Ideologie der Meritokratie als Herrschaftstechnik

Bild: TP

Die Eliten nutzen traditionell Techniken der Angsterzeugung, um die Kluft zwischen demokratischer Rhetorik und kapitalistischer Realität zu übertünchen

Rainer Mausfeld | TELEPOLIS

Eine „gute“ Regierung, so war man schon in der Antike überzeugt, könne nur eine Regierung der Wenigen und Tüchtigsten sein. Platon wie Aristoteles sahen daher, wenn auch in unterschiedlicher Weise, die Regierungsform der Demokratie als eine Verfallsform guter Regierungsformen an. Eine Demokratie könne nämlich dazu führen, dass die Mehrzahl der Nichtbesitzenden – also „Untüchtigen“ – die Eigentumsordnung in Frage stellt, was für die Minderheit der Besitzenden – also Tüchtigen – von Nachteil sei.

Die meritokratische Ideologie geht jedoch über die Vorstellung hinaus, dass politische Herrschaft den Besten und Geeignetsten zukommen solle. Vielmehr sucht sie für soziale Hierarchien einer Gesellschaft insgesamt eine Rechtfertigung zu liefern. In einer meritokratischen Gesellschaft nimmt jedes Mitglied die von ihm verdiente, gesellschaftliche Position ein. Die Reichen haben ihren Reichtum und ihre soziale Position durch ihre Tüchtigkeit verdient, und aus gleichem Grund sind die Armen zu Recht arm. Die meritokratische Ideologie dient gerade dazu zu verschleiern, dass zwischen beiden ein gesellschaftliches Beziehungsverhältnis besteht. Zu Beginn des 5. Jahrhunderts forderte ein unbekannter römischer Autor:

Man beseitige die Reichen und es gibt keinen Armen mehr! Wenn niemand mehr besitzt, als das was nötig ist, so haben alle das, was nötig ist. Denn wenige Reiche sind die Ursache von vielen Armen.

Aus dem Traktat De Divitiis

Wörtlich bedeutet Meritokratie, dass diejenigen zur Ausübung von Macht legitimiert sind, die sich durch Leistungen ein Verdienst erworben haben. Bereits in dieser Bestimmung wird eine charakteristische Zirkularität erkennbar, denn welches Verdienst könnte größer sein als dasjenige, zur besitzenden und herrschenden Klasse zu gehören?

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Bayer bedauert Glyphosat-Verbot in Österreich

Glyphosat ist nicht der einzige Inhaltsstoff in Pflanzenschutzmitteln, der bedenklich ist. (Foto: Flickr/ Roundup, Monsanto by Mike Mozart CC BY 2.0)

Der Wirkstoff Glyphosat, der im Verdacht steht, krebserregend zu sein, wird in Österreich verboten. Hersteller Bayer geht davon aus, dass der Beschluss „von der EU-Kommission kritisch hinterfragt und rechtlich angefochten“ werde.

Die Presse.com

Der Nationalrat hat am Dienstagnachmittag ein Totalverbot für das umstrittene Pflanzenschutzmittel Glyphosat vereinbart. Die ÖVP sprach von einem „Schlag ins Gesicht der Bauern, die den Wirkstoff sachgerecht anwenden“. Die NEOS gehen davon aus, dass das Verbot europarechtlich nicht hält. Dennoch stimmten die Pinken im Gegensatz zur ÖVP für die SPÖ-Vorlage, wiewohl sie von der Abgeordneten Karin Doppelbauer als populistisch gegeißelt wurde. Denn sie werde mit der jetzigen Rechtslage nicht durchgehen. Dass man dennoch mit der Initiative mitging, begründete sie unter anderem damit, dass sie die Diskussion am Köcheln halten wolle.

Der Bayer-Konzern hat Glyphosat-Verbot mit Bedauern zur Kenntnis genommen. Man gehe aber davon aus, dass der Beschluss „von der EU-Kommission kritisch hinterfragt und rechtlich angefochten“ werde, teilte Bayer am Dienstagabend mit.

