Evangelische Kirche will kein eigenes Rettungsboot

Heinrich Bedford-Strohm (2011). Presseabteilung der Evang.-Luth. Kirche in Bayern. bearb. bb

Die Evangelische Kirche reagiert zurückhaltend auf Forderungen nach Anschaffung eines kirchlichen Rettungsschiffes für Flüchtlinge im Mittelmeer. Vielmehr strebe man ein breites gesellschaftliches Bündnis für den Erwerb eines Schiffes an.

DOMRADIO.DE

„Es wäre nicht sinnvoll, als EKD ein eigenes Schiff zu kaufen“. Das sagte der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Dienstag). „Die Kirche ist weder eine Reederei noch eine Rettungs-NGO.“

Auf dem Evangelischen Kirchentag in Dortmund hatten die Teilnehmer eine Resolution verabschiedet, wonach die EKD selbst ein Rettungsschiff ins Mittelmeer schicken solle. Es genüge nicht mehr, die Arbeit der Nichtregierungsorganisationen bei der Seenotrettung finanziell zu unterstützen.

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Die Gefahr heftiger Erdbeben in Istanbul ist gross – unterseeische Messungen bestätigen das jetzt

Aufgrund der Nordanatolischen Verwerfung ist die Megastadt Istanbul von schweren Erdbeben bedroht. (Bild: Konevi/Pixabay)

Direkte Messdaten zur tektonischen Verschiebung im Meer vor Istanbul fehlten bis anhin. Sie helfen jetzt, die Bedrohung durch Erdstösse realistisch einzuschätzen.

Sven Titz | Neue Zürcher Zeitung

Dass die Metropole am Bosporus von Erdbeben bedroht ist, wissen die Einwohner schon lange. Die Gefahr geht von der Nordanatolischen Verwerfung aus, Wissenschafter warnen immer wieder davor. Es gibt auch schon Schätzungen, wie gross das nächste schwere Erdbeben werden könnte: Man rechnet mit einer Magnitude von mehr als 7,0 und Tausenden Todesopfern. Die Schätzungen hatten bis anhin aber ein Manko: Sie beruhten auf Messungen an Land und mit Satelliten. Doch die Verwerfung zieht sich südlich der Stadt unter dem Marmarameer hindurch, was die direkte Überwachung erschwert.

Jetzt hat ein Team um Dietrich Lange und Heidrun Kopp vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel zusätzlich Daten vom Meeresgrund ausgewertet. Demnach hat sich dort seit dem letzten schweren Beben im Jahr 1766 viel Spannung aufgebaut. Sie ist gross genug, um künftig Erschütterungen der Magnitude 7,1 bis 7,4 hervorzurufen, wie die Forscher im Wissenschaftsmagazin «Nature Communications» berichten.

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Bremischer Staatskirchenfilz konkret: Abgeordnete gehen vor der Bürgerschaftssitzung beten

Landtagsabgeordnete verlassen nach dem ökumenischen Gottesdienst die Liebfrauenkirche. Foto: © Herbert Thomsen
Landtagsabgeordnete verlassen nach dem ökumenischen Gottesdienst die Liebfrauenkirche. Foto: © Herbert Thomsen

„Die Kirchen und Religionsgesellschaften sind vom Staate getrennt.“ So lautet Artikel 59 Satz 1 der Bremischen Landesverfassung. Die Realität ist eine andere.

Von Herbert Thomsen | hpd.de

Am 3. Juli trat das Landesparlament zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen und ca. eine Stunde zuvor fand der ökumenische Gottesdienst „An ge dacht“ um 8:45 Uhr in der „Liebfrauenkirche“, 100 Meter vom Landtag entfernt, statt.

In der Einladung ist vermerkt, dass Andachten zukünftig vor jeder Bürgerschaftswoche einmal im Monat stattfinden werden.

Die Einladung an alle Bürgerschaftsabgeordneten stammt von Pastorin Jeanette Querfurth und ging per Mail an die bis zum 3. Juli amtierende Bürgerschaftspräsidentin Antje Grotheer (SPD) mit der Bitte um Weiterleitung.

Diese wiederum verschickte die Einladung an alle Abgeordneten unabhängig von der Kenntnis ihrer Religionszugehörigkeit.

