig schallt uns dieses Wort entgegen, manche können es schon nicht mehr hören. Warum sollte ich nachhaltig leben, wenn ich in der dem Untergang geweihten Zukunft sowieso schon tot bin? Habe ich einen Einfluss auf das, was kommen wird? Oder, um mit dem Titel des neuen Buchs von Kirsten Meyer zu fragen: Was schulden wir künftigen Generationen?

Kirsten Meyer ist Professorin für Philosophie an der Humboldt-Universität Berlin und hat sich in ihrem Buch intensiv mit Fragen der Umweltethik beschäftigt. An einem heißen Schulmorgen besuchten wir, zwei zehnte Klassen des Werner-von-Siemens-Gymnasiums, mit unserer Ethiklehrerin Ilona Ruschmeier- Krause die Professorin in der Universität, um mit ihr über ihr Buch zu sprechen.

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Kugelfisch-Gift als Schmerzmittel?

Igel- und Kugelfische produzieren das Nervengift Tetrodoxin – möglicherweise könnte sich dieser Stoff als Schmerzmittel eignen. © stephankerkhofs/ istock
Ersatz für Opioide: Forscher könnten eine Alternative zu gängigen Opioid-Schmerzmitteln entdeckt haben – das Nervengift von Kugel- und Igelfischen. Das hochgiftige Tetrodoxin wirkt eigentlich schon in geringen Mengen tödlich. Gebunden an ein biologisch abbaubares Polymer eignet es sich jedoch, um die Weiterleitung von Schmerzreizen zu unterbinden. Denn durch diese Verpackung wird das Gift im Körper nur ganz langsam und in winzigen Dosen frei – und ist dadurch sicher.

scinexx

Ob im Rücken, Kopf oder den Gelenken: Millionen Menschen weltweit leiden unter starken chronischen Schmerzen. Vielen von ihnen helfen gängige Schmerzmittel längst nicht mehr. Nur Opioide können ihnen noch Linderung verschaffen. Diese Derivate des Opiums docken an bestimmte Rezeptoren in Rückenmark und Gehirn an und blockieren auf diese Weise die Weiterleitung von Schmerzreizen.

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Faulhaber-Tagebücher von 1936 online: Kardinal bei Hitler

Erzbischof Michael von Faulhaber als Bayerischer Feldpropst
In den Tagebüchern des Kardinal von Faulhaber aus den Jahren 1936 finden sich Aufzeichnungen über Treffen mit Adolf Hitler. Grund sei das verschlechterte Verhältnis zwischen Kirche und NS-Staat gewesen

DOMRADIO.DE

Die seit 2015 in einer Online-Edition zugänglich gemachten Tagebücher des früheren Erzbischofs von München und Freising, Kardinal Michael von Faulhaber, sind um einen weiteren Jahrgang ergänzt worden. Das teilte das Instituts für Zeitgeschichte München-Berlin (IfZ) am Dienstag mit. Unter www.faulhaber-edition.de hat das Forscherteam des IfZ und des Seminars für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte der Universität Münster nun den Jahrgang 1936 online freigeschaltet. Darin finden sich Aufzeichnungen über ein Treffen des Kardinals mit Adolf Hitler.

Aussprache am Obersalzberg

Grund war das sich verschlechternde Verhältnis zwischen NS-Staat und katholischer Kirche, wie es heißt. Der NS-Staat hatte seinen Kampf fortgesetzt, dazu gehörte der Abbau des Lehrpersonals an theologischen Hochschulen und kirchlichen Schulen und deren folgende Schließungen. Über Vertraute ließ von Faulhaber ein Treffen mit Hitler arrangieren. So kam es am 4. November 1936 auf dem Obersalzberg zur Aussprache. Bisher unbekannte Beiblätter zum Tagebuch erweiterten den Kenntnisstand über Ablauf und Inhalt der Zusammenkunft entscheidend.

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Wieso Tayyip Erdogan den Tod Morsis zum großen Thema machte

foto: afp Symbolische Beerdigung Mohammed Morsis in Istanbul. Tayyip Erdogan und Morsi verband Einiges.
Proteste im Gezi-Park als Wendepunkt in der türkischen Betrachtung möglicher Wahlsiege für Islamisten

Philipp Mattheis | derStandard.at

Gnade wünsche er seinem „Bruder und Märtyrer“. Das sagte der türkische Präsident Tayyip Erdogan zum Tod des ägyptischen Expräsidenten Mohammed Morsi. Es ist nicht das erste Mal, dass Erdogan seine Nähe zur Muslimbruderschaft betont. Die Verbindungen der Türkei zu der Gruppierung reichen bis in den Kalten Krieg zurück. Damals arbeitete der türkische Geheimdienst MIT noch eng mit der CIA und dem Mossad zusammen, um die Bewegung als Gegengewicht zu den Baath-Regimen in Syrien und dem Kommunismus aufzubauen. Unter Erdogan wurden die Verbindungen der AKP zur Bruderschaft in arabischen Ländern ein „Soft Power“-Instrument türkischer Außenpolitik.

