«Völkerball ist wie legales Mobbing»

Völkerball sei «unterdrückend» und «entmenschlichend» sagen Forscher und fordern das Ende des Schulsports. bild: shutterstock
Völkerball gehört in vielen Ländern zum Schulsportprogramm dazu. So auch in der Schweiz. Doch nun fordern kanadische Forscher Lehrer auf, den Ballsport zu vermeiden. Mit der Begründung, er sei «entmenschlichend».

Helene Obrist | watson.ch

Vielen dürfte das Spiel «Völkerball» noch ein Begriff sein. Ziel des Ballsports, der bis heute an vielen Schulen gespielt wird: Den Gegner mit einem Ball zu treffen und so ins Aus zu befördern.

Doch nun regt sich Widerstand gegen das Spiel: Ein Forscherteam aus Kanada hat herausgefunden, dass Völkerball «unterdrückend» und «entmenschlichend» wirke, wie die «Washington Post» schreibt. Für die Studie führten die Wissenschaftler Interviews mit zwölf- bis 15-jährigen Schülern. Völkerball im englischen als «Dodgeball» bezeichnet, wurde dabei immer im negativen Kontext erwähnt.

«Völkerball vermittelt den Schülern, dass es okay ist, andere zu verletzen.»

Gemäss Joy Butler, eine Autorin der Studie und Professorin an der Universität British Columbia, würden viele Lehrer Völkerball als ungezwungene Vorbereitung für das «reale Leben» sehen. «Völkerball ist aber gleichzusetzen mit legalisiertem Mobbing, so Butler in einem Interview mit dem Sender CBC. Gerade stärkere Schüler würden das Spiel ausnützen, um schwächere Klassenkameraden zu schikanieren. Butler kritisiert allen voran die Botschaft des Spiels: «Völkerball vermittelt den Schülern, dass es okay ist, andere zu verletzen.»

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Arzneimittel als Auslöser von Demenz?

Bestimmte Medikamente aus der Gruppe der Anticholinergika stehen im Verdacht, das Demenzrisiko zu erhöhen. © Artisteer/ thinkstock
Unerwünschte Nebenwirkung: Die langfristige Einnahme sogenannter Anticholinergika fördert womöglich die Entstehung von Demenz. So zeigen Daten aus Großbritannien: Patienten, die diese Medikamente über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren täglich eingenommen hatten, hatten ein um fast 50 Prozent erhöhtes Demenzrisiko. Anticholinergika werden unter anderem gegen Parkinson, COPD und Depressionen eingesetzt – betroffene Patienten sollten die Mittel aber auf keinen Fall vorschnell absetzen, betonen die Forscher.

scinexx

Die genauen Ursachen und Auslöser vieler Demenzerkrankungen sind noch immer unbekannt. Im Fall von Alzheimer ist zwar klar, dass eine gewisse genetische Veranlagung bei der Entstehung der Erkrankung mitmischt. Daneben scheinen aber eine Vielzahl anderer Faktoren eine Rolle zu spielen – von bestimmten Ernährungs- und Lebensweisen, über die Belastung mit Schadstoffen bis hin zum Kontakt mit Krankheitserregern wie Bakterien und Viren. Auch unerwünschte Wirkungen von Arzneimitteln stehen inzwischen im Verdacht, Demenzerkrankungen auslösen zu können.

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Kitsch-Handel heute: Es wird einsam um die Heiligenfiguren

Bild: © elmar gubisch – stock.adobe.com
Der Glaube verändert sich, genau wie der Geschmack der Menschen. Das stellt den traditionellen Devotionalienhandel zum Teil vor große Herausforderungen. Händler und Wallfahrtsorte reagieren darauf – und geraten unter Zugzwang. Deshalb kommen regelmäßig neue Produkte auf den Markt.

Von Christoph Paul Hartmann | katholisch.de

Schon seit dem Mittelalter sind Jakobsmuscheln ein Mitbringsel aus Santiago de Compostela. Einmal zurück in der Heimat, sicherten sie ihren Trägern Ansehen und folgten manchem gar bis ins Grab. So weit würden die meisten heute zwar nicht mehr gehen, trotzdem sind Devotionalienhändler aus den Wallfahrtsorten dieser Welt nicht wegzudenken: Die Ständer voller Rosenkränze, Regalmeter mit Heiligen aller Art und Kisten voller Kreuze bestimmen dort bis heute das Bild. Doch auch an der Wirtschaft mit Heiligenbildern und Co. gehen Säkularisierung und Digitalisierung nicht spurlos vorbei – sodass mancher Händler sogar nach Mitbringseln ohne Gott sucht, um die Bilanz aufzubessern.

