Antibiotika: Gemeinsam sind sie stark


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Pharmakologie. Antibiotikaresistente Bakterien gehören zu den größten Gefahren für die menschliche Gesundheit. Der Biophysiker Tobias Bollenbach sucht systematisch neue Kombinationen der Wirkstoffe, um ihr zu begegnen.

Von Wolfgang Däuble | Die Presse.com

Multiresistente Bakterien seien eines der „dringlichsten Gesundheitsrisken unserer Zeit und stellen eine Bedrohung für den medizinischen Fortschritt eines ganzen Jahrhunderts dar“, mahnte der WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus erneut am vergangenen Dienstag. Seit Jahren warnt die Weltgesundheitsorganisation vor den Keimen, gegen die kein Antibiotikum mehr wirkt, bis 2050 werden sie laut WHO-Schätzungen mehr Todesopfer fordern als Krebserkrankungen.

Obwohl man bereits kurz nach der Entdeckung des Penicillins erste Resistenzen beobachten konnte, wurden Antibiotika über viele Jahrzehnte in rauen Mengen und oft prophylaktisch eingesetzt, heute gibt es immer mehr Erreger, gegen die keines der herkömmlichen Medikamente mehr wirkt. Neue Wirkstoffe wären daher dringend nötig, doch deren Entwicklung steht zwei großen Problemen gegenüber, sagt der Biophysiker Tobias Bollenbach von der Universität Köln: „Oft stellt sich bei neuen Molekülen heraus, dass sie den gleichen Wirkungsmechanismus haben wie bereits bestehende Antibiotika, da kommt es dann auch schnell wieder zu Resistenzen. Das andere Problem ist, dass die Anreize für die Pharmaindustrie gering sind: Ein gut wirkendes Antibiotikum wird nur über einen kurzen Zeitraum eingenommen, und wenn es ein völlig neuer Wirkstoff ist, wird er für die seltenen Fälle aufgehoben, in denen sonst nichts mehr hilft.“

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