Welche Mikroben, Parasiten und Pilze sich im Wasser tummeln

So verschieden wie die Menschen selbst sind auch die Krankheitserreger, die Erstere mit in den Pool bringen. Foto: APA/dpa-Zentralbild

Warzen, Ausschläge, Bindehautentzündungen und Magen-Darm-Erkrankungen können Folgen von Infektionen aus Badegewässern sein – ein Überblick über die Krankmacher

Katharina Janecek | derStandard.at

An einem heißen Sommertag gibt es kaum etwas Besseres als den Sprung ins kühle Nass. Am besten gleich ins nächste Freibad oder zum Badesee. Was nach Spaß und Entspannung klingt, kann aber unangenehme Konsequenzen mit sich bringen – der Mensch ist nämlich meist nicht allein im Badewasser. Unsichtbare Krankmacher schwimmen mit und freuen sich über unsere Gesellschaft.

„In Bädern bestehen vielfältige Infektionsquellen und Risikobereiche“, sagt Franz Reinthaler, Bereichsleiter für Umwelthygiene und Aerobiologie an der Medizinischen Universität Graz. Er betont zwar, dass die Kontroll- und Meldemechanismen bezüglich der Wasserhygiene in Österreich gut funktionieren, geht jedoch von einer „hohen Dunkelziffer Badewasser-assoziierter Infektionen“ aus. Betroffen seien häufig Personen mit geschwächtem Immunsystem, also vor allem Kleinkinder, ältere Personen und Schwangere.

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Kompletter Kiefer von „Riesenwombat“ in Australien gefunden

Während es auf anderen Kontinenten Elefanten und Riesenfaultiere gab, belegte in in Australien das Diprotodon den Spitzenplatz unter der einheimischen Megafauna.
Illustration: REUTERS/University of Melbourne

Die riesigen Diprotodonten starben aus, als die Menschen den Kontinent eroberten

derStandard.at

Ausgrabungen in Australien haben den gewaltigen Kiefer eines Diprotodons, eines ausgestorbenen Riesen-Beuteltiers, freigelegt. Örtliche Behörden fanden den rund 50 Zentimeter langen versteinerten Knochen des auch Riesenwombat genannten Tiers kürzlich in der südöstlichen Region Monaro, wie der Paläontologe Matthew McCurry vom Australischen Museum in Sydney mitteilte.

Das Gebiet im Bundesstaat New South Wales gilt als fossilienreich. Das Diprotodon ist Teil der australischen Megafauna, einer Gruppe sehr großer und schwerer Tiere, die vor Tausenden Jahren auf dem Kontinent lebten. Dazu gehören auch Riesenkängurus und Beutellöwen. McCurry zufolge ist der Kiefer nicht der bedeutendste fossile Diprotodon-Fund. Doch dass er so vollständig ist, sei selten, betonte der Wissenschafter. Das Fundstück stammt demnach von einem Jungtier der pflanzenfressenden Riesen.

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Britischer US-Botschafter nennt Trump-Regierung „unfähig“

Kim Darroch ist seit Januar 2016 britischer Botschafter in den USA
Quelle: pa/empics/Niall Carson

In internen Einschätzungen findet der britische Botschafter in den USA deutliche Worte für die Administration von Präsident Donald Trump. Sie sei „inkompetent“ und „unfähig“, die Präsidentschaft werde „schmachvoll enden“.

DIE WELT

Der britische Botschafter in den Vereinigten Staaten hat US-Präsident Donald Trump und dessen Regierung einem Pressebericht zufolge in vertraulichen Berichten als „inkompetent“ und „unfähig“ bezeichnet. Wie die britische Zeitung „Mail on Sunday“ berichtete, erklärte der Diplomat Kim Darroch in geheimen Briefings an das Außenministerium in London, dass die Trump-Präsidentschaft „abstürzen“ und „schmachvoll enden“ werde. 

