Istanbul: „Sogar Geschwister haben sich über die Politik zerstritten“


Wer Istanbul gewinnt, gewinnt die Türkei, hatte der türkische Präsident Erdogan seinen Anhängern vor den landesweiten Kommunalwahlen im März zugerufen Quelle: dpa
Istanbul stimmt erneut über den nächsten Bürgermeister ab. Das Ergebnis der ersten Wahl hatte Präsident Erdogan nicht gefallen. Wie gespalten die Gesellschaft ist, zeigt sich auch bei einer Tour durch türkische Cafés in Berlin.

Von Carolina Drüten | DIE WELT

Bürgermeisterwahlen in Mailand? Wen interessiert’s hierzulande. Kommunalwahlen in Sankt Petersburg? Na und? Aber eine lokale Abstimmung in Istanbul darüber, wer nächster Bürgermeister wird, beschäftigt die Mächtigen in ganz Europa. Aus einem ganz einfachen Grund: In der türkischen Metropole wird sich in den kommenden Tagen zeigen, ob im Land von Recep Tayyip Erdogan ein demokratischer Machtwechsel überhaupt noch möglich ist.

Wer Istanbul gewinnt, gewinnt die Türkei, hatte der türkische Präsident seinen Anhängern vor den landesweiten Kommunalwahlen im März zugerufen. Im vormaligen Konstantinopel hatte Erdogan seine Karriere begonnen, als er sich aus dem Arbeiterviertel Kasimpasa an die Spitze der Republik hocharbeitete. Von hier aus regierten einst die osmanischen Sultane das Reich.

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