Schwarzes Gold schluckt CO2

Mit Nanogold besetzte Kügelchen absorbieren nicht nur das Sonnenlicht extrem effektiv, sie könnten auch die Umwandlung von CO2 in Methan katalysieren. © Royal Society of Chemistry/ Chemical Science

Gold kann CO2 in den Treibstoff Methan umwandeln – nur mithilfe von Wasser und Sonnenlicht, wie nun ein Experiment belegt. Möglich wird dies, weil Gold-Nanopartikel bestimmter Größe sämtliche sichtbare und nahinfrarote Strahlung der Sonne absorbieren. Das wiederum erzeugt lokale Hitzezonen und elektrische Felder an der Goldoberfläche, die das Material zu einem effektiven Katalysator und Heizelement machen. Auch eine Entsalzung von Meerwasser durch Verdampfen ist dadurch mit Gold möglich, wie Forscher berichten.

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Gold ist nicht nur ein begehrtes Edelmetall, es ist auch chemisch-physikalisch gesehen ein besonderes Element. Seine atomaren Eigenschaften geben ihm Glanz und Beständigkeit, machen es aber auch zu einem wertvollen Helfer in Chemie, Medizin und Physik.

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Kirchliches Rettungsschiff als Signal

Selbst handeln? Auf dem Kirchentag diskutierten Palermos Bürgermeister Leoluca Orlando und Sea-Watch-Crewmitglied Mattea Weihe mit EKD-Ratsvorsitzendem Bedford-Strom zum Thema „Offene Häfen in Europa“ (imago images / Cord)

Die beiden christlichen Kirchen halten die Seenotrettung im Mittelmeer für eine humanitäre Pflicht. Die EKD kann sich mehr als Worte und Geldgaben vorstellen – sie diskutiert über ein eigenes Rettungsschiff. Das sei nicht Aufgabe einer Kirche, sagen Kritiker.

Von Julia Mumelter | Deutschlandfunk

„Dass Europa an dieser Stelle endlich klar ist, dass nicht die sich rechtfertigen müssen, die Flüchtlinge retten, sondern diejenigen, die es verhindern.“

Es gab große Zustimmung für den EKD-Ratsvorsitzenden und bayerischen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm beim Evangelischen Kirchentag in Dortmund. Seine Botschaft: nicht mehr zusehen, wie Menschen im Mittelmeer ertrinken, sondern selbst aktiv werden. Daraufhin wurde am Kirchentag noch eine Resolution verabschiedet, die ein solches Rettungsschiff Wirklichkeit werden lassen soll. Verfasst hat diese Willenserklärung der grüne Europaabgeordnete Sven Giegold. 

„Dabei ist wichtig, dass es nicht mehr reicht, was wir bisher schon machen, mit kirchlichen Geldern die NGOs zu unterstützen, sondern die Kirche muss selbst ein Schiff schicken, sie muss nicht unbedingt der Eigentümer des Schiffes sein, aber symbolisch Verantwortung dafür übernehmen.“ 

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Kontroverse über «Emma»-Karikaturen – Rassismus-Vorwurf

Die langjährige Cartoonistin des Magazins «Emma» wird des Rassismus beschuldigt – zu Unrecht, findet die Herausgeberin und Deutschlands bekannteste Feministin Emma Schwarzer.

Neue Zürcher Zeitung

Satire hat aus Sicht von «Emma»-Herausgeberin Alice Schwarzer keine Grenzen. «Und sie darf auch keine haben», betonte sie in Köln anlässlich der Kritik an «Emma»-Hauscartoonistin Franziska Becker. Die überspitzte Wiedergabe der Realität sei nötig, um den Menschen die Augen zu öffnen. «Genau das ist die Aufgabe eines Satirikers.» Die deutsch-türkische Bloggerin Sibel Schick hatte Becker der Diskriminierung Kopftuch tragender Musliminnen bezichtigt, die sie mit IS-Kämpferinnen gleichsetze.

Hintergrund ist die Verleihung der Hedwig-Dohm-Urkunde des Journalistinnenbundes an Becker für ihr Lebenswerk.