Zur Verdeutlichung: Die Bürgerschaftspräsidentin, oberste Repräsentantin des Bremischen Staates, verschickt die Einladung der „vom Staate getrennten Kirchen“ an die gewählten Abgeordneten, die wiederum die zentrale politische Instanz sind. Trennung von Staat und Kirche? Hier wird deutlich, dass davon nicht die Rede sein kann.

Wer ist Jeanette Querfurth und welches Ziel hat diese Einladung?

Jeanette Querfurt ist Beauftragte der Bremischen Evangelischen Kirche (BEK). Ihre Pastorenstelle teilt sich auf in die kirchliche Lobbyarbeit zur Beeinflussung der Parlamentsmitglieder (Kontakte zu Bürgerschaft und Senat) und die Organisation der Übertragungen von Andachten und Predigten der Bremischen Evangelischen Kirche im öffentlich-rechtlichen Rundfunk (Radio Bremen).

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MH17: Spektakuläre Geheimdienstaktion

In Medien kursierendes Bild des Entführten nach der Verschleppung.

Ukraine will MH17-Ermittlungen beeinflussen und verschleppt gewaltsam einen „Live-Zeugen“ aus der „Volksrepublik Donetsk“ in die Ukraine

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Am 27. Juni verschleppte eine Spezialeinheit Vladimir (Volodymyr) Tsemakh aus seiner Wohnung in Snizhne in der „Volksrepublik Donetsk“. Er wurde in die Ukraine geschmuggelt und dann am 29. Juni vor ein Gericht in Kiew gestellt, das eine Haft von bis zu zwei Monaten genehmigte. Er wird beschuldigt, eine Terrororganisation gegründet zu haben, worauf Gefängnisstrafen zwischen 8 und 15 Jahren stehen. Der ukrainische Geheimdienst sieht in ihm einen wichtigen Zeugen für den Abschuss der MH17.

Schon als die Separatisten noch mehr oder weniger friedlich ähnlich wie die Maidan-Aktivisten agierten und Häuser besetzten, wurden sie von der neuen Regierung damals sofort als Terroristen bezeichnet, was den Einsatz von Militär in der „Antiterroroperation“ gestattete. Tsemakh soll im Sommer 2014 der Leiter der Luftabwehr in der Region um Snizhne gewesen sein. Hier soll das Buk-System abgeladen worden und dann nach Pervomaiskyi weitergefahren sein, von wo aus die MH17 nach dem JIT abgeschossen wurde.

Am 15. Juli beispielsweise hatte ein ukrainisches Kampfflugzeuges angegriffen und mit Raketen Wohngebäude zerstört, dabei wurden 11 Menschen getötet und 8 verletzt. Zuvor war ein militärisches Transportflugzeug auf großer Höhe abgeschossen worden – was kein Grund für Kiew war, den Luftraum zu sperren. Von ukrainischer Seite wurde behauptet, diese sei von Russland aus abgeschossen worden. Den Luftangriff auf Snizhne stritt Kiew nicht ab, sprach aber wie der Sprecher des Sicherheitsrats Andriy Lysenko von einem unbekannten Flugzeug, um das ukrainische Militär zu diskreditieren.

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Prozess gegen Schwester des saudischen Kronprinzen beginnt

Saudischer Prinzessin wird ab heute in Paris der Prozess gemacht – (c) Reuters

Ein Handwerker wirft Hassa bint Salman vor, ihn gezüchtigt, stundenlang festgehalten und gedemütigt zu haben. Die Prinzessin wird dem in Paris stattfindenden Verfahren vermutlich fernbleiben.

Die Presse.com

Er wurde geschlagen, beleidigt und musste die Füße einer Prinzessin küssen: Das führt ein Handwerker an, der heute in Paris gegen die Schwester des saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman vor Gericht zieht. Der Klage zufolge ließ Prinzessin Hassa bint Salman den Installateur züchtigen und stundenlang festhalten, dazu soll sie ihn persönlich gedemütigt haben. Die Prinzessin wird dem Verfahren vermutlich fernbleiben.

Auslöser der beklagten Gewalttat war nach Angaben des Klägers ein harmloses Foto: Der Installateur sollte im September 2016 Reparaturen in der luxuriösen Wohnung der Prinzessin in der Avenue Foch im Pariser Westen ausführen. Nach eigenen Angaben machte er ein Bild des Raums, in dem er arbeiten sollte – worauf ihm vorgeworfen wurde, er wolle Abzüge an die Presse verkaufen.