In einer internen Einschätzung von 2017 schreibt Darroch demnach: „Vom jetzigen Standpunkt aus gesehen glauben wir wirklich nicht, dass diese Regierung wesentlich normaler, weniger dysfunktional, weniger unvorhersehbar, weniger gespalten, weniger diplomatisch ungeschickt und unfähig werden wird.“ In Bezug auf Trump erklärte er: „Für einen Mann, der in das höchste Amt des Planeten aufgestiegen ist, strahlt Präsident Trump Unsicherheit aus.“

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Der türkischen Lira droht neues Ungemach

Turkish President Tayyip Erdogan, accompanied by his wife Emine Erdogan, greets supporters during a rally to mark the 563rd anniversary of the conquest of the city by Ottoman Turks, in Istanbul, Turkey, May 29, 2016. REUTERS/Murad Sezer TPX IMAGES OF THE DAY – S1BETGWVBMAB

Mit der Entlassung des Zentralbankchefs will der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan eine lockerere Geldpolitik erzwingen und damit die Wirtschaft ankurbeln. Der Schuss dürfte nach hinten losgehen.

Volker Pabst | Neue Zürcher Zeitung

Dass Recep Tayyip Erdogan nach der schmachvollen Niederlage bei der Wiederholungswahl in Istanbul auf einigen hohen Posten Neubesetzungen vornimmt, war erwartet worden. Auf die Zentralbank hätten dabei aber die Wenigsten gesetzt. Doch am Samstagmorgen entliess der türkische Präsident per Erlass den Obersten Währungshüter des Landes, Zentralbankchef Murat Cetinkaya. Nachfolger wird sein bisheriger Stellvertreter Murat Uysal. Cetinkayas vierjährige Amtszeit hätte noch bis 2020 gedauert.

Streit um Zinspolitik

Gründe für den Schritt wurden im Präsidialdekret keine genannt, doch dürften sie im Streit über die Zinspolitik liegen. Laut unterschiedlichen Medienberichten spitzte sich der Konflikt zwischen Erdogan und Cetinkaya zu, nachdem die Zentralbank bei ihrem letzten geldpolitischen Treffen im Juni den Leitzins erneut unverändert auf 24% belassen hatte. Der Präsident und Finanzminister Albayarak, Erdogans Schwiegersohn, hätten demnach Cetinkaya zum Rücktritt aufgefordert – doch dieser lehnte ab.

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Initiative „Maria 2.0“ setzt Protest mit großer Kundgebung fort

Mit einer großen Kundgebung in Münster hat die Fraueninitiative „Maria 2.0“ am Samstag ihren Protest für mehr Beteiligung und Rechte in der katholischen Kirchen fortgesetzt.

evangelisch.de

Etwa tausend Frauen und Männer zogen durch die Innenstadt zum Sitz von Bischof Felix Genn und skandierten „Wir sind Kirche, wir sind hier, gleichberechtigt, Amen“. Zu der Kundgebung unter der Überschrift „Viva Maria. Erneuert unsere Kirche“ hatte auch die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) aufgerufen.

Rednerinnen und Redner betonten, Reformen in der katholischen Kirche seien längst überfällig. Es sei nicht nachzuvollziehen, warum Frauen keinen Zugang zu den Weiheämtern hätten, sagte Andrea Qualbrink, Referentin für Strategie und Entwicklung im Bistum Essen.

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Wie Facebook und Co unser Handeln steuern

Viele Handy-Apps arbeiten mit dem Belohnungsprinzip.Foto: Robert Günther/dpa

Unternehmen wenden Strategien aus der Verhaltensforschung an, um Nutzer am Bildschirm zu halten. Drei Bedingungen müssen erfüllt sein, sagt ein Psychologe.

Von Christian Honey | DER TAGESSPIEGEL

Das Verhalten des Menschen mit Technologie zum Guten hin zu steuern, war ein Traum des amerikanischen Verhaltensforschers B. F. Skinner. Schon in den 1930er Jahren hatte der Harvard-Psychologe seine „Skinner-Box“ entwickelt, einen Trainingskäfig, in dem er Ratten und Tauben dazu brachte, einen Hebel zu drücken, wenn die Tiere einen bestimmten Reiz hörten oder sahen.

In verschiedenen Durchgängen lernten sie, was sie tun mussten, um eine Belohnung in Form von Futter zu bekommen. Diese Form der Verhaltenssteuerung – genannt operante Konditionierung – müsse man nur mit der nötigen Technologie auf Menschen anwenden, wenn die Menschheit ihrer Probleme Herr werden wolle, schwärmte Skinner schon im Jahr 1974: „Was wir brauchen, ist eine Technologie des Verhaltens.“

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USA wollen deutsche Bodentruppen für Anti-IS-Einsatz in Syrien

Themenbild. Bild: regensburg-digital.de

Deutschland ist an der Anti-IS-Koalition bisher mit «Tornado»-Aufklärungsflugzeugen, einem Tankflugzeug und Ausbildern im Irak beteiligt. Eigentlich sollte ihr Einsatz am 31. Oktober auslaufen. Der US-Sonderbeauftragte James Jeffrey bat die deutsche Regierung nun darum, die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) mit Ausbildern, Logistikern und technischen Hilfskräften der Bundeswehr zu unterstützen.