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Totes Meer: Rätsel der „Salzfinger“ gelöst

Im Toten Meer bilden sich dicke Salzkristall-Schichten nicht nur am Rand, sondern merkwürdigerweise auch in der Seemitte – wie und warum, haben Forscher erst jetzt herausgefunden. © David Leshem/ iStock

Physikalisches Mysterium: Eigentlich dürfte es die wachsenden Salzkristall-Formationen am Grund des Toten Meeres gar nicht geben – denn ihre Bildung ist physikalisch nur bedingt erklärbar. Doch jetzt haben Forscher das Rätsel gelöst. Demnach entstehen diese Kristalle, weil kleine Turbulenzen an der Wasseroberfläche immer wieder Finger aus salzigem, warmem Wasser in die Tiefe schwemmen. Diese „Salzfinger“ sinken ab, werden kalt und regnen dann Salzkristalle auf den Grund hinab.

scinexx

Das Tote Meer ist eines der salzigsten Gewässer der Erde – und sein Salzgehalt nimmt immer weiter zu. Denn die immer stärkere Wasserentnahme aus dem Jordan, seinem Hauptzufluss, lässt kaum noch frisches Wasser einströmen. Gleichzeitig verdunstet durch die Hitze so viel Wasser, dass der Pegel des Toten Meeres um rund einen Meter pro Jahr fällt. Als Folge schrumpft der See, seine Ränder sind salzverkrustet und an seinen Ufern sind schon tausende Einsturzlöcher aufgerissen.

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Das steckt hinter den rätselhaften Salzablagerungen am Grund des Toten Meeres.© AGU

Islamismus-Vorwürfe: Abtrünnige Grüne – Vorstand bereitet Parteiausschluss vor

Die Grünen im Bezirk Hamburg-Mitte liefern sich seit rund zwei Wochen eine parteiinterne Schlammschlacht
Quelle: dpa

Extremismus-Vorwürfe gegen Rufmord-Vorwürfe und Kommunikationsprobleme: Seit zwei Wochen kämpfen in Hamburg Grüne gegen Grüne. Am Montag lief eine entscheidende Frist ab, nun handelt der Parteivorstand.

DIE WELT

Nach der Spaltung der Grünen im Bezirk Hamburg-Mitte bereitet der Landesvorstand ein Parteiausschlussverfahren vor dem Landesschiedsgericht gegen sechs Abgeordnete vor. Sie hatten sich als Grüne-2-Fraktion im Kreisverband Mitte konstituiert, was der Landesverband als parteischädigend angesehen hatte.

Bisher habe den Vorstand keine Mitteilung über einen Parteiaustritt zum 1. Juli erreicht, teilte der stellvertretende Landesvorsitzende Martin Bill am Dienstag mit. Deshalb werde das Ausschlussverfahren vorbereitet. Der Vorstand hatte die Abtrünnigen zum Austritt aufgefordert.

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Pflicht zu Helfen vs. Souveränität der Staaten — See­not­ret­tung bei gesch­los­senen Häfen

(c) picture alliance / photoshot

Carola Rackete hatte die Pflicht, die Menschen in Seenot zu retten. Ein Anlaufen in Libyen war keine Option. Nun ist die Souveränität Italiens und die Not der Menschen an Bord gegeneinander abzuwägen, erklärt Valentin Schatz.

Valentin Schatz | Legal Tribune Online

Carola Rackete, die Kapitänin der Sea-Watch 3, eines in den Niederlanden registrierten Schiffs der deutschen NGO Sea-Watch, wurde am Dienstag im italienischen Agrigent erneut einem Richter vorgeführt. Im Laufe des Tages wird der Haftrichter entscheiden, ob er einen bestehenden Hausarrest für Rackete aufhebt. Die Kapitänin hatte die Sea-Watch 3 am 29. Juni 2019 in den Hafen von Lampedusa gesteuert, um nach längerer Wartezeit 40 noch an Bord befindlichen Migranten die Ausschiffung in Italien zu ermöglichen.

Nun werden gegen die 31-Jährige mehrere Vorwürfe erhoben: Begünstigung der illegalen Einwanderung, Gehorsamsverweigerung gegenüber einem Kriegsschiff, Gewalt- oder Widerstandsakte gegen ein Kriegsschiff und verbotswidrige Navigation in italienischen Hoheitsgewässern. Tatsächlich hatte Rackete beim Einlaufen in den Hafen ein Boot der Finanzpolizei touchiert. Die Finanzpolizei ist in Italien militärisch organisiert und zählt dort zu den Streitkräften. Die Kapitänin gab vor dem Ermittlungsrichter an, das Schiff nicht gesehen zu haben.