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Vatikan hebt Immunität von Papstbotschafter in Paris auf

Bild: ©KNA

Im März hatte die Staatsanwaltschaft die Aufhebung der Immunität des päpstlichen Nuntius in Paris beantragt, nun hat der Vatikan dieser Bitte entsprochen. Grund sind wohl die Ergebnisse der Ermittlungen wegen sexueller Übergriffe durch Erzbischof Luigi Ventura.

katholisch.de

Der Vatikan hat die diplomatische Immunität seines Botschafters in Frankreich aufgehoben. Das päpstliche Presseamt bestätigte am Montag entsprechende Meldungen, die französische Medien unter Berufung auf das Außenministerium in Paris verbreitet hatten. Vatikansprecher Alessandro Gisotti sagte, der Schritt stehe in Zusammenhang mit strafrechtlichen Ermittlungen gegen den Nuntius, Erzbischof Luigi Ventura. Dem 74-Jährigen werden sexuelle Übergriffe vorgeworfen.

Wie der Vatikan weiter bestätigte, teilte der Heilige Stuhl seine Entscheidung zur Aufhebung der Immunität vergangene Woche den französischen Behörden mit. Französische Medien berichteten, ein entsprechender Brief sei Ende vergangener Woche in Paris eingetroffen.

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Italien: Katholiken stehen klar hinter Salvini

Matteo Salvini mit Rosenkranz. Bild: © AP Photo / Luca Bruno/katholisch.de

Meinungsumfrage: Flüchtlingsansichten des Papstes haben in Italien nicht einmal bei den Katholiken viele Anhänger, berichtet „Spiegel Online“.

kath.net

Die Italienier und vor allem auch die Katholiken folgen in der Frage der Migration nicht dem Papst, sondern dem italienischen Innenminister Matteo Salvini. Dies berichtet „Spiegel Online“. Laut einer aktuellen Umfrage würden derzeit 36 Prozent der Wahlberechtigten Salvini und seine Lega wählen, mehr als je zuvor. In der Flüchtlingsfrage steht sogar eine absolute Mehrheit der Bürger hinter Salvini. Und auch bei den katholischen Wählern liegt der Lega-Boss laut dem Meinungsforschungsinstitut Euromedia Research ganz klar vorne.


Die Forderung von Papst Franziskus, den besonders bedrohten Migranten „sichere Korridore“ zu öffnen, damit diese nach Europa kommen können, finde laut der Meinungsumfrage auch unter den Katholiken kaum Anhänger.

Kein Problem haben die italienischen Gläubigen damit, dass sich Matteo Salvini ab und zu mit einem Rosenkranz zeigt.

Ein Kakadu als Tanztalent

Das ist „Snowball“ – der tanzende Kakadu. © Cell Press

Den Rhythmus im Blut: Der durch Youtube bekannt gewordene Kakadu „Snowball“ ist ein echtes Tanztalent. Der Papagei tanzt spontan zu unterschiedlichen Musikstücken und passt seine „Moves“ an Takt und Melodie an. Dabei zeigt der Vogel ein erstaunlich vielfältiges Bewegungsrepertoire, wie Forscher berichten. Dieses Verhalten zeugt von Kreativität und Musikalität – und ist im Tierreich äußerst selten.

scinexx

Uns Menschen ist der Sinn für Rhythmus und Musik angeboren. Doch auch andere Tiere zeigen ein gewisses Maß an Musikalität. So wippen Seelöwen im Takt, Katzen und Schimpansen haben Vorlieben für bestimmte Musikstile und manche Kakadus beherrschen sogar das Trommeln. Eines allerdings ist im Tierreich eine absolute Ausnahme: das spontane Tanzen zur Musik. Diese Art der Bewegung mit Beteiligung unterschiedlicher Körperteile und einer Vielfalt an „Moves“ galt lange Zeit als Domäne des Menschen – und ist noch nicht einmal von Affen bekannt.

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Kakadu „Snowball“ hat eine Vielzahl von Moves drauf.© Cell Press

Sachsens Landeswahlleiterin von Rechten bedroht

Carolin Schreck, Landeswahlleiterin in Sachsen.Foto: Daniel Schäfer/dpa

Der Wahlausschuss hatte die AfD-Landesliste wegen Formfehlers drastisch reduziert. Nun erntet Leiterin Carolin Schreck Hass von rechts. Die Polizei reagiert.