Wendepunkt Gezi

Um die Zeit des Arabischen Frühlings herum verfolgte der damalige Außenminister Ahmet Davutoglu eine Politik, die zum Ziel hatte, arabische Diktatoren durch Regierungen zu ersetzen, die der Bruderschaft nahestehen. Von freien Wahlen erwartete man, sie würden islamisch-konservative Parteien an die Macht bringen.

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AfD-Mann Münz: Kirchentag misst mit zweierlei Maß

Bild: © dpa/Michael Kappeler
Leyendecker, Bedford-Strohm und Co. „missbrauchen den Kirchentag als Instrument im parteipolitischen Wettbewerb“: AfD-Sprecher Volker Münz übt massive Kritik am Ausschluss seiner Partei. Die wird am Rand der Groß-Veranstaltung dennoch auftreten.

katholisch.de

Der kirchenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Volker Münz, hat seine Kritik an der Nicht-Einladung seiner Partei zum Evangelischen Kirchentag in Dortmund erneuert. „Auf der einen Seite wird der Kirchentag von den Veranstaltern als Ort der Vielfalt und Toleranz, wo verschiedene Meinungen aufeinandertreffen sollen, bezeichnet. Auf der anderen Seite wird der Dialog mit Mitgliedern der größten Oppositionsfraktion im Deutschen Bundestag verweigert“, sagte Münz am Montagnachmittag in Berlin. Statt der „gebetsmühlenartig geforderten Offenheit“ verweigere der Kirchentag selbst den Dialog, verschließe sich vor Kritik und mache aus dem Kirchentag eine Wagenburg zur Verteidigung der politischen Interessen der etablierten Parteien.

Deutliche Kritik an Kirchentagspräsident und EKD-Ratsvorsitzendem

Deutliche Kritik äußerte Münz vor allem an Kirchentagspräsident Hans Leyendecker und dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Heinrich Bedford-Strohm. Deren Unterstellungen gegenüber der AfD grenzten an Verleumdungen und verstießen gegen das Gebot, nicht falsch Zeugnis wider seinen Nächsten zu reden.

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Künstliche Inseln aus der Steinzeit entdeckt

Dieses Inselchen im Loch Bhorgastail auf der Hebrideninsel Lewis wurde schon vor rund 5.500 Jahren aus Steinblöcken und Holzbalken erbaut. © F. Sturt/ Antiquity, CC-by-sa 4.0
Älter als Stonehenge: Auf den schottischen Hebriden konstruierten unsere Vorfahren schon vor mehr als 5.500 Jahren künstliche Inseln in Seen und im Meer, wie Archäologen entdeckt haben. Die runden, bis zu 26 Meter großen Plattformen liegen im flachen Küstenbereich und waren teilweise durch Dämme mit dem Ufer verbunden. Welchem Zweck diese Inseln aus Steinen und Holzbalken dienten, ist rätselhaft. Forscher vermuten jedoch eine rituelle Nutzung.

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Künstliche Inseln haben eine lange Tradition: Als Pfahlbauten schufen sie schon in der Eisenzeit neuen Wohnraum, in den Niederlanden dienten sie der Landgewinnung. Bis heute nutzen viele Küstenregionen die Möglichkeit, sich auf das Meer hinaus auszudehnen – ob für einen Flughafen wie in Osaka, Nobeldomizile für Reiche in Dubai oder ganz prosaisch als Bohrinseln zur Förderung von Erdöl oder Erdgas.

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Robert Habeck bezeichnet sich als „säkularer Christ“

Robert Habeck, 2018, © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)
Grünen-Chef Robert Habeck hat sich selbst als einen „säkularen Christen“ bezeichnet. „Ich bin ein Zweifler, weil ich Glauben sehr ernst nehme“, sagte er der „Zeit“-Beilage „Christ und Welt“.

evangelisch.de

Das Christentum habe ihn „tief geprägt“. Er sei in einer sehr christlichen Familie aufgewachsen und habe Religion „theologisch immer ernst genommen“, sagte Habeck. Vom Glauben an Gott habe er sich allerdings langsam entfernt – durch eine dauernde und ernsthafte Auseinandersetzung mit religiösen Fragen.

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