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US-Senat winkt 750-Milliarden-Rüstungshaushalt durch

F-35-Kampfflugzeug. Bild: DoD

Das demokratische dominierte Repräsentantenhaus schlägt 733 Milliarden vor, aber für den Kongress ist der militärische Apparat heilig, Wettrüsten inklusive

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Das US-Militär wird nicht nur von US-Präsident Donald Trump, sondern auch im Kongress von den meisten Abgeordneten reichlich mit Geld versehen. Was an Geldern vom Pentagon gefordert wird, erhält es auch. Die mit Abstand größte, technisch überlegenste und weltweit auf Hunderten von Stützpunkten stationierte Streitkraft hat mit dem Budget für Atomwaffen, für die das Energieministerium zuständig ist, im laufenden Haushaltsjahr 685 Milliarden US-Dollar mit überwältigender Mehrheit der Abgeordneten im Senat und im Repräsentantenhaus erhalten, für die Verteidigung wurden insgesamt 718 Milliarden US-Dollar genehmigt.

Das Pentagon forderte für 2020 mit 718 Milliarden 33 Milliarden oder 5 Prozent mehr als 2019 (544,5 für den normalen Haushalt, 164 Milliarden für Auslandseinsätze und 9,2 Milliarden für die Mauer). Dazu kommt das Budget für die National Nuclear Security Administration NNSA) in Höhe von 16,5 Milliarden, 8,3 Prozent mehr als 2019. Jetzt hat der Senat wieder mit überwältigender Mehrheit von 86 zu 8 Stimmen ein Gesamtbudget von 750 Milliarden – wie von Donald Trump gewünscht – gebilligt.

Der Gesetzentwurf im Repräsentantenhaus sieht noch einen Haushalt von 733 Milliarden US-Dollar, 2,4 Prozent mehr als 2019. Bislang wurde der Entwurf erst von Streitkräfteausschuss gebilligt und muss noch vom Plenum verabschiedet werden. Die Demokraten, die im Repräsentantenhaus die Mehrheit haben, sehen sich offenbar genötigt, die Verteidigungsausgaben ebenfalls hochzufahren, sind aber noch nicht bereit, ganz in die Vollen zu gehen.

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Woher kamen die Philister?

Ausgrabungen der Gebeine eines toten Philisters – einem Angehörigen des Volks, zu dem der biblische Hüne Goliath gehörte. © Melissa Aja/ Leon Levy Expedition to Ashkelon

Goliath hatte europäische Wurzeln: Forscher könnten das Rätsel um die Herkunft der Philister gelöst haben – des Volks, das in der Bibel als Gegenspieler der Israeliten erwähnt wird. Demnach war diese Volksgruppe offenbar europäischer Abstammung – ihre Vorfahren kamen am Ende der Bronzezeit aus Südeuropa. Das enthüllen nun DNA-Analysen von zehn Toten, die in der Bronze- und Eisenzeit in der Philisterstadt Aschkelon gestorben waren.

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Vor rund 3.200 Jahren erlebten viele Kulturen des Nahen Ostens einen großen Umbruch. Die Macht vieler großer Reiche, darunter der Ägypter, Mykener und Hethiter, schwand. Neue Machtzentren und Kulturen breiteten sich aus. Zu ihnen gehörten auch die Philister – ein Volk, das damals an der Küste des alten Kanaan einen Fünf-Städte-Bund gründete. Aus der biblischen Überlieferung sind die Philister als Gegenspieler der Israeliten bekannt, ihr berühmtester Vertreter war der von David besiegte Krieger Goliath.

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Erzapostel Heße: Kapitänin Rackete steht in der Nachfolge Jesu

Carola Rackete hat ethisch richtig gehandelt, sagt Erzbischof Stefan Heße über die Kapitänin der „Sea Watch 3“. Aber müsste die Bischofskonferenz dann nicht auch gemeinsam mit der EKD ein eigenes Seenotrettungsboot auf das Mittelmeer schicken? Im Interview nimmt der Flüchtlingsbeauftragte Stellung.

