Französische Stadt setzt flächendeckend auf Tempo 30


In Zürich sind bereits eine Vielzahl von Zonen mit Beschränkung auf 30 km/h festgelegt. (Bild: Annick Ramp / NZZ)

In immer mehr Städten suchen die Verantwortlichen nach Lösungen, um den Autoverkehr zu reduzieren. Im südlich von Bordeaux gelegenen Bègles entschied sich der Bürgermeister für einen radikal anmutenden Schritt.

Martin Jungfer | Neue Zürcher Zeitung

Es ist so einfach wie konsequent: Seit Montag gilt auf allen Strassen der 27 000-Einwohner-Stadt Bègles eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde. Initiiert und umgesetzt hat die Massnahme der grüne Bürgermeister Clément Rossigno Puech. Bègles ist die erste Stadt dieser Grösse in Frankreich, die auf ein solches Tempolimit setzt. Der Bürgermeister will laut Nachrichtenagentur AFP erreichen, dass die «Bewohner den öffentlichen Raum zurückgewinnen».

Ein wenig Gnadenfrist räumt der Bürgermeister den Autofahrern noch ein. Erst ab September soll es Kontrollen geben. Bis dahin haben die Verkehrsteilnehmer noch Zeit, um zu entschleunigen. Die reduzierte Höchstgeschwindigkeit gilt zunächst für ein Jahr, wie es auf der Homepage der Stadt heisst. Dort wird zudem argumentiert, dass sich die Zeit, um einen Kilometer zurückzulegen, nur um 10 bis 15 Sekunden erhöht. Der Treibstoffverbrauch soll dagegen um bis zu 65 Prozent sinken, wird vorgerechnet.

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