Spanien beschwert sich im Franco-Streit über Papstbotschafter — Unzulässige Einmischung?


Das Grab Francisco Francos
© Andrea Comas (dpa)

Spaniens Regierung will sich beim Vatikan offiziell über kritische Äußerungen des Papstbotschafters beschweren. Man wirft Nuntius Renzo Fratini eine „unzulässige Einmischung“ in den Streit über die geplante Exhumierung von Diktator Franco vor.

DOMRADIO.DE

Darüber berichtet die Zeitung „El Pais“ an diesem Montag. Das Vorhaben, das nach dem Willen der Regierung längst hätte vollzogen sein sollen, ist politisch und juristisch höchst umstritten. Eine endgültige Entscheidung wird in den kommenden Monaten erwartet.

Den aktuellen Plänen zufolge soll die letzte Ruhestätte des „Caudillo“ in der monumentalen Gedenkstätte „Valle de los Caidos“ (Tal der Gefallenen) auf den schlichteren Friedhof in El Pardo im Norden Madrids verlegt werden. Allerdings setzt sich die Franco-Familie vehement dagegen zur Wehr.

Fratini hatte die Sozialisten jüngst in ungewohnt deutlicher Weise kritisiert. In einem Interview mit der spanischen Nachrichtenagentur Europa Press sagte er zur Franco-Debatte: „Offen gesagt, es gibt in der Welt und in Spanien schon jede Menge Probleme. Warum also sollte man ihn wieder ins Leben rufen? Ich sage, sie haben ihn von den Toten erweckt.“ Es wäre besser, ihn in Ruhe zu lassen, so der Erzbischof, der am Montag nach zehn Jahren Amtszeit in Spanien aus Altersgründen zurücktrat.

weiterlesen