Humanistische Seelsorge hilft mit „Gesprächen auf Augenhöhe“

Krisensituationen und Lebensfragen – wie kann man diese bewältigen, wenn göttliche Vorhersehung nicht als universelle Antwort dient? Foto: Karl-Josef Hildenbrand (dpa)
Der humanistische Verband Dresden bietet mit der humanistischen Seelsorge eine Alternative zur kirchlichen Seelsorge an. Michael Brade, Präsident des HVD, über allgemeine und humanistische Seelsorge.

Von Daniel Cohen | Badische Zeitung

BZ: Was verstehen Sie persönlich unter Seelsorge?

Brade: Seelsorge ist ein offenes Gesprächsformat ohne ein angestrebtes Ergebnis. Hier findet man ein offenes Ohr und kann sich aussprechen. Besonders in Krisen hilft diese Begleitung beim Verstehen und Deuten. Damit wird auch der Unterschied zur Beratung deutlich, wo es eine Hierarchie und keine Augenhöhe gibt. Zusammengefasst ist humanistische Seelsorge Pflege der Persönlichkeit und Anleitung beim Finden eigener Antworten.

BZ: Auf welcher Basis gründet die humanistische Seelsorge?

Brade: Die Basis sind die Weltanschauung und der konstruktivistische Ansatz, die Menschen so zu nehmen wie sie sind. Gefühle sind weder richtig noch falsch, sondern schlicht vorhanden, subjektive Tatsachen. Im Gegensatz zu vielen Atheisten reden Humanisten jenen Menschen mit religiösen Überzeugungen ihren Glauben nicht aus oder betreiben Gegenmission. Humanismus nimmt zur Kenntnis, dass religiöse Überzeugungen tief verwurzelt und sogar identitätsstiftend sein können. Auch ich spreche Menschen das nicht ab. Allerdings geschieht unserer Meinung nach alles im Leben ohne Fremdeingriffe, es ist nichts Übernatürliches im Spiel, und es gibt keinen übergeordneten Sinn. Menschen können ihrem Leben und Ereignissen jedoch selbst Sinn verleihen. Derlei Gespräche führen wir immer auf Augenhöhe und erlauben uns keinerlei Wertungen; auch Tabuthemen gibt es bei uns nicht. Humanistische Seelsorge beschränkt sich auf Impulse, Ideen, Denkanstöße.

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„Die Opferrolle. Der Islam, seine Selbstinszenierung“

Freund-Feind-Schema bleibt im Buch von Klemens Ludwig bestehen (Picture Alliance/ Marc Müller & LangenMüller Verlag)
Diskriminierungserfahrungen reichen dem Publizisten Klemens Ludwig nicht als Erklärung für die Radikalisierung von Muslimen. Zudem würden diese Erfahrungen oft instrumentalisiert, um keine Verantwortung übernehmen zu müssen, mit Erfolg. Für Ludwig ein Symptom eines Kampfes der Kulturen.

Von Matthias Bertsch | Deutschlandfunk

Ein Buch über den Islam, das „Die Opferrolle“ heißt, dessen Vorwort die Islamkritikerin Necla Kelek geschrieben hat, und in dessen Literaturverzeichnis zwei Namen auffällig oft vertreten sind: Hamed Abdel-Samad und Bassam Tibi, beides ausgewiesene Kritiker der muslimischen Verbände in Deutschland. Für viele Leser und Leserinnen dürften diese Stichworte bereits reichen, um jenes gedanklich-emotionale Stellung-Beziehen auszulösen, das die Auseinandersetzung um den Islam in Deutschland zunehmend dominiert: auf der einen Seite diejenigen, die den Islam vor allem mit Gewalt und Intoleranz verbinden, auf der anderen diejenigen, die ihn als eine Religion des Friedens hochhalten und seine Anhänger vor allem als Opfer von Vorurteilen und Diskriminierungen sehen. Täter versus Opfer, so lässt sich das Lagerdenken zusammenfassen und das Buch von Klemens Ludwig ist leider wenig geeignet, dieses Freund-Feind-Schema zu durchbrechen.

