Predigteklat im Münsteraner Gottesdienst hat Folgen Pfarrer soll nicht mehr predigen


Die Kanzel: Häufig der Ort der Predigt © Patrick Post (KNA)

Machtwort von Bischof Felix Genn: Nach der Empörung von Gottesdienstbesuchern wegen einer Äußerung über Vergebung auch für Priester, die Missbrauch begangen haben, soll der umstrittene Pfarrer in Münster nicht mehr predigen.

DOMRADIO.DE

Bischof Felix Genn habe das dem 79-jährigen emeritierten Pfarrer mitgeteilt und gehe davon aus, dass dieser sich daran halten werde, sagte ein Bistumssprecher der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. Es handele sich aber nicht um ein formales Predigtverbot. Denn die Äußerung in der Predigt sei dem Bistum selbst nicht wörtlich bekannt, es gebe keinen Text. Ulrich Zurkuhlen habe frei gesprochen.

Ein Teil des Chores und rund 70 Gottesdienstteilnehmer hatten die Kirche Heilig Geist am Münster während der Predigt des 79-Jährigen über das Thema Missbrauch und Vergebung am vergangenen Sonntag unter lautem Protest verlassen, wie „Kirche-und-Leben.de“ berichtet hatte. Er sei mit seiner Stimme nicht gegen „den schreienden Mob“ angekommen und habe seine Predigt abgebrochen, zitierte das Internetportal den Pfarrer.

weiterlesen

4 Comments

  1. Es ist auch ein fragwürdiger Umgang, wenn der Bischof – so mein Informationsstand – NICHT PERSÖNLICH mit dem betroffenen Pfarrer gesprochen hat, bzw. NICHT PERSÖNLICH mit ihm über das gesprochen hat, was nun als „Predigtverbot“ interpretiert wird, sondern der betroffene Pfarrer von dem „Machtwort des Bischofs“ ERST AUS DEN MEDIEN erfahren hat

    Gefällt mir

  2. Das Thema „Missbrauch in der Kirche“ ist ein sensibles Thema.

    I.
    Allerdings ist auch „Vergeben und Verzeihen“ ein wichtiges Thema (in) der Kirche, aber sicher auch – unabhängig von Kirche – für jeden Menschen: Nicht ohne Grund beten wir „Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.“

    Vergeben und Verzeihen, das hat zwei wichtige Seiten:
    1. Zum einen im Verhältnis zu demjenigen, der „schuldig“ geworden ist; wer Schuld auf sich geladen („gesündigt“) hat, der muss die Chance haben, dass ihm vergeben bzw. verziehen wird.
    2. Zum anderen für jeden einzelnen, der von fremder „Schuld“ betroffen ist: Es lebt sich nicht gut, wenn man ein Leben lang des anderen Verfehlung als Groll mit sich trägt. Vergeben ist ein Akt der Befreiung des eigenen Selbst von einer Belastung.

    Vergeben/Verzeihen bedeutet nicht, dass dadurch die Schuld (Sünde) eines Menschen ungeschehen gemacht ist, nicht mehr existent ist. Die Verfehlung ist geschehen; sie bleibt. Als von einem Missbrauch durch einen kath. Geistlichen dieses Bistums betroffener weiß ich das sehr gut. Aber durch Vergebung/Verzeihen richten wir den Blick nach vorn – auf die Dinge und Themen, die künftig wichtig sind.

    II.
    Manchmal kochen Emotionen hoch. Und dann werden Worte auf die Goldwaage gelegt – anstelle ruhig und besonnen zu bleiben und zu überlegen, was mit – falsch gewählten – Worten wirklich gemeint war. Diejenigen, die laut protestiert haben, sollten sich fragen, ob sie Pfarrer Z. wirklich als jemanden kennengelernt haben, der das zum Ausdruck bringen wollte, was von etlichen in diesem Gottesdienst verstanden wurde?

    Gefällt mir

    1. Das Thema Missbrauch in der Kirche ist kein sensibles Thema, dass ist es nur für Angehörige der Kirche die Vertuschung im Hinterkopf haben.
      Priester, die tätig Kindesmissbrauch betrieben haben sind Straftäter, wenn auch nur mutmaßlich, da sie der ordentlichen Rechtsprechung eines Gerichts entzogen wurden. Wenn ihr dann zu eurem Gott betet, betet ihr dann zu dem Gott, der den Missbrauch billig zuließ oder ihn nicht verhindern konnte/wollte? Es ist Bullshit. Die Opfer des Missbrauchs in der Kirche sind regulär katholisch oder evangelisch. Kinder von Anders,-Ungläubigen sind nicht betroffen.
      Und jeder Kardinal, Erzbischof, Bischof, Domkapitular usw., der in der kirchlichen Hierarchie seinen Weg gemacht hat, muss etwas gewusst haben, stecken wir sie in einen Sack und schlagen mit Knüppeln drauf, wir treffen nie einen Unschuldigen.
      Möglich gemacht, in dem man staatlicherseits der Kirche frei Hand in der Organisation, der Gestaltung ihrer Strukturen und Finanzen lässt. Kirche ist Täterorganisation, mit all ihren Beihilfen und Unterstützern. Das weltliche Gerichtsbarkeit nicht durchgreifen kann ist politisch gewollt und den Gottesknechten und Betschwestern im Parlament anzulasten.

      Gefällt mir

Kommentare sind geschlossen.