Wer gehört zu Deutschland?


Köln 2017: Friedensmarsch von Muslimen gegen islamistischen Terror
(Foto: dpa)
  • Zwei neue Bücher versuchen, den politischen Islam zu fassen – vergeblich.
  • Die Behauptung, der radikale Islam würde unterschätzt, mutet dabei besonders seltsam an.

Rezension von René Wildangel | Süddeutsche Zeitung

Das jüngst erschienene Buch „Der politische Islam gehört nicht zu Deutschland“ (Herder) ist eine Mogelpackung. Denn der in Titel und Vorwort bemühte „politische Islam“ ist nicht zentraler Gegenstand des Sammelbandes.

Stattdessen werden von den beiden Herausgebern und CDU/CSU-Politikern Carsten Linnemann und Winfried Bausback die bekannten Schreckensszenarien der Islamisierung Deutschlands aufgeboten: „Zwangsehen, Kinderehen und strikte Verschleierungspflichten“, welche die Herausgeber für „jemand, der bisher in einem islamischen Land gelebt hat“, als normal anzusehen scheinen.

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