Frank Jansen | DER TAGESSPIEGEL

Sachsens Landeswahlleiterin Carolin Schreck wird nach der Entscheidung des Wahlausschusses, Teile der AfD-Liste nicht zur Landtagswahl zuzulassen, von Rechten bedroht. „Das gilt der Wahlleiterin wie auch ihrer Behörde“, sagte der Innenminister des Freistaats, Roland Wöller (CDU) am Montag in Dresden.

Schreck führt das Statistische Landesamt. Der Wahlausschuss hatte vergangene Woche die AfD-Landesliste wegen eines Formfehlers von 61 auf 18 Kandidaten reduziert. Schreck sei in den sozialen Netzwerken Hasskommentaren ausgesetzt, sagte Landespolizeipräsident Horst Kretzschmar. Der aktuelle Fall verdeutlicht die Notwendigkeit der schon länger geplanten Maßnahmen, die Wöller und Kretzschmar in der Staatskanzlei verkündeten.

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„NSU 2.0“: Die rechten Umtriebe hessischer Polizisten

Seit Dezember lässt Innenminister Peter Beuth verstärkt rechte Verdachtsfälle in der Polizei untersuchen Quelle: pa/dpa/Arne Dedert

Seit Drohbriefe mit der Unterschrift „NSU 2.0“ in Verbindung zu Polizisten gebracht wurden, geht man Hinweisen auf rechte Tendenzen genau nach. Die Gewerkschaft wehrt sich gegen den Vorwurf, die Polizei habe allgemein ein rechtes Problem.

Von Christina Brause | DIE WELT

Stephan Ernst war erst seit ein paar Tagen in Haft, da wurde Seda Basay-Yildiz erneut bedroht. Wieder waren die Schreiben, die die Anwältin aus Frankfurt am Main Ende Juni erhielt, mit „NSU 2.0“ unterzeichnet, dem Hinweis auf die Rechtsterroristen, die für zehn Morde verantwortlich gemacht werden.

Es gibt aktuell keinen Anhaltspunkt dafür, dass der Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) oder der dringend Tatverdächtige Stephan Ernst irgendetwas direkt mit den Drohschreiben zu tun haben könnten. Und doch fragt man sich, ob es purer Zufall ist, dass dies beides in Hessen passierte. Denn klar ist: Das Bundesland kommt seit einem Jahr nicht zur Ruhe. Immer wieder schreckten rechte und rechtsextreme Vorfälle das Land auf.

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Graphen aus Kohlendioxid

CO2 (rot-schwarz) und Wasserstoff (grau) reagieren auf einer Kupfer-Palladium-Oberfläche katalytisch zum Technologiematerial Graphen (schwarz). © E. Moreno-Pineda/ KIT

Doppelter Nutzen: Forscher haben eine Methode entwickelt, durch die Kohlendioxid in das begehrte Wundermaterial Graphen umgewandelt werden kann. Entscheidend dafür ist ein Katalysator aus Kupfer und Palladium, der die einschrittige Reaktion des CO2 zum Kohlenstoffnetz fördert. Diese Methode könnte dazu beitragen, das Treibhausgas CO2 künftig chemisch zu nutzen, statt es ungenutzt freizusetzen.

scinexx

Weltweit suchen Forscher zurzeit nach Methoden, mit denen sich das CO2 in Treibstoffe, Chemikalien-Rohstoffe oder andere nützliche Verbindungen umwandeln lässt. So scheidet eine Züricher Testanlage bereits CO2 und Wasser aus der Luft ab und wandelt es in Synthesegas um, schwarzes Nanogold könnte Methan aus CO2 produzieren und auch eine Bindung des Treibhausgases in Gestein oder die Umwandlung in Kohlenstoff wurden schon getestet.

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Mehr als 1.000 Fässer aus Gorlebener Atomlager abtransportiert

Themenbil. Bild: GNS Gorleben

Das Gorlebener Zwischenlager für schwach und mittelradioaktiven Atommüll ist teilweise leer geräumt worden.

evangelisch.de

1.241 Fässer, deren Lagergenehmigung bis Mitte Juni 2019 begrenzt war, seien termingerecht abtransportiert worden, teilte die bundeseigene Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) am Montag in Essen mit. Die Abfälle würden an anderen Standorten in neue Behälter gepackt, um sie für eine spätere Endlagerung im Schacht Konrad vorzubereiten. Das ehemalige Eisenbergwerk in Salzgitter wird zum Bundesendlager für schwach und mittelradioaktive Abfälle umgebaut.

