Prostitution und patriarchaler Umgang mit Sex


„Paradebeispiel“ Maria Magdalena (Szene aus dem Film „Maria Magdalena“ mit Rooney Mara (2018). Universal

Einen theologischen Blick auf eine 2.000-jährige Kulturgeschichte der Prostitution hat die Grazer Religionswissenschaftlerin Theresia Heimerl in einem Gastbeitrag für die Wochenzeitung „Die Furche“ geworfen.

religion.ORF.at

Das vermeintlich „älteste Gewerbe der Welt“ wurde im Laufe der Zeit zu einer Art „dunkler Spiegel“, der den patriarchalen Umgang mit Sexualität reflektiere, so ihr Fazit. „Fromme Männer“ hätten ein Bild von Prostituierten tradiert, das die vermeintliche zivilisatorische und moralische Unterlegenheit von Frauen zeige – für Heimerl ein Zeichen von Frauenverachtung und einer religiöse Überhöhung von Sexualität. Dazu komme die körperlich wie wirtschaftliche Ausbeutung von Betroffenen, die bis heute „stumme Objekte des Begehrens, der Verachtung und der Gewinnmaximierung“ seien.

Als Paradebeispiel für tendenziöse Geschichtsschreibung über Sexualität und Begehren nannte die katholische Theologin die biblische Gestalt der Maria Magdalena. Diese verkörpere – fernab von bibelwissenschaftlicher Historizität – christliche Urängste, nämlich Sünde, Sexualität und Mammon.

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