„Die Opferrolle. Der Islam, seine Selbstinszenierung“


Freund-Feind-Schema bleibt im Buch von Klemens Ludwig bestehen (Picture Alliance/ Marc Müller & LangenMüller Verlag)
Diskriminierungserfahrungen reichen dem Publizisten Klemens Ludwig nicht als Erklärung für die Radikalisierung von Muslimen. Zudem würden diese Erfahrungen oft instrumentalisiert, um keine Verantwortung übernehmen zu müssen, mit Erfolg. Für Ludwig ein Symptom eines Kampfes der Kulturen.

Von Matthias Bertsch | Deutschlandfunk

Ein Buch über den Islam, das „Die Opferrolle“ heißt, dessen Vorwort die Islamkritikerin Necla Kelek geschrieben hat, und in dessen Literaturverzeichnis zwei Namen auffällig oft vertreten sind: Hamed Abdel-Samad und Bassam Tibi, beides ausgewiesene Kritiker der muslimischen Verbände in Deutschland. Für viele Leser und Leserinnen dürften diese Stichworte bereits reichen, um jenes gedanklich-emotionale Stellung-Beziehen auszulösen, das die Auseinandersetzung um den Islam in Deutschland zunehmend dominiert: auf der einen Seite diejenigen, die den Islam vor allem mit Gewalt und Intoleranz verbinden, auf der anderen diejenigen, die ihn als eine Religion des Friedens hochhalten und seine Anhänger vor allem als Opfer von Vorurteilen und Diskriminierungen sehen. Täter versus Opfer, so lässt sich das Lagerdenken zusammenfassen und das Buch von Klemens Ludwig ist leider wenig geeignet, dieses Freund-Feind-Schema zu durchbrechen.

Der Journalist und Publizist bringt zahlreiche Beispiele von Gewalttaten, die von Muslimen gegenüber Anders- oder „Un“-gläubigen begangen wurden und zeigt, wie diese, mit Verweis auf individuelle oder kollektive Diskriminierung, letztere in Form von Kolonialismus und Imperialismus, regelmäßig relativiert und damit verharmlost werden – und dies keineswegs nur von Muslimen selbst.

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