Neue Zürcher Zeitung

Die USA fordern deutsche Bodentruppen für den Einsatz gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) im Bürgerkriegsland Syrien. Der US-Sonderbeauftragte für Syrien und die Anti-IS-Koalition, James Jeffrey, hat die deutsche Regierung darum gebeten, die von Kurden angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) im Nordosten des Landes mit Ausbildern, Logistikern und technischen Hilfskräften der Bundeswehr zu unterstützen.

«Wir wollen von Deutschland Bodentruppen, um unsere Soldaten teilweise zu ersetzen», sagte Jeffrey der Nachrichtenagentur DPA und der «Welt am Sonntag». Die Antwort der Regierung erwartet er noch im Juli.

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Blutsaugende Fliegen vernichten die Brut von Darwins Finken

Der kleine Baumfink gehört zu den am stärksten von den Parasiten betroffenen Arten auf den Galapagosinseln. – (c) Michael Dvorak

Die Vögel, die Charles Darwin 1835 erstmals auf den Galapagosinseln beobachtete, werden von einem aggressiven Parasiten heimgesucht, der sie in kürzester Zeit ausrotten könnte – auch deshalb, weil sich die Blutsauger evolutionär schneller verändern als ihre Opfer.

Von Wolfgang Däuble | Die Presse.com

Die Fliege kommt, sobald die Küken geschlüpft sind: Sie legt ihre Eier in die Nasenlöcher der Neugeborenen, dort schlüpfen die Larven, die sogleich damit beginnen, den Neugeborenen das Blut aus den Schnäbeln zu saugen. Ab dem zweiten Larvenstadium wandern die Parasiten dann in den dicken, weichen Nestboden, aus dem sie nachts wieder hervorkriechen, um sich an der wehrlosen Vogelbrut zu laben – vergeblich steigen die winzigen Küken übereinander, um den schmerzhaften Stichen zu entgehen. Die Maden saugen sich an ihren Bäuchen fest und lassen nicht eher locker, bis sie sich vollgesogen haben.

„Alle Nester der siebzehn Arten von Darwinfinken sind betroffen“, schildert Sabine Tebbich, Evolutionsbiologin der Abteilung für Kognitionsbiologie der Uni Wien, die dramatische Lage auf den Galapagosinseln. „Die Anzahl der Larven ist extrem hoch, 70, 80 Larven haben wir pro Nest gezählt. Diese Parasiten werden bis zu zwei Zentimeter lang, ein Küken wiegt aber nur ein paar Gramm – das hat keine Chance.“

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Justizministerin Lambrecht: Enteignungen als „letztes Mittel“

Bild: tagesschau.de

Justizministerin Lambrecht hat sich in der Debatte um Enteignungen privater Wohnungsunternehmen zu Wort gemeldet. Nur als „letztes Mittel“ seien diese geboten – wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft seien.

tagesschau.de

In der Diskussion über steigende Mietpreise hält die neue Bundesjustizministerin Christine Lambrecht Enteignungen privater Wohnungsunternehmen unter bestimmten Voraussetzungen für angebracht.

„Die Enteignung ist eine Möglichkeit, die im Grundgesetz verankert ist. Ich glaube, dass sie immer die Ultima Ratio – das letzte Mittel – sein muss“, sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Deswegen loten wir alle Möglichkeiten aus, um die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt zu verbessern.“ Nur wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft seien, könnten Enteignungen das richtige Mittel sein.

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Einsatzleiter der „Alan Kurdi“: „Italien konterkariert internationales Recht“

An Bord der „Alan Kurdi“: „Italien konterkariert internationales Recht“ Video: FAZ.NET

Im F.A.Z.-Interview kritisiert der Einsatzleiter auf dem Rettungsschiff „Alan Kurdi“ vor Lampedusa die Regierungen in Rom und Valletta scharf. Es sei schwierig, jemanden zu finden, der „Verantwortung für Menschen in Not“ übernehmen wolle.

