Staatsangehörigkeitsrecht: Wissenschaftler warnen vor „Leitkultur“-Paragraphen

Das Netzwerk „Neue Deutsche Organisationen“ kritisiert zudem das verabschiedete Migrationspaket Quelle: dpa/Christoph Schmidt
Die Reform des Staatsangehörigkeitsrechts soll sich gegen Mehrehen, Terrorkämpfer und Identitätstäuscher richten. Kritiker fürchten, die GroKo schreibe eine „Leitkultur“ vor. Die Grünen halten auch das Vorgehen für unseriös.

DIE WELT

Ein Bündnis aus Wissenschaftlern, Wohlfahrtsverbänden und Migrantenorganisationen warnt vor der geplanten Änderung des Staatsangehörigkeitsrechts. Die Reform soll sich gegen Mehrehen, Terrorkämpfer und Identitätstäuscher richten. Die Kritiker fürchten jedoch, dass auf Betreiben von CDU, CSU und SPD auch eine Formulierung Eingang findet, die die Einbürgerung von der „Einordnung in die deutschen Lebensverhältnisse“ abhängig macht.

Diese Passage sei viel zu schwammig und damit von den Behörden willkürlich interpretierbar, bemängeln die Unterzeichner. „Durch diesen willkürlichen Leitkultur-Paragraphen wird den Behörden ein Spielraum bei der Einbürgerung eingeräumt, der das Staatsangehörigkeitsrecht in die achtziger Jahre zurückkatapultiert“, heißt es in dem Aufruf. „Bestimmte Gruppen von Deutschen werden zu Staatsangehörigen zweiter Klasse und zu Staatsbürger*innen auf Widerruf.“

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Erster Kirchentag 1919: Gegen die Feinde der Religion

Traditionsbewusst: Kirchengängerinnen nach der Konfirmation Bild: Ullstein
In Dortmund beginnt am Mittwoch der 37. Evangelische Kirchentag. Vor 100 Jahren fand in Dresden der erste statt – unter hochpolitischen Vorzeichen. Denn der jungen Weimarer Republik trauten die Protestanten nicht über den Weg.

Von Anna-Lena Niemann | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Ganz zufrieden wird Carola Barth nach dem ersten evangelischen Kirchentag nicht nach Frankfurt zurückgefahren sein. Dabei widmete man ihrem Thema, dem evangelischen Religionsunterricht in den Schulen, einen ganzen Tag. Nicht ohne Grund, denn in der jungen Weimarer Republik witterten die Protestanten französische Verhältnisse: Sie fürchteten um ihre Privilegien, wollten nicht vollständig ins Private verdrängt werden und sahen die Gefahr, dass der verpflichtende Religionsunterricht aus den Schulen verbannt werden könnte.

Barth selbst fiel es zu, das Thema im Ausschuss zu vertreten. Als erste Frau überhaupt an einer deutschen Universität wurde sie 1907 im Fach evangelische Theologie promoviert. In Frankfurt arbeitete sie als Lehrerin, saß im Stadtparlament und war gerade in den Kirchenausschuss berufen worden, als Verbände, Vereine und die 28 evangelischen Landeskirchen Anfang September 1919 für fünf Tage in Dresden zusammenkamen. Das erklärte Ziel: eine Synode zu schaffen, die alle evangelischen Kräfte bündeln könne. Der erste amtliche evangelische Kirchentag sollte zur Demonstration protestantischer Macht werden.

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Darum trauen die Menschen den Protestanten mehr zu als den Katholiken

Der Kirchentag hat weniger Privatquartiere organisiert als erhofft. Joachim Frank fragt sich, ob es in der Gesellschaft inzwischen einen Abwehrreflex gegen alles Kirchliche gibt. Wenn, dann sei der gegenüber den Katholiken jedenfalls noch stärker – aus gutem Grund.

Von Joachim Frank | katholisch.de

In Dortmund läuft noch bis Sonntag der Deutsche Evangelische Kirchentag. Ein Laien-Event, ähnlich wie die Katholikentage. Wieso das eigens betonen? Kirchentagspräsident Hans Leyendecker hat über die Gründe sinniert, warum es in Dortmund nicht gelang, die ursprünglich angepeilten 8.000 Privatquartiere zu akquirieren: „Ob Menschen, die nicht so viel mit Kirche zu tun haben, inzwischen vielleicht eine Art Abwehr-Reflex gegen alles Kirchliche entwickeln? Ich sage zwar immer: Kirchentag ist Laienbewegung, und der Präsident ist selbst auch nur ein Fan, kein Theologe. Aber ob das immer so verstanden wird?“