Wie sich Glaube und Frömmigkeit verändern, verändert sich auch die Devotionalienbranche. „Es soll schlichter sein, weniger prunkvoll und aufwendig“, beobachtet Andreas Püttmann.

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Doping: Spinat macht Muskeln stärker

Popeye wusste Bescheid: Ein Inhaltsstoff des Spinats wirkt tatsächlich muskelfördernd wie ein Dopingmittel © solidcolors/ iStock
Popeye hatte Recht: Spinat stärkt die Muskeln und fördert das Wachstum von Muskelzellen. Verantwortlich für diesen Dopingeffekt des Grüngemüses ist der Inhaltsstoff Ecdysteron, ein pflanzliches Phytosteroid. In einer Studie zeigten Probanden nach Einnahme von Spinatextrakt einen deutlichen Zuwachs an Muskelmasse und Kraft – so viel, dass die Forscher für eine Aufnahme des Ecdysterons in die Dopingliste plädieren.

scinexx

Spinat gilt als gesund, denn das grüne Gemüse ist reich an Mineralen, Vitaminen und Proteinen. Auch Eisen ist in den Blättern reichlich vorhanden, wenn auch nicht in so großer Menge wie früher landläufig angenommen. Um die positive Wirkung des Spinats populär zu machen, machte der Comiczeichner Elzie Segar das grüne Gemüse zum „Dopingmittel“ für seinen Helden Popeye: Der Genuss von Dosenspinat verlieh dem muskelbepackten Seemann wahre Superkräfte.

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Gregor Gysi: Ohne Bergpredigt keine allgemeinverbindliche Moral

Bild: Montage bb
„Ohne die Bergpredigt hätten wir überhaupt keine allgemeinverbindliche Moral.“

evangelisch.de

Der Linken-Politiker Gregor Gysi sagt am Dienstagabend bei einer Diskussionsveranstaltung in Leipzig, er fürchte sich vor einer gottlosen Gesellschaft, auch wenn er selbst nicht gläubig sei.

Stephan E. legt Geständnis im Mordfall Lübcke ab

Walter Lübcke wurde in der Nacht zum 2. Juni erschossen Quelle: dpa/Swen Pförtner
Mehr als drei Wochen nach dem Mord an Walter Lübcke hat der verdächtige Stephan E. die Tat gestanden. Er gibt an, die Tat alleine begangen zu haben. Die Bundesanwaltschaft geht von einem rechtsextremistischen Motiv aus.

DIE WELT

Der tatverdächtige Stephan E. hat den Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke gestanden. Das erfuhr WELT aus Teilnehmerkreisen.

Demnach erklärte Generalbundesanwalt Peter Frank in einer nicht-öffentlichen Sitzung des Innenausschusses des Bundestages, dass E. angegeben habe, die Tat alleine durchgeführt zu haben. Zuerst hatte die Nachrichtenagenur dpa und das Redaktionsnetzwerk Deutschland über das Geständnis berichtet.

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More Mars Methane: Curiosity Rover Spots Biggest Surge Yet

This image was taken by the left Navcam on NASA’s Curiosity Mars rover on June 18, 2019. It shows part of „Teal Ridge,“ which the rover has been studying within a region called the „clay-bearing unit.“ (Image: © NASA/JPL-Caltech)
The rover detected methane levels more than 30 times above normal last week.

By Mike Wall | SPACE.com

The six-wheeled robot detected methane levels around 21 parts per billion per unit volume (ppbv) last week inside the 96-mile-wide (154 kilometers) Gale Crater, NASA officials announced yesterday (June 23). That’s far higher than the normal background concentration at Gale, which Curiosity has determined ranges seasonally from about 0.24 ppbv to 0.65 ppbv.

The new result is exciting, because the vast majority of methane in Earth’s air is generated by microbes and other organisms. But we can’t assume Martians were involved. Methane can also be produced abiotically — via the reaction of hot water with certain types of rock, for example.

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Iran: Der Effekt der US-Sanktionen?

Großer Basar in Teheran. Bild: Hansueli Krapf/CC BY-SA 2.5
Rohani bezeichnet sie als „Zeichen geistiger Behinderung“; es sieht nicht so aus, als ob die USA mit ihrer Strategie auf der Gewinnerbahn sind

Thomas Pany | TELEPOLIS

Auch in Teherans Führung versteht man etwas von Entertainment. Nun werden dem Weißen Haus „Zeichen geistiger Behinderung“ vorgehalten. Der iranische Präsident Rohani äußerte dies in einer Fernsehansprache als Reaktion auf die neuen Sanktionen aus Washington, die er als „verzweifelte Maßnahmen“ einstuft.