Von Julia Anton | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Gorden Isler ist Vorsitzender der Hilfsorganisation Sea-Eye und Einsatzleiter auf der „Alan Kurdi“, die am Freitag vor Libyen 65 Flüchtlinge aufgenommen hat. Das Schiff liegt derzeit ungefähr 13 Meilen vor der italienischen Insel Lampedusa, die Einfahrt in die 12-Meilen-Zone wurde dem Schiff von der italienischen Regierung ausdrücklich verboten. Derzeit sei das Wetter auf See gut und die Situation an Bord „stabil“, sagt Isler im Interview mit unserer Reporterin Julia Anton, die als einzige deutsche Journalistin auf der „Alan Kurdi“ ist. „Akut gibt es keine Notsituation und keine großen medizinischen Probleme.“ Aber es gebe 39 minderjährige Flüchtlinge an Bord, die besonders schutzbedürftig seien. Deshalb sei es wichtig, dass es „möglichst schnell zu einer einvernehmlichen europäischen Lösung“ komme.

Isler macht der Rettungsleitstelle in der libyschen Hauptstadt Tripolis schwere Vorwürfe. Sie sei nicht in der Lage, ihre Verantwortung wahrzunehmen. So sei die Rettungsleitstelle nach der Aufnahme der Flüchtlinge am Freitag fünf Stunden nicht für die „Alan Kurdi“ ansprechbar gewesen, so Isler. Auch die Regierungen in Rom und in Valletta kritisiert er im F.A.Z.-Interview scharf. So habe die „Alan Kurdi“ nicht nur in Rom um Unterstützung gebeten, sondern auch in der maltesischen Hauptstadt, die ebenfalls nicht weit entfernt liegt. „Wir sind jetzt also in einem Dreieck, wo es schwierig ist, jemanden zu finden, der sich für Menschen in Not verantwortlich fühlt“, sagt Isler.

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Bangladesch: Nur der Mensch belügt sich selber

Auf der Abdul Hamid Road in Pabna gehen sich zwei Verkehrsteilnehmer an der Kragen. Foto: Gilbert Kolonko

In Bangladesch ist der eigentliche Wahnsinn nicht in der größten Nervenheilanstalt des Landes zu Haus. Eher am ersten Atomkraftwerks Bangladeschs

Gilbert Kolonko | TELEPOLIS

Es kokelt und lärmt am staubigen Abschnitt der Sadarghat-Road in Dhaka – der schwarze Buriganga-Fluss ist nur zu riechen. In gespieltem Ernst ringen zwei Arbeiter an einem Teestand miteinander, während andere Teetrinker sie anfeuern. Mit einer geschickten Drehung reißt sich der kleinere von seinem Gegner los, springt zwei Schritte zurück, streckt die Brust vor und ruft mit ausgestrecktem Zeigefinger: „Du bist verrückt (bhabna). Geh nach Pabna!“

Obwohl der Satz in Bangladesch täglich tausende Male ausgesprochen wird, brechen die Teetrinker in herzhaftes Lachen aus – anschließend ist jeder von ihnen wieder ein Teil des Gewimmels aus beladenden Rikschas und Lastenträgern, die sich zwischen brennenden Müllhaufen und Fabrikabgasen für zwei bis drei Dollar am Tag verdingen.

160 Kilometer südwestlich der 20 Millionen Einwohner-Metropole Dhaka stehe ich inmitten eines begrünten Geländes vor einem Ziegelsteingebäude. Es herrscht himmlische Ruhe, Männer und Frauen spazieren plaudernd in kleinen Gruppen herum. Nur drei Kilometer entfernt im Zentrum der Kleinstadt Pabna tobt der Wahnsinn auf der Abdul Hamid Road. Fußgänger, Autos, Motorräder und Rikschas schieben sich schreiend, hupend oder klingelnd Stück für Stück voran.

Dass sich die verschiedenen Verkehrsteilnehmer nur ab und zu an den Kragen gehen, grenzt an ein Wunder. An den Straßenrändern ist gefühlt jedes dritte Geschäft eine Apotheke. In einer der offenen Betonboxen sitzt der 28-jährige Ashit und gibt beinahe im Sekundentakt allerhand Pillen an seine Kunden aus. Auf die Frage, warum er sich das antue, täglich zehn Stunden in diesem Lärm zu sitzen, schreit er freudig: „Weil ich im Monat knapp 100.000 Taka (ca.1.100 Euro) Gewinn mache.“ Bei einem Textilarbeiter-Durchschnittslohn von umgerechnet 60 Dollar im Monat ist das mehr als ordentlich. Den Gedanken, dass Ashit in ein paar Jahren wohl sein eigener bester Kunde sein wird, behalte ich für mich.