Sollte es diesen „Abwehrreflex“ geben, dann beginnt eine Differenzierung, sobald sich im Gehirn der Neocortex einschaltet, der unter anderem für unser Denken zuständig ist. Der „Gemeinwohlatlas 2019„, in der Rubrik „Standpunkt“ bereits vorgestellt, sieht die evangelische Kirche mit ihrem Beitrag zum Gemeinwohl, ihrem Erscheinungsbild und der Erledigung ihres „Kerngeschäfts“ auf Platz 19 von 137 Institutionen und Organisationen. Die katholische Kirche dagegen rangiert weit abgeschlagen auf Platz 102, gefolgt vom Deutschen Fußball-Bund und von YouTube.

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Geldgeber der «Anti-Vaxx»-Bewegung werden bekannt

Seit dem letzten Herbst alarmiert eine Masern-Epidemie Politik und Behörden speziell in New York. Nun stellt die «Washington Post» die Philanthropen Lisa und Bernard Selz als wichtigste Sponsoren der Impf-Gegner vor.

Andreas Mink | tachles.ch

Auch nach der Verhängung eines Ausnahme-Zustandes im April inklusive der Schliessung von zehn orthodoxen Schulen (topnews berichtete) steigt in New York die Zahl der an Masern Erkrankten. Bei den inzwischen 600 Betroffenen handelt es sich vorwiegend um minderjährige Angehöriger orthodoxer Gemeinschaften (landesweit sind knapp 1100 meist junge Menschen erkrankt). Dort agitieren gut organisierte Impf-Gegner mit Flugblättern, Veranstaltungen und auf Social Media gegen die seit Jahrhunderten als effektiv und harmlos anerkannten Vorbeuge-Massnahmen.

Unklar war zumindest in der breiten Öffentlichkeit anhin, wer die «Anti-Vaxxer» finanziert. Gestern Mittwoch hat die «Washington Post» an den Tag gebracht, dass dabei der Hedgefund-Manager und Philanthrop Bernard Selz und dessen Frau Lisa eine wichtige Rolle spielen. Das Paar soll in den letzten sieben Jahren über drei Millionen Dollar vorwiegend an das «Informed Consent Action Network» gestiftet haben, das damit die einflussreichste Gruppe unter den Impfgegner werden konnte.

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Himalaya: Eisverlust hat sich verdoppelt

Die Gletscher des Himalaya haben seit 1975 schon 28 Prozent ihres Eises verloren, hier ein Blick auf den Nup-Gletscher in der Nähe des Mount Everest. © Joshua Maurer
Rapider Schwund: Die Gletscher des Himalaya haben seit 1975 gut ein Viertel ihres Eises verloren. Der jährliche Eisschwund auf dem „Dach der Welt“ hat sich inzwischen verdoppelt, wie nun eine Studie enthüllt. Demnach schmelzen im Himalaya jedes Jahr rund acht Milliarden Tonnen Eis – das Schmelzwasser würde jeweils drei Millionen olympische Schwimmbecken füllen. Ursache für den beschleunigten Eisverlust ist primär die Klimaerwärmung, wie die Forscher im Fachmagazin „Science Advances“ berichten.

scinexx

Der Himalaya ist nicht nur das höchste Gebirge der Erde, sondern auch ein wichtiger Eis- und Trinkwasserspeicher unseres Planeten. Die Gletscher dieses Gebirges und die von ihnen gespeisten Flüsse versorgen fast eine Milliarde Menschen mit Wasser. Doch auch auf dem „Dach der Welt“ tauen die Gletscher. Erst vor Kurzem ermittelten Klimaforscher, dass der Himalaya bei ungebremster Erwärmung zwei Drittel seines Eises verlieren könnte.

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Umgang mit Rezo-Video „Zu abwehrend“ – Merkel kritisiert CDU

Bild: tagesschau.de
Kanzlerin Merkel hat sich erstmals ausführlich zum Rezo-Video geäußert. Besonders gut kam ihre Partei dabei nicht weg. In einem Gespräch mit Schülern in Goslar wurde sie ungewohnt deutlich.

tagesschau.de

200 Jugendliche waren zur Diskussion mit Angela Merkel in den großen Saal der Kaiserpfalz in Goslar gekommen. Für die Kanzlerin eher ein kleines Publikum. Doch davon ließ sich Merkel nicht abhalten. Denn was die Schüler zu hören bekamen, waren ungewöhnlich deutliche Worte.

