BBC und Bellingcat wollen dritten Mann im Skripal-Fall ausgemacht haben


Nach dem Foto scheint da´s Gespräch zwischen May und Putin nicht sehr konstruktiv gewesen zu sein. Bild: Kreml
Putin hat Verrat als schwerstes Verbrechen bezeichnet, aber den Skripal-Fall heruntergespielt, den die britische Premierministerin als Hauptthema des Treffens mit ihm herausstellte

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Auf dem G-20-Gipfel sind sich auch die britische Premierministerin Theresa May und der russische Präsident Wladimir Putin begegnet. Während Putin mit Donald Trump Männerfreundschaft zelebrierte, ging es mit May ernster zu. Putin hatte vor dem Treffen der Financial Times gegenüber den Skripal-Fall heruntergespielt: „Diese Spiongeschichte ist, wie wir sagen, keine 5 Kopeken wert.“

May beharrte jedoch am Freitag darauf. Sie habe Putin nach Darstellung ihres Büros gesagt, dass „die Verwendung eines tödlichen Nervengifts in den Straßen von Salisbury Teil eines größeren Musters von inakzeptablen Verhaltensweisen und ein wirklich verabscheuungswürdige Tat war, die zum Tod eines britischen Bürgers, Dawn Sturgess, führte. Sturgess‘ Freund hatte ein angeblich von den Attentätern weggeworfenes Parfümfläschchen mit dem Nervengift Nowitschok gefunden und ihr gegeben. Während er wie die Ex-Spion Skripal und seine Tochter überlebte, starb Sturgess an der Vergiftung.

May erklärte, man habe „unwiderlegbare Beweise, dass Russland hinter dem Anschlag steht -basierend auf sorgfältigen Untersuchungen und der Kooperation mit unseren Alliierten“. Son ein Verhalten dürfe sich nicht wiederholen. May verlangte die Auslieferung der zwei von der britischen Staatsanwaltschaft verdächtigen Russen. Russland müsse seine „unverantwortliche und destabilisierende Aktivität“ beenden, wenn es wieder bessere Beziehungen zwischen den beiden Staaten geben solle. Dazu rechnete sie „feindliche Interventionen in andere Länder, Desinformation und Cyberangriffe“.

Der Kreml ging in seiner superkurzen Darstellung des Gesprächs, das wohl auch die geringe Bedeutung aus Sicht Russlands offenkundig machen soll, mit keinem Wort auf Skripal ein. Man habe über Handels- und Wirtschaftsbeziehungen sowie über internationale wie die Ukraine, Syrien und den Iran nicht gesprochen, sondern „diskutiert“. Noch knapper ging es nur über das Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel.

In seinem Interview mit der FT hatte Putin das Gedöns über Spione und Doppelagenten heruntergespielt, das spiele keine Rolle für „ernsthafte zwischenstaatliche Beziehungen“. Die seien Milliarden wert und beträfen Millionen Menschen. Skripal habe Spionage gegen Russland getrieben. Da könne man dann fragen, warum er von Großbritannien dafür eingesetzt wurde. Es gäbe unendliche Fragen, weswegen man dies besser den Sicherheitsdiensten überlassen sollte. Er stellte dann aber heraus, dass Verrat „das verabscheuigste Verbrechen, das an sich vorstelle kann“, sei. Es sei das schwerste Verbrechen, wiederholte er, woraus man dann schlussfolgern könnte, dass Mord weniger schlimm ist – und dass ein Verräter den Tod verdienen könnte.

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