Iran: Der Effekt der US-Sanktionen?


Großer Basar in Teheran. Bild: Hansueli Krapf/CC BY-SA 2.5
Rohani bezeichnet sie als „Zeichen geistiger Behinderung“; es sieht nicht so aus, als ob die USA mit ihrer Strategie auf der Gewinnerbahn sind

Thomas Pany | TELEPOLIS

Auch in Teherans Führung versteht man etwas von Entertainment. Nun werden dem Weißen Haus „Zeichen geistiger Behinderung“ vorgehalten. Der iranische Präsident Rohani äußerte dies in einer Fernsehansprache als Reaktion auf die neuen Sanktionen aus Washington, die er als „verzweifelte Maßnahmen“ einstuft.

„Das Weiße Haus ist von mentaler Retardation befallen und weiß nicht, was es tun soll“, wird Rohani etwa von Ha’aretz zitiert. Die Wiedergabe deutscher und internationaler Medien ist ganz ähnlich.

Möglich, dass Kenner der iranischen Landessprache Farsi dazu noch die ein oder andere Nuance beisteuern könnte, an der grundlegenden Aussage, die auf Trump zielt, wird dies nichts Entscheidendes ändern. Sie wird ihren Beifall in der Region, nicht nur in Iran, finden. Man kann davon ausgehen, dass es sich dabei nicht um einen kleinen Teil der Bevölkerung und der politischen Sphäre handelt.

„Idiotisch“

Rohani bezichtigte die USA der Lüge, so der Spiegel, da sie, anders als behauptet, gar keinen Dialog wollen. Dies würden Sanktionen deutlich machen, die gegen den obersten Führer, Khamenei, verhängt wurden („unverschämt“, so Rohani). Wie soll man erklären, dass die USA ein Gespräch suchen und dann auch den iranischen Außenminister sanktionieren? Das sei doch „idiotisch“, meint der iranische Präsident.

Der US-Sondergesandte für Iran, Brian Hook, hatte am Montag erklärt, dass Trump bereit sei, einen neuen Deal für Iran auf den Tisch zu legen. Der Nationale Sicherheitsberater der USA, John Bolton, sprach davon, dass Iran nur durch eine „offene Tür“ zu gehen brauche.

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