Zukunftslabor Lindau 2019: „Es reicht nicht, was bisher erreicht wurde“

Wolfgang Ketterle auf der Nobelpreisträgerung 2019 Bild: Christian Flemming

Die 69. Nobelpreisträgertagung am Bodensee war so kämpferisch aufgelegt wie selten. Für die Wissenschaft geht es ums Ganze: gegen Populismus und Demagogie. Physik, das Thema des Treffens, trat aber nur kurzzeitig in den Hintergrund, 580 Jungforscher aus 89 Ländern sorgten dafür, dass der Blick nach vorne ging.

Von Joachim Müller-Jung | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Man kann die Sippe, die seit nun fast siebzig Sommern Jahr für Jahr in einem Inseldorf am Bodensee zusammengetrommelt wird, als einen höchst ungewöhnlichen, höchst elitären Menschenstamm begreifen. Man kann es aber auch wie Brian Schmidt sehen. Er ist Australier, Physik-Nobelpreisträger von 2011, und er hat auf dieser 69. Lindauer Nobelpreistragung in einer faszinierenden Eröffnungsrede den „Stamm“ der Wissenschaftler aufgerufen, alles zu tun, den Rest der Gesellschaft wieder an das gemeinsame Lagerfeuer zurückzuholen – auch die Ignoranten, Andersmeinenden und vor allem die Demagogen und „politischen Kräfte, die unsere Welt zerstören wollen“.

Gut 580 ausgewählte junge Wissenschaftler aus sage und schreibe 89 Ländern (Rekord!) hörten ihm ehrfürchtig zu, und auch die 39 Nobelpreisträger in der Inselhalle hingen an Schmidts Lippen. Denn was der Kosmologe zu sagen hatte, der sich inzwischen auch als politischer Anwalt der aufgeklärten Welt versteht, hatte etwas von einer Ruckrede. „Wir müssen es irgendwie schaffen“, sagte Schmidt, zusammen mit allen eine Zukunft zu bauen, „in der man Wissenschaft und Evidenz wieder vertraut.“ Schon Bettina Gräfin Bernadotte, Gastgeberin des Laureatentreffens, gab in ihrer Rede dieser Sehnsucht eine Stimme. Den antiwissenschaftlichen Strömungen müsse etwas Überzeugendes entgegengesetzt werden. „Es reicht nicht, sich mit dem zufrieden zu geben, was erreicht ist“, sagte die Gräfin mit Blick auf die vielen Nachwuchstalente. Ja, die Zeiten sind ganze besondere.

weiterlesen

Marien-Prozession löst Waldbrand aus

Eigentlich wollte der Mann mit seinen selbstgebastelten Laternen nur die Gottesmutter ehren. Doch offenbar vergaß er, die Lampen nach der Prozession vollständig zu löschen. Und das Unglück nahm seinen Lauf.

katholisch.de

Eine Prozession im süditalienischen Aiello Calabro hat einen Waldbrand ausgelöst und zehn Hektar mediterranes Gehölz vernichtet. Wie die Online-Zeitung „Cosenza Post“ (Dienstag) meldete, hatte ein Mann für den traditionellen Bittgang zur Madonna delle Grazie im Kastell oberhalb des Dorfs selbstgefertigte Laternen aufgestellt, diese aber nach der abendlichen Zeremonie offenbar nicht vollständig gelöscht.

Der Brand rief dem Bericht zufolge die Feuerwehr, einen Hubschrauber der Region Kalabrien und zwei weitere Löschmannschaften auf den Plan. Laut dem Lokalsender CN24TV stellte die Forstpolizei zwei der Dosen sicher, die, mit brennbarer Flüssigkeit und Baumwolle gefüllt, als Fackeln gedient hatten. Gegen den 51-jährigen Verdächtigen wurde Anzeige wegen Brandstiftung erstattet.

weiterlesen

Russischer Wissenschaftler will mit CRISPR Kinder von angeborener Taubheit befreien

Denis Rebrikov beim Erklären seiner Methode. Screenshot

Denis Rebrikov hat bereits 5 Paare für sein Vorhaben des Genome Editing gefunden, als erster hatte der Chinese He Jiankui Ende 2018 die ersten genveränderten Kinder vorgestellt und weltweite Proteste ausgelöst