Der Journalist und Publizist bringt zahlreiche Beispiele von Gewalttaten, die von Muslimen gegenüber Anders- oder „Un“-gläubigen begangen wurden und zeigt, wie diese, mit Verweis auf individuelle oder kollektive Diskriminierung, letztere in Form von Kolonialismus und Imperialismus, regelmäßig relativiert und damit verharmlost werden – und dies keineswegs nur von Muslimen selbst.

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Die komplexe Sprache der Bienen

Ausdruckstanz: Bienen kommunizieren auf sehr komplexe Art und Weise. Bild: dpa
Mehr als nur Summen und Tänzeln: Bienen sind sehr soziale und gesprächige Insekten. Ein Biologe spricht sogar von der komplexesten Kommunikation von Nicht-Primaten.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Christoph Grüter deutet durch die Scheibe eines Beobachtungskastens auf eine Biene. Das Tier hat gelbe Pollen am Hinterleib und bewegt sich hektisch in der krabbelnden Masse des Volkes im Bienenstock. „Das ist der Schwänzeltanz“, erklärt der Biologe der Mainzer Johannes Gutenberg-Universität. Damit informiere es, wo es eine lohnenswerte Nahrungsquelle gefunden habe. Grüter vom Institut für Organismische und Molekulare Evolutionsbiologie erforscht das in vielerlei Hinsicht noch immer rätselhafte Sozialverhalten der gelb-schwarzen Tierchen.

Insgesamt 16 Bienenvölker hat der in der Schweiz geborene Grüter unter seinen Fittichen, sie sind verteilt auf mehrere Stellen auf dem Mainzer Uni-Campus. Auf bis zu 50.000 Tiere kommt ein Volk, wie der Biologe erzählt. Er setzt in Mainz auf die Kärntner Biene (Apis mellifera carnica). Die sei bei Imkern beliebt, weil sie nicht aggressiv sei. Zu seinem tierischen Forschungsfeld kam Grüter einst, weil er Spanisch lernen wollte. Für einen Job landete er in einem Bienenlabor in Argentinien und das Thema ließ ihn nicht mehr los.

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29 000 Kinder von Jihadisten haben Rechte – und ihre Heimatstaaten haben Pflichten

IS-Kinder: In Syrien geboren, gestrandet im Gefangenenlager al-Hol. Was soll jetzt aus ihnen werden? (Bild: Ahmed Mardnli / EPA)
Die Uno-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet fordert faire Prozesse für IS-Kämpfer in Syrien und im Irak. Die Kinder in den Gefangenenlagern sollen in die Ursprungsstaaten zurückgebracht werden.

Neue Zürcher Zeitung

Die Uno-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet fordert die Rückführung von islamistischen Kämpfern und deren Angehörigen aus Syrien und dem Irak in die Herkunftsländer. Die Staaten müssten Verantwortung für ihre Bürger übernehmen, verlangte Bachelet vor dem Uno-Menschenrechtsrat in Genf.

Insbesondere die rund 29 000 Kinder in Gefangenenlagern in Syrien und im Irak müssten geschützt und wieder in die Gesellschaft eingegliedert werden. Sie hätten schwere Menschenrechtsverletzungen erfahren. Bachelet wies ausdrücklich auf diejenigen hin, die vom IS indoktriniert oder zur Ausführung von Gewalttaten rekrutiert worden seien.

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Digitale Behörden: Innenminister wollen vernetzte Melderegister mit einer Art Personenkennziffer

(Bild: Anton Watman / shutterstock.com)
Die Innenministerkonferenz hat angesichts zunehmender Mobilität und Migration Eckpunkte für ein „registerübergreifendes Identitätsmanagement“ beschlossen.

Von Stefan Krempl | heise online

Eine Woche nach ihrem Frühjahrstreffen in Kiel haben die Innenminister von Bund und Ländern einen Beschluss veröffentlicht, wonach sie auf ein verbessertes, verfahrensübergreifendes „Identitätsmanagement“ als Teil einer Strategie zur Modernisierung und Digitalisierung der Melderegister drängen. „Verlässliche Angaben zur Identität von Personen sind das Fundament aller Verwaltungsleistungen“, heißt es darin. Dies sei auch nötig angesichts der „zunehmenden grenzüberschreitenden Mobilität und Migration“ und der damit verknüpften „Vielzahl von Schutzsuchenden“.