„Vom Kopf her sehr robust“

Eigentlich sollte der Wahnsinn im Backsteingebäude selbst zu Hause sein, schließlich beherbergt es die größte Nervenheilanstalt Bangladeschs. Doch in den Gängen des Gebäudes treffe ich auf entspannte Menschen. „Wir behandeln aktuell 401 Patienten stationär, vorwiegend wegen Schizophrenie“, sagt der Superintendent der Klinik Susanto Kumar in seinem geräumigen Büro. Sein Kollege Doktor Munnaf ergänzt: „Die meisten Patienten behandeln wir jedoch ambulant.“ Bis zu einem Prozent der Menschen trügen die psychische Erkrankung Schizophrenie in sich, doch ob sie ausbreche, liege oft an äußeren Einflüssen.

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Friedrich Merz: „Ich hätte längst einen Bundestagsvize der AfD gewählt“

Der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz hat sich für einen unaufgeregten Umgang mit der AfD ausgesprochen. Die Partei vom Kirchentag auszuschließen, hält er für falsch – nicht jedoch das von der CDU verhängte Kooperationsverbot.

DIE WELT

Der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz (CDU) hat den kategorischen Ausschluss der AfD von bestimmten Ämtern und Veranstaltungen kritisiert. „Ich hätte auch längst im Deutschen Bundestag einen Vizepräsidenten der AfD gewählt“, sagte er der Dresdner „Morgenpost am Sonntag“.

Die Partei ist bisher in allen Wahlgängen damit gescheitert, einen Vizepräsidentenposten zu besetzen. Merz kritisierte auch die Entscheidung der Evangelischen Kirche, beim Kirchentag in Dortmund die AfD nicht zu Podiumsdiskussionen einzuladen. „Man hätte ja bestimmte Personen ausschließen können, aber nicht die ganze Partei.“

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Unesco erkennt Montanregion Erzgebirge als Weltkulturerbe an

Landschaft bei Olbernhau, Sachsen – die Stätte erhält das Unesco-Siegel und gilt fortan als Weltkulturerbe. (Bild: Imago)

Nach 20 Jahren auf der Vorschlagsliste für den Titel ist die Montanregion Erzgebirge von der Unesco als Weltkulturerbe anerkannt worden. Die Sitzung des Uno-Komitees findet in diesem Jahr in Aserbaidschan statt.

Neue Zürcher Zeitung

Die Unesco hat die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří als Weltkulturerbe anerkannt. Das Komitee nahm das historische Bergbaugebiet in Sachsen und Böhmen in Tschechien am Samstag auf seiner Sitzung in Aserbaidschan in die Liste schützenswerten Erbes der Welt auf.

Diese von den beiden Ländern nominierte Stätte sei von universellem Wert. Delegierte sprachen von einem «Meisterwerk menschlicher Kreativität». Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer dankte für die Anerkennung. Das Projekt sei ein Beispiel für internationale Zusammenarbeit.

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LightSail 2 Sends Back 1st Signals from Its Solar-Surfing Test Flight

Artist’s concept of LightSail 2 above Earth. (Image: © Josh Spradling/The Planetary Society)

The little craft launched atop SpaceX’s Falcon Heavy rocket late last month.

By Doris Elin Salazar | SPACE.com

The roughly 11-lb. (5 kilograms) cubesat is designed to prove that solar sailing is a feasible way of keeping satellites moving. Fuel is a costly and heavy commodity, and if LightSail 2 can prove that the solar-powered technique works well, perhaps future missions into the deep reaches of the solar system and beyond can be propelled by photons, or particles of light released by the sun.

The project launched into space last week (June 25) from the Kennedy Space Center in Florida aboard a SpaceX Falcon Heavy megarocket. On Tuesday (July 2), the bread-loaf-size LightSail 2 experiment left Prox-1, its carrier vehicle. LightSail 2 will ultimately open up its ultrathin four-panel sail to achieve a surface area about the size of a boxing ring.

