Vom Aussterben der Zeitungen


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Lässt sich der Zug zur Zeitungsflatrate noch aufhalten?

Werner Zillig | TELEPOLIS

Demnächst wird ein Buch mit dem Titel „2084. Orwells Albtraum“ erscheinen, herausgegeben von Rainer Schorm und Jörg Weigand. Es wird der Versuch von deutschen Science-Fiction-Autoren sein, durch „Zukunftsgeschichten“ in eine ferne, aber nicht mehr so ferne Zeit zu schauen. Die Autoren sehen da Böses, Heiteres und allerlei Skurriles. Wie das halt so ist beim Blick in die Glaskugel.

Bei der Geschichte, die ich beigesteuert habe, steht am Anfang eine Rückschau aus dem Jahr 2084: Das wichtigste Anzeichen für das Herannahen der großen gesellschaftlichen Katastrophe in Deutschland sei gewesen: dass seinerzeit die großen Zeitungen alle verschwunden seien. „Die kleinen Zeitungen natürlich sowieso. Die Zeit, die Frankfurter Allgemeine, die Süddeutsche, der Spiegel – innerhalb von zwei Jahren hat es sie nicht mehr gegeben. Anrührend war der Versuch von Spiegel und Süddeutscher Zeitung, ihre Redaktionen in Berlin zusammenzulegen.“ Dieser Versuch ist dann selbstverständlich misslungen. Die Lage war für die Zeitungen schon aussichtslos geworden.

Nun sind für solche Geschichten dystopische Entwürfe natürlich allemal interessanter als fröhliche, positiv gestimmte, und so ganz ernsthaft ist das ja vielleicht nicht gemeint, wird sich so mancher denken. In diesem Sinne könnte ich jetzt sagen: „Keine Sorge! So wird’s nicht kommen! Ist nur eine Geschichte.“ Auf der anderen Seite: Wenn ich so etwas schreibe, ist das nie um des Effekts willen aus den Fingern gesogen. Es steht eine ernsthafte Sorge dahinter. Eine Sorge, die sich genauer ausformulieren und begründen lässt.

Wo liegen heute die Anzeichen, dass an dieser Phantasie etwas dran sein könnte? Was könnte ein solches Aussterben der klassischen Zeitungen bewirken?

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