„Die öffentliche Verwaltung braucht für alle Behörden eine verlässliche Datengrundlage in aufeinander abgestimmten Basisregistern“, betonen die Ressortleiter auf Basis einer Vorlage von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). Dabei gelte es zu gewährleisten, dass die eingebauten Informationen richtig seien und übereinstimmten. Ferner gelte es, die Interoperabilität und so auch den Datenaustausch zu stärken, um zugleich E-Government-Dienste zu fördern.

Laut dem Plan sollen „Grunddaten zu einer Person“ an einer zentralen Stelle „gespeichert, in Abstimmung mit den Basisregistern auf Inkonsistenzen geprüft, verlässlich gepflegt, aktualisiert und bereitgestellt werden“. Dafür wollen die Minister „ein Kerndatensystem schaffen“. Es soll dabei kenntlich gemacht werden, „wie valide die Angaben zur Identität sind“.

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Verhalten der AfD in Landtag: Wenn demokratische Politik mit Krieg verwechselt wird

Stefan Räpple (l) und Wolfgang Gedeon warten vor dem Landgericht. Bild: dpa
Wegen provokanter Zwischenrufe im baden-württembergischen Landtag wurden zwei AfD-Politiker von der Polizei abgeführt. Das gab es bislang nur mit der NPD. Nun muss das Landesverfassungsgericht entscheiden, ob die Freiheit der Parlamentarier eingeschränkt wurde.

Von Rüdiger Soldt | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Der von der AfD provozierte Eklat am 12. Dezember 2018 im baden-württembergischen Landtag war historisch beispiellos. Verursacht hatten ihn die AfD-Politiker Stefan Räpple und Wolfgang Gedeon, der mittlerweile keiner Fraktion mehr angehört. Räpple hatte Jungsozialisten „rote Terroristen“ genannt, Gedeon der Landtagspräsidentin Muhterem Aras (Grüne) vorgeworfen, die Parlamentssitzungen wie in Anatolien zu leiten. Aras musste drei Ordnungsrufe verhängen und die Parlamentarier des Saales verweisen. Weil sich die beiden AfD-Abgeordneten daraufhin geweigert hatten, dieser Anordnung zu folgen, ließ die Präsidentin schließlich die Parlamentarier mit Hilfe der Polizei aus dem Sitzungssaal bringen.

Vergleichbares ist in der Geschichte der Republik nur der einmal NPD in einem Landtag gelungen. In Baden-Württemberg war es seit Bestehen des Landes im Jahr 1952 noch kein Mal nötig, die Sitzungsordnung mit Hilfe der Polizei wiederherzustellen.

Nach der Rechtsprechung des sächsischen Landesverfassungsgerichts ist es grundsätzlich unstatthaft, eine Parlamentspräsidentin oder einen Parlamentspräsidenten in der laufenden Sitzung zu kritisieren. Es zählt der ordnungsgemäße Ablauf der parlamentarischen Beratung. Kritik soll im Präsidium geäußert werden. Oder der Landtag stellt in der nächsten Sitzung einen Widerspruchsantrag.

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Kapuzineraffen: Werkzeuge schon vor 3.000 Jahren

Die Kapuzineraffen im brasilianischen Capivara-Nationalpark nutzen Steine, um Nüsse zu knacken– und das schon seit 3.000 Jahren, wie sich nun zeigt.© Tiago Falotico / CC-by-sa 4.0
Steinzeit auf Affenart: Der Mensch ist nicht mehr das einzige Wesen mit einer langen Werkzeug-Tradition. Denn schon vor rund 3.000 Jahren nutzten auch Kapuzineraffen Steinwerkzeuge – sie knackten damit Nüsse und Samen, wie Ausgrabungen in Brasilien enthüllen. Und wie beim Menschen veränderten die Affen ihre Steinwerkzeuge im Laufe der Zeit. Dies sei der erste Beleg für einen solchen langfristigen Wandel der materiellen Kultur bei einem nichtmenschlichen Wesen, berichten die Forscher.

scinexx

Die Rückenstreifen-Kapuziner ((Sapajus libidinosus) im Capivara-Nationalpark in Brasilien sind als geschickte Werkzeugnutzer bekannt: Sie verwenden Steine, um Cashewnüsse zu knacken, um zu graben oder um Rivalen und Paarungspartner mit lauten Schlaggeräuschen zu beeindrucken. Bei ihren Schlägen von Qarzit-Brocken auf den Felsuntergrund produzieren die Affen sogar Abschläge, die denen unserer Vorfahren verblüffend ähneln, wie kürzlich eine Studie enthüllte.

