Darum trauen die Menschen den Protestanten mehr zu als den Katholiken


Der Kirchentag hat weniger Privatquartiere organisiert als erhofft. Joachim Frank fragt sich, ob es in der Gesellschaft inzwischen einen Abwehrreflex gegen alles Kirchliche gibt. Wenn, dann sei der gegenüber den Katholiken jedenfalls noch stärker – aus gutem Grund.

Von Joachim Frank | katholisch.de

In Dortmund läuft noch bis Sonntag der Deutsche Evangelische Kirchentag. Ein Laien-Event, ähnlich wie die Katholikentage. Wieso das eigens betonen? Kirchentagspräsident Hans Leyendecker hat über die Gründe sinniert, warum es in Dortmund nicht gelang, die ursprünglich angepeilten 8.000 Privatquartiere zu akquirieren: „Ob Menschen, die nicht so viel mit Kirche zu tun haben, inzwischen vielleicht eine Art Abwehr-Reflex gegen alles Kirchliche entwickeln? Ich sage zwar immer: Kirchentag ist Laienbewegung, und der Präsident ist selbst auch nur ein Fan, kein Theologe. Aber ob das immer so verstanden wird?“

Sollte es diesen „Abwehrreflex“ geben, dann beginnt eine Differenzierung, sobald sich im Gehirn der Neocortex einschaltet, der unter anderem für unser Denken zuständig ist. Der „Gemeinwohlatlas 2019„, in der Rubrik „Standpunkt“ bereits vorgestellt, sieht die evangelische Kirche mit ihrem Beitrag zum Gemeinwohl, ihrem Erscheinungsbild und der Erledigung ihres „Kerngeschäfts“ auf Platz 19 von 137 Institutionen und Organisationen. Die katholische Kirche dagegen rangiert weit abgeschlagen auf Platz 102, gefolgt vom Deutschen Fußball-Bund und von YouTube.

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