Merkel und die Jugend – da war doch was. Man denke an das Video des YouTubers Rezo, der die CDU und damit Merkel vor der Europawahl heftig angegangen war. Besonders jüngere Wähler dürfte er mit seinem fast einstündigen Video über die „Vernichtung der CDU“ erreicht haben. Man sei etwas geschockt gewesen, als das Video aufgetaucht sei, gab Merkel zu. Mit Blick auf die Reaktion ihrer Partei beklagte sie, dass man sich „nicht einfach mal drauf eingelassen hat und gesagt hat: Damit gehe ich jetzt mal locker um.“

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Monsanto spionierte Kritiker aus

Bild: Mike Mozart/CC BY-SA-2.0
Stakeholder Mapping: Im Vorfeld der EU-Neuzulassung von Glyphosat ließ der US-Konzern in großem Stil Daten über externe Personengruppen sammeln

Arno Kleinebeckel | TELEPOLIS

An der Rheinschiene zwischen Köln und Düsseldorf erfreut der „Japanische Garten“ des Leverkusener Chemieriesen BAYER AG Besucher von nah und fern. Angelegt hat die opulente Grünanlage der ehemalige Aufsichtsratschef und Japan-Begeisterte Carl Duisberg (früher I.G. Farben Aktiengesellschaft).

Der heutige Bayer-Chef Werner Baumann, seit 2016 CEO des Unternehmens und verantwortlich für die milliardenschwere Übernahme von Monsanto, dürfte in diesen Tagen kaum Zeit für fernöstliche Andachtsübungen haben: Zu dringlich sitzen ihm die Probleme rund um den Monsanto-Deal und vor allem um das Problemmittel Glyphosat im Nacken.

„Feindliche Kräfte“ im Visier

Zuletzt sah Baumann sich genötigt, einen Brief an den Bundestag zu schreiben, um öffentlich Abbitte zu tun. Grund war nicht das umstrittene Herbizid Glyphosat – es war nur mittelbar Stein des Anstoßes. Vielmehr war Mitte Mai offenbar geworden, dass der von Bayer übernommene Saatgut- und Pestizidhersteller Monsanto Listen über Kritiker führte, und das aus sieben Ländern, darunter auch Deutschland.

Wie der Konzern Anfang der Woche bekannt gab, finden sich allein in Deutschland und Frankreich rund 600 Personen auf den von der US-Tochter Monsanto geführten Listen. Diese Personen werden jetzt angeschrieben. Monsanto hatte, wie zunächst in Frankreich aufflog, eine PR-Agentur damit beauftragt, ab 2016 in mehreren Ländern Informationen über die Haltung von Journalisten, Wissenschaftlern und Politikern zu sammeln und diese zu bewerten.

Auf einem Koordinatensystem wurden mit Werten von eins bis fünf Politiker, Journalisten und Wissenschaftler in unterschiedliche Personengruppen eingeteilt: in Verbündete, potenzielle Verbündete, die es zu „rekrutieren“ gelte, und feindliche, zu überwachende Kräfte. Außerdem habe die Erfassung private Adressen, Telefonnummern und sogar Hobbys eingeschlossen. Zu den Betroffenen gehört auch die prominente französische Politikerin Ségolène Royal, ehemalige Präsidentschaftskandidatin und zwischen 2014 und 2017 Umweltministerin. Unter den Namen von Journalisten finden sich Medienberichten zufolge auch Mitarbeiter des öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders „France Télévisions“.

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6 things I wish people understood about atheism in America

Born Again Atheist Badge“ by BirchallDanny~commonswiki / Public Domain
The first time I remember openly identifying as an atheist was when I announced to my high school freshman English class that I didn’t believe in God. Later that day in gym, I broke my collarbone playing dodgeball. Was it God’s revenge for my blasphemy? I didn’t think so, but for a while there, I kept my atheism on the down low just in case.

By Jay Wexler | Richard-Dawkins-Foundation

Not anymore. Although I have an affinity for Asian religions like Buddhism and Taoism and even have a master’s degree in religious studies from a divinity school, I’ve been an unabashed atheist for my entire adult life. I’ve taught First Amendment law at Boston University for nearly 20 years, am a strong supporter of the separation of church and state, and have recently published a book called Our Non-Christian Nation, which is about how atheists and other minority groups are demanding their equal place in public life alongside the Christian majority.