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Religion in Konzentrationslagern — Glaube im Angesicht der Vernichtung

Der Appellplatz im ehemaligen Konzentrationslager Ravensbrück in Brandenburg. Dokumente zeigen, dass Gefangene heimlich ihren Glauben praktizierten. (picture alliance / arkivi )

Welcher Ort könnte wohl Gott ferner sein als ein Konzentrationslager? Und doch haben Gefangene auch in den Vernichtungs- und Gefängnislagern des Nationalsozialismus ihren Glauben praktiziert. Etwa mit Gebetsketten aus Brot oder Beeren.

Von Gunnar Lammert-Türk | Deutschlandfunk Kultur

Sabine Arend liest aus den Lebenserinnerungen von Katharina Katzenmaier, die im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück inhaftiert war:

„Die Marienmedaille hatte ich schon auf dem Transport in meine Zahnpastatube vom hinteren Ende her eingeschmuggelt und bei der scharfen Kontrolle zu Beginn, bei der im Mund, zwischen den Zehen, zwischen den Fingern, hinter den Ohren nachgesehen wurde, kam niemand auf die Idee, die Zahnpastatube zu kontrollieren.“

Mit Teilnehmern einer Tagung zum Thema „Religion in Nazilagern und –gefängnissen“ geht Arend über das Gelände, auf dem Katharina Katzenmaier um ihr Überleben kämpfte. Das Medaillon mit dem Marienbild half ihr dabei.

Rosenkranz aus gekautem Brot

Nur selten gelang das Einschmuggeln religiöser Gegenstände. Meistens wurden sie von den Insassen im Lager angefertigt. Die Gedenkstätte Ravensbrück bewahrt einige Zeugnisse davon, sagt Sabine Arend.

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California Nightmare

AKW Diablo Canyon. Bild: Doc Searles/ CC BY-SA-2.0

Die AKW Diablo Canyon und San Onofre befinden sich in den erdbebengefährdeten Gebieten und gehörden zu den gefährdetsten der Welt

Detlef zum Winkel | TELEPOLIS

Vor einem „apokalyptischen Horror“ warnt Harvey Wasserman, Solar- und Greenpeaceaktivist aus Columbus (Ohio), nach den beiden Erdbeben vom 5. und 6. Juli, die sich mit einer Stärke von 6,4 bzw 7,1 in Ridgecrest, etwa 200 km nördlich von Los Angeles, ereigneten.

Es geht um das Atomkraftwerk Diablo Canyon bei San Luis Obispo mit seinen beiden über 30 Jahre alten Druckwasserreaktoren. Genauso lange dauert auch der heftige Streit um das Erdbebenrisiko, dem das AKW in 50 km Entfernung vom berüchtigten San Andreas Graben ausgesetzt ist. Im Jahr 2016 sicherte die Pacific Gas and Electric (PG&E) als Betreiber zu, keine Verlängerung der bis 2024 bzw. 2025 laufenden Betriebsgenehmigungen zu beantragen. Die Umweltorganisation Friends of the Earth zeigte sich zufrieden. Das aktuelle Geschehen stellt diesen Kompromiss allerdings massiv in Frage.

Das zweite kalifornische AKW, San Onofre, ist den gleichen Gefahren ausgesetzt. Es wurde 2013 stillgelegt, weil es sich insgesamt in einem schlechten Zustand befand. Dort lagern allerdings immer noch an die 60 Stahlbehälter zu je 54 Tonnen mit Atommüll, idyllisch in Strandnähe platziert. Diablo Canyon und San Onofre gehören sicherlich zu den Top Ten der am meisten gefährdeten (zivilen) Nuklearanlagen der Welt.

Hätten sich die Beben von Ridgecrest 250 km weiter im Westen ereignet, schreibt Wasserman, wären zehn Millionen Menschen in Los Angeles möglicherweise von einer Strahlenwolke bedroht worden. Denn die beiden rissigen, versprödeten, nicht gewarteten, nicht versicherten und durch die Atomaufsicht nicht inspizierten Reaktoren von Diablo Canyon hätten ihnen kaum widerstehen können. Wasserman erinnert daran, dass Wartungsdefizite an Gas- und Elektrizitätsleitungen von PG&E bereits zu Bränden und Explosionen in Nordkalifornien geführt haben.