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The Salt Lake Tribune editorial board: Yes, they are concentration camps

CSPAN

Alternet.org

Don’t know if many caught this from the largest paper in Utah but it is worth reading…

www.sltrib.com/…

The Salt Lake Tribune delivers a devastating editorial that agrees with Rep Ocasio Cortez’s claims about how along the southern border of the US we have set up concentration camps.

The editorial goes on further to show the history of how the conversation we have had completely misses the boat about what is going on is more important then what we are calling it. Plus they also note the history of how the camps developed in Germany, from the editorial,

It worked its way up, from nasty political speeches (check) to politicians seeking and gaining power with promises to protect the purity of the nation from foreign invasion (check) to denying basic human rights and decency to people of an unfavored class (check).

The references to (check) are indicating things that have already occurred. The Tribune also goes into how morally bankrupt we are to be taking no action from the multiple reports of the lack of decency we have towards these people who want nothing more than a better life.

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In Deutschland werden die meisten Asylanträge gestellt

Rund 184.000 Menschen haben 2018 einen Asylantrag in Deutschland gestellt. Bild: dpa
Nirgendwo in der EU beantragen mehr Menschen Asyl als in Deutschland – auch wenn die Zahl in den letzten Jahren gesunken ist. Seit Januar dieses Jahres zeigt der Trend aber wieder nach oben.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Zum siebten Mal in Folge haben in Deutschland so viele Menschen wie in keinem anderen europäischen Land Asyl gesucht. Trotz eines Rückgangs um 17 Prozent beantragten im vergangenen Jahr gut 184.000 Menschen internationalen Schutz in der Bundesrepublik, wie aus dem am Montag in Brüssel veröffentlichten Jahresbericht der EU-Asylbehörde Easo hervorgeht. Die Zahlen berücksichtigen auch Anträge von Menschen, die zuvor schon einmal Asyl beantragt hatten.

Insgesamt ersuchten in den 28 EU-Staaten sowie in Norwegen, der Schweiz, Island und in Liechtenstein im vergangenen Jahr 664.480 Menschen um Asyl. Dies waren zehn Prozent weniger als 2017, ein Rückgang im dritten Jahr in Folge. 2015 hatte es noch fast 1,4 Millionen Asylanträge gegeben. Nach Easo-Angaben lagen die Zahlen im vergangenen Jahr wieder auf dem Niveau, das vor der großen Flüchtlingsbewegung erreicht wurde.

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Ein Schritt weg vom Berufspolitiker

Ted Cruz vs. Mazie Hirono. Fotos: US Senate
Im US-Kongress gibt es einen Vorstoß, nicht nur die Amtszeiten von Präsidenten, sondern auch die von Senatoren und Abgeordneten zu begrenzen

Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Der kubanischstämmige republikanische Senator Ted Cruz hat einen Gesetzentwurf eingebracht, der vorsieht, die US-Verfassung um einen Zusatz zu ergänzen. Mit so einem Verfassungszusatz wurde 1951 die Zahl der Amtszeiten von Präsidenten auf höchstens zwei begrenzt. Cruz möchte, dass künftig nicht nur bei Präsidenten, sondern auch bei Senatoren und Repräsentantenhausabgeordneten eine Begrenzung gelten soll.

Abgeordnete sollten seiner Meinung nach höchstens zwei Mal wiedergewählt werden dürfen, Senatoren höchstens einmal. Insgesamt dürften Letztere dann höchstens zwölf und Erstere höchstens sechs Jahre in derselben Kammer sitzen. Cruz begründete diesen Vorschlag in der Debatte dazu mit seinen Erfahrungen im Senat, dem er seit 2013 angehört. Dadurch, so der Texaner, sei seine Überzeugung von der Notwendigkeit einer solchen Regelung „um das Tausendfache“ gewachsen.

