Sea Watch 3: Das Schiff, das die Asylkrise wieder sichtbar macht – und Europa den Spiegel vors Gesicht hält


foto: reuters / guglielmo mangiapane
Die Sea-Watch 3 verlässt in Begleitung den Hafen von Lampedusa, nachdem sie die geretteten Flüchtlinge und Migranten dort an Land gebracht hat. Die Kapitänin des Schiffes ist nicht mehr an Bord.
Kapitänin Carola Rackete sorgt mit ihrer Sea-Watch 3 dafür, dass sich Europa wieder mit der Flüchtlingskrise im Mittelmeer beschäftigt

Von Dominik Straub | derStandard.at

Als die Beamten der italienischen Finanzpolizei kamen, um Carola Rackete abzuführen, waren ihre ersten Worte: „Es tut mir leid, ich entschuldige mich bei euch.“ Kurz zuvor hatte die 650 Tonnen schwere Sea-Watch 3 unter dem Kommando der 31-jährigen deutschen Kapitänin beim Anlaufen der Mole im Hafen von Lampedusa ein kleines Schnellboot der „Guardia di Finanza“ touchiert und gegen die Hafenmauer gedrückt.

Die Polizisten hatten versucht, die Sea-Watch 3 am Anlegen zu hindern, indem sie zwischen das Schiff und die Mole fuhren. Nie und nimmer habe sie das Boot der Finanzpolizei rammen wollen, versicherte Carola Rackete über ihre Anwälte. Sie habe schlicht die Position des Boots falsch eingeschätzt.

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