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Der russische Molekularbiologe Denis Rebrikov, der am Nationalen Medizinforschungsinstitut Kulakov für Geburtshilfe, Gynäkologie und Perinatologie ein Labor für Gene Editing leitet und an der Russischen Nationalen Medizinforschungsuniversität Pirogov in Moskau arbeitet, hatte gegenüber Nature Anfang Juni erklärt, er wolle mit der Genschere CRISPR veränderte Embryos, die gegen AIDS geschützt sind, herstellen und in den Uterus von Frauen einpflanzen. Damit würde er nach dem Chinesen He Jiankui der zweite Wissenschaftler werden, der mit dieser Technik an Menschen experimentiert.

He Jiankui hatte im November des letzten Jahres bekannt gegeben, dass zwei Mädchen geboren wurden, bei denen er mit CRISPR das Gen CCR5 verändert hat, um sie gegen HIV immun zu machen (Erste Kinder angeblich geboren, die mit Gene Editing behandelt wurden). Nach der Bekanntgabe gab es einen großen Aufschrei, unklar blieb, wie weit seine Forschung von Behörden bzw. der Universität gedeckt war (Hat He wirklich eigenmächtig gehandelt?, China auf der Überholspur bei klinischen Versuchen mit neuer Gentherapie?). Man distanzierte sich jedenfalls schnell von ihm, er soll sich seitdem in Hausarrest befinden (Der chinesische Gene-Editing-Tabubrecher ist untergetaucht oder isoliert worden).

Die chinesische Regierung will die Forschung am Menschen gesetzlich regulieren, das wurde zumindest angekündigt, einige Regulierungen sind bereits erlassen worden. Aber seitdem herrscht Schweigen. He hatte erklärt, dass noch eine weitere Frau mit einem genveränderten Kind schwanger sei, der Mediziner William Hurlbut von der Stanford University, der in regelmäßigen Kontakt mit He gestanden haben will, bestätigte dies. Ob es wirklich im November in den Uterus eingepflanzt wurde, ob es bereits geboren wurde oder die Geburt kurz bevorsteht, ist nicht bekannt, die chinesische Regierung schweigt, will vielleicht nicht erneut deswegen Aufsehen und Ablehnung erregen. Spekuliert wird, ob der Eingriff auch die kognitiven Fähigkeiten der Mädchen optimiert haben könnte.

weiterlesen

Zensieren Trump-Behörden ihre Forscher?

US-Behörden behindern offenbar zunehmend das Publikmachen von Studienergebnissen zum Klimawandel und seinen Folgen © Eric Falco/ iStock

Maulkorb für Forscher: Die klimaskeptische Haltung der US-Regierung beeinflusst inzwischen auch die Wissenschaftskommunikation, wie Berichte nahelegen. Demnach haben mehrere US-Behörden aktiv Pressemitteilungen zu Klimawandel-Studien eigener Forscher unterdrückt oder verändert. Zwar werden die wissenschaftlichen Studien weiterhin durchgeführt, ohne Pressemitteilungen aber erhalten sie weniger Aufmerksamkeit.

scinexx

Dass US-Präsident Donald Trump wenig mit Klimawandel und Klimaschutz anzufangen weiß, ist spätestens nach seiner Aufkündigung des Pariser Klimaabkommens offensichtlich. Zudem hat er seit seinem Regierungsantritt im Januar 2017 leitende Positionen im Umwelt- und Landwirtschaftsministerium, sowie in weiteren Behörden mit eher industriefreundlichen, klimaskeptischen Personen besetzt.

weiterlesen

Islamischer Religionsunterricht: Umstrittenes Stiftungsmodell vor dem Start

Das umstrittene Stiftungsmodell zur Erteilung von islamischem Religionsunterricht in Baden-Württemberg steht kurz vor dem Start. Ministerpräsident Kretschmann spricht von einem Provisorium. Kritiker werfen dem Land Verfassungsbruch vor.