„Das Weiße Haus ist von mentaler Retardation befallen und weiß nicht, was es tun soll“, wird Rohani etwa von Ha’aretz zitiert. Die Wiedergabe deutscher und internationaler Medien ist ganz ähnlich.

Möglich, dass Kenner der iranischen Landessprache Farsi dazu noch die ein oder andere Nuance beisteuern könnte, an der grundlegenden Aussage, die auf Trump zielt, wird dies nichts Entscheidendes ändern. Sie wird ihren Beifall in der Region, nicht nur in Iran, finden. Man kann davon ausgehen, dass es sich dabei nicht um einen kleinen Teil der Bevölkerung und der politischen Sphäre handelt.

„Idiotisch“

Rohani bezichtigte die USA der Lüge, so der Spiegel, da sie, anders als behauptet, gar keinen Dialog wollen. Dies würden Sanktionen deutlich machen, die gegen den obersten Führer, Khamenei, verhängt wurden („unverschämt“, so Rohani). Wie soll man erklären, dass die USA ein Gespräch suchen und dann auch den iranischen Außenminister sanktionieren? Das sei doch „idiotisch“, meint der iranische Präsident.

Der US-Sondergesandte für Iran, Brian Hook, hatte am Montag erklärt, dass Trump bereit sei, einen neuen Deal für Iran auf den Tisch zu legen. Der Nationale Sicherheitsberater der USA, John Bolton, sprach davon, dass Iran nur durch eine „offene Tür“ zu gehen brauche.

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CRISPR-Sets für zu Hause: Wie Biohacker ihre DNA verändern wollen

foto: imago Neil Harbisson, der erste offiziell anerkannte Cyborg der Menschheitsgeschichte.
Josiah Zayner, seines Zeichens kotessender Selbstinszenierer, gilt als neuer Rockstar der Szene. Die österreichische Community wirkt durchaus bedachter

Fabian Sommavilla | derStandard.at

Es wäre wohl eine Untertreibung zu behaupten, dass die berühmtesten Akteurinnen und Akteure der Biohacker-Szene umstrittene Persönlichkeiten sind. Manche sehen in ihnen gar moderne Freaks. Skurrile Kleidung, Frisuren oder Piercings tragen zu diesem Eindruck bei. Wer wie der von Geburt an farbenblinde Neil Harbisson mit einer implantierten Antenne im Schädel herumläuft, um mittels Farbsensor, Kopfhörer und Mikrochip Farbfrequenzen in hörbare Frequenzen umzuwandeln, darf sich darüber vielleicht nicht wundern. Harbisson wird von den britischen Behörden seit 2010 offiziell als erster Cyborg der Welt anerkannt.

Tatsächlich scheint es letztlich aber eine Interpretationsfrage zu sein, wo die „normale“ Modifikation des menschlichen Körpers beginnt und wo die abnormale, groteske und mitunter ethisch fragwürdige Manipulation beginnt.

Upgrades für den Körper

Wenn US-Biohacker von Modifikation sprechen, meinen sie in erster Linie Verbesserungen oder Upgrades ihrer Körper – außerhalb geordneter Institutionen und klassischer Labore, wo durchaus in einer gewissen Regelmäßigkeit mit verändertem Genmaterial bereits experimentiert und gearbeitet wird.

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Jede fünfte Kirche in den Niederlanden zweckentfremdet — Museum, Wohnung oder Theater

Restaurant in einer ehemaligen Kirche © Cristian Gennari (KNA)
Wenn die letzte Messe gelesen ist: Etwa jede fünfte Kirche in den Niederlanden wird nicht mehr für ihren Zweck als Gotteshaus genutzt. Ein Großteil der umfunktionierten Kirchen hat demnach nun eine soziale oder kulturelle Bestimmung.

DOMRADIO.DE

Insgesamt 1.400 von 6.900 Kirchen hätten heute eine andere Bestimmung, berichtet die Zeitung „Trouw“ (Dienstag). Sie hatte eine entsprechende Untersuchung durchgeführt. Die ehemaligen Kirchen werden nun etwa als Gemeindezentrum, Museum, Wohnungen oder Theater genutzt.

Zwischen 1800 und 1970 gebaute Kirchen werden demnach bereits deutlich öfter anders genutzt. Jedes vierte von 4.600 Gebäuden habe bereits eine andere Funktion übernommen, so die „Trouw“. Ein Drittel von ihnen sei in Wohnhäuser und Appartementkomplexe umgewandelt; 20 Prozent hätten eine kulturelle oder soziale Funktion, und 15 Prozent würden als Büro- oder Geschäftsräume genutzt.