As part of my research, I traveled around the country and talked to leaders of minority groups to find out how they felt about the Christian dominance of our nation’s public life. I watched an atheist give an invocation before a town board she had previously sued for violating the First Amendment, attended a Veterans Day ceremony held by a pagan priestess who successfully sued the federal government to approve the Wiccan pentacle for placement on national cemetery headstones, and sat on a 9-foot-tall bronze sculpture of a goat-headed occult figure that the Satanic Temple wants to put up on government property someday.

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Erdogan: „Mursi wurde ermordet, er starb keines natürlichen Todes“

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan erhebt nach dem Tod des ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi schwere Vorwürfe gegen die Regierung in Kairo. Mursi habe 20 Minuten lang hilflos um sein Leben gerungen.

DIE WELT

Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan hat der ägyptischen Regierung vorgeworfen, den früheren ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi ermordet zu haben. „Er wurde ermordet, er starb keines natürlichen Todes“, sagte Erdogan am Mittwoch in Istanbul. Das berichtet die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Nach seinem Zusammenbruch vor Gericht in Kairo habe Mursi 20 Minuten am Boden liegend um sein Leben gerungen, ohne dass die Behörden etwas zu seiner Rettung unternommen hätten.

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Schwebende Kristalle – wie eine Seifenblase gefriert

Eiskristalle auf einer gefrierenden Seifenblase © Farzad Ahmadi and Christian Kingett
Seifenblasen faszinieren mit ihrer zarten Schönheit und ihrem irisierenden Glanz. Diese Momentaufnahme jedoch fängt eine solche Blase in einer ungewöhnlichen Situation ein – während sie gefriert. In frostiger Umgebung bilden sich dabei auf der dünnen Haut der Seifenblase feine Kristalle, die erst nach und nach miteinander verschmelzen.

scinexx

Wenn Wassertropfen oder Pfützen gefrieren, geschieht dies meist von einem Kristallisationskeim aus: Ausgehend von einer Grenzfläche oder winzigen Partikeln im Wasser bilden sich Eiskristalle, an die sich nach und nach immer mehr Wassermoleküle anlagern. Wie aber ist dies mit Seifenblasen? Können diese fragilen Gebilde überhaupt als Ganzes gefrieren? Die Physik hinter gefrierenden Seifenblasen haben US-Forscher erst vor kurzem genauer untersucht.

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UN sehen Hinweise auf Verantwortung von Mohammed bin Salman für Khashoggi-Mord

Die UN-Berichterstatterin nennt „glaubhafte Hinweise“ auf eine persönliche Verantwortung des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman

derStandard.at

Eine Uno-Berichterstatterin sieht „glaubwürdige Hinweise“, die es rechtfertigten, die Verantwortung des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman für die Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi zu prüfen. Agnes Callamard stellte am Mittwoch zudem fest, dass für den Mord „der Staat Saudi-Arabien verantwortlich“ gewesen sei.

Die Sonderberichterstatterin für außergerichtliche Exekutionen fordert in ihrem 100-seitigen Bericht an den UN-Menschenrechtsrat Generalsekretär António Guterres auf, eine internationale Untersuchung einzuleiten.

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Land und Kirchen erinnern an Leid ehemaliger Heimkinder

Die nordrhein-westfälische Landesregierung und die Kirchen haben in Düsseldorf an den Missbrauch junger Menschen in stationären Einrichtungen der Nachkriegszeit erinnert und sich für das entstandene Unrecht entschuldigt. Tausende Kinder und Jugendliche hatten in den ersten Nachkriegsjahrzehnten in Stätten der Behindertenhilfe und der Psychiatrie sowie in Kinderheimen Gewalt und sexuelle Übergriffe erfahren.

evangelisch.de

„Wir haben als Land und als Gesellschaft schwere Schuld auf uns geladen. Die Dinge, die Sie erfahren haben, sind nicht vereinbar mit unserem christlichen Menschenbild“, sagte Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU) an die damaligen Opfer gewandt, von denen einige in den Landtag gekommen waren. „Wir haben jahrzehntelang total versagt“, so der Minister. „Wir müssen alles tun, dass nie wieder in diesem Land einem Kind die Kindheit geraubt wird.“

Auch Spitzenvertreter der beiden großen Kirchen als Träger vieler der stationären Einrichtungen, in denen das Unrecht geschehen war, baten die Betroffenen um Verzeihung. „Wir sind schuldig vor Ihnen und auch vor Gott geworden“, sagte der Vorstand des Diakonischen Werkes Rheinland-Westfalen-Lippe, Thomas Oelkers. Besonders gravierend sei, dass „wir unseren christlichen Ansprüchen nicht gerecht geworden sind“.