Von Tobias Schulte | katholisch.de

Als „unannehmbar“ bezeichnete Erzbischof Stefan Heße Anfang der Woche die vorübergehende Festnahme von Carola Rackete. Im Interview mit katholisch.de verteidigt er das Handeln der „Sea-Watch 3“-Kapitänin erneut: Ertrinkende müssten gerettet werden – „ohne Wenn und Aber“.

Frage: Herr Erzbischof Heße, die Kapitänin der „Sea Watch-3“, Carola Rackete, wurde freigelassen – für Sie die richtige Entscheidung des Gerichts?

Erzbischof Stefan Heße: Selbstverständlich. Ich habe ja bereits vorher mit Unverständnis auf die Festnahme reagiert.

Frage: Hat Kapitänin Rackete richtig gehandelt, als Sie ohne Erlaubnis mit ihrem Seenotrettungsboot samt Flüchtlingen auf Lampedusa angelegt hat?

Heße: Frau Rackete folgte einem klaren ethischen Imperativ: Ertrinkende muss man retten, ohne Wenn und Aber. Das passt auch sehr gut mit dem Evangelium zusammen. Wer wie die Kapitänin ein Menschenleben rettet, steht in der Nachfolge Jesu.

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Weltklima auf der Kippe

Von der Schmelze bedroht: „Saatgut-Tresor“ Svalbard Global Seed Vault. Foto (von 2013): Miksu/CC BY-SA 3.0

Während die europäische Politik den Klimawandel in die Fußnoten verbannt, scheinen die Kipppunkte des globalen Klimasystems in der Arktis überschritten zu werden

Tomasz Konicz | TELEPOLIS

Der Sommer 2019 könnte als die große Umbruchszeit in die Menschheitsgeschichte eingehen, in der das Überschreiten der Kipppunkte des globalen Klimasystems evident wurde – falls in den kommenden Dekaden überhaupt noch so etwas wie Geschichtswissenschaft betrieben werden sollte.

Eine monströse wissenschaftliche Fehleinschätzung wurde etwa Mitte Juni aus der kanadischen Arktis gemeldet. Das Auftauen des Permafrostbodens in vielen arktischen Regionen Kanadas schreitet viel schneller voran, als ursprünglich von der Klimawissenschaft prognostiziert.

Der ökologisch verheerende Auftauprozess der seit Jahrmillionen gefrorenen Böden schreitet demnach viel schneller voran, als selbst die pessimistischsten wissenschaftlichen Studien annahmen. Demnach soll das Auftauen des Permafrosts inzwischen so weit vorangeschritten sein, wie es in den aktuellen Szenarien des Weltklimarates (IPCC) für das Jahr 2090 prognostiziert wurde. Die Klimawissenschaft hat sich somit um rund 70 Jahre in dieser entscheidensten aller wissenschaftlichen Fragen verkalkuliert.

Die an den Untersuchungen in der kanadischen Arktis beteiligen Wissenschaftler erklärten laut der Tageszeitung rundweg: „An allen untersuchten Stellen traf oder übertraf die maximale Auftautiefe seit 2003 die in einem Szenario des UN-Weltklimarats IPCC für 2090 prognostizierten Werte.“

Das Auftauen der Permafrostböden schreite demnach seit 2003 doppelt bis nahezu dreimal so schnell voran wie in den Dekaden zuvor, da das arktische Ökosystem besonders sensibel auf klimatische Veränderungen reagiere. Eine Reihe sehr heißer arktischer Sommer und die fehlende nennenswerte Vegetationsschicht sorgten dafür, dass die Böden in der Arktis besonders schnell auftauten.

Grönland: Neue Rekordwerte

Ähnlich dramatisch entwickelt sich die Lage in Grönland, wo die Eisschmelze neue Rekordwerte erreicht. Bei Temperaturen von bis zu 20 Grad Celsius im Süden und deutlichen Plusgraden im Norden bilden sich in weiten Regionen regelrechte Schmelzwasserseen auf dem Eispanzer Grönlands, der dadurch immer schneller abtaut, da das Wasser die Sonneneinstrahlung nicht so stark reflektiert wie Eis.