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Dutzmann: Rückgang der Anerkennungen im Kirchenasyl vom Bamf gewollt

Pixabay License

Die evangelische Kirche wirft dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) vor, das Kirchenasyl systematisch zurückzudrängen.

evangelisch.de

Die Kirchengemeinden würden sehr sorgfältig die Fälle prüfen, bevor sie ein Kirchenasyl gewähren, sagte der Bevollmächtigte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Martin Dutzmann, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Zuletzt war bekanntgeworden, dass ein Kirchenasyl für die Betroffenen nur noch ganz selten mit einer Anerkennung endet. Die Ursache liege beim Bamf selbst, sagte Dutzmann: „Das ist dort so gewollt.“

Bis Ende April wurde nach Angaben der Bundesregierung in nur zwei Fällen von Kirchenasyl nachträglich Schutz durch das Bamf gewährt. In 145 Fällen blieb es bei der Ablehnung eines Asylbewerbers.

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Wichtiger Schritt auf dem Weg zur Heilung von HIV

Sechs HI-Viren im Lymphgewebe: Hier ist dem Erreger mit Medikamenten nur schwer beizukommen. (Bild: Imago)

Mäuse, die mit dem Aidserreger infiziert sind, werden virusfrei. Diesen Erfolg haben Forscher mit Medikamenten und der Genschere Crispr/Cas erzielt.

Alan Niederer | Neue Zürcher Zeitung

HIV-infizierte Personen lassen sich heute zwar gut behandeln, aber noch immer nicht heilen. Das hat, vereinfacht gesagt, zwei Gründe: Erstens «verkriecht» sich der Aidserreger gerne in abgelegene Organe und Gewebe, die mit den verfügbaren Medikamenten nur schwer zu erreichen sind. Und zweitens integriert das Virus seine genetische Bauanleitung in das Erbgut von Immunzellen. So kann es jahrelang unbehelligt im Körper verharren und bei günstiger Gelegenheit aus dem «schlafenden» Zustand erwachen und sich wieder vermehren.

Dass man gegen diese Fluchtstrategie von HIV nicht machtlos ist, haben amerikanische Forscher nun zeigen können – zumindest bei Mäusen.1 Der Gruppe von Kamel Khalili vom University of Nebraska Medical Center in Omaha, USA, ist es erstmals gelungen, das HIV-Erbgut aus dem Genom von lebenden Tieren zu eliminieren. Das könnte den Weg für eine kurative Therapie beim Menschen ebnen.

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Wo die Ehen der Ostdeutschen für nichtig erklärt werden

©KNA

Die Ehe ist nach katholischem Verständnis ein Sakrament. Das macht die Sache manchmal schwierig – vor allem, wenn die Ehe auseinandergeht. Für vier ostdeutsche Bistümer verhandelt das Interdiözesane Ofiziallat Erfurt diese und andere Fälle.

Von Karin Wollschläger | katholisch.de

Der Leiter des Erfurter Kirchengerichts, Monsignore Heinz Gunkel, wollte es einfach mal wissen und fragte Siri: „Willst du mich heiraten?“ Die Antwort des digitalen Sprachassistenten fiel hinreißend unromantisch aus: „Von Ehe steht nichts in meinem Vertrag.“ Nicht immer ist es so einfach, in Ehedingen juristisch präzise zu sein – zumal in der katholischen Kirche. Anders als bei den Protestanten, wo laut Luther gilt: „Die Ehe ist ein weltlich Ding“, ist für Katholiken die Ehe ein Sakrament und dadurch unauflöslich.

Eine katholische „Scheidung“ kennt die Kirche nicht – aber natürlich gehen trotzdem Ehen in die Brüche. Will einer der Partner danach wieder kirchlich heiraten, führt der Weg meist zum Kirchengericht, dem Offizialat, um via „Ehenichtigkeitsverfahren“ die erste Ehe annulieren zu lassen.

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Damit haben sich die Brexiteers selbst als Clowns entlarvt

Als bei der konstituierenden Sitzung des Parlaments die Europahymne ertönt, drehen die Brexit-Anhänger dem Plenum ihre Hinteransicht zu. Sie zeigen so ihre Verachtung für Europas Werte. Seien wir froh, dass wir diese Abgeordneten bald los sind.