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Schäfer erhält Rückdeckung von internationalen Talmud-Gelehrten: „Schockierende Behauptungen“

Peter Schäfer © Wolfgang Kumm (dpa)
Der von seinem Amt als Direktor der Stiftung Jüdisches Museum Berlin zurückgetretene Peter Schäfer hat Rückendeckung von namhaften internationalen Talmud-Wissenschaftlern erhalten. Diese veröffentlichten nun einen Offenen Brief.

DOMRADIO.DE

In diesem Schreiben, das am Mittwoch in Jerusalem bekannt wurde, beklagen die Gelehrten aus Israel, Europa und den USA „die zunehmende Zensur der Meinungsfreiheit und die schrumpfende Möglichkeit, Regierungspolitik zu kritisieren oder gar in Frage zu stellen“.

Die 44 unterzeichnenden Gelehrten von großen Universitäten wie Harvard oder Yale, aber auch aus Jerusalem sowie aus Deutschland unterstreichen die Verdienste und das Renommee Schäfers als Wissenschaftler, akademischer Leiter und Intellektueller. „Für diejenigen von uns, die Professor Schäfer und seine Arbeit kennen, ist es schockierend, die Behauptung zu hören, er sei nicht für jüdische Anliegen und für den Kampf gegen Antisemitismus eingetreten.“

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Mission zur Metallwelt

So könnten die Sonde und ihr Untersuchungsobjekt aussehen. NASA/JPL-Caltech/Arizona State Univ./Space Systems Loral/Peter Rubin
Himmelskörper aus Gestein, Gasplaneten à la Jupiter – das kennt man. Aber im Sonnensystem wurde auch ein ganz anderes Objekt gesichtet: Psyche heißt jener seltsame metallische Brocken, den die NASA erkunden will. Der Bau der Sonde hat soeben begonnen.

Guido Meyer | science.ORF.at

„Was zum Teufel ist das? Und was macht es da?“ Jim Bell von der Schule für Erd- und Weltraumwissenschaften der Arizona State University spielt entsetzt, weiß es aber natürlich besser: Die Rede ist vom rätselhaften Himmelskörper Psyche. „Psyche ist einer von vielen Millionen Objekten im Asteroidengürtel“, so Bell, „aber es scheint einzigartig zu sein.“

Während die anderen Himmelskörper im Sonnensystem zum Beispiel aus Gas oder Eis zusammengesetzt sind, besteht Psyche nur aus Metall. Es handelt sich bei diesem Gebilde um eine regelrechte Kugel aus Metall. Sie hat einen Durchmesser von 150 Kilometer. Ihre Bahnen zieht sie zwischen Mars und Jupiter.

Psyche ist Trillionen von Euro wert

Aber das ist auch schon so ziemlich alles, was Planetologen von diesem Objekt wissen. Entdeckt haben sie es schon Mitte des 19. Jahrhunderts. Aber die Fragen sind seitdem geblieben. Nicht einmal, warum Psyche so ist wie er ist, wie er entstanden oder was mit ihm passiert ist, scheint festzustehen. Radarmessungen von der Erde und Berechnungen seiner Dichte lassen aber keinen anderen Schluss zu, als dass er aus Eisen und Nickel besteht. Damit hätte er auf der Erde einen – zumindest theoretischen – Wert von mehreren Trillionen Euro.

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Bericht: Christentum im Nahen Osten droht die Auslöschung

Bild: © dpa/Valeriy Melnikov
Horrorprognose der Gesellschaft für bedrohte Völker: In Ländern wie dem Irak oder Syrien könnte das Christentum in absehbarer Zeit zur Gänze verschwinden. Ein Grund sei die geringe Unterstützung aus anderen Teilen der Welt – scharfe Kritik richten die Menschenrechtler hier an die Kirchen im Westen.

katholisch.de

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) sieht die Zukunft der christlichen Gemeinschaften in Syrien und dem Irak existenziell gefährdet. In beiden Ländern sei die Zahl der Christen infolge ihrer Flucht vor Bürgerkrieg und der Gewalt durch militante Muslime massiv zurückgegangen, heißt es in einem am Mittwoch in Göttingen veröffentlichten Bericht.

So lebten im Irak nur noch 150.000 Christen, rund 0,4 Prozent der Bevölkerung. Vor dem ersten Irakkrieg (1991) hätten sie noch zehn Prozent, vor dem zweiten (2003) noch fünf Prozent gestellt. „Es wird befürchtet, dass es bis 2020 im Irak keine Christen mehr geben wird.“

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