Der Eispanzer im nördlichen Eismeer der arktischen Region verzeichnete im Juni ebenfalls einen Negativrekord. Derzeit sind nur noch 10,8 Millionen Quadratmeter von Meereis bedeckt, während es im langfristigen Mittelwert rund 12 Millionen Quadratmeter waren.

Die arktische Eisdecke, die einen Großteil der Sonneneinstrahlung im hohen Norden reflektiert, ist in vielen Regionen in einem „sprunghaften“ Schmelzprozess. Das Seeeis in der Beringsee scheint bereits weitgehend verschwunden zu sein. Schon im März – zu einer Jahreszeit, in der die Eisdecke in der Region noch wachsen müsste – wurde die Beringsee als „nahezu Eisfrei“ gemeldet.

Gegenüber den langjährigen Trends fehlte in der Region eine Eisdecke, die der Fläche der US-Bundesstaaten Kalifornien und Montana entspricht. Ähnlich verhält es sich in vielen weiteren Regionen der Arktis, wo das Schrumpfen der sommerlichen Eisdecke die langjährigen Durchschnittswerte in extremer Weise übersteigt.

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Yes, it’s worth arguing with science deniers — and here are some techniques you can use

Image credit: Niemann Lab

Plus: A fake news game that seems to inoculate players against fake news.

By Laura Hazard Owen | NiemanLab

Countering science denialism. Arguing with the anti-vaxxers/flat earthers/climate change deniers may feel futile, but research just published in Nature Human Behaviour suggests that it’s actually worth it and can be effective.

Philipp Schmid and Cornelia Betsch of the University of Erfurt in Germany conducted six experiments, online with 1,773 subjects, to see how to “counter arguments of denial at the very moment that they reach an audience, that is, rebutting deniers in public discussions.” These discussions may take place on social media or TV. “Science advocates” have often been reluctant to enter into these discussions at all, worrying they’ll do more harm than good. Here’s what Schmid and Betsch tested, per a write-up of their research by Sander van der Linden, also published in Nature:

All participants were first exposed to an interview with a science denier. Afterwards, they were randomly assigned to a topic-based rebuttal, a technique-based rebuttal or both. A topic-based rebuttal presented the reader with scientific facts countering the misinformation, and the technique-based rebuttal exposed the logical fallacies in the deniers’ persuasion technique. Thus, depending the exact condition, a science advocate was either present or absent and (if present) responded to the denier using a topic-based rebuttal, a technique-based rebuttal or a combination of both approaches. Attitudes towards vaccines and intentions to vaccinate were measured both before and after exposure. Attitudes and intentions to mitigate climate change were measured in the same way.

Schmid and Betsch found is that ignoring the deniers is dangerous: “Public discussions with a science denier have a damaging effect on the audience,” they write. After reading or listening to anti-vaxxers, for instance, subjects had less positive attitudes toward vaccination and said they were less likely to vaccinate; this was exacerbated “when no advocate for science was present.”

But, van der Linden writes, “providing either a topic-oriented rebuttal (for example, approved vaccines are a safe way to avoid disease) or unmasking the denier technique (for example, “impossible expectations,” i.e. no medical product is 100% safe) significantly and meaningfully reduces the negative influence of denialist claims. Interestingly, both techniques proved to be about equally effective.”

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Die drohende Entfremdung der Kirche von ihren Gläubigen

Entfremdung von den Gläubigen? Bischöfe beten beim Eröffnungsgottesdienst der traditionellen Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz. (Symbolbild) Bild: dpa

In ihrem Abwehrkampf hat die katholische Kirche sich der Moderne entfremdet. Das droht auch mit ihren Gläubigen zu passieren. Der sexuelle Missbrauch und dessen systematische Vertuschung wirken wie Brandbeschleuniger. Ein Gastbeitrag.