Von Hannelore Crolly | DIE WELT

Wer ins Europaparlament gewählt wurde, darf ein Jahr lang nach Lust und Laune shoppen, ohne Mehrwertsteuer zu zahlen. In der Europäischen Union soll es den Volksvertretern an nichts mangeln. Brüssel gewährt deshalb jede erdenkliche Hilfe, bietet Beratungen und Beihilfen für Abgeordnete, freie Flug- und Bahntickets, Vorschüsse und Diäten, Willkommensfeiern und Rundgänge.

Und eben auch diese Steuerfreiheit, damit sich jeder kostengünstig wohnlich einrichten kann in der neuen Heimat, mit neuen Möbeln und Flachbildfernseher, Computer und Stereoanlage, E-Scooter, Fahrrad und/oder Auto.

Auch die 29 Briten der Brexit-Party, die unter der Führung des polternden Populisten Nigel Farage ins Parlament eingezogen sind, dürfen alle Privilegien selbstverständlich nutzen. Sie können zudem wie jeder andere Straßburger Parlamentarier auf begehrte Posten in Ausschüssen zugreifen, sie dürfen sogar ohne Einschränkung den Präsidenten der EU-Kommission mitwählen.

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Abnormales Europaparlament konstituiert sich

Katalanen protestieren vor dem Europaparöament. Bild: Foreign Friends of Catalonia

Tausende Katalanen und Unterstützer demonstrieren dagegen, dass die Vertreter von fast zwei Millionen Katalanen ausgeschlossen werden

Ralf Streck | TELEPOLIS

Erneut haben sich viele Katalanen auf einen weiten Weg gemacht, um für ihre Rechte fern ihrer Heimat zu demonstrieren. Vor dem Europaparlament in Straßburg demonstrieren tausende Katalanen seit dem frühen Morgen auch an einem Werktag dagegen, dass drei ins Europaparlament gewählte Parlamentarier ausgeschlossen werden. Schon im Dezember 2017 wurde Brüssel mit katalanischen Fahnen geflutet, noch deutlich mehr Menschen hatten im März in der spanischen Hauptstadt Madrid für das Selbstbestimmungsrecht und gegen die spanische Repression demonstriert.

Im Parlament protestierten derweil Parlamentarier wie der Ire Matt Carthy für die Linksfraktion dagegen, dass drei Katalanen ausgeschlossen wurden. Das Mitglied der Sinn Fein-Partei ergriff das Wort für die Fraktion, um das Vorgehen des umstrittenen Parlamentspräsidenten Antonio Tajani scharf zu kritisieren. „Die Stimme der Katalanen muss zu hören sein“, erklärte Carthy, während eine Kollegin neben ihm ein Bild des Exilpräsidenten Carles Puigdemont hochgehalten hat, der ins Parlament gewählt wurde. Der Noch-Präsident, über dessen Nachfolger weiter gestritten wird, „hat die Glaubwürdigkeit des Parlaments untergraben“, sagte der Ire, „statt für Demokratie und die Menschenrechte einzutreten.“

Einen Tag vor der konstituierenden Sitzung gab es am Montag eine kleine kalte Dusche, denn am Gericht der Europäischen Union (EuG) wurde vom Gerichtspräsident Marc Jaeger ein Eilverfahren abgewiesen. Über eine einstweilige Anordnung wollten die Exilpolitiker Carles Puigdemont und Toni Comín erreichen, dass sie vorsorglich ihre Sitze einnehmen, bis eine endgültige Entscheidung gefällt ist. Damit bleiben die Vertreter des Wahlsiegers in Katalonien zunächst ausgesperrt. Jaeger argumentierte, das Europaparlament hätte nicht nachprüfen können, ob Abgeordnete einen legitimen Anspruch auf ihr Mandat haben. Denn sie tauchen auf der nationalen Liste nicht auf, die Spanien ans Europaparlament geschickt habe.

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Unterwäsche, die vor 5G-Strahlung schützt? Schweizer eröffnen weltweit ersten Laden

Aussenansicht des neu eröffneten Ladens an der Bahnhofstrasse in Wettingen. bild: zvg

Im Kanton Aargau ist ein höchst ungewöhnliches Verkaufsgeschäft eröffnet worden. Das Angebot umfasst Textilien für Jung und Alt, die gegen Mobilfunk- und WLAN-Strahlung abschirmen sollen.

