«Kushner-Plan» für Palästina-Konflikt wird konkret


Jerusalem. Bild: Andrew Shiva / CC BY-SA 4.0
Am Samstagmorgen hat das Weisse Haus die ökonomischen Aspekte einer Friedenslösung für den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern publiziert. Das Papier wirkt weltfremd.

Andreas Mink | tachles.ch

Es ist eine politische Tradition in den USA: Unangenehme Neuigkeiten werden am Wochenende präsentiert, wenn die öffentliche Aufmerksamkeit auf angenehmeren Zeitvertreib gelenkt ist. So hat es am Samstagvormittag einige Stunden gebraucht, ehe Reporter via Twitter eine Nachricht verbreitet haben, auf die alle Welt eigentlich seit zwei Jahren mit Spannung wartet: Gegen 8.30 Uhr Ortszeit hat das Weisse Haus ein 38 Seiten starkes Papier ins Netz gestellt, dass die wirtschaftlichen Aspekte des unter der Ägide von Jared Kushner entwickelten Friedensplans für den Palästina-Konflikt umreisst (Link).

Das Konzept soll Grundlage des für diesen Dienstag angesetzten «Wirtschafts-Workshops» zum Palästina-Konflikt in Bahrain sein, an dem Israel und die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) nicht teilnehmen (topnews berichtete). Das Konzept trägt den abstrusen Titel «Peace to Prosperity», was etwa «Friede zu Wohlstand» bedeutet. Aber eigentlich transportiert das Papier die grundsätzliche Idee «Durch Wohlstand zu Friede». Bemerkenswert ist zudem, dass das im Stil einer Marketing-Broschüre gehaltene Dokument keinerlei Hinweise auf die Autoren enthält. Zudem gab es weder eine Pressekonferenz oder sonstige Publizität für das seit gut zwei Jahren in Arbeit befindliche Konzept.

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