„Munaqabba“ Ausstellung in Ehrenfeld: „Nichts anderes als eine rechtsradikale Subkultur“


Susanne Schröter, Leiterin des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam und Mitglied des Hessischen Präventionsnetzwerks gegen Salafismus. Bild: report k
Es geht hoch her im Atelierzentrum Ehrenfeld, wo noch bis Ende der Woche die Ausstellung „Munaqabba – über Frauen in Vollverschleierung in Deutschland“ läuft. Nicht nur Frauen mit muslimischem Migrationshintergrund legten massiven Protest ein. Fotografin Selina Pfrüner erhält mittlerweile Drohungen. Wie sehen unabhängige Islamexperten das Ausstellungsprojekt? Wir fragten Susanne Schröter, Leiterin des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam und Mitglied des Hessischen Präventionsnetzwerks gegen Salafismus.

Interview Stephanie Sellier | report-K

Frau Professor Schröter, verstehen Sie die Kritiker der Ausstellung, darunter vor allem Frauen mit muslimischem Migrationshintergrund?
Ich verstehe die Kritik absolut und teile sie auch. Die Vollverschleierung steht für einen extrem frauenfeindlichen politischen Islam, der in der Ausstellung verharmlost wird. Gerade Frauen aus Ländern, in denen islamische Normen herrschen und all diejenigen, die sich der Zwangsverschleierung nicht beugen, erheblicher Repression ausgesetzt sind, müssen eine solche Ausstellung als Affront empfinden.

Laut der Fotografin verschleiern sich alle porträtierten Frauen freiwillig. Sind Ihnen Fälle aus Deutschland bekannt, in denen Frauen zur Vollverschleierung gezwungen werden? Wie repräsentativ ist die Ausstellung?
Ich gehe auch davon aus, dass sich die meisten Frauen, die in Deutschland einen Gesichtsschleier tragen, aus eigenem Antrieb dazu entschlossen haben. Es handelt sich um Salafistinnen, die dadurch ihre Gesinnung demonstrieren möchten.

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