MiGAZIN

Ab dem kommenden Schuljahr wird es nach Erwartung des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) regulär islamischen Religionsunterricht an öffentlichen Schulen im Südwesten geben. Der in diesem Monat auslaufende Modellunterricht werde „mit 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit“ durch ein Stiftungsmodell ersetzt, sagte Kretschmann am Dienstag in Stuttgart. Diese Stiftung sei nötig, weil die vier beteiligten muslimischen Verbände derzeit nicht als Religionsgemeinschaft staatlich anerkannt werden könnten.

Kretschmann nannte die Stiftungslösung ein „Provisorium“ – räumte aber ein, dass in den nächsten Jahren nicht mit einer Anerkennung einer muslimischen Religionsgemeinschaft zu rechnen sei. Die Stiftung solle für den islamischen Religionsunterricht die Aufgaben übernehmen, die beim christlichen Religionsunterricht die Kirchen innehätten. Da der Staat selbst keinen Religionsunterricht anbieten könne, werde in der Stiftung über Unterrichtsinhalte sowie die Zulassung von Lehrern entschieden. Mit der Stiftung betrete man Neuland, sagte der Ministerpräsident.

weiterlesen

Maaßen provoziert mit Tweet über Medien

Hans-Georg Maaßen, früherer Präsident des Bundesamts für VerfassungsschutzFoto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Der Ex-Verfassungsschutzchef hat auf Twitter indirekt die deutschen Medien mit der gleichgeschalteten DDR-Presse verglichen. Einige Politiker reagierten empört.

DER TAGESSPIEGEL

Der frühere Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen hat am Dienstagabend mit einem Tweet eine Debatte im Netz ausgelöst. Maaßen teilte einen Link zu einem Artikel der „Neuen Zürcher Zeitung“ mit der Überschrift: „In deutschen Städten sieht die Mehrheitsgesellschaft ihrem Ende entgegen“.

Darin heißt es weiter: „Frankfurt am Main, Offenbach, Heilbronn, Sindelfingen – in diesen und anderen Städten sind Deutsche ohne Migrationshintergrund nur noch die grösste Gruppe, stellen aber keine absolute Mehrheit mehr dar.“ Maaßen schrieb dazu: „Für mich ist die NZZ so etwas wie ‚Westfernsehen‘.“

weiterlesen

Wer gehört zu Deutschland?

Köln 2017: Friedensmarsch von Muslimen gegen islamistischen Terror
(Foto: dpa)
  • Zwei neue Bücher versuchen, den politischen Islam zu fassen – vergeblich.
  • Die Behauptung, der radikale Islam würde unterschätzt, mutet dabei besonders seltsam an.

Rezension von René Wildangel | Süddeutsche Zeitung

Das jüngst erschienene Buch „Der politische Islam gehört nicht zu Deutschland“ (Herder) ist eine Mogelpackung. Denn der in Titel und Vorwort bemühte „politische Islam“ ist nicht zentraler Gegenstand des Sammelbandes.

Stattdessen werden von den beiden Herausgebern und CDU/CSU-Politikern Carsten Linnemann und Winfried Bausback die bekannten Schreckensszenarien der Islamisierung Deutschlands aufgeboten: „Zwangsehen, Kinderehen und strikte Verschleierungspflichten“, welche die Herausgeber für „jemand, der bisher in einem islamischen Land gelebt hat“, als normal anzusehen scheinen.

weiterlesen

Forscher finden Erklärung für rätselhafte Aerosolschicht über Asien

Mit Messflügen während des asiatischen Monsuns, Satellitenbeobachtungen und Laboranalysen konnten Forscher das Rätsel um die Zusammensetzung der Asiatischen Tropopausen Aerosolschicht lösen.Foto: Erik Kretschmer

Ammoniak aus der Landwirtschaft wird zu kristallinem Ammoniumnitrat, das Einfluss auf die Wolkenbildung hat

derStandard.at

Über Teilen Asiens und dem Mittleren Osten liegt in einer Höhe von zwölf bis 18 Kilometern eine markante Ansammlung von Aerosolen. Die sogenannte Asiatische Tropopausen-Aerosolschicht (ATAL) wurde erstmals 2011 während der Monsunsaison beobachtet. Wie sie sich zusammensetzt und welche Auswirkungen sie hat, war bisher ein Rätsel. Nun hat ein internationales Forscherteam erste Antworten gefunden: Offenbar besteht diese Schicht aus kristallinem Ammoniumnitrat, das seinen Ursprung vor allem in der Landwirtschaft hat.

Aerosole sind kleinste Schwebeteilchen aus vielfältigen natürlichen und vom Menschen verursachten Quellen. In der Atmosphäre dienen sie als Kondensationskerne, an die sich gasförmiger Wasserdampf anlagert und dadurch Wolkentröpfchen bildet. Die Wissenschafter haben mit einer hoch spezialisierten Kombination aus Fernerkundungsmessungen, in-situ-Messungen, meteorologischen Modellrechnungen, dezidierten Labormessungen und detaillierten numerischen Simulationen die Verteilung und Zusammensetzung der Aerosole in der ATAL untersucht. Das Team konnte dabei erstmals ein Forschungsflugzeug in die oberen Stockwerke des asiatischen Monsuns bringen und dort Schlüsselprozesse von globaler Bedeutung erforschen. Die verschiedenen Methoden und Instrumente ergänzten sich so, dass sie die Messwerte gegenseitig bestätigen konnten.

weiterlesen

Bayern: AfD-Abgeordnete zeigen offenbar eigene Fraktionsvorsitzende an

Die Fraktionsvorsitzender der AfD im bayrischen Landtag, Katrin Ebner-Steiner, spricht während einer Plenarsitzung. Bild: dpa

Seit Monaten steht die Vorsitzende der bayerischen AfD-Landtagsfraktion in ihrer Partei massiv in der Kritik. Nun haben einige AfD-Abgeordnete Ebner-Steiner wohl angezeigt. Auch im NRW-Landesverband rumort es weiter.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Der Streit in der bayerischen AfD-Landtagsfraktion eskaliert endgültig: Mehrere Abgeordnete haben Strafanzeige gegen ihre Fraktionsvorsitzende Katrin Ebner-Steiner erstattet – wegen der Veröffentlichung privater E-Mails. Das sagte einer der betroffenen Abgeordneten am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in München. Als erstes hatte der Bayerische Rundfunk darüber berichtet. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I konnte den Eingang der Anzeige zunächst nicht bestätigen. Ein Fraktionssprecher wollte den Vorgang nicht kommentieren.

Mehrere AfD-Landtagsabgeordnete hatten sich per E-Mail über eine mögliche Neuwahl des Fraktionsvorstandes ausgetauscht – Ebner-Steiner steht dort seit Monaten massiv in der Kritik. Und genau diese E-Mails wurden wenig später in einer internen Facebook-Gruppe veröffentlicht, und zwar dem Vernehmen nach von Ebner-Steiners Profil. Unklar ist noch, wie die privaten E-Mails in fremde Hände gelangten.

weiterlesen

Die Barcode-Verschwörung: Warum manche Hersteller ihre Strichcodes „entstören“

Bild: bento

Die Gefahr lauert auf der Rückseite von Milchpackungen und Wasserflaschen: im Barcode. Der soll eine ungesunde Strahlung aussenden und durch das Einscannen an der Kasse Gift im Körper freisetzten – das glauben zumindest Verschwörungstheoretiker.

Fabian Schmidt | bento

Dafür bekommen sie seit Jahrzehnten Unterstützung aus der Bio-Branche. Denn manche Unternehmen erfüllen ihren Kunden den Wunsch nach einem „sicheren“ Strichcode und „entstören“ ihn, beispielsweise mit einem aufgedruckten Querbalken.

Wir haben mit einem Laserphysiker über die „Barcode-Theorie“ gesprochen und die Bio-Unternehmen gefragt, warum sie den Unsinn unterstützen.

Was besagen die Verschwörungstheorien?

Die Strichcodes zum Einscannen an der Supermarktkasse sollen wie eine Antenne fungieren und ungesunde Strahlung absondern. Das esoterische Portal „Mein Seelenquell“ schreibt, der Strichcode sei omnipräsent und der Mensch seinen „schwächenden negativen Antennenstrahlungen“ daher permanent ausgesetzt. In „größerer Dosierung“ habe er eine „energetisch toxische, also energieflussstörende Wirkung auf den menschlichen Organismus“.

weiterlesen

Betrüger kaum zu belangen: Hunderte Spendenmillionen versickern

Bild: tagesschau.de

Nach Recherchen von Report Mainz werden jedes Jahr Hunderte Millionen Euro an Spendengeldern nicht ordnungsgemäß verwendet. Die Rechtslage macht es Betrügern dabei leicht.

tagesschau.de

In Deutschland versickern nach Recherchen von Report Mainz jährlich bis zu 500 Millionen Euro Spenden in unseriösen Kanälen. Das ARD-Politikmagazin beruft sich dabei auf Einschätzungen des Deutschen Zentralinstituts für Soziale Fragen (DZI).

Bundesweit hält das DZI rund 6000 spendensammelnde Vereine für dubios. Diese ließen sich strafrechtlich kaum aus dem Verkehr ziehen, so DZI-Chef Burkhard Wilke. „Der Staat macht es den Spendenvereinen unnötig leicht.“

In vielen Bundesländern kein Sammlungsgesetz

Birgit Weitemeyer, Rechtsprofessorin an der Hamburger Bucerius Law School, bestätigt: „Verurteilungen wegen Spendenbetrugs sind sehr selten.“ Die Expertin für Stiftungsrecht sagt, vor allem für Vereine oder gemeinnützige Organisationen gebe es einige Lücken im System. „Insbesondere fehlt in vielen Bundesländern ein Sammlungsgesetz.“ Solch ein Sammlungsgesetz ermögliche es, dubiosen Vereinen das Sammeln von Spenden zu verbieten. Das gilt auch für Sammlungen über Telefon und Internet.

weiterlesen

So erklärt der Landeswahlausschuss die Kürzung der AfD-Liste

Thomas Wolf (l-r), Schriftführer des Landeswahlausschuss, Carolin Schreck, Landeswahlleiterin, und Robert Kluger, stellvertretender Landeswahlleiter prüfen das Schriftprotokoll Quelle: pa/dpa/Daniel Schäfer

Wegen formaler Mängel hat der Landeswahlausschuss in Sachsen den Großteil der Landesliste der AfD für ungültig erklärt. Die Partei kritisierte die Entscheidung heftig. Nun äußert sich die Landeswahlleiterin.

DIE WELT

Nach heftigen Vorwürfen von Mitgliedern der AfD gegen den sächsischen Landeswahlausschuss hat die Landeswahlleiterin die Entscheidung zur Kürzung der AfD-Liste ausführlich erklärt. Der Landeswahlausschuss sei bei der Entscheidung über die Zulassung von Landeslisten an „starre Rechtsfolgen“ gebunden, heißt es in einer am Montag verschickten Pressemitteilung.

Es handele sich nicht um eine Ermessensentscheidung. „Ein Spielraum, in dem Verhältnismäßigkeitserwägungen zum Tragen kommen könnten, steht dem Landeswahlausschuss insoweit nicht zur Verfügung.“

weiterlesen

Hassposter: Rechte und radikale Tierschützer besonders uneinsichtig

Gegenstand von Hasspostings ist vor allem die Flüchtlingsthematik.Foto: APA/HELMUT FOHRINGER

Die meisten Hasspostings kommen von Männern, aber auch Frauen hetzen – oft gegen andere Frauen

Birgit Riegler | derStandard.at

Sie tippen wilde Beleidigungen und Beschimpfungen ins Netz. Drohen mit dem Tod, wünschen anderen Vergewaltigungen, diskreditieren. Hassposter verunmöglichen Diskussionen in Foren und sozialen Medien. Ihre Opfer kapseln sich oft von der Debatte ab und überlassen der Hetze das Feld. Aber wer sind die Leute, die solche Dinge posten?

Männer zwischen 40 und 60

Den Hassposter schlechthin gibt es nicht. Aber es gibt Tendenzen. Beim Verein Neustart, der Tätern bei der Resozialisierung hilft und sich zunehmend auch mit Hasspostern beschäftigt, hat man es zum Großteil mit Männern zwischen 40 und 60 Jahren zu tun. Das zeigen die bisherigen Erfahrungen von „Dialog statt Hass„, das 2018 als Modellprojekt begonnen hat. Verurteilte Hassposter sollen dabei lernen, wie sie ihre Meinung im Netz ausdrücken können, ohne andere abzuwerten oder sich damit strafbar zu machen.

weiterlesen

Gerichtsurteil zugunsten einer christlichen Hausschulfamilie

Amtsgericht Darmstadt entschied im Fall der Familie Wunderlich „von der Ergreifung familiengerichtlicher Maßnahmen“ abzusehen – Wunderlichs unterrichten ihre vier Kinder zu Hause

kath.net

In Deutschland wurde in der vergangenen Woche ein Gerichtsurteil zugunsten einer christlichen Hausschulfamilie gefällt. Laut einem Bericht der Evangelischen Nachrichtenagentur „idea“ entschied das Amtsgericht Darmstadt, im Fall der Familie Wunderlich „von der Ergreifung familiengerichtlicher Maßnahmen“ abzusehen. Dies bestätigte Markus Herrlein, der Präsident des Amtsgerichts, gegenüber „idea“. Die Familie wurde in der Vergangenheit mehrfach mit juristischen Zwangsmaßnahmen bedroht, weil diese ihre Kinder zu Hause unterrichten wollten. Laut dem Gericht seien aber jetzt weitere juristische Schritte gegen die Familie „unverhältnismäßig“.


Dirk Wunderlich und seine Ehefrau Petra unterrichten ihre vier Kinder aus christlicher Überzeugung zu Hause. 2013 wurden die Kinder, die damals zwischen acht und 14 Jahre alt waren, drei Wochen lang in einem Heim untergebracht, um die Schulpflicht durchzusetzen.

weiterlesen

Intaktes Wikinger-Bootsgrab entdeckt

Blick auf das rund tausend Jahre alte Bootsgrab (link), zu den Grabbeigaben gehörten ein Schild und ein verzierter Kamm. © Arkeologerna

Seltener Fund: Archäologen haben ein intaktes Bootsgrab aus der Zeit der Wikinger in der schwedischen Stadt Uppsala entdeckt. Bisher sind erst zehn solcher Grabstätten in Schweden bekannt. In dem Boot lagen die Gebeine eines Mannes, zusammen mit denen eines Hundes und eines Pferdes. Zu den Grabbeigaben gehörten unter anderem ein Schwert, ein Speer, ein Schild und ein verzierter Kamm, wie die Forscher berichten.

scinexx

Vor rund tausend Jahren dominierten die Wikinger weite Teile Nordeuropas. Sie besaßen ein weites Handelsnetz, navigierten ihre Schiffe bis nach Grönland und Nordamerika und waren als Krieger und Eroberer gefürchtet. Vor allem in Skandinavien zeugen viele Siedlungsreste und Wikingergräber von der Lebensweise der „Nordmänner“. Deutlich seltener allerdings sind Bootsgräber – Bestattungen, bei denen die Toten mitsamt Grabbeigaben in einem Schiff begraben wurden. In Schweden sind bisher erst rund zehn solcher Begräbnisplätze bekannt.

weiterlesen

Kölner Zentralmoschee nach Bombendrohung wieder freigegeben: Staatsschutz nimmt Ermittlungen auf

Ditib Zentralmoschee in Köln © Oliver Berg (dpa)

Drohmail gegen den größten Moscheekomplex in Deutschland: Die Polizei räumt in einem Großeinsatz die Zentralmoschee der Ditib in Köln. Der Verband spricht von einer Bombendrohung. Inzwischen gibt es Entwarnung.

DOMRADIO.DE

Die Kölner Ditib-Zentralmoschee ist am Dienstag nach einer Drohmail geräumt und stundenlang weiträumig abgesperrt worden. Erst am frühen Nachmittag gab die Polizei via Twitter Entwarnung: Die Durchsuchung sei beendet und nichts Verdächtiges gefunden worden.

„Der Inhalt hatte ein so hohes Drohpotenzial, dass wir unmittelbar handeln mussten“, sagte ein Polizeisprecher.

Zum genauen Inhalt des Schreibens wollte er sich mit Blick auf ein Strafverfahren nicht äußern. Ein Sprecher der Türkisch Islamischen Union Ditib – der bundesweit größten Islam-Dachorganisation – sagte der Deutschen Presse-Agentur, es habe sich um eine Bombendrohung gehandelt.

weiterlesen

In deutschen Städten sieht die Mehrheitsgesellschaft ihrem Ende entgegen

In Frankfurt stellen Ausländer und Deutsche mit Migrationshintergrund bereits die Mehrheit der Einwohner. (Bild: Ralph Peters / Imago)

Frankfurt am Main, Offenbach, Heilbronn, Sindelfingen – in diesen und anderen Städten sind Deutsche ohne Migrationshintergrund nur noch die grösste Gruppe, stellen aber keine absolute Mehrheit mehr dar. Das betrifft Westdeutschland stärker als den Osten und eher Städte als das Land.

Michael Rasch | Neue Zürcher Zeitung

Bereits in den 1980er Jahren propagierten die Grünen «Multikulti», also eine multikulturelle Gesellschaft. Damals standen vielen bürgerlichen Wählern bei dem Gedanken die Haare zu Berge, obwohl Multikulti längst begonnen hatte. Diese Realität hat sich in den vergangenen Jahrzehnten akzentuiert. Der Begriff ist allerdings aus der Mode gekommen. Heutzutage spricht man von Vielfalt und bunter Gesellschaft. In deutschen Grossstädten geht inzwischen die Mehrheitsgesellschaft ihrem Ende entgegen – das bedeutet, dass Deutsche ohne Migrationshintergrund (nach Definition des Statistischen Bundesamts) nicht mehr die absolute Mehrheit (>50%) sind, sondern neben Deutschen mit Migrationshintergrund und Ausländern lediglich noch die grösste Gruppe darstellen.

Frankfurt ist Vorreiter

In Frankfurt am Main gibt es die Mehrheitsgesellschaft bereits nicht mehr. Dasselbe gelte für kleinere Städte wie Offenbach (nur noch 37% Deutsche ohne Migrationshintergrund), Heilbronn, Sindelfingen und Pforzheim, erklärt der Migrationsexperte Jens Schneider, der an der Universität Osnabrück forscht. In zahlreichen anderen deutschen Städten werde bald das Gleiche passieren. Anfang 2018 lebten in Frankfurt laut dem statistischen Jahrbuch der Stadt 46,9% Deutsche ohne Migrationshintergrund. Deutsche mit Migrationshintergrund kamen auf 23,6% und Ausländer auf 29,5%, zusammen also 53,1%. Der Anteil der Deutschen ohne Migrationshintergrund ist in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken.

weiterlesen

EKD: Sonntagsgottesdienst für immer weniger Gläubige attraktiv

Die Zukunft des „gewöhnlichen“ Sonntagsgottesdienstes sieht laut einer neuen Studie der evangelischen Kirche düster aus. Die Autoren haben auch erhoben, welche Faktoren überhaupt ausschlaggebend für den Kirchbesuch sind.

katholisch.de

Der übliche Gottesdienst am Sonntagmorgen ist zunehmend nur noch für Ältere und ehrenamtlich Engagierte attraktiv. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Liturgischen Konferenz in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). „Angesichts schwindender personeller und finanzieller Ressourcen, vor allem aber mit Blick auf die geringe Reichweite sollte vielerorts engagierter und ergebnisoffener über seinen Fortbestand diskutiert werden“, schreiben die Autoren über den Sonntagsgottesdienst. Am Dienstag wurde eine erste Auswertung der Studienergebnisse in Hannover veröffentlicht. Im Herbst sollen die Ergebnisse auf einer Tagung diskutiert werden.

Nach wie vor ist der Weihnachtsgottesdienst einer der wichtigsten Gottesdienste im Kirchenjahr, gerade für Menschen, die selten oder sonst gar nicht in die Kirche gehen. Auch die sogenannten Kasualien wie Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen gehören laut der Studie zu jenen kirchlichen Angeboten, die viele Menschen ansprechen.

weiterlesen