Von Franz-Xaver Kaufmann | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Was genau meint „Klerikalismus“? Entstanden ist das Wort als polemische Fremdbezeichnung für die Aktivität der katholischen Kirche vor allem im Einflussbereich des französischen Laizismus. Es findet sich aber auch in protestantischen Diskursen. In der Tat hatte die katholische Kirche im Hochmittelalter den bis dahin erheblichen Einfluss von „Laien“, konkret von weltlichen Herrschern, auf ihre internen Verhältnisse erfolgreich eliminiert und die Führung der Kirche auf allen Ebenen – von der Universalkirche bis zur örtlichen Kirchengemeinde – geweihten Klerikern anvertraut. Kirchenrechtlich wurden Kleriker erheblich privilegiert, bis dahin, dass sie sich vor keinem weltlichen Richter verantworten mussten. Erst das II. Vatikanische Konzil und die darauf folgenden Reformen des Kirchenrechts haben auch den Laien einen eigenständigen Status in der Kirche zurückgegeben. Insoweit ist die Gleichsetzung von kirchlichen und klerikalen Aktivitäten ohne jede Polemik zum mindesten bis zum II. Vatikanum plausibel. Mit deren Bezeichnung als Klerikalismus ist allerdings die Bestreitung kirchlicher Ansprüche verbunden: Klerikalismus und Antiklerikalismus wurden zu Kampfbegriffen in den Auseinandersetzungen zwischen Kirche und Staat.

Als Selbstbezeichnung gewinnt Klerikalismus erst in jüngerer Zeit Bedeutung. Dabei wird das pejorative Moment beibehalten. Klerikalismus meint dann eine Übergriffigkeit kirchlicher Ansprüche in weltliche Bereiche, was die Anerkennung der Eigenwertigkeit dieser Bereiche voraussetzt, wie sie erst vom II. Vatikanischen Konzil anerkannt wurde. Wo deren legitime Grenzen liegen, ergibt sich allerdings nicht schon aus dem Begriff. Immerhin zeugte die Übernahme des Kampfbegriffs in den kirchlichen Sprachgebrauch von einer wachsenden Sensibilität mit Bezug auf die Grenzen kirchlicher Deutungs- und Gestaltungsansprüche.

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Deutschlands Ärzte müssen sterbewillige Menschen nicht retten

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In Deutschland sind Ärzte nicht verpflichtet, Patienten nach einem Suizidversuch gegen deren Willen das Leben zu retten. Das hat der 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs (BGH) am Mittwoch in Leipzig entschieden

Neue Zürcher Zeitung

Er bestätigte damit zwei Freisprüche der Landgerichte in Berlin und Hamburg. Die Gerichte hatten entschieden, dass der Wille der Patienten zählt. Der BGH ist Deutschlands oberstes Zivilgericht.

Zwei Ärzte hatten körperlich kranke Menschen nach der Einnahme tödlicher Medikamente bis zum Tod begleitet. Massnahmen zur Rettung ergriffen sie nicht. Sie wurden wegen Tötungsdelikten angeklagt. In beiden Fällen sei es der klare Wille der Patienten gewesen, ihr Leben zu beenden, so die Gerichte.

Handy: Was macht die chinesische Überwachungs-App?

Diese chinesische App wird Einreisenden beim Grenzübertritt aus Kirgistan auf dem Handy installiert. © Mareen Meyer/ RUB

Touristen werden ausspioniert: Wer in den Westen Chinas einreisen möchte, bekommt an der Grenze eine App auf sein Handy installiert. Was diese App tut, haben nun deutsche Forscher analysiert. Das Ergebnis: Die App scannt die Kontaktliste, Bilder, Anrufe, Kalendereinträge und Textnachrichten und übermittelt diese Daten in einem Bericht. Dieser enthält auch Informationen über Social-Media-Accounts und Dateien mit „verdächtigem“ Inhalt.

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Die meisten Handy-Apps sind kleine Spione: Fast drei Viertel von ihnen sammeln Daten über unser Smartphone und unser Nutzungsverhalten und geben diese persönlichen Daten an eigene Server, aber auch Dritte weiter. Immerhin haben wir bei solchen Programmen aber meist selbst die Wahl, ob wir sie auf unserem Handy installieren wollen oder nicht.

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Islamverband Ditib: Zu abhängig von der Türkei?