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„Revolution Chemnitz“: Terror-Anklage gegen Chemnitzer Rechtsextreme

Einer der Festgenommenen wird am 1. Oktober 2018 am Bundesgerichtshof in Karlsruhe abgeführt (Archivbild). (Foto: dpa)
  • Acht Männern im Alter von 21 bis 31 Jahren wird vorgeworfen, eine rechtsterroristische Vereinigung gebildet zu haben.
  • Nach Informationen von SZ, NDR und WDR wollte die Gruppe „Revolution Chemnitz“ tödliche Anschläge begehen.
  • Insbesondere soll sie geplant haben, am 3. Oktober 2018 einen bürgerkriegsartigen Aufstand in Berlin anzuzetteln – am 1. Oktober erfolgten die Festnahmen.
Von Lena Kampf, Sebastian Pittelkow, Annette Ramelsberger, Katja Riedel | Süddeutsche Zeitung

Der Generalbundesanwalt hat gegen acht Mitglieder der mutmaßlichen rechtsextremen Gruppe „Revolution Chemnitz“ Anklage wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung erhoben. Demnach sollen sich die Männer im Alter von 21 bis 31 Jahren im September 2018 mit dem Ziel zusammengeschlossen haben, tödliche Anschläge zu begehen. Sie sollen unter anderem geplant haben, am 3. Oktober 2018 einen bürgerkriegsartigen Aufstand in Berlin anzuzetteln. Nach Informationen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR sollten die Anschläge so aussehen, als seien sie von linken Gruppierungen begangen worden. Zwei Tage zuvor wurden die Beschuldigten festgenommen.

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Bühne frei fürs Wissenschaftstheater!

Der Science Dome der experimenta Heilbronn verleiht den Bühnenstücken den Wow-Faktor – und verhilft den Zuschauern zum unterhaltsamen Lernen. © experimenta GmbH
Bühnenshow inklusive: Das Science Center experimenta in Heilbronn präsentiert ihren Besuchern Bühnenstücke, die unterhaltsam Wissen vermitteln und Forschergeist wecken. In der frisch ausgebauten Wissens- und Erlebniswelt begeistert aktuell die Show „Mondpirat und Spiegelei“ vor allem das junge Publikum – weitere Produktionen sollen folgen.

scinexx

Dem Konzept „Wissenschaft erleben und buchstäblich begreifen“ war in Heilbronn von Beginn an großer Erfolg beschert: Seit der Eröffnung der experimenta 2009 brachte der Besucheransturm die Kapazitäten der Wissens- und Erlebniswelt immer wieder an die Grenzen. Deshalb war Wachsen angesagt: In den letzten zwei Jahren wurde die experimenta zum größten Science Center Deutschlands ausgebaut. Seit April 2019 können die Besucher nun in vier Ausstellungswelten über 275 Exponate erleben sowie in neun Laboren experimentieren. Doch es gibt auch die Möglichkeit, sich zurückzulehnen und zu staunen – und zwar im Science Dome.

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Polizei durchsucht AfD-Landeszentrale in Düsseldorf

Briefkasten an der Landesparteizentrale der AfD Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. (Foto: dpa)
  • Ermittler haben am Dienstag die Landeszentrale der AfD Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf untersucht.
  • Hintergrund ist offenbar das laufende Verfahren wegen des Verdachts auf illegale Wahlkampfhilfe aus der Schweiz im Jahr 2017 zugunsten des jetzigen Europaabgeordneten Guido Reil.

Von Sebastian Pittelkow, Katja Riedel | Süddeutsche Zeitung

Die Staatsanwaltschaft Essen hat am Dienstagvormittag die Räumlichkeiten der AfD-Landesgeschäftsstelle in Düsseldorf durchsucht. Das haben Funktionäre des Landesverbands der Partei sowie die Staatsanwaltschaft Essen gegenüber WDR und NDR bestätigt.

Die Durchsuchung steht offenbar in Zusammenhang mit einem schon länger laufenden Ermittlungsverfahren um für die Partei kostenlose Wahlkampfplakate einer Schweizer Werbeagentur, von denen der heutige Europaabgeordnete Guido Reil in seinem NRW-Wahlkampf 2017 profitiert hatte. Die Partei hatte dies nicht als Spende verbucht, zudem ist unklar, ob die Partei eine Sachspende der Schweizer Agentur im Gegenwert von knapp 50 000 Euro überhaupt annehmen durfte. Die Schweiz gehört nicht zur EU und angebliche Spender des Geldes könnten Strohmänner sein.

