Falscher Arzt, echter Mörder: Jean-Claude Romand geht ins Kloster


Ein Vierteljahrhundert saß er hinter Gittern – wegen fünffachen Mordes. Jetzt will Jean-Claude Romand ins Kloster. Und der Abt von Fontgombault hat nichts dagegen. Es wäre nicht das erste Mal, dass seine Klostermauern einen Mörder beherbergen. Doch es gibt scharfe Kritik.

Von Cornelius Stiegemann | katholisch.de

Alles begann mit einer kleinen Notlüge. Ja, auch die Geschichte eines der entsetzlichsten Mordfälle der jüngeren Geschichte Frankreichs. Jean-Claude Romand war nämlich durchgefallen. Er hatte die wichtige Prüfung im zweiten Semester einfach nicht geschafft. Doch seine Eltern setzten große Hoffnungen in das Medizinstudium ihres Sohnes. Da log er. Natürlich habe er bestanden. Selbstverständlich könne er sein Studium ohne Probleme fortsetzen.

Das konnte er aber nicht. Denn ohne diese Prüfung absolviert zu haben, konnte er nicht weiterstudieren. Konnte er kein Arzt werden. Deshalb meldete sich Romand im nächsten Jahr noch einmal für die gleiche Prüfung an. Doch er ging nie hin. Im darauffolgenden Jahr wieder. Und wieder erschien er nicht zur Klausur. Das wiederholte sich von da an Jahr für Jahr. Wenn man ihn allerdings fragte, schilderte er eine Studienlaufbahn aus dem Bilderbuch.

weiterlesen