Daniel Schurter | watson.ch

Was ist passiert?

In Wettingen AG ist am Samstag das angeblich «weltweit erste» Verkaufsgeschäft für Schutzkleidung gegen elektromagnetische Strahlung eröffnet worden. Das Angebot von Wavesafe umfasst Kleider, Moskitonetze und andere Textilien, die vor Handy- und WLAN-Strahlung abschirmen.

Was wird verkauft?

Das Sortiment umfasst:

  • Kleider, Hosen und Unterwäsche
  • Baby- und Kinderbekleidung
  • Kopfbedeckung (Mützen)
  • Baldachine – eine Art Moskitonetz, mit der man angeblich den Schlafplatz vor Strahlung schützen kann.
  • Duvet- und Matratzenüberzüge.
  • Handystrahlenschutz-Taschen
  • Messgeräte für hochfrequente elektromagnetische Strahlung.
  • «Geschirmte» Elektroartikel – das sind zum Beispiel spezielle Steckdosenleisten und Adapter.

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Eine Spinne namens Karl Lagerfeld

Zu Ehren des Modeschöpfers Karl Lagerfeld haben Biologen diese neuentdeckte Spinnenart „Jotus karllagerfeldi“ getauft. © Mark Newton

Schwarze „Handschuhe“, ein weißer Kragen und auch das restliche Outfit ist stilvoll in Schwarzweiß gehalten: Diese Springspinne erinnerte Biologen so stark an den Look des kürzlich verstorbenen Modedesigners Karl Lagerfeld, dass sie ihr kurzerhand dessen Namen gaben: Die in Australien neuentdeckte Spinnenart heißt nun ihm zu Ehren Jotus karllagerfeldi.

scinexx

Eigentlich glänzen die Springspinne der Gattung Jotus eher durch ihre Farbenpracht: Ihre Lauf- und Tastbeine sind oft knallrot, blau oder grün gefärbt. Wie alle Springspinnen besitzen sie zudem besonders große Augen, die ihnen ein räumliches Sehen ermöglichen. Diese Fähigkeit benötigen die Spinnen, wie sie keine Netze bauen, sondern ihre Beute im Sprung fangen. Gut zielen zu können ist daher für sie enorm wichtig. Vor kurzem haben Forscher zudem herausgefunden, dass Springspinnen auch überraschend gut hören – obwohl sie keine Ohren besitzen.

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Frauen protestieren gegen Burkini-Verbot in Schwimmbädern — Burkini-Kontrollen in Frankreich

Themenbild.

Schwimmbäder in Frankreich verbieten das Tragen eines Burkinis. Zuspruch kommt von der Regierung. Hygiene- oder Sicherheitsgründe sowie religiöse Motive reichen für ein Verbot jedoch nicht aus, sagt das französische Sportministerium.

DOMRADIO.DE

In Frankreich wird erneut ein Verbot sogenannter Burkinis in Schwimmbädern diskutiert. Ausgelöst wurde die Debatte von einer Gruppe von Frauen in Grenoble, die vergangene Woche im Burkini in schwammen, wie französische Medien berichten. Unterstützt werden sie von der Bürgergruppe „Alliance citoyenne“.

Premierminister Edouard Philippe, Justizministerin Nicole Belloubet und die Staatssekretärin für Gleichstellung Marlene Schiappa riefen die Frauen auf, sich an die Regeln des Schwimmbads zu halten.

Schiappa betonte zugleich, dass die Regel zu einer Ungleichheit führe. Dieses Problem betreffe jedoch nur eine „kleine Minderheit“, so die Staatssekretärin.

Kein Gesetz in Frankreich verbietet das Tragen von Burkinis in Schwimmbädern. Die Einrichtungen können selbst über ihre Regeln entscheiden.

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Korallen aus dem Labor sollen das Great Barrier Reef für kommende Hitzewellen rüsten

Auf Terracotta-Platten sitzen die gezüchteten Korallen. (Bild: AIMS)

Forscher haben Korallen gezüchtet, die hohe Temperaturen besser aushalten. Nun testen sie diese im jetzt noch relativ kalten südlichen Teil des Riffs. Erste Resultate sehen offenbar vielversprechend aus.