Problem seit Frank Capras Filmklassiker „Mr. Smith Goes to Washington“ bekannt, aber nicht gelöst

Der Republikaner Jim DeMint, einer der Unterstützer des Vorschlags im Senat, ergänzte, dass eine Amtszeitbegrenzung zwar nicht alle Probleme lösen, aber zu einer Drainage für den bestehenden „Sumpf“ werden könne. So ein Sumpf ist der Senat seiner Wahrnehmung nach deshalb, weil dort nicht mehr in erster Linie offen Argumente für und gegen Gesetze ausgetauscht, sondern parteipolitische Interessen verfolgt werden.

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A Mysterious Glow Warms Rings of Uranus

A composite image of the atmosphere and rings of Uranus seen in thermal emission. (Image: © UC Berkeley image by Edward Molter and Imke de Pater)
Some sort of a heat wave warms the rings of Uranus, even though the planet orbits far away from the sun.

By Elizabeth Howell | SPACE.com

New heat images of the planet, obtained by two telescopes in Chile, reveal the temperature of the rings for the first time: minus 320 degrees Fahrenheit (minus 195 degrees Celsius), or the boiling temperature of liquid nitrogen.

While that sounds cold by Earthly standards, consider that most of space is much colder, approaching a temperature at which atoms stop moving. This point is called absolute zero, which is roughly minus 460 F (minus 273 C).

And Uranus itself is located pretty far out in the solar system, where the planet receives only a fraction of the heat from the sun that the Earth receives. The ice giant orbits our star at an average distance of 19 astronomical units (AU), with each AU equivalent to the average distance from the Earth to the sun, or 93 million miles (150 million kilometers).

The scientists who captured the new images said they aren’t sure what’s causing the relative warmth. But the weird temperature proves that the brightest and densest ring at Uranus (also known as the epsilon ring) is very different from other ring systems in our solar system.

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Hilft Kaffee beim Abnehmen?

Themenbild. Bild von Free-Photos auf Pixabay
Kaffee als Schlankmacher: Die tägliche Tasse Kaffee hilft möglicherweise beim Abnehmen. Denn wie Forscher nun herausgefunden haben, scheint das koffeinhaltige Getränk das braune Fettgewebe in unserem Körper zu stimulieren. Als Folge verbrennt dieser „gute“ Fettanteil noch mehr Energie. Lassen sich diese Ergebnisse bestätigen, könnte Kaffee künftig als Mittel gegen Übergewicht und Diabetes zum Einsatz kommen.

scinexx

Kaffee ist nicht nur eines der beliebtesten Heißgetränke weltweit – er scheint auch ein echter Gesundmacher zu sein. Studien sprechen unter anderem dafür, dass das koffeinhaltige Getränk vor Diabetes und Gefäßerkrankungen schützt, unsere DNA vor Schäden bewahrt und sogar das Gedächtnis fördern kann.

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EuGH: Polens Justizreform ist europarechtswidrig

EuGH kippt Pensionsregel für Höchstrichter – Zwei weitere Fälle beim höchsten EU-Gericht anhängig

derStandard.at

Ein Teil der vielfach kritisierten Justizreform in Polen ist nun auch offiziell EU-rechtswidrig: Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg (EuGH) hat am Montag die Senkung des Pensionsalters für polnische Höchstrichterinnen und Höchstrichter gekippt. Die EU-Kommission hatte Warschau vergangenes Jahr wegen der Reform verklagt, in der sie einen Angriff auf die Unabhängigkeit der Justiz sah.

Konkret hatte das Gesetz vorgesehen, dass polnische Höchstrichter statt wie bisher mit 70 Jahren bereits mit 65 in Pension gehen sollen. Nicht nur in Brüssel, sondern auch in der polnischen Opposition war daran massive Kritik laut geworden. Viele sahen in der Bestimmung den Versuch, missliebige Richter aus ihren Positionen zu entfernen.