PG & E befindet sich in der Insolvenz und ist schon deshalb ungeeignet, zwei alternde Atomreaktoren abzuwickeln, die auf einer seismischen Gefahrenzone errichtet sind. Im näheren Umkreis um das Kraftwerk wurden mindestens ein Dutzend geologische Verwerfungslinien festgestellt, eine davon nur 5 km entfernt.

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Bringt ein Grab am Petersdom Licht in den Kriminalfall Orlandi? Engel und Dämonen im Vatikan

Vatikan. Bild: Pixaby, Selim Gecer.

Das Verschwinden der Schülerin Emanuela Orlandi vor 36 Jahren zählt zu den mysteriösesten Kriminalfällen Italiens. Ermittlungen auf dem deutschen Friedhof im Vatikan sollen Klarheit bringen. Am Donnerstag werden hier italienische Kriminaltechniker erwartet. 

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Es ist die Angst, die stumm macht. Im Vatikan ist der Reflex: lieber nichts sagen – weil jede Antwort weitere Fragen nach sich ziehen könnte, unabsehbare Konsequenzen. Auf dem Friedhof des Priesterkollegs beim Petersdom soll ein Grabmal geöffnet werden, um das Schicksal der vor 36 Jahren verschwundenen Vatikanbürgerin Emanuela Orlandi zu klären. Und unversehens hat sich über den Campo Santo Teutonico, den idyllischen Gottesacker mit Rhododendron, Akanthus und duftendem Oleander, kühl und bleiern das Schweigen gelegt.

Am Donnerstag werden hier italienische Kriminaltechniker erwartet. Ihr Ziel ist ein Grab zu Füßen eines Marmorengels, der mit traurig-mattem Blick und straff gegürtetem Gewand ein Blatt in Händen hält: Requiescat in pace. Ruhe in Frieden.

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Plastikmüll wird auch Haien zum Verhängnis

Diesem Makohai schneidet eine mit Seepocken bewachsene Plastikschnur ins Fleisch. © Daniel Cartamil

Gefährlicher Abfall: Auch für Haie und Rochen stellt Plastikmüll im Ozean eine ernsthafte Bedrohung dar. Wie eine Studie enthüllt, verfangen sich die großen Raubfische immer wieder in Schnüren, Netzen oder anderen Kunststoffteilen. Besonders gefährdet scheinen dabei Arten zu sein, die lange Strecken im offenen Meer zurücklegen. Zudem spielt offenbar die Körperform eine Rolle für das Risiko.

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Unser Plastikabfall vermüllt inzwischen die gesamte Meeresumwelt: Von der Arktis bis in die Südsee findet sich in allen Tiefenschichten des Ozeans Kunststoff. Für die dort lebenden Tiere stellt diese Vermüllung eine tödliche Gefahr dar. Immer wieder verenden Fische, Schildkröten, Vögel und andere Meeresbewohner, weil Kunststoffteile in ihrem Verdauungstrakt landen oder sie sich in Plastikschnüren verfangen.

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28 aktuelle Verdachtsfälle seit 2010: Bistum Speyer zieht Zwischenbilanz bei Missbrauchsaufarbeitung

In der vergangenen Woche hatten sich mehrere Bistümer zu den aktuellen Verdachtsfällen von Missbrauch geäußert. Nun hat auch das Bistum Speyer eine Zwischenbilanz gezogen, die nahelegt, sich nicht auf Priester als Täter zu fixieren.

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Für die Jahre 2010 bis heute haben die Missbrauchsbeauftragten des Bistums Speyer Hinweise auf 28 aktuelle Verdachtsfälle von sexuellem Missbrauch oder Grenzüberschreitungen erhalten. Bei fünf Fällen wurden Priester beschuldigt, bei den anderen ging es um ein Fehlverhalten von Erzieherinnen, Pflegern oder Ehrenamtlichen, wie das Bistum am Montag mitteilte. Diese Zahlen belegten, dass es keine „Fixierung auf Priester als Täter“ gebe.

Zuletzt hatte der Mannheimer Psychiater Harald Dreßing eine Studie veröffentlicht, wonach die Quote bei Missbrauchsvorwürfen gegen Priester auch in der jüngsten Zeit nicht gesunken sei. Das Erzbistum Köln und das Bistum Rottenburg-Stuttgart traten dieser Analyse vor einigen Tagen mit Verweis auf eigene Zahlen entgegen.

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