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Berufung gegen „Judensau“-Urteil eingelegt — In die nächste Instanz

Bild: wikipedia.org
Darf die Spottplastik „Judensau“ an der Fassade der Stadtkirche Wittenberg hängen bleiben, oder nicht? Das Landgericht Dessau-Roßlau hatte im Mai entschieden, vorerst ja. Doch der Kläger hat Berufung eingelegt.

DOMRADIO.DE

Der Rechtsstreit um den Verbleib der Spottplastik „Judensau“ an der Fassade der Wittenberger Stadtkirche geht in die nächste Instanz. Er habe gegen das Urteil des Landgerichts Dessau-Roßlau von Ende Mai Berufung eingelegt, teilte der Anwalt des Klägers, Hubertus Benecke, dem Evangelischen Pressedienst am Dienstag mit. Damit werde der Prozess am Oberlandesgericht Naumburg fortgesetzt. Kläger Michael Düllmann ist Mitglied der Jüdischen Gemeinde in Berlin. Er sieht sich durch die Plastik in seiner Ehre verletzt.

Das Landgericht Dessau-Roßlau hatte Ende Mai entschieden, dass die Plastik vorerst an der Fassade der Stadtkirche Wittenberg hängen bleiben darf. Das Vorhandensein des rund 700 Jahre alten Reliefs könne nicht als Kundgabe der Nichtachtung oder Missachtung gegenüber Juden in Deutschland verstanden werden, urteilte das Gericht. Es bestehe kein Beseitigungsanspruch seitens des jüdischen Klägers. Auch liege keine von der evangelischen Stadtkirchengemeinde ausgehende Beleidigung im Sinne des Paragrafen 185 im Strafgesetzbuch vor. Das mittelalterliche Relief sei Teil eines historischen Baudenkmals, erklärte das Gericht.

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Ein Satellit setzt Segel, um sich sachte vom Sonnenlicht schubsen zu lassen

So soll das Sonnensegel aussehen, wenn es entfaltet ist. (Bild: Josh Spradling / Planetary Society)
Die Falcon-Heavy-Rakete hat am Dienstag 24 Satelliten im Weltraum ausgesetzt. Einer davon verdient besondere Beachtung. Mit dem LightSail-2-Experiment möchte die Planetary Society demonstrieren, welche Kraft im Sonnenlicht steckt.

Christian Speicher | Neue Zürcher Zeitung

Als die Falcon-Heavy-Rakete des amerikanischen Raumfahrtunternehmens SpaceX im Februar 2018 ihren Jungfernflug absolvierte, setzte sie medienwirksam einen Tesla Roadster mit einer Astronautenattrappe im Weltraum aus. Die Bilder des «Starman» gingen um die Welt. Inzwischen ist SpaceX dazu übergegangen, Geld mit seiner Schwerlastrakete zu verdienen. Bei ihrem dritten Flug hat die Falcon Heavy am Dienstag 24 Satelliten in den Weltraum befördert. Zu den Kunden zählte neben der Nasa und dem amerikanischen Verteidigungsministerium auch die Planetary Society. Die gemeinnützige Organisation hat per Crowdfunding Geld für ein Experiment aufgetrieben, das wegweisend für die Erkundung des Sonnensystems werden könnte. Mit dem LightSail 2 möchte die Planetary Society in den nächsten Monaten demonstrieren, dass man Satelliten nur mit dem Strahlungsdruck der Sonne antreiben kann.

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US-High-School entlässt homosexuellen Lehrer – auf Wunsch von Diözese

Bild: © photo_mts/Fotolia.com (Symbolbild)
Kürzlich hatte das Erzbistum Indianapolis in einem ähnlichen Fall einer Jesuitenschule die Bezeichnung „katholisch“ entzogen – nun konnte es sich durchsetzen: Eine katholische High School entließ eine Lehrkraft, die in einer „Homo-Ehe“ lebt.

katholisch.de

Eine katholische High School in den USA hat auf Wunsch des Erzbistums Indianapolis eine homosexuelle Lehrkraft entlassen. In einer am Montag (Ortszeit) veröffentlichten Stellungnahme der Schule hieß es, man habe sich nach monatelangen ernsten Diskussionen zu dieser „quälenden Entscheidung“ entschlossen.

Erzbischof Charles Thompson habe deutlich gemacht, dass die Beschäftigung einer Lehrkraft, die offen und dauerhaft in einer „Homo-Ehe“ lebe, die katholische Identität der Schule gefährde. Ein solches Risiko wolle man nicht eingehen. Die Cathedral High School sei seit ihrer Gründung im Jahr 1918 katholisch und solle dies auch bleiben, teilte die Schulleitung mit.

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