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Erdogan vergisst nicht: Was Sie über den Prozess gegen die Gezi-«Umstürzler» wissen müssen

Ein Soldat steht Wache vor dem Gerichtsgebäude in Silivri bei Istanbul. (Bild: Huseyin Aldemir / Reuters)
Sechs Jahre ist es her, dass aus einer Aktion von Umweltschützern in Istanbul eine landesweite Protestbewegung gegen die autoritäre Politik Erdogans erwuchs. Heute macht die türkische Justiz deswegen 16 Personen den Prozess. Sie sollen die Gezi-Proteste benutzt haben, um die Regierung zu stürzen.

Daniel Steinvorth | Neue Zürcher Zeitung

Die türkische Opposition darf sich freuen: Auch bei der Wiederholung der Bürgermeisterwahl in Istanbul hat der Mitte-links-Kandidat Ekrem Imamoglu am Sonntag klar gewonnen. Überschattet wird dieser Erfolg jedoch von einem Prozess gegen die sogenannte Gezi-Bewegung, der heute in Istanbul beginnt. Vor Gericht stehen Demokratieaktivisten, denen vorgeworfen wird, einen Putsch gegen Erdogan geplant zu haben. Allein die bizarre Anklageschrift ist eine Erinnerung daran, dass sich die Türkei über Nacht kaum in eine rechtsstaatliche Demokratie verwandelt hat. Zur Vorgeschichte der Gezi-Proteste und zum Prozess beantwortet die NZZ vier Fragen.

1. Was ist damals geschehen?

Die Gezi-Proteste begannen Ende Mai 2013 mit einer Protestaktion von Umweltschützern in Istanbul. Die Aktivisten wandten sich gegen die Pläne der Stadtregierung, den beim Taksim-Platz gelegenen Gezi-Park abzuholzen. Auf einer der letzten verbliebenen Grünflächen in der Stadt sollte ein Einkaufszentrum mit osmanischer Kasernenfassade entstehen. Dieses ideologisch motivierte Bauprojekt wurde vom damaligen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan persönlich forciert.

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Riesiges Wasserreservoir unter dem Meeresgrund

Vor der Nordostküste der USA liegt unter dem Meeresgrund ein riesiges Süßwasser-Revervoir verborgen, wie Geologen nun entdeckt haben. © Liran Sokolovski/ iStock
Überraschender Fund: Vor der Ostküste der USA haben Geologen eines der größten Grundwasser-Reservoire der Welt entdeckt – unter dem Meeresgrund des Atlantiks. Der Aquifer reicht bis zu 90 Kilometer weit ins Meer hinaus und ist mindestens 350 Kilometer breit. Schätzungen zufolge enthält dieses unterseeische Wasserreservoir mindestens 2.800 Kubikkilometer Süßwasser – mehr als der Viktoriasee. Ähnliche Aquifere könnten unerkannt auch vor anderen Küsten liegen, vermuten die Forscher.

scinexx

Trinkwasser ist ein knappes Gut – vor allem dort, wo es wenig regnet. Denn viele Grundwasser-Reservoire sind bereits übernutzt, andere werden schon in geringer Tiefe brackig oder salzig. Auch Pestizide, Dünger und Chemikalien tragen zunehmend zum Verlust sauberer Wasserressourcen bei. Hinzu kommt: Nach Schätzungen von Forschern sind die meisten Grundwasservorräte schon Jahrtausende alt. Nur sechs Prozent der weltweiten Aquifere regenerieren sich relativ schnell und regelmäßig.

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Europarat: Rückkehr russischer Abgeordneter als „diplomatische Revolution“

Logo des Europarates. Bild: Wikipedia
Frankreich und Deutschland setzen sich dafür ein. Gegner warnen vor „katastrophalen Folgen“

Thomas Pany | TELEPOLIS

Russland wird wieder Abgeordnete in die parlamentarische Versammlung des Europarates (PACE) entsenden. Davon gehen laut deutschen und französischen Berichten sowohl Befürworter wie Gegner der Rückkehr aus.

Die Abstimmung über die „kleine diplomatische Revolution“ (Le Monde) erfolgt am heutigen Montag. Frankreich und Deutschland hätten beide in den letzten Monaten daraufhin gearbeitet, dass Russland seine Mitgliedschaft im Europarat nicht aufkündigt, sondern stattdessen wieder Parlamentarier nach Straßburg entsendet und wieder Mitgliedsbeiträge bezahlt, heißt es.