Die Ditib-Zentralmoschee in Köln ist die größte Moschee Deutschlands. (imago/Future Image)

Vom Islamunterricht bis zum Begräbnis betreut der Islamverband Ditib das religiöse Gemeindeleben vieler Türken in Deutschland. Doch nachdem Imame im Auftrag der Türkei Regierungskritiker ausspähten, hat der Verband ein Glaubwürdigkeitsproblem.

Von Melahat Simsek | Deutschlandfunk Kultur

Das Freitagsgebet in der Kölner Zentralmoschee. Die Türkisch Islamische Union der Anstalt für Religion, kurz DITIB, führt in Köln die größte Moschee der Republik. „Die ist schon sehr wichtig, weil die uns und unseren Glauben vertritt. Deshalb ist es uns sehr wichtig, dass es so eine Institution gibt.“

Leyla Kiziltas ist 45 Jahre alt und führt ein Kosmetikstudio in Köln. Ihre 15-jährige Tochter besucht seit drei Jahren jedes Wochenende eine Jugendgruppe in der Kölner Ditib-Zentralmoschee. „Da gibt es auch Freizeitgestaltungen. Sie lernt den Islam intensiver kennen. Das ist so eine Art Islamunterricht“, sagt Kiziltas.

Ayse Turan möchte ihren wirklichen Nachnamen nicht nennen, weil sie sich eigentlich aus solchen Diskussionen raushalten möchte. „Ditib ist als türkische Organisation für uns Muslime sehr wichtig“ , sagt sie. Die 62-Jährige ist Schneiderin in Köln und kam mit ihren Eltern als kleines Mädchen Mitte der 60er-Jahre von der Schwarzmeerküste nach Deutschland. Sie gehört zur zweiten Generation türkischer Einwanderer.

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Bundesgericht verhandelt über Motorradhelm-Dispens für Sikh — Religiöse Überzeugung vor Sicherheit?

Motorradfahrer hält seinen Helm in der Hand
© Virojt Changyencham (shutterstock)

Kann es aus religiösen Gründen eine Befreiung von der Pflicht zum Tragen eines Motorradhelms geben? Darüber verhandelt an diesem Donnerstag das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig.

DOMRADIO.DE

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhandelt an diesem Donnerstag den Fall eines Sikh, der entsprechend den Regeln seiner Religion einen Turban trägt und nun eine Ausnahmegenehmigung in Sachen Schutzhelmpflicht einklagt.

Eingriff in Religionsfreiheit?

Der Kläger sieht es als Eingriff in seine Religionsfreiheit, wenn er zum Motorradfahren seine religiöse Kopfbedeckung abnehmen muss. Die beklagte Stadt Konstanz lehnte den Antrag mit der Begründung ab, die Ausnahmegenehmigung könne nur aus gesundheitlichen Gründen erteilt werden.

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Füchsin wandert von Norwegen nach Kanada

Ein Polarfuchs im Sommerfell. (Bild: Imago)

Ein junges Polarfuchsweibchen schlägt alle Rekorde: In nur 76 Tagen legt es eine Strecke von 3500 Kilometern zurück.

Neue Zürcher Zeitung

Ein Polarfuchs hat norwegische Forscher verblüfft. Er ist innerhalb von 76 Tagen von Spitzbergen bis nach Kanada gewandert. Das junge Weibchen habe die 3506 Kilometer lange Strecke vom Norden Norwegens über Grönland bis zur kanadischen Insel Ellesmere Island zwischen dem 26. März und dem 10. Juni 2018 zurückgelegt, schreiben die Wissenschafter Eva Fuglei und Arnaud Tarroux in einem Artikel, der in der Fachzeitschrift «Polar Research» des norwegischen Polarinstituts in Tromsö veröffentlicht wurde.

Die Forscher hatten die Polarfüchsin (Vulpes lagopus) im Juli 2017 nahe einem Gletscher auf Spitzbergen mit einem Halsband ausgestattet, um ihre Bewegungen per Satellit beobachten zu können.

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Landgericht Gießen muss im Hänel-Verfahren zu 219a neu urteilen

Kristina Hänel stand im Mittelpunkt der Auseinandersetzung um das Werbeverbot für Abtreibungen. Der Fall der Gießener Ärztin nimmt nun eine juristische Wende – doch wohl nur formal. Hänel erwartet, dass sie vom Landgericht erneut verurteilt wird.

evangelisch.de

Das Landgericht Gießen muss sich nochmals mit dem Verfahren gegen die Ärztin Kristina Hänel befassen. Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main verwies die Auseinandersetzung um das Werbeverbot für Abtreibungen zur erneuten Verhandlung an das Landgericht zurück. Der mittlerweile geänderte Strafrechtsparagraf 219a sei zugunsten der angeklagten Ärztin anzuwenden, teilte das Oberlandesgericht am Mittwoch mit (AZ: 1 Ss 15/19). Hänel indes geht davon aus, dass sie erneut verurteilt wird.

Die Medizinerin war im November 2017 vom Amtsgericht Gießen wegen Werbung für Schwangerschaftsabbrüche zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Gießen verwarf im vergangenen Jahr ihre Berufung gegen das Urteil.

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Frankreich glaubt nicht an Homöopathie

Im Labor: Produktion homöopathischer Mittel in Lyon Bild: AFP

Die französische Gesundheitsbehörde sieht keinerlei Nutzen in Globuli. Streicht die Regierung deshalb bald die Erstattung der Kassen? Das dürfte die Debatte auch in Deutschland verschärfen.

Von Christian Schubert | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis für ihre Wirksamkeit, doch irgendwie glauben viele Menschen, Homöopathie tue ihnen gut. Soll die Kosten deshalb die Allgemeinheit tragen? In dem Streit über die Erstattung durch die Krankenkassen, der in vielen Ländern tobt, könnte Frankreich bald ein aufsehenerregendes Signal setzen: Die oberste Gesundheitsbehörde des Landes, die Haute Autorité de Santé (HAS), ist zu dem Schluss gekommen, dass homöopathische Mittel nichts bringen und sie deshalb nicht erstattet werden sollten. Das berichtete die Tageszeitung „Libération“ in ihrer Donnerstagsausgabe.

Die französische Gesundheitsministerin Agnès Buzyn, eine Ärztin, hat mehrfach angekündigt, dass sie sich nach dem Rat des HAS richten werde. Am Donnerstag sagte die Ministerin im Fernsehen zwar, dass sie die Entscheidung nicht sofort treffen wolle, denn sie habe mit der aktuellen Hitzewelle genug zu tun. „Ich finde, die Entscheidung kann noch einige Tage warten“, sagte Buzyn. Doch aufgrund ihrer früheren Aussagen müsste der Beschluss eigentlich auf die Streichung aus dem Leistungskatalog der staatlichen Krankenkassen hinauslaufen.

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Neue Studie: Missbrauchsvorwürfe gegen Priester nicht rückläufig

Die Ergebnisse der MHG-Studie waren ein Schock. Jetzt hat ein Forscherteam um den Psychiater Harald Dreßing festgestellt: Die Missbrauchsvorwürfe gegen Priester haben auch seit 2009 nicht abgenommen – trotz verschärfter Präventionsmaßnahmen. Und die Forscher haben eine mögliche Erklärung.

katholisch.de

Laut einer neuen Studie eines Forscherteams um den Mannheimer Psychiater Harald Dreßing ist die Zahl der Missbrauchsvorwürfe gegen katholische Priester seit 2009 nicht rückläufig. Auch bei der Zahl der entsprechenden Strafanzeigen gegen Geistliche lasse sich kein Rückgang erkennen, so die am Mittwoch veröffentlichte Untersuchung. Dies sei im Blick auf die seit 2010 ausgeweiteten Präventionsbemühungen der Kirche „bemerkenswert“.

Auf Anfrage sagte Dreßing, eine mögliche Erklärung sei, dass die Prävention bei einigen Priestern „auf Granit stoße“, solange „strukturelle Risikofaktoren“ wie klerikale Macht, Zölibat oder kirchliche Sexualmoral unverändert blieben.

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