Kirchliches Rettungsschiff als Signal


Selbst handeln? Auf dem Kirchentag diskutierten Palermos Bürgermeister Leoluca Orlando und Sea-Watch-Crewmitglied Mattea Weihe mit EKD-Ratsvorsitzendem Bedford-Strom zum Thema „Offene Häfen in Europa“ (imago images / Cord)

Die beiden christlichen Kirchen halten die Seenotrettung im Mittelmeer für eine humanitäre Pflicht. Die EKD kann sich mehr als Worte und Geldgaben vorstellen – sie diskutiert über ein eigenes Rettungsschiff. Das sei nicht Aufgabe einer Kirche, sagen Kritiker.

Von Julia Mumelter | Deutschlandfunk

„Dass Europa an dieser Stelle endlich klar ist, dass nicht die sich rechtfertigen müssen, die Flüchtlinge retten, sondern diejenigen, die es verhindern.“

Es gab große Zustimmung für den EKD-Ratsvorsitzenden und bayerischen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm beim Evangelischen Kirchentag in Dortmund. Seine Botschaft: nicht mehr zusehen, wie Menschen im Mittelmeer ertrinken, sondern selbst aktiv werden. Daraufhin wurde am Kirchentag noch eine Resolution verabschiedet, die ein solches Rettungsschiff Wirklichkeit werden lassen soll. Verfasst hat diese Willenserklärung der grüne Europaabgeordnete Sven Giegold. 

„Dabei ist wichtig, dass es nicht mehr reicht, was wir bisher schon machen, mit kirchlichen Geldern die NGOs zu unterstützen, sondern die Kirche muss selbst ein Schiff schicken, sie muss nicht unbedingt der Eigentümer des Schiffes sein, aber symbolisch Verantwortung dafür übernehmen.“ 

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