Bis 2017 hatte Russland 33 Millionen jährlich bezahlt, was etwa 7 Prozent des Gesamtbudgets entspricht, und nach Angaben von Le Monde durchaus ein Argument für die Wiedereingliederung in das erste parlamentarische Gremium auf europäischer Ebene nach dem Zweiten Weltkrieg ist.

Russland hatte vor zwei Jahren die Zahlungen an den Europarat eingestellt, da man seinen Abgeordneten 2014 das Stimmrecht und andere Rechte entzogen hatte. Grund dafür war die Abspaltung der Halbinsel Krim von der Ukraine und der Anschluss an die Russische Föderation, die vom Europarat als „völkerrechtswidrige Annexion“ eingestuft wurde (zu den völkerrechtlichen Aspekten siehe hier). Infolge dieser Sanktion boykottierte die russische Delegation die Sitzungen der parlamentarischen Versammlung des Europarates.

„Die letzte Verbindung Russlands zu einem europäischen Forum“

Sollte das Parlament des Europarates für die Wiedereingliederung der russischen Delegation stimmen – laut dem Duma-Vorsitzenden Wjatscheslaw Wolodin sind 39 der 47 Ländervertretungen dafür -, so wäre dies das „erste Mal, dass eine Sanktion gegen Russland wegen der Annexion der Krim rückgängig gemacht würde“, wie kommentiert wird.

Dass andere europäische Sanktionen verschwinden, sei aber nicht in Sicht, so der Kommentar des Pfälzischen Merkurs, der gleichwohl betont, dass der Länderzusammenschluss im Europarat „die letzte Verbindung Russlands zu einem europäischen Forum“ ist, womit er die Relevanz der Wiedereingliederung der russischen Delegation andeutet.

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Aufregung um möglichen Kindesmissbrauch an deutscher Klinik

Ein mittlerweile verstorbener Assistenzarzt nahm womöglich
medizinisch nicht indizierte Untersuchungen im Intimbereich
vor. Mehr als 300 Patientenakten werden noch einmal überprüft.

Die Presse.com

Der Fall eines inzwischen gestorbenen Assistenzarztes am Universitätsklinikum in Homburg, der bis 2014 womöglich mehrere Kinder bei Untersuchungen sexuell missbraucht hat, hat am Montag in Deutschland für Aufsehen gesorgt. Es besteht der Verdacht, dass der Arzt medizinisch nicht notwendige Untersuchungen im Intimbereich der Kinder vorgenommen hatte, die als Routinemaßnahmen dargestellt wurden.

Die möglichen Opfer seien im Schnitt zwischen fünf und acht Jahre alt gewesen sein, teilte die Einrichtung am Montag mit. Es habe sich überwiegend um Buben gehandelt. Der Arzt sei auch Judotrainer eines örtlichen Vereins gewesen. Dieser sei damals über die Ermittlungen informiert worden und habe ihn daraufhin als Trainer entlassen.

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Evangelische Kirche: Bundesregierung weist Tempolimit-Forderung zurück

Bild: © stock.adobe.com/fotohansel
Über 66.000 Unterschriften hat die Evangelische Kirche Mitteldeutschlands für ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen gesammelt. Nun hat sich der Petitionsausschuss des Bundestags mit der Initiative befasst. Doch die Bundesregierung bleibt skeptisch.

katholisch.de

Die Forderung der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) nach Einführung eines generellen Tempolimits auf deutschen Autobahnen ist von der Bundesregierung zurückgewiesen worden. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Steffen Bilger (CDU), erklärte am Montag zu einer Anhörung im Petitionsausschuss des Bundestages, ein generelles Tempolimit auf Autobahnen sei ein rückwärtsgewandtes Instrument. Stattdessen setze das Ministerium auf die modernen Möglichkeiten der Verkehrslenkung.

Bilger reagierte damit auf eine von der EKM initiierte Petition zur Einführung eines Tempolimits. Sie hatte nach vierwöchiger Mitzeichnungsfrist mehr als 66.000 Unterschriften und damit das für eine Anhörung notwendige Quorum von 50.000 Unterschriften erreicht.

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