Neue Zürcher Zeitung

Es ist ein Rettungsversuch für das weltgrösste Korallenriff vor Australiens Ostküste: Wissenschafter haben am Great Barrier Reef erste im Labor herangezüchtete Korallen eingesetzt, wie das staatliche Forschungsinstitut Australian Institute of Marine Science (AIMS) am Dienstag mitteilte.

Mit der neuen Korallen-Generation soll die Widerstandskraft der Tiere gegen steigende Wassertemperaturen gestärkt und sollen weitere Korallenbleichen verhindert werden.

Dafür seien Korallen des wärmeren nördlichen Teils des Riffs mit derselben Art des kühleren mittleren Teils gekreuzt worden, erläuterte das AIMS.

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Bullshistic: Bibelwissen auf dem Smartphone

Themenbild. Bild von Jeroným Pelikovský auf Pixabay

Rostocker Theologen haben eine Bibelkunde-App für das Smartphone entwickelt.

evangelisch.de

Nutzer können knapp 2.000 Einzelfragen zu allen Büchern der Bibel stellen, übersichtlich nach Schwierigkeit und Thema geordnet, teilte die Theologische Fakultät der Universität Rostock am Montag mit. Erfragt werden kann beispielsweise, wo in der Bibel die Geschichte vom Turmbau zu Babel steht oder das Gebot „Du sollst Deinen Nächsten lieben…“. Zielgruppe sind Theologie-Studierende und theologisch Interessierte. Die App ist zu finden unter www.repetico.de/deutsche-bibelgesellschaft.

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Tatverdächtiger im Mordfall Lübcke widerruft Geständnis

Spezialkräfte bringen den Tatverdächtigen Stephan E. zum Bundesgerichtshof in Karlsruhe. (Bild: EPA / Ronald Wittek)

Stephan E. bestreitet nun, den Kasseler Regierungspräsidenten erschossen zu haben. Die Beweislage und seine frühere Aussage belasten ihn jedoch schwer.

Jonas Hermann | Neue Zürcher Zeitung

Der Tatverdächtige im Mordfall Walter Lübcke hat sein umfangreiches Geständnis widerrufen. Am Dienstag wurde er einem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe vorgeführt und nahm dort offenbar das Geständnis zurück. Laut dem SWR ist der Widerruf eher taktischer Natur. Der Sender berief sich bei dieser Einschätzung auf Ermittlerkreise. Das ursprüngliche Geständnis des Tatverdächtigen sei so detailreich gewesen, dass durch dessen Rücknahme keine Auswirkungen auf die weiteren Ermittlungen zu erwarten seien.

Die Bundesanwaltschaft wollte sich dazu nicht äussern. Frank Hannig, der neue Anwalt von Stephan E., bestätige die Rücknahme des Geständnisses. Hannig wurde dem Tatverdächtigen vom Bundesgerichtshof laut der «Bild»-Zeitung als Pflichtverteidiger zugewiesen.

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Rechtsstreit um Chefarzt-Kündigung wegen Zweitheirat ist beendet

Schon seit Jahren wird vor unterschiedlichen Instanzen darüber gestritten, ob die Kündigung eines Düsseldorfer Chefarztes in Ordnung war. Der Mann hatte zum zweiten Mal geheiratet. Jetzt gibt es eine definitive Entscheidung.

katholisch.de

Der zehnjährige Rechtsstreit um die Kündigung eines Chefarztes an einem katholischen Krankenhaus ist beendet. Das Erzbistum Köln teilte am Dienstag mit, dass es keine Verfassungsbeschwerde gegen ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts einlegt. Das Erfurter Gericht hatte im Februar entschieden, dass die Kündigung aufgrund einer Zweitheirat nach Scheidung unwirksam sei.

In dem Fall ging es um einen Chefarzt am katholischen Sankt-Vinzenz-Krankenhaus in Düsseldorf. Dessen Arbeitgeber hatte ihm 2009 unter Verweis auf das katholische Verständnis von der Unauflöslichkeit der Ehe gekündigt. Dagegen hatte der Mediziner geklagt und vorgebracht, dass der Krankenhausträger an nichtkatholische Ärzte in gleicher Funktion solche Anforderungen an die Lebensführung nicht stelle. Dieser Auffassung folgte das Bundesarbeitsgericht.

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