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Italien liefert sich erneut Kampf mit Hilfsorganisationen um Aufnahme von Bootsflüchtlingen

Themenbild. dpa

Zwei Schiffe mit Bootsflüchtlingen warten bislang vergeblich auf einen sicheren Hafen, in dem sie die vor der libyschen Küste Geretteten an Land bringen können. Ein Boot der italienischen Küstenwache habe dem deutschen Schiff „Alan Kurdi“ der Regensburger Hilfsorganisation Sea-Eye persönlich ein Dokument mit dem Verbot zugestellt, in italienische Gewässer einzufahren, teilte der italienische Innenminister Matteo Salvini am Samstag über Twitter mit.

evangelisch.de

„Wir lassen uns von einem Innenminister nicht einschüchtern, sondern steuern den nächsten sicheren Hafen an“, begründete Sea-Eye die Entscheidung der „Alan Kurdi“, mit 65 geretteten Migranten Lampedusa anzufahren. Die Insel sei der am nächsten gelegene europäische Hafen. Dort könnten die Geretteten schließlich an einen sicheren Ort gebracht werden, denn so verlange es das internationale Recht, teilte Sea-Eye-Sprecher Gorden Isler mit.

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Erdoğan setzt Notenbankchef ab

Bild: Magazin „The Economist“

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan hat den türkischen Notenbankchef Murat Çetinkaya heute Nacht mit einem Dekret des Amtes enthoben. Wie heute früh bekannt gegeben wurde übernimmt sein bisheriger Stellvertreter Murat Uysal die Geschäfte.

Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Offiziell werden in der im türkischen Amtsblatt verkündeten Entscheidung keine Gründe für die Absetzung genannt. Inoffiziell kommt dafür vor allem die unterschiedliche Meinung zur Zinspolitik infrage, die Erdoğan und Çetinkaya schon seit längerer Zeit trennt. Wegen eines Wertverfalls der türkischen Währung hatte Çetinkaya die Zinsen im September 2018 um 6,25 Prozentpunkte auf 24 Prozent erhöht. Dadurch hat das Land jetzt den höchsten Leitzins nach Argentinien.

Inflation ging zwischen dem Oktober 2018 und dem Juni 2018 von 25 auf 15,7 Prozent zurück

Seine wirtschaftlichen Perspektiven gelten allerdings nicht als rosig: Im Juni stufte die Ratingagentur Moody’s die Türkei vom Ramschlevel Ba3 auf das noch negativere Ramschlevel B1 herab. Begründet wurden diese Herabstufung und die gleichzeitig diagnostizierte negative Aussicht mit einem schwindenden „Vertrauen, dass die Türkei weiter die hohen Geldsummen anlocken kann, die für die Zahlung von Schulden und die Aufrechterhaltung des Wachstums nötig sind“ und mit der „Befürchtung, dass das Risiko einer Zahlungsbilanzkrise und damit das Risiko einer Pleite weiter zunimmt“.

Als die türkische Inflationsrate in der Zeit zwischen dem Oktober 2018 und dem Juni 2018 von 25 auf 15,7 Prozent zurückging, geißelte der Staatspräsident den seiner Ansicht nach nun zu hohen Leitzins als „Mutter“ der Rezession und der Arbeitslosigkeit und verlangte öffentlich eine Senkung. Der seit 2016 amtierende Çetinkaya, der dessen Amtszeit regulär erst 2020 abgelaufen wäre, weigerte sich, dieser Aufforderung nachzukommen. Einen freiwilligen Rücktritt, der ihm Medienberichten nach von Erdoğan und dem türkischen Finanzminister und Erdoğan-Schwiegersohn Berat Albayrak nahe gelegt wurde, lehnte er ab.

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Müssen Diakonie-Mitarbeitervertreter Kirchenmitglieder sein?

Die Evangelische Landeskirche in Württemberg prüft, ob Mitarbeiter der Diakonie auch ohne Kirchenmitgliedschaft Mitarbeitervertreter werden können. Bislang müssen sie einer Kirche der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) angehören.

evangelisch.de

Bei der Sommertagung der Landessynode wurde am Samstag in Stuttgart ein Gesetzentwurf des Gesprächskreises „Offenen Kirche“ vorgestellt, der diese Regelung streicht.

Der Synodale Peter Reif wies darauf hin, dass die Diakonie zunehmend auf andersgläubige Bewerber angewiesen sei. Es führe zu einem „Glaubwürdigkeitsproblem“, wenn diese Menschen zwar in die Dienstgemeinschaft aufgenommen werden, aber nicht in die Interessenvertretung gewählt werden können. Im vergangenen Jahr hätten nur noch sieben der zwanzig Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) an